Karte zur Riedbahn.
Riedbahn Darmstadt–Goddelau.

Riedbahn Darmstadt – Goddelau

Eisenbahnstrecken in Südhessen

Dokumentation

1869 wurde die Riedbahn zwischen Darmstadt und Worms eröffnet. Die heutige Riedbahn mit ihrem Hauptverlauf von Mannheim nach Frankfurt wurde erst zehn Jahre später errichtet. Dokumentiert wird auf meinen Riedbahn-Seiten der Streckenabschnitt zwischen Darmstadt und Goddelau.

Die Riedbahn war Teil eines kleinen Geflechts an Eisenbahnstrecken in Südhessen.


Riedbahn

Darmstadt – Gernsheim

Streckeneröffnung am 15. April 1869
Streckenlänge: 25,37 Kilometer

Zunächst eingleisig. Nach 1879 zwischen Goddelau-Erfelden und Gernsheim zweigleisig ausgebaut. Strecken­abschnitt Darmstadt – Goddelau-Erfelden 1901 zweigleisig ausgebaut.

Neue Streckenführung in Darmstadt im Zuge der Verlegung der alten Bahnhöfe zum Hauptbahnhof 1912.

Der Streckenabschnitt Darmstadt – Goddelau-Erfelden wurde am 27. September 1970 für den Personenverkehr, 1975 für den Güterverkehr stillgelegt. Die Gleisanlagen von Griesheim nach Goddelau-Erfelden wurden nach dem 1. Dezember 1965 durch Entfernung des zweiten Streckengleises zurückgebaut, das verbliebene Gleis zwischen 1970 und 1975 entfernt und die Trasse aufgelassen. 1975 wurde das zweite Gleis von Griesheim nach Darmstadt abgebaut. Abbau des verbliebenen Gleises zwischen Griesheim und dem Industriegleisanschluß der Firma Röhm in Weiterstadt-Riedbahn 1991. Das Jahr des Rückbaus des zweiten Streckengleises zwischen der Blockstelle Bergschneise und dem Darmstädter Hauptbahnhof ist unbekannt, vermutlich nach Ende des 2. Weltkriegs.

In den 1890er Jahren erhielt die Strecke die Liniennummer 14.

Eisenbahnbrücke Worms.
Eisenbahnbrücke über den Rhein bei Worms. Die Brücke wurde nach dem 2. Weltkrieg in veränderter Form wiederauf­gebaut.

Gernsheim – Rosengarten

Streckeneröffnung am 1. Juni 1869
Streckenlänge: 16,39 Kilometer

Zunächst eingleisig. Nach 1879 zwischen Gernsheim und Biblis zweigleisig ausgebaut. Strecken­abschnitt zwischen Biblis und Hofheim zu einem unbekannten Zeitpunkt zweigleisig ausgebaut.

Der Streckenabschnitt Hofheim – Rosengarten wurde nach der Einweihung der Eisenbahnbrücke nach Worms über den Rhein am 1. Dezember 1900 stillgelegt und abgebaut.

In den 1890er Jahren erhielt die Strecke die Liniennummer 14.

Rosengarten – Worms

Übersetzen von Rosengarten zum Bahnhof Worms-Hafen mit einer Fähre über den Rhein seit dem 12. August 1870. Von Worms-Hafen bis Worms Zugverkehr auf den Gleisen der Hafenbahn.
Streckenlänge: 2,38 Kilometer

Der Trajektverkehr wurde infolge der Inbetriebnahme der Eisenbahnbrücke über den Rhein am 1. Dezember 1900 eingestellt. Die Hafenbahn­anlagen wurden teilweise zurückgebaut und an die weiter nördlich führende von der Eisenbahnbrücke herrührende Gleisverbindung angeschlossen.

In den 1890er Jahren erhielt die Strecke die Liniennummern 6, 14 und 15.

Rosengarten – Lampertheim

Streckeneröffnung am 15. Oktober 1877
Streckenlänge: 9,86 Kilometer

Eingleisige Streckenführung. Die Stillegung der Strecke erfolgte nach dem 2. Weltkrieg. Die Angabe von Heinz Schomann, die Stillegung habe am 1. Dezember 1900 stattgefunden, ist unzutreffend und bezieht sich allein auf die Kurve kurz vor dem Endbahnhof Rosengarten. Mit der Eröffnung der Eisenbahnbrücke über den Rhein wurde die Linienführung angepaßt.

In den 1890er Jahren erhielt die Strecke die Liniennummer 6.

Lampertheim – Mannheim-Neckarvorstadt

Streckeneröffnung am 15. Oktober 1879
Streckenlänge: 12,58 Kilometer

Eingleisige Streckenführung. Zwischen Lampertheim und Waldhof ab unbekanntem Zeitpunkt zweigleisige Streckenführung. Zwischen Waldhof und Neckar­vorstadt zu einem unbekanntem Zeitpunkt stillgelegt.

In den 1890er Jahren erhielt die Strecke die Liniennummer 6.

Biblis – Lampertheim

Streckeneröffnung am 24. November 1879
Streckenlänge: 10,56 Kilometer

Eingleisige Streckenführung. Der Zeitpunkt des zweigleisigen Ausbaus ist unbekannt.

In den 1890er Jahren erhielt die Strecke die Liniennummer 13.

Frankfurt-Goldstein – Goddelau-Erfelden

Streckeneröffnung am 24. November 1879
Streckenlänge: 29,05 Kilometer

Eingleisige Streckenführung, zweigleisiger Ausbau wohl erst nach 1896. Benutzte bis zur Errichtung der Eisenbahn­brücke bei Frankfurt-Niederrad 1882 zwischen Goldstein (später: Sportfeld, heute: Stadion) und dem Frankfurter Westbahnhof die Bahnanlagen der Main-Neckar-Bahn zur Mainüber­querung. Bis zur Inbetriebnahme des neuen Frankfurter Hauptbahnhofs 1888 war für die meisten aus Mannheim kommenden Züge Endstation in Sachsenhausen, für die anderen im Frankfurter Westbahnhof.

In den 1890er Jahren erhielt die Strecke die Liniennummer 13.

Waldhof – Mannheim Hauptbahnhof

Streckeneröffnung 1880. Zunächst eingleisige Streckenführung.

In den 1890er Jahren erhielt die Strecke die Liniennummer 13.

Hofheim – Worms

Streckeneröffnung am 1. Dezember 1900
Streckenlänge: 5,61 Kilometer

Zweigleisige Streckenführung über die neue Eisenbahnbrücke nach Worms. Ersetzte den bisherigen Bahnhof Rosengarten und den Fährbetrieb über den Rhein.

Mannheim-Waldhof – Mannheim Hauptbahnhof

Streckeneröffnung 2. Juni 1985

Streckenabschnitt dient zur Einfädelung in den Mannheimer Hauptbahnhof, um das vorherige Wechseln der Fahrtrichtung für Züge von und nach Süddeutschland, das mit einem Lokomotivwechsel verbunden war, zu vermeiden.

Flügelsignale Lorsch.
Zweimal Hp0 im Bahnhof Lorsch, Ausfahrt Richtung Bensheim.

 

Nibelungenbahn

Hofheim – Bensheim

Streckeneröffnung am 27. Oktober 1869
Streckenlänge: 18,29 Kilometer

Eingleisige Streckenführung. Kreuzt die Riedbahn in Bürstadt ohne Gleisverbindung. In Bensheim Anschluß an die Main-Neckar-Bahn.

In den 1890er Jahren erhielt die Strecke die Liniennummer 15.

Lorsch – Heppenheim

Streckeneröffnung am 1. April 1903. Im Winterfahrplan 1903/04 verkehrten neun Zugpaare.
Streckenlänge: 5,87 Kilometer

Zwischen 1938 und 1958 stillgelegt. [1]

 

[Verlängerung Riedbahn]

Lampertheim – Weinheim

Streckeneröffnung am 1. August 1905
Streckenlänge: 18,3 Kilometer

Als Verlängerung des Riedbahnabschnitts von Worms nach Lampertheim konzipiert. Verbindet die Riedbahn mit der Main-Neckar-Bahn sowie der Weschnitztalbahn. Stillgelegt am 29. Mai 1960. Die Gleisanlagen sind zwischen Lampertheim und Viernheim abgebaut, von Weinheim nach Viernheim von 2004 bis 2010 der Güterverkehr noch einmal reaktiviert. Ein Foto des mittels Zweiwege­fahrzeugs abgewickelten Transportes findet sich eingebettet in Google Maps.


Literatur

 

ANMERKUNGEN

 

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»» [1]   Schon laut Winterfahrplan 1937/38 wird der Streckenabschnitt durch Busverkehr ersetzt; der Jahresfahrplan 1944/45 weist die Strecke gar nicht erst auf.


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