Karte zur Riedbahn.
Fundestelle Nordbahnhof.

Riedbahn Darmstadt – Goddelau

Darmstadt Nordbahnhof

Dokumentation

 

1869 wurde die Riedbahn zwischen Darmstadt und Worms eröffnet. Die heutige Riedbahn mit ihrem Hauptverlauf von Mannheim nach Frankfurt wurde erst zehn Jahre später errichtet. Dokumentiert wird auf meinen Riedbahn-Seiten der Streckenabschnitt zwischen Darmstadt und Goddelau.

1912 wurden die beiden alten Bahnhöfe am Steubenplatz durch den neu errichteten Hauptbahnhof ersetzt. Gleichzeitig wurde die Odenwaldbahn weiter nördlich verlegt. Am Berührungspunkt von Verbindungsbahn und der neu geführten Strecke nach Aschaffenburg und in den Odenwald wurde der Nordbahnhof errichtet.

 


 

Stationsgebäude.
Nordbahnhof – Stationsgebäude.

Der Darmstädter Nordbahnhof bindet den Personenverkehr aus Richtung Aschaffenburg und aus dem Odenwald an die Straßenbahn­verbindung von Arheilgen in die Innenstadt an. Er liegt im Süden des Werksgeländes des Darmstädter Chemie- und Pharmakonzerns Merck.

Entworfen wurde der Nordbahnhof von der Eisenbahndirektion Mainz, unter deren Federführung zwischen 1908 und 1912 auch der Neubau des Hauptbahnhofs mitsamt der kompletten Umgestaltung der Bahnanlagen stand. Auch wenn der Mitarbeiter des Mainzer Baurats Friedrich Mettegang, Müller, seinen Namen unter die Planungen für den Nordbahnhof setzte, so gleicht der Bau stilistisch dem von Friedrich Pützer entworfenen Hauptbahnhof sowie dem Südbahnhof.

Stationsgebäude.
Nordbahnhof – Stationsgebäude von Norden.

Der Bahnhof besteht aus einem zweigeschossigen Gebäude, von dem ein Gleissteg zu den beiden Bahnsteigen führt. Der bauliche Zustand des Gebäudes ist nicht unbedingt als einladend zu bezeichnen. Kosten­intensive Renovierungen und stylische Glas­fassaden werden seitens der Deutschen Bahn AG andernorts errichtet. Gewöhnliche Pendlerinnen und Pendler sind nicht die Wunsch­klientel des Bahn­managements um Hartmut Mehdorn (und Nachfolger).

Stationsgebäude Innenansicht.
Innenansicht auf die Gleisbrücke.

Der Eindruck wird verstärkt, wenn wir die Innen­einrichtung betrachten. Dem Wandspruch, die Atommafia zu stoppen, kann ich mich nur anschließen. In den vergangenen fünfzehn Jahren wurden mehrfach Atom­müll­transporte über den Darmstädter Nordbahnhof geleitet.

Bahnsteig.
Bahnsteig.

Geradzu nüchtern und abweisend zeigt sich die Dach­konstruktion des Bahnsteigs für die Main-Rhein-Bahn von Mainz über Darmstadt nach Aschaffen­burg. Dieser Bahnsteig wird seit 2005 auch für die aus dem Odenwald unter Umgehung des Darmstädter Haupt­bahnhofs direkt nach Frankfurt geleiteten Züge der Odenwaldbahn genutzt.

Bahnsteig.
Bahnsteig der Odenwaldbahn.

Ganz anders der Bahnsteig für die Odenwaldbahn. Dem bei der Strecken­führung mitbedachten Ausflugs­verkehr wirde ein ganz eigenes Ambiente geboten. Das 1988 stillgelegte südliche Bahnsteig­gleis (im Bild rechts) wurde im Zuge der Modernisierung der Odenwaldbahn zu Beginn des 21. Jahrhunderts reaktiviert.

Dachkonstruktion.
Detail der Dachkonstruktion.

Die Herkunft der Dachkonstruktion für diesen Bahnsteig ist unbekannt. Sie entstammt nicht den 1912 stillgelegten alten Bahnhöfen am heutigen Steubenplatz:

„Ein Kuriosum ist die südliche der beiden Bahnsteighallen. Sie stammt aus den frühen Jahren der Eisenbahn und wurde von einem alten (nicht überlieferten) Bahnhof abgebaut und am Nordbahnhof neu installiert – eine klassizistische Stahlkonstruktion am traditionalistischen Nordbahnhof.“ [1]

Detail.
Detail.

Gerade im Detail zeigt sich der Unterschied zum angrenzenden Bahnsteig der Main-Rhein-Bahn.

Bahnhofsansicht.
Ansicht von Nordosten.

Eine etwas andere Sicht vermittelt ein auf Wikipedia vorhandenes Bild, aufgenommen aus einem auf der Verbindungsbahn fahrenden Zug.

Stellwerk.
Stellwerk am Nordbahnhof.

Das Stellwerk außerhalb des Bahnsteiges für die Main-Rhein-Bahn steuerte und verteilte den Verkehr nach Darmstadt, Mainz und (über eine eigene Verbindungs­kurve) nach Frankfurt. Es wurde im Dezember 1987 außer Betrieb genommen [2]. Das Foto wurde 1986 oder kurz zuvor aufgenommen. Auf der Brücke fährt auf der Frankfurter Straße eine Straßenbahn vom Typ ST7 oder ST8 mit Beiwagen SB7 oder SB8 Richtung Luisenplatz. Das Stellwerk ist heute nicht mehr vorhanden.

 


 

Literatur

 

ANMERKUNGEN

 

Mittels eines Klicks auf die Nummer der jeweiligen Anmerkung geht es zur Textpassage zurück, von der aus zu den Anmerkungen verlinkt wurde.

 

»» [1]   An dieser Stelle differieren die Angaben in der vom Landesamt für Denkmalpflege Hessen herausgegebenen Buchreihe Kulturdenkmäler in Hessen. Während Volker Rödel und Heinz Schomann in Band 2.1 von „Eisenbahn in Hessen“ schreiben, die gusseisernen Säulchen und Kapitelle entstammen dem Ludwigsbahnhof (Seite 244), lassen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Denkmalschutzbehörde Darmstadt in ihrem Band „Stadt Darmstadt“ die Herkunft offen (Seite 156–157, Zitat auf Seite 157). Möglich ist beides.

»» [2]   Siehe hierzu die Daten der Liste Deutscher Stellwerke.

 


 

Diese Seite wurde zuletzt am 27. Dezember 2009 aktualisiert. Links auf andere Websites bedeuten keine Zustimmung zu den jeweiligen Inhalten, sondern sind rein informativer Natur. ©  Walter Kuhl 2001, 2008, 2009. Die Wiedergabe, auch auszugsweise, ist nur mit dem Einverständnis des Verfassers gestattet.
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Das Stellwerksbild hat mir freundlicherweise Hans-Jörg Krispin zur Verfügung gestellt. Die Nordost­ansicht, aufgenommen von S. Kasten, fand ich auf Wikipedia; sie ist unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation und der Creative Commons-Lizenz Attribution-Share Alike 3.0 Unported verfügbar.

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