Side in Pamphylien war in der Antike eine zeitweise reiche, lebendige und pulsierende Stadt. Die wieder ausgegrabenen Ruinen vermitteln ansatzweise den Glanz der Vergangenheit. Die hiermit verbundenen Ausbeutungsstrukturen, die Armut und das damit verbundene Elend müssen wir uns hinzudenken.
Die Fotografien entstanden im September 2006.
Vor dem Theater von Side befindet sich ein kleiner Tempel, der aufgrund dieser Nähe als Heiligtum des Dionysos gedeutet wird. Über mehrere Stufen gelangte man (und frau ?) zu einer Säulenvorhalle. Das eigentliche Heiligtum, die Cella, befand sich hinter einer Tür. Die Außenwände waren durch halbrunde Säulen gegliedert (sogenannter Pseudo-Peripteros). Datiert wird dieser Tempel in die frühe römische Kaiserzeit. Beim Umbau bzw. Neubau des Theaters, vermutlich im 2. Jahrhundert unserer Zeitrechnung, wurde der Sockel des Tempels an seiner Südostecke vom äußeren Rundgang des Theaters überschnitten. Hierbei wurde der Tempel jedoch nicht abgetragen, statt dessen stellte man die Verkleidungsplatten der zerstörten Ecke auf der Rückseite in Form eines vorspringenden kleinen Sockels zusammen.
Der Ausgräber Arif Müfid Mansel geht davon aus, daß in byzantinischer Zeit, nachdem das Christentum die alten Kulte rigoros bekämpft hatte, der obere Aufbau des Tempels abgetragen wurde. Die Cella wurde durch eine unsorgfältig gebaute Mauer geteilt und auch als Laden genutzt. Mir ist nicht bekannt, daß in auch nur annähernd ähnlicher Weise, wie die Bolschewiki wegen ihrer Kirchenzweckentfremdung angefeindet worden sind, diese Form christlicher Barbarei an den Pranger gestellt worden wäre.
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