Side in Pamphylien war in der Antike eine zeitweise reiche, lebendige und pulsierende Stadt. Die wieder ausgegrabenen Ruinen vermitteln ansatzweise den Glanz der Vergangenheit. Die hiermit verbundenen Ausbeutungsstrukturen, die Armut und das damit verbundene Elend müssen wir uns hinzudenken.
Die Fotografien entstanden im September 2006.
Die Agora war in griechischen oder hellenistisch beeinflußten Städten ein zentraler Umschlagplatz für Waren, Meinungen und politische Entscheidungen. Die Agora von Side war hierbei sicherlich keine Ausnahme. Jedoch dürfen wir uns diesen Markt der Möglichkeiten nicht als eine mehr oder weniger unsortierte Ansammlung von Marktständen vorstellen, wie wir sie auch heute noch als Wochenmarkt in deutschen Kleinstädten und manchmal auch in Großstädten vorfinden. Schon in der Antike herrschte hier eine vorgegebene Ordnung, weshalb die Agora von Side auch von einer Säulenhalle umgeben war.
Im Nordwesten und Nordosten dieser Säulenhalle, also in dem Bereich, der heute ans Museum von Side grenzt bzw. an die Wohnhäuser der hier vorbeiführenden Säulenstraße, befanden sich Läden. Im Südwesten grenzte die Agora an das Bühnengebäude des Theaters, hieran lehnten sich überwölbte Räume an. An der Südostseite der Säulenhalle wurden keine Läden gefunden. In der Westecke befand sich die öffentliche Latrine mit einer Sitzgelegenheit für 24 Personen. An der nordwestlichen Seite führte eine Vorhalle von der Säulenstraße über einen mit Ehrenstatuten ausgeschmückten Saal zur Agora. Von der südwestlichen Seite gelangte man und frau über einen Ausgang zu der zur Staatsagora führenden Straße.
Maße und Form der exakt einhundert Säulen stimmen mit denen der hier vorbeiführenden Säulenstraße überein, weshalb davon ausgegangen werden kann, daß beide Bauten gleichzeitig errichtet wurden. (Diesen Schluß des Ausgräbers Arif Müfid Mansel finde ich jedoch nur begrenzt einsichtig; es könnte ja auch sein, daß einer der beiden Bauten sich an ein schon bestehendes Konzept angeschlossen hat und demnach zeitlich später anzusetzen ist. Fragt sich nur, welcher Bau dem anderen voranging.) Die Säulenhallen waren etwa 6,60 Meter hoch, das Dach bestand aus Holz.
Auf der Agora, merkwürdigerweise jedoch nicht in ihrem Zentrum, stand ein Rundbau, wahrscheinlich ein Tempel der (Schicksalsgöttin) Tyche.
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