Side in Pamphylien war in der Antike eine zeitweise reiche, lebendige und pulsierende Stadt. Die wieder ausgegrabenen Ruinen vermitteln ansatzweise den Glanz der Vergangenheit. Die hiermit verbundenen Ausbeutungsstrukturen, die Armut und das damit verbundene Elend müssen wir uns hinzudenken.
Die Fotografien entstanden im September 2006.
Im Zuge der Verschönerung der Stadt im 2. Jahrhundert unserer Zeitrechnung wurde neben der alten Agora eine zweite Agora mit angeschlossenem Gebäude für den Kaiserkult erbaut. Diese Staatsagora mit einer Grundfläche von über 6.000 Quadratmetern diente jedoch nicht dem Marktgeschehen, sondern war ein kontemplativer Ort der städtischen Eliten, wozu zuweilen auch die eine oder andere Hinrichtung gehörte. Die an den Komplex angeschlossene Bibliothek stand sicherlich im Prinzip allen Lesekundigen offen, in der Praxis dürften jedoch nur die wenigsten Sideten (und sicher nicht die Sidetinnen) die Zeit gefunden haben, sich in den Manuskriptrollen wiederzufinden.
Die Staatsagora befand sich am Schnittpunkt dreier Straßen. Zunächst die auf der einen Seite mit einer Säulenreihe versehene rund zehn Meter breite Straße, die von der Agora herführte. Hier machte die Straße einen Knick genau nach Osten und man und frau konnte auf dieser etwa sieben Meter breiten Straße bis zum Osttor gelangen. Eine etwas schmalere Straße reichte etwa vom Knickpunkt in nordöstlicher Richtung unterhalb des späteren byzantinischen Hospitals zur Säulenstraße, die vom Stadttor aus nach Süden in die heutigen Dünen führte.
Im Osten des säulenumgrenzten Hofes befanden sich drei Säle. In den Ecken und Nischen der drei Räume standen Statuen; Marmor war der wohl beliebteste Baustoff. Der mittlere Saal dürfte dem Kaiserkult vorbehalten gewesen sein, die beiden äußeren Räume dienten wahrscheinlich als Bibliothek oder als Archiv. Der Ausgräber Arif Müfid Mansel war sich jedoch anfangs der 1960er Jahre nicht sicher über diese Zuordnung. Erschwert wird diese Zuordnung dadurch, daß der nördlich gelegene Saal unter dem Sand gelassen und zudem womöglich in byzantinischer Zeit umgebaut wurde. Ebenfalls aus späterer Zeit stammt das Steinpaket in der Mitte des Hofes.
Am besten erhalten bzw. restauriert wurde der Kaiserkultsaal. Die ausgegrabenen Statuen sind Museumsstücke, weshalb die ganze Pracht und Herrlichkeit, in der sich die sidetischen Eliten sonnten, nicht so recht deutlich wird. Doch schauen wir uns die Reste dieses Saales etwas genauer an.
Interessant ist auch ein Blick auf die Rückseite des Gebäudes, so wie es uns heute erscheint.
Auf dem Gelände verstreut liegen einzelne Steine, Säulen und deren ruinierte Reste herum.
Die folgende Bildersequenz beginnt mit Blickrichtung Süden, wendet sich nach Westen und endet im Nordosten. Bis hierhin reichen die im Verlauf der jahrhunderte aufgehäuften Dünen, die noch so manchen Stein unter sich ruhen lassen.
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Ausschnitt des Kaiserkultsaals.
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