Luftbild auf das Fabrikviertel 1966.
Industriegleise im Fabrikviertel Darmstadt
Walter Kuhl
Luftbild auf das Fabrikviertel 1966.
Das Fabrikviertel 1966.
Notgeld der Bahnbedarf A.-G.
Die Bahnbedarf A.-G.
Die mechanische Werkstätte der Motorenfabrik Darmstadt.
Die Motorenfabrik.
Holzwerke Jonas Meyer.
Die Holzwerke Jonas Meyer.
Die Waggonbauhalle der Möbelfabrik Ludwig Alter.
Waggonbauhalle von Ludwig Alter.

Industriegleise im Fabrikviertel Darmstadt

Die Buschbaums als Maschinen­fabrikanten

im Blumenthal- bzw. Johannesviertel

1872 und 1893/94 wurde das Fabrikviertel mit zwei Industrie­stamm­gleisen an die Eisenbahn angebunden. Von den Mitte der 1950er Jahre noch rund dreißig Anschluß­gleisen sind (Stand 2020) nur vier oder fünf übrig geblieben. Die Buschbaum'schen Fabriken waren zu keiner Zeit an das Industrie­gleisnetz angeschlossen. 

Im zweiten Teil meiner umfangreichen Geschichte der Maschinen­fabrik und Eisen­gießerei Darmstadt war ich auf die Anfänge des Unternehmens unter der „Firma“ Buschbaum & Comp. eingegangen. Der Namens­geber war der aus Michelstadt im Odenwald stammende Mechanikus Johann Ludwig Buschbaum. Selbiger verließ – ob freiwillig oder nicht, ist nicht überliefert – im Frühjahr 1844 das noch junge Unternehmen, das daraufhin seine Bezeichnung (also die „Firma“) wechselte. Buschbaum selbst richtete sich zunächst eine neue Werkstätte auf dem freien Feld westlich der Maschinen­fabrik und nordwest­lich der Stadt ein, zog jedoch bald darauf mit seiner Werkstätte an den Mühlweg in die Nähe des noch recht kleinen Chemie­werks von Heinrich Emanuel Merck. Hier treffen wir ihn Anfang der 1860er Jahre in einem Exkurs im elften Kapitel der Unternehmens­geschichte wieder an. 

Die Überlieferung ist bruchstück­haft. Mal findet sich hier ein Meldebogen, mal dort ein Adreßbuch­eintrag, mal hier eine Annonce, mal dort ein Akten­vermerk. Die Lebens- und Sterbedaten habe ich verschiedenen Quellen entnommen und, soweit notwendig, miteinander abgeglichen. Entsprechend zerfasert präsentiert sich das, was hier zusammen­getragen wurde. Da erscheinen Kontinuitäten, wo keine sind, und es gibt Leerstellen, die noch zu füllen wären. Dennoch hoffe ich, ein angemessenes Bild der Buschbaums im 19. und beginnenden 20. Jahr­hundert nachge­zeichnet zu haben. Die Inkonsis­tenzen sind dem Material geschuldet, die Darstellung meiner Interpretation. 

Die Protagonisten

Johann Ludwig Buschbaum war, wie die meisten hessischen Untertanen, evangelischen Glaubens. Das Bürger­recht in Darmstadt erhielt er am 8. Januar 1825. Zu diesem Zeitpunkt hatte er schon neun Jahre in der Werkstätte des Mechanikus und Münz­meisters Hektor Rößler gearbeitet. Seit dem 12. Juli 1832 war er als Werkmeister in der Ludwigshütte bei Biedenkopf angestellt und kehrte im Juli 1837 nach Darmstadt zurück. Dort errichtete er auf dem Gelände der früheren Rößler'schen Werkstätte an der Frankfurter Chaussee seine kleine Maschinen­fabrik namens „Buschbaum & Comp“. Zu den Kompagnons, so es mehrere gab, zählte wohl sein früherer Chef, der nunmehr als Münzrat staatlich besoldet war und deshalb nicht quasi im Nebenberuf als Fabrikant tätig sein konnte.

Johann Ludwig Buschbaums war eher mechanischer Handwerker als Ingenieur. 1843 trat August Wernher, der in den 1830er Jahren schon Teilhaber an der Ludwigshütte gewesen war und dort eine eigene Dampf­maschine konstruiert hatte, in das Darmstädter Unternehmen ein. Es ist vielleicht kein Zufall, daß die Maschinen­fabrik schon im Juni 1844 verkündete, Buschbaum sei ausgetreten und man werde jetzt als Maschinen­fabrik und Eisengießerei firmieren.

Frauen unter Schlossern

Johann Ludwig Buschbaum war der älteste eheliche Sohn des schon in Michelstadt den Schlosser­beruf ausübenden Johann Georg Buschbaum (*1761, ertrunken in der Mümling 1802), der danach in Darmstadt Burger und Schlosser­meister gewesen ist. Er wurde am 16. Februar 1792 in Michelstadt geboren, seine Mutter war Maria Katharina geborene Friedlein (1760–1828). Sein Gevatter (Pate) war ebenfalls ein Johann Ludwig Buschbaum, Sohn des Michelstädter Burgers und Schlosser­meisters Benjamin Johann Buschbaum.

Johann Ludwig heiratete am 20. Februar 1825 Elisabethe Katharine Bonin, geboren am 16. Juli 1803 in Walldorf, gestorben am 23. Juni 1878 in Darmstadt. Sie stammte aus einer Waldenser­familie und war die Witwe des Darmstädter Burgers und Schlosser­meisters Christian Martin Hintz (auch Hinz, 1795–1824), den sie am 1. April 1821 ehelichte und der sehr früh mit 28 Jahren starb. Beide hatten eine Tochter Johanne Friederike, die möglicher­weise 1824 in Walldorf und nicht in Darmstadt zur Welt kam. Elisabethe Katharines Eltern waren der Gemeinde­mann zu Walldorf im Amt Kelsterbach Jean Pierre (Peter) Bonin (* 1769) und die aus Offenbach stammende Jeanne Marie Emmel (* 1778). Diese sollen nach Brasilien ausgewandert und gegen 1828/1837 in Bahia gestorben sein. 

Johanne Friederike (genannt Frieda) heiratete am 25. September 1860 den damaligen Oberrechnungs­kammer-Justiz­akzessisten Peter Christian Joseph Zimmermann (1826–1867), der danach noch zum Probator aufstieg. Die erste Tochter Louise wurde am 26. Juni 1861 geboren und starb 1898; eine weitere 1863 geborene Tochter Marie Mathilde starb nach einem halben Jahr. Der 1864 geborene Sohn Fritz brachte es zum Amts­gerichtsrat in Gießen und starb nur drei Monate nach seiner Mutter. Das Paar lebte auf dem Anwesen der Buschbaums in der Mühl­straße. Wurde Frieda noch 1860 als Tochter von Christian Martin Hintz bezeichnet, mit dem Zusatz, sie sei die Stieftochter von Johann Ludwig Buschbaum, wurde sie bei ihrem Ableben 1904 als geborene Buschbaum betrachtet. Sie war (zu einem unbekannten Zeitpunkt) adoptiert worden und somit ungeachtet ihrer Herkunft ein voll integriertes Familien­mitglied. Patchwork­familien waren damals durchaus verbreitet. 

Erst im Alter von 36 Jahren konnte Frieda sich einen Ehepartner wählen, wobei noch zu fragen wäre, wie viel Arrangement dahinter gesteckt haben mag. Das 1843 zuletzt geborene und noch lebende Kind von Elisabethe Katharine war 1860 alt genug, auf eigenen Beinen zu stehen, so daß Frieda davon befreit war, die Kinder zu hüten und ihrer Mutter beim Haushalten zu helfen. Dennoch lebte sie weiterhin, auch noch nach dem Tod ihres Ehemanns, einige Jahre in der Mühlstraße, bevor sie eine eigene Wohnung außerhalb der Buschbaum'schen Anwesen bezog. 1868 scheint sie ihren Lebens­unterhalt durch das Vorführen und den Verkauf von Kohlen­bügeleisen aufgebessert zu haben. Ihre Tochter Louise hingegen wohnte bei ihrem Tod in dem den Buschbaums gehörenden Anwesen Viktoria­straße 48. 

Johann Ludwig hatte mit Elisabethe Katharine zehn Kinder, von denen vier Söhne später in verschiedener Funktion und Zusammen­setzung ihre Maschinen­fabriken in Darmstadt betrieben.

Familiengrab.

Bild 1: Familiengrab Albrecht Buschbaum und Nachfahren, Alter Friedhof 1 G 234. Links und rechts vom zentralen Grabstein liegen die Platten für Johann Ludwig und Elisabethe Katharine Buschbaum. Deren Inschriften sind stark verwittert und schwer lesbar. Aufnahme vom Oktober 2021.

Der älteste Sohn, Georg August (genannt August), 1833 auf bzw. bei der Ludwigshütte geboren, starb am 26. Januar 1908. Friedrich August (Fritz) wurde am 12. Februar 1835 auf bzw. bei der Ludwigshütte geboren und starb recht früh am 1. Januar 1874. Johann Ludwig Georg Wilhelm (Ludwig) wurde am 9. Dezember 1840 in Darmstadt geboren und starb am 3. Januar 1886. August Albrecht (Albrecht), der jüngste Sohn, wurde am 24. April 1843 in Darmstadt geborten und starb am 24. Oktober 1910. Ihn hielt es – wie auch Ludwig – zunächst nicht in Darmstadt und er wurde im Gegensatz zu seinen Brüdern nicht Mechanikus, sondern Kaufmann. Er sollte zum Jahres­wechsel 1874/75 nach Darmstadt zurück­kehren. 

Albrecht Buschbaum muß sich vor seiner Rückkehr in Bayern herum­getrieben haben. 1873 finden wir die Mitteilung, daß er aus dem Geschäft des Kaufmanns und Versicherungs­agenten Louis Ringelmann in Würzburg ausgetreten und dadurch seine Prokura erloschen sei. Ende 1874 beendete er seine Tätig­keit als Kassierer bei den städtischen Lager­häusern in München, um, wie berichtet wird, „als Theilhaber der renommirten Werkzeug­maschinen­fabrik von Fritz Buschbaum, früher Gebrüder Buschbaum in Darmstadt“ einzutreten. 

Diese vier Söhne, die als Maschinen­fabrikanten tätig wurden, hatten mehrere Schwestern. Johanne Marie (Marie), geboren am 1. August 1827, heiratete am 24. April 1860 den Oberein­nehmer zu Bingen und späteren Steuerrat und Geheimen Finanzrat Ludwig Wilhelm Carl Römheld (Louis, 1827–1912). Sie lebten anschließend in Mainz, wo sie am 27. November 1897 starb. Eva Margarethe wurde am 21. April 1831 geboren und ehelichte am 29. Dezember 1858 Friedrich Ludwig Philipp Michael Carl (Carl/Karl) Beyerle, der Wiesbadener Bürger und Gasthalter in Interlaken war. Als dessen Witwe starb sie am 9. Juli 1913 in Darmstadt. 

Der Mechanikus und seine Fabrik

Das Hessische Wirtschaftsarchiv in Darmstadt gab 2000 in Zusam­men­arbeit mit dem Hessischen Staats­archiv Darmstadt unter der Redaktion von Thomas Lange didaktische Materialien zur Industriali­sierung in Darmstadt und Südhessen heraus. Beispiel­haft für Darmstadt sind darin Archivalien zur Blumen­thal'schen Maschinen­fabrik und zum Unter­nehmen der Gebrüder Buschbaum im heutigen Johannes­viertel enthalten. Thomas Lange schreibt darin:

„Um 1837 gründete der aus Michelstadt zugezogene ‚Mechanikus‘ Johann Ludwig Buschbaum (1792–1866) in Darmstadt eine Maschinen­fabrik. Nach dem Tod des Vaters über­nahmen die ältesten Söhne August und Friedrich die Fabrik, die nun ‚Gebr. Buschbaum, Maschinen­fabrik‘ hieß und nach dem Tod des ältesten Bruders Friedrich von dem jüngeren Bruder August als ‚Georg August Buschbaum, Maschinen­fabrik‘ bis zu seinem Tod 1908 weiter­geführt wurde. – 1877 gründeten die jüngeren Brüder Albrecht und Ludwig die Firma ‚Gebr. Buschbaum, Werkzeug-Maschinen-Industrie‘, die ab 1906 von Ludwigs ältestem Sohn Fritz Buschbaum weiter­geführt wurde. Diese Firma hatte ihren Sitz in der Viktoria­straße, später Frankfurter Straße bis zum Tod Fritz Buschbaums 1934, mit dem auch die Firma erlosch.

Produziert hat die Firma u. a. Dampf­maschinen, Heißluft­motoren, Werkzeug­maschinen, Brücken­waagen (zum Wiegen von Fahrzeugen).“ 

Diese Darstellung ist zumindest ungenau und, was Johann Ludwigs Maschinen­fabrik betrifft, unzutreffend. Denn er war ja 1844 aus seinem sieben Jahre zuvor gegründeten Maschinen­bau­unternehmen „Buschbaum & Comp.“ ausgetreten und hatte mit einer kleinen Werkstatt noch einmal von vorne begonnen. Am 8. Juni 1844 wurde eine entsprechende Annonce der Maschinen­fabrik und Eisengießerei Darmstadt publiziert.

Zeitungsannonce.

Abbildung 2: Bekannt­machung des Austritts von Johann Ludwig Buschbaum aus dem nach ihm benannten Darmstädter Unternehmen in der Groß­herzoglich Hessischen Zeitung vom 8. Juni 1844 [online ulb darmstadt].

Diese Fabrik kann Johann Ludwig seinen Söhnen somit nicht übereignet haben. Schon im März 1844 hatte er für sich und seine Werkstätte per Annonce im Darmstädter Frag- und Anzeige­blatt neue Räumlich­keiten gesucht. Diese fand er dann unter Lit. F Nr. 206 nicht weit entfernt von seiner vorherigen Wirkungs­stätte vor dem Maintor auf dem freien Feld, wo heute das Johannes­viertel steht.

„Bezugnehmend auf die Bekannt­machung der Direction der Maschinen­fabrik und Eisen­gießerei dahier vom 1. Juni l[aufenden] J[ahres], mache ich hiermit von der nunmehr auf eigene Rechnung getroffenen Einrich­tung einer mechanischen Werkstätte dahier, die ergebene Anzeige. Mich stützend auf meine bekannten bisherigen Leistungen, empfehle ich mich zu allen Aufträgen meines Geschäfts­zweigs, und hoffe, durch möglichst vollkommste Voll­ziehung derselben mich des geschenkten Zutrauens würdig zu zeigen.“ 

Annonce.
Abbildung 3: Annonce von Johann Ludwig Buschbaum im Darmstädter Frag- und Anzeige­blatt vom 26. April 1845 [online ulb darmstadt].

Die folgenden drei Jahre verbrachte er im Norden der Stadt, ehe er zum Jahres­wechsel 1847/48 ein eigenes Haus am Mühlweg (später Mühlstraße) unter Lit. H Nr. 186 am östlichen Stadtrand bezog. Auf diesem Gelände scheint im Jahr zuvor ein ansonsten unbekannter H. A. Hisgen eine Restauration „Zur Fortuna“ betrieben zu haben.

Sporadisch finden wir in den Jahren nach dem Verlassen seiner Maschinen­fabrik Annoncen des Mechanikus Buschbaum. Im April 1845 brachte er sich mit ausführ­licher Angabe seiner Produkt­palette in Erinnerung. Bemerkens­wert daran sind die Brillen, Fernrohre und Sonnenuhren, die wir wohl eher bei Hektor Rößler erwartet hätten. Hatte Buschbaum nur dessen Produkte über­nommen oder war er selbst bewandert genug, um fein­optische Geräte herstellen zu können? Im Oktober 1845 vertrieb er eine Flecht­maschine mit 20 Spindeln des Mechanikus Fr[iedrich?] Eberbach aus Stuttgart. Im Oktober 1846 warb er wieder mit seinen eigenen Erzeugnissen. Kurz vor seinem Auszug am Maintor annoncierte er eine Brückenwaage mit geeichten Gewichten sowie einen kupfernen und verzinnten Kessel mit der ausdrücklichen Angabe, beide seien nur kurz in Gebrauch gewesen. Im April 1848 bot Buschbaum an; Feuer­gewehre zu perkussionieren und zu reparieren. Am neuen Standort am Mühlweg hatte er im Juni 1849 „stets vorräthig“ Brillen, Thermometer und alle Sorten Waagen. Der vorherige Eigentümer des Anwesens, der Fabrikant A. Linck, wies im Oktober 1849 darauf hin, daß sich die Niederlage seines Steinguts noch auf dem nunmehr Buschbaum gehörenden Gelände befinde. Im November 1851 wurde ein Lehrling Buschbaums namens Nau prämiert, zwei Jahre später suchte er Bank­arbeiter für eine dauerhafte Beschäftigung. Danach scheinen die Annoncen zu versiegen. 

Johann Ludwig Buschbaum scheint er einen gewissen Ruf gehabt zu haben, denn er drang bis in das kleine Fürstentum Liechten­stein. 1860 dachte man sich dort, man müsse seine antiquierte Armee aufrüsten und wurde beim Waffen­lieferanten Christian Schilling in Suhl vorstellig, um 90 Büchsen kleinen Kalibers zu erwerben. Die Kosten hierfür hätten bei knapp 4000 Gulden gelegen; ein Betrag, den das Herrscher­haus sicherlich leicht seinen Untertanen abpressen konnte.

„Für die Herstellung der neuen Geschosse musste eine Geschoss­presse angefertigt werden. Der Mechaniker Buschbaum in Darmstadt wurde von Rheinberger ersucht, eine Zeichnung und Beschreibung einer ‚so einfach wie möglich konstruierten Geschoss-Press-Maschine anher gelangen zu lassen‘. Buschbaum lieferte Beschreibung und Zeichnung, die aber nach Rheinbergers Aussage nicht bestellt werden konnte, da sie zu kompliziert sei. Rheinberger übermittelte Buschbaum eine eigenhändig entworfene Zeichnung mit der Anfrage, ob diese in vier Wochen geliefert werden könne. Im Februar 1861 aber schickte der Kontingents­kommandant die Zeichnung Buschbaums an den Mechanikus Johann Mannhardt in München mit der Anfrage, ob dieser seinen ‚Wünschen entsprechen‘ könne. Mannhardt fertigte die bestellte Presse für einen Betrag von 180 Gulden an. Rheinberger berichtete Landes­verweser v. Hausen voller Stolz, dass er einen ‚soliden und einfachen Apparat‘ erhalten habe, ‚mit welchem zwei Mann täglich 5000 bis 6000 Stück der schönsten und vollkommensten Geschosse zu prägen im Stande‘ seien.“ 

Kurz zuvor hatte die in Darmstadt herausgegebene „Allgemeine Militär-Zeitung“ in zwei Artikeln auf eine neue Methode zur Herstellung von Zünd­hütchen aufmerksam gemacht und hierbei auf die entsprechende Apparatur hingewiesen, die Johann Ludwig Buschbaum ersonnen hatte. Das Gerät hatte eine Abmessung von 75 Zentimetern Länge, 37 Zentimetern Breite und 80 Zentimetern Höhe; es wog rund 100 Kilogramm. Damit seien von einem einzigen Arbeiter 3000 bis 4000 Zündhütchen pro Stunde herzustellen. Der Preis pro Gerät lag bei 350 Talern . – Anfang 1863 teilten seine Söhne August und Fritz mit,

„daß wir das seither von unserem Vater unter der Firma J. L. Buschbaum betriebene Maschinenbau­geschäft übernommen und nunmehr unter der Firma “Buschbaum'sche Maschinen­fabrik‘ fortführen werden.“

So wie der Vater ein Meister in der Herstellung großer Schrauben für Münzpräge­maschinen war, so boten die Söhne die ihren als Kelterschrauben (für Weinpressen) an. Aber auch Schnellbohr­maschinen und Lokomobile für Kreissägen waren im Programm. Die Maschinenfabrik der Brüder August und Fritz Buschbaum wurde alsbald von den Brüdern Merck beschäftigt. Meist handelte es sich um Reparaturen. In den drei Jahren bis zum Tod ihres Vaters weist das Haupt­kontenbuch von Merck Ausgaben für diverse Reparaturen und die Lieferung von zwei Mühlen in Höhe von rund 2.800 Gulden aus. Nebenher wurde auch Johann Ludwig noch angefragt; hier handelte es sich allerdings nur noch um Wiegebalken und Gewichte zum Preis von rund 50 Gulden. Johann Ludwig Buschbaum starb am 14. Oktober 1866. 

Somit erweist sich die bei Thomas Lange zu findende Bemerkung, August und Fritz hätten die Maschienen­fabrik nach seinem Tode geerbt, als ebenfalls unzu­treffend . Ein Jahr später wurde das Inventar der Werkstätte Johann Ludwigs versteigert; die Söhne benötigten davon nichts und es galt, die aus Maschinen und Werkzeugen bestehende Erbschaft zu monetarisieren.

Versteigerung Nachlaß Buschbaum.

Abbildung 4: Versteigerung von Maschinen und Geräten aus dem Nachlaß von Johann Ludwig Buschbaum. Quelle: Hessische Volksblätter vom 4. September 1867, Scan vom Mikrofilm. 

Vorsichtshalber stellten August und Fritz klar, daß ihr Geschäft durch die Versteigerung nicht leide.

Bekanntmachung zur Versteigerung.

Abbildung 5: Bekannt­machung der Gebrüder Buschbaum im Frag- und Anzeige-Blatt vom 3. September 1867 [online ulb darmstadt].

Es kann so gewesen sein, daß sich die Dampf­maschine schwer an den Mann bringen ließ, denn im Dezember 1868 annoncierten die Gebrüder Buschbaum eine „gut erhaltene Dampf­maschine von 3–4 Pferdekraft“ und eine Waage von 80 Zentnern Tragkraft. Nur die Waage entstammte somit der eigenen Produktion. 

Die Dampfmaschine

Thomas Lange hatte geschrieben: „Produziert hat die Firma u. a. Dampf­maschinen […]“ – und möglicher­weise ist da etwas dran. Ob dies unter der Firma „Gebrüder Buschbaum“ geschah, sei einmal dahingestellt. Jedenfalls findet sich Anfang 1864 eine Mitteilung in der Ansbacher Ausgabe der „Fränkischen Zeitung“, die einen Hinweis auf eine fahrbare Dampf­maschine bietet.

„Von Seite einiger Nürnberger Bürger wurde in der Busch­baumschen Maschinen­fabrik zu Darmstadt eine 2pferde­kräftige Lokomobile nebst Vorrichtung zum Schneiden und Spalten des Holzes bestellt. Auf einem fahrbaren, durch eigene Kraft sich fort­bewegenden Wagen ruhend, mit einem Kessel von 3 [Quadrat] Meter Heizfläche, einer Kreissäge von 45 C. M. Durchmesser etc. versehen, wird dieselbe bis zum April geliefert werden und eine Klafter Schnittholz in dem Zeitraume von nur einer Stunde sägen und spalten. Die Unternehmer sind überzeugt, bedeutend geringere als die jetzt bestehenden Holzbauer­löhne berechnen zu können.“

Eine solche oder eine ähnliche Lokomobile (wie auch eine kleine Dampf­maschine) hatte die Buschbaum'sche Maschinen­fabrik einige Monate zuvor in mehreren, teilweise auch über­regional beziehbaren Zeitungen annonciert. Andererseits suchte die Fabrik im Oktober 1864 per Annonce nach einem passenden Dampfkessel und einer Hobel­maschine. Hatten sie nicht das nötige know-how, den Dampfkessel selbst herzustellen? Wie dem auch sei – außer der Dampf­maschine, die wohl die ihres Vaters war, scheint es keine weiteren Versuche gegeben zu haben, eine stationäre oder fahrbare Dampf­maschine herzustellen oder anzubieten. In einem ausführ­lichen Preiscourant vom 15. November 1869 finden wir hierauf jedenfalls keinerlei Hinweis mehr, mit Ausnahme der kryptischen Bemerkung zum Schluß: „Die meisten obiger Maschinen können auch für Dampfbetrieb eingerichtet werden.“ Dies ist wohl so zu verstehen, daß die Busch­baum'schen Werkzeug­maschinen zu einer bestehenden Dampf­maschine integriert werden konnten. 

Fazit: Ja, die beiden Buschbaum-Brüder August und Fritz hatten in den Anfängen ihrer Selbständig­keit eine kleine Dampf­maschine im Angebot, und nein, dies war nur eine Episode in ihrer Frühzeit. Entweder war hierfür kein Bedarf vorhanden oder aber die Konkurrenz zu groß. Schon bald konzentrierten sie sich auf Werkzeuge und kleine Werkzeug­maschinen und, zumindest August, auf Heißluft­motoren.

August und Fritz als erste Gebrüder Buschbaum

Annonce.
Abbildung 6: Annonce im Darmstädter Frag- und Anzeige-Blatt vom 22. Februar 1870 [online ulb darmstadt].

Schon bevor die beiden Brüder das Geschäft ihres Vaters übernahmen, hatte sich Fritz eine eigene mechanische Werkstätte zugelegt. Er scheint sie neben oder sogar innerhalb der Fabrik seines Vaters in der Mühlstraße Lit. H Nr. 186 eingerichtet zu haben. Im April 1862 bot er aus eigener Herstellung eine „Kreissäge-Einrichtung“ an, die auch mit Dampf angetrieben werden könne. Zwei Monate später annoncierte er überregional, er empfehlte „seine mech[anische] Werkstätte zur Lieferung feinerer Werkzeug­maschinen, genaue Arbeit erfordernd, bei billigen Preisen“. 

Fritz Buschbaum scheint genügend Einkommen versteuert zu haben, um bei der indirekten Wahl der Abgeordneten des 19. Hessischen Landtags zu den in Darmstadt lebenden 1031 Staats­bürgern zu gehören, die bei der Stimm­abgabe vom 12.  bis zum 14. November 1866 als Wahlmänner wählbar waren. Sein Bruder August wird hier nicht genannt. 

Im Januar 1868 (so die Auskunft aus dem Handelsregister) benannten August und Fritz ihre Fabrik in „Gebrüder Buschbaum“ um. Mehrere Annoncen aus den Jahren 1866 und 1867 legen jedoch nahe, daß dies schon zwei Jahre vorher geschah. Doch fünf Jahre später gingen sie getrennte Wege. 

Nur sporadisch finden sich in der Folge Hinweise auf die Tätigkeit des Bruderpaares. Anfang 1870 suchen sie für ihre neue Fabrik tüchtige Eisendreher, Maschinen­schlosser und später auch einige Lehrlinge. Für das Terrain der Fabrik wurde Bauschutt als Untergrund auf dem Wiesen­gelände gesucht. 

Befahrbare Waagen

„Wie in der unteren Gegend schon länger, scheint jetzt auch hier für die so gut bewährten befahrbaren Brückenwaagen sich Interesse zu regen, und es ist nur zu wünschen, daß diese nützliche Einrichtung allgemein eingeführt wird. Die Zeitschrift der landwirth­schaftlichen Vereine des Groß­herzogthums Hessen schreibt aus Starkenburg, daß in vielen Gemeinden die Anschaffung solcher Waagen, die sich sowohl für Gemeinde­behörden, als größere Oekonomieen, Landgütern, Fabriken etc. eignen, beschlossene Sache ist. Es soll sich hierbei die Fabrik von Gebrüder Buschbaum in Darmstadt, aus welcher die neuesten städtischen Brücken­waagen und auch jene des Landes hervor­gegangen sind, besonders auszeichnen, und schreibt die hessische Zeitschrift u. A. noch Folgendes:

‚Solche Waagen bieten nicht allein eine große Erleichterung für den Verkehr, da sie ebenso gut zum Abwiegen ganzer Wagen­ladungen, wie der kleinen Gegenstände, Vieh etc. benutzt werden können, sondern es wird sicher aus dieser nützlichen Anschaffung im Laufe der Zeit eine Einnahms­quelle entstehen, da jeder Käufer und Verkäufer, um sich sicher zu stellen, gerne ein geringes Waaggeld bezahlen wird. Hr. Oppermann aus Langen, welche Gemeinde im vorigen Jahre eine befahrbare Waage von 200 Ctr. Tragkraft von Gebrüder Buschbaum in Darmstadt bezogen hat, schreibt: „Die Waage hat in den letzten paar Monaten ohngefähr 40–50 fl. per Monat der Gemeinde abgeworfen, rentirt sich also ganz gut, trotzdem das heurige Jahr für den Gebrauch der Waage ein verhätniß­mäßig ungünstiges zu nennen ist, da z. B. Kartoffel gar nicht gehen. Bis jetzt werden schwere Gegen­stände meistens blos taxirt, oder wenn es möglich ist, einzeln (stück- oder sackweise) gewogen, allein Jeder, der damit schon zu thun hatte, weiß, welche immer wieder­kehrenden Differenzen und Streitig­keiten dadurch entstehen, wenn dergleichen Gegen­stände blos geschätzt werden, und ebenso wie lästig und zeitraubend das Einzelwiegen ist. Letzteres bietet ohnedies auch keine besondere Zuverlässig­keit und können Betrügereien trotz der größten Aufmerk­samkeit vorkommen.

Die Construction der Waagen der Gebrüder Buschbaum ist neu und gegen jene der älteren Waagen wesentlich vereinfacht, indem bei derselben statt wie früher 4 Wiegehebel, nur 3 angebracht sind. Hierdurch wird in demselben Verhältniß die Reibung vermindert und die größte Genauigkeit erzielt. Das seither angebrachte Wiegegestell fällt bei denselben weg und liegt der ganze Mechanismus unter der Erde, ist also vor unbefugten Händen geschützt. Das Gewicht wird beim Abwiegen auf eine kleine eiserne Platte gestellt und stellt eine einfache Drehung an einem Rädchen die Waage nach geschehener Wiegung sogleich in den Ruhestand.

Eigentliche Reparaturen können an der Waage kaum vorkommen, dagegen ist es nöthig, daß die Drehachsen, die Hebel von Zeit zu Zeit nachgesehen und gereinigt werden. Zu diesem Zwecke ist die Grube der Waage circa 1½ Meter (6 Fuß) tief vorgesehen, so daß man jederzeit leicht und ohne deshalb den Betrieb unterbrechen zu müssen, an alle einzelnen Theile des Mechanismus gelangen kann.“ 

Anderthalb Jahrzehnte später wird Carl Schenck die Konstruktion und den Gebrauch von Brücken­waagen revolutionieren. Sein Etablisse­ment befand sich nur wenige hundert Meter von dem der Gebrüder Buschbaum entfernt in der Landwehr­straße.

Das Großherzogliche Salinenamt in Bad Nauheim betrieb Mitte der 1860er Jahre eine eigene Brückenwaage, die – weil eine solche für die Allgemeinheit nicht existierte, auch von lokalen Gewerbe­treibenden oder Landwirten gegen eine Gebühr genutzt werden konnte. 1868 sollte diese Waage an die neuen Bedürfnisse angepaßt werden, wozu die Gebrüder Buschbaum den Auftrag erhielten.

„Lieferungs-Vertrag

Das Großherzogliche Salinenamt Nauheim und die Herren Gebrüder Buschbaum in Darmstadt schlossen heute folgenden Vertrag unter Voraussetzung der Genehmigung Großherzoglicher Oberbau­direction zu Darmstadt.

1. Die Herrn Gebrüder Buschbaum übernehmen die Verpflichtung, zu der befahrbaren Brückenwaage des Salinenamtes Nauheim ein neues Wiegegestell zu liefern, welches in der Art construirt sein muß, daß die Waage durch eine einfache Drehung in Ruhestand versetzt wird und mit Waagschale versehen ist. Auf der Waagschale muß 1 ℔ Belastung genau 100 ℔ Belastung der Brücke anzeigen.

2. Der Preiß des Wiegegestells mit allen damit zusammen­hängenden Arbeiten fertig aufgestellt, so daß die Waage zum Gebrauch fertig ist, wobei nur die nöthigen Abänderungen des Fundaments ausgeschlossen sind, beträgt Zweihundert Gulden, der Preiß der dazu nöthigen Gewichte und zwar ein Satz von 50 ℔ an abwärts bis 1 ℔, nebst 1 Satz Decimal­gewichten 17 fl.–, also im Ganzen Zweihundert siebenzehn Gulden. Sollten an dem Hebelwerk in der Waaggrube Veränderungen nöthig sein, so werden diese für den Betrag von fünfund­zwanzig Gulden hergestellt; das Salinenamt stellt die Hülfs­mannschaft, welche zur zeitweisen Belastung nöthig ist.

3. Die Zahlung erfolgt nach vollständiger Aufstellung und statt­gefundener Prüfung der Waage aus Großherzoglicher Salinenkasse.

4. Das alte Wiegegestell verbleibt den Unternehmern.

Bad Nauheim, den 24. November 1869.
Großherzogliches Salinenamt Nauheim.“ 

Der Preiscourant von 1869

Annonce.
Abbildung 7: Annonce einer Schnell­bohr­maschine im Pfälzi­schen Kurier vom 20. März 1866 [online bsb münchen].

Mit Datum vom 15. Novenber 1869 stellten August und Fritz den neuen Preiscourant der Gebrüder Buschbaum vor. Vorherige Preis­verzeichnisse wurden hierdurch ungültig. Dieser achtseitige Prospekt enthält eine Vorbemerkung, anderthalb Seiten mit Zeugnissen zufriedener Kunden, drei Seiten mit Spezifikationen zu den Produkten sowie deren Preise in Gulden und umgerechnet nach Talern und Silber­groschen, sowie zwei Seiten mit technischen Zeichnungen. Das im Staatsarchiv Darmstadt vorhandene Exemplar ist allerdings derart in eine Akte eingebunden, daß eine digitalisierte Reproduktion verhindert wird. 

„Indem wir Ihnen nachstehend unsern neuen Preis-Courant von Werkzeug­maschinen für Metall­verarbeitung übergeben, hoffen wir. dass Sie darin Manches finden, von dem Sie in Ihrem Geschäft Gebrauch machen können. – Die meisten angeführten Maschinen sind nach eigner, neuer und bewährter Construction ausgeführt; andere in vielen Beziehungen wesentlich verbessert.

Vielfach geäusserten Wünschen entsprechend, liefern wir jetzt auch die neuen Esseisen (für Schmiedfeuer) und Bohrrollen für kleine Löcher.

Die untenstehenden Preise verstehen sich franco Bahnhof hier (die Transport­kosten sind nicht von Belang und betragen per Centner und 10 Meilen nur 14 kr. = 4 Sgr.) – Um den Ankauf von Werkzeug­maschinen auch unbemittelteren strebsamen Geschäfts­leuten zu ermöglichen, haben wir uns entschlossen, ausnahms­weise unter genügender Sicherheit einen Theil des Betrags der Maschinen auch länger als 3 Monare zu creditiren; nur bei Nachnahme des ganzen Betrags werden 5% Sconto gewährt (exclusive kleinere Gegen­stände, Bohrrollen, Schmiedfeuer, Lineale etc., welche nur gegen baar ohne Sconto verkauft werden). – Maschinen, die nicht conveniren sollten, nehmen wir 8 Tage nach Empfang wieder zurück, wobei jedoch der Besteller sämmtliche Frachtkosten zu tragen hat. Das Eigenthums­recht an gelieferten Maschinen müssen wir uns bis zur völligen Bezahlung vorbehalten. – Die gangbaren Maschinen sind gewöhnlich vorräthig und können Bestellungen hierauf umgehend effectuirt werden.

Unsere Maschinen sind solid und elegant gearbeitet und erfreuen sich eines stets wachsenden Beifalls; als Beweis führen wir Ihnen untenstehend einige Zeugnisse und anerkennende Zuschriften an.

Mit der Bitte uns bei Bedarf mit einer Probe­bestellung zu erfreuen und uns bei Gelegenheit gütigst weiter empfehlen zu wollen, erklären wir uns zu weiterer Auskunft sowie zur Uebersendung von genauen Zeichnungen oder Photographien gerne bereit.“

Anhand der Zeugnisse läßt sich die überregionale Verbreitung der Buschbaum'schen Produkte nachvollziehen. Zusendungen kamen aus dem Harz, Kassel, Würzburg, Wesel, Schwerin, Merseburg, Kiel, Trier, Nürnberg, Freiburg und Erfurt; geliefert wurde ohnehin in den Bereich des gesamten Nord­deutschen Bundes. Zwar liegen auch Zeugnisse aus der Region rund um Darmstadt vor, doch scheinen sich die Gebrüder Buschbaum von vornherein nach außerhalb von Hessen orientiert zu haben.

Die Produktpalette war in neun Abteilungen aufgeteilt: Drehbänke, Schnellbohr­maschinen, Blechscheren, Kreisscheren, Stanz­maschinen, Reifbieg­maschinen, Biegmaschinen, Esseisen und Lineale aus Gußstahl. Die meisten dieser Maschinen konnten mit Dampf­maschinen oder Dampfkesseln verbunden werden. Die teuerste Maschine war eine Drehbank mit Support für 660 Gulden. Wir bewegen uns hiermit in einem Segment, das auf kleinere und mittlere Betriebe und Handwerks­meister zugeschnitten war.

Vermutlich wird es einen weiteren Preiscourant für Brückenwagen gegeben haben. Aus dem November 1871 stammt ein ergänzendes Blatt mit einem Nachtrag für Wandbohr­maschinen.

Ludwig und Albrecht als zweite Gebrüder Buschbaum

Mitteilung der Hochzeit.
Abbildung 8: Mitteilung über die Heirat des Bürgers der USA Ludwig Buschbaum mit Lina Beyerle, der Witwe seines Bruders Fritz, im Darmstädter Frag- und Anzeige-Blatt vom 18. Juli 1874 [online ulb darmstadt].

Fritz Buschbaum hatte am 26. Dezember 1861 Susanne Amalie Helene (Lina) Beyerle aus und in Wiesbaden geheiratet. Das Paar hatte einen Sohn Ludwig Heinrich, der jedoch 1869 im Alter von nur sechs Jahren verstarb. Zwei Jahre zuvor hatte ja schon seine vier Jahre ältere Schwester Eva Margarethe in die Familie Beyerle hinein­geheiratet  

Nach der Trennung der als „Gebrüder Buschbaum“ firmierenden Brüder betrieb Fritz seit dem 1. Oktober 1873 eine eigene Maschinen­fabrik, starb aber schon drei Monate später am 1. Januar 1874. Seine Witwe Lina wurde daraufhin im Firmen­register als alleinige Inhaberin eingetragen; Ludwig, der dritte noch lebende Sohn des Mechanikus Johann Ludwig Buschbaum, erhielt Prokura. Sie war gleichzeitig seit dem 1. Oktober 1873 die Liquidatorin der Firma „Gebrüder Buschbaum“. Ein halbes Jahr später tauschten beide ihre Funktion, nunmehr war er der Inhaber und sie die Prokuristin. Wenige Tage später, am 12. Juli 1874, heirateten Ludwig und Lina. So blieb alles in der Familie. Sie starb im Alter von nur 44 Jahren am 23. Oktober 1885, er wurde auch nur ein Jahr älter, als er am 3. Januar 1886 verschied. Das Paar hinterließ vier Kinder: Fritz, Paula, Ludwig und Albrecht.

Zu Jahres­beginn 1875 kam der jüngste Bruder Albrecht aus Bayern zurück und wurde gleich­berechtigter Partner. Er heiratete am 18. August 1877 die aus Mainz stammende Louise Schmahl (1856–1935), die Tochter des Eisenwaren­händlers Peter Schmahl und der Viktoria Louise Krebs. Das Paar hatte zwei Söhne und vier Töchter, die allesamt für die Maschinen­fabrik keine Rolle gespielt haben. Georg August hingegen, der andere Teilhaber der aufgelösten Firma Gebrüder Buschbaum, betrieb seine Maschinen­fabrik erst ab dem 1. Januar 1874. 

Der Wiener Börsenkrach von 1873 beendete das vor allem mit der Planung und dem Bau von Eisenbahnen einhergehende Spekulations­fieber und die Aufbruchs­stimmung, die schon vor der Kapitulation Frankreichs vor dem aufstrebenden deutschen Militarismus begonnen hatte. Die nachfolgend krisenhaften Jahre erreichten auch Darmstadt. Die Lage schien trostlos und als Konsequenz liquidierte ausgerechnet das erste Haus am Ort, die Maschinenfabrik und Eisengießerei, 1879 seine Geschäfts­tätigkeit. Doch nicht alle Unternehmen wurden von der sogenannten Gründerkrise in Mitleiden­schaft gezogen.

„Die Fabrikation von Werkzeug­maschinen wird von der Maschinen­fabrik von Fritz Buschbaum dahier betrieben. Derselben gelang es, da sie besonders mittlere und kleinere Werkzeug­maschinen anfertigt, für welche ziemlicher Absatz vorhanden war, ihre Fabrik im vergangenen Jahre ungeschmälert im Gang zu erhalten und ein verhältniß­mäßig zufrieden­stellendes Resultat zu erzielen. Die Rohstoffe wurden zu 90% aus dem Zollvereins­inland, zu 2% aus Oesterreich (steyermärkischer Werkzeug­stahl) und zu 8% aus dem übrigen Zollvereins­ausland (Sheffielder Werkzeug­stahl) bezogen. Der Absatz ging zu 95% in das deutsche Reich, der Rest nach Oesterreich und in das übrige Zollvereins­ausland.

Genannte Firma hat im vorigen Jahre ein neues Ausstellungs­gebäude errichtet, wodurch sie in den Stand gesetzt ist, eine große Anzahl der von ihr verfertigten Maschinen zur Besichtigung und Probe auf Lager zu halten.“

Quelle: Jahresbericht der Groß­herzoglich Hessischen Handels­kammer zu Darmstadt für das Jahr 1875, Seite 68–69.

Mit dem 12. September 1876 benannten Ludwig und Albrecht ihre Fabrik in „Fritz Buschbaum (Gebrüder Buschbaum)“ um. Beide blieben gleich­berechtigte Teilhaber. Zum 10. März 1879 ließen sie die Erinnerung an ihren älteren Bruder aus dem Namen der Firma wegfallen und nannten sich nur noch „Gebrüder Buschbaum“. Nach Ludwigs Tod wurden seine vier Kinder Teilhaberin und Teilhaber, doch nur Albrecht war vertretungs­berechtigt. Seine Ehefrau Louise geborene Schmahl erhielt Prokura. 

Die Werkzeug­maschinen­fabrik „Gebrüder Buschbaum“ verfügte nicht nur über einen Ausstellungs­raum ihrer Produkte auf dem Fabrik­gelände, sondern stellte ihre Werkzeuge und Maschinen auch bei mehreren sich bietenden Gelegen­heiten aus. Eine davon war die vom Mai bis Oktober 1888 in München stattfindende deutsch-nationale Kunst­gewerbe­austellung.

„Ein Ausflug nach München.

II.

Ein besonderer Bau war für die umfangreiche Ausstellung der Kraft- und Arbeits­maschinen und der Klein-Motoren hergerichtet. Es waren besonders wieder die wichtigen Gasmotoren der rühmlichst bekannten Deutzer Fabrik ausgestellt. Daneben aber auch solche von Baiern, Bedn, Sachsen u. s. w., Motoren von weniger als ¼ bis zu solchen von mehreren Pferdekräften in den verschiedensten Konstruktionen, stehend, liegend, u. s. w.

Sehr wurde auf einen neuen ‚Patent-Ventil-Gasmotor‘ der Chemnitzer Fabrik ‚Union‘ aufmerksam gemacht; derselbe soll bei großer Leistungs­fähigkeit wenig Raum und geringen Gasverbrauch beanspruchen, dabei eine äußerst langsame Gangart haben. – Auch ein Motor für Petroleum- oder Benzin-Benutzung war ausgestellt. – Die verschieden­artigsten Bohr­maschinen, Eisen- und Blechscheeren, Schneid­maschinen, überhaupt Werkzeug­maschinen waren von Gebrüder Buschbaum in Darmstadt ausgestellt. – Interessant war auch die Holz­bearbeitungs­maschine für Tischler und Wagenbauer von Gebrüder Krämer in Siegburg.

Außerordentlich reichhaltig war die Abteilung für Nähmaschinen vertreten, darunter sehr große verschiedenster Konstruktion für Sattler, Riemer und besonders für Schuhmacher. Für das letztere Gewerbe waren überhaupt viele kleinere und größere Hülfs­maschinen zu sehen.“

Der Autor fährt fort mit dem Besuch von Tagungen und zugehörigen Arbeitsessen [den obligatorischen ausschweifenden Umtrunk erwähnt er nicht], von Galerien und von Ausflügen in die nähere Umgebung.

Quelle: Aachener Zeitung vom 9. September 1888 [online zeit.punktNRW].

Auf einer Schlosserei-Ausstellung 1889 in Berlin errang „Gebrüder Buschbaum“ eine Silber­medaille. Angesichts der von der dortigen Schlosser­innung verteilten acht goldenen, 25 silbernen und 41 bronzenen Medaillen sollten derartige inflationäre Auszeich­nungen grund­sätzlich mit Skepsis betrachtet werden. Hinzu kamen sechs Staats­medaillen, je zwei von jeder Sorte. 

Drei Jahre zuvor, anläßlich Ludwigs Tod Anfang 1886, gab es einiges zu regeln, etwa die Vormund­schaft über die vier nunmehr vollwaisen Kinder. In der Vorbemerkung zum Inventarium des Nachlasses von Ludwig Buschbaum erfahren wir:

„Der am 3. Januar 1886 verstorbene Maschinen­fabrikant Johann Wilhelm Ludwig Buschbaum stand mit seiner am 23. October 1885 verstorbenen Ehefrau, Lina geb. Beyerle in dritter und diese mit ihm in zweiter Ehe aus welcher vier Kinder:

  1. Fritz Buschbaum, geb [kein Datum]
  2. Paula [Buschbaum, geb [kein Datum]]
  3. Ludwig [Buschbaum, geb [kein Datum]]
  4. Albrecht [Buschbaum, geb [kein Datum]]

am Leben sind, für welche Gr[oß]­h[erzoglicher] Ober­bürger­meister A. Ohly in Darmstadt als Vormund unterm 6. Januar 1886 verpflichtet wurde.

Der Mann lebte in erster Ehe mit Johanna geb. Wandel und in zweiter Ehe mit Minna geb. Brunner, beide Ehen blieben kinderlos. Diese beiden Frauen starben in Amerika und ist der Todestag hier nicht bekannt. Die zwei ersten Ehen sollen in Amerika und die dritte im Jahre 1874 in Darmstadt geschlossen worden sein.

Die dritte Frau des Joh. Wilh. Ludwig Buschbaum geb. Beyerle lebte in erster Ehe mit dem am 1. Jan. 1874 verstorbenen Fritz Buschbaum, von welchem Kinder nicht vorhanden sind.

Es liegt letztwillige Verfügung durch [?] J. L. Buschbaum und Frau geb. Beyerle vom 11. Dez[em]ber 1874 vor, nach welcher, falls Kinder bei ihrem Ableben vorhanden sein sollen, die dahier geltenden gesetz­lichen Bestimmungen einzutreten haben, im Uebrigen sind nur Bestimmungen für den kinderlosen Sterbefall getroffen.“ 

Die Kinder erbten demnach inklusive der anteiligen Vermögens­werte an der Firma „Gebrüder Buschbaum“ rund 130.000 Mark. Albrecht führte das Geschäft zunächst alleine weiter.

Der Bruder aus Amerika

Offensichtlich waren nicht alle vier Söhne des Mechanikus Johann Ludwig Buschbaum gewillt, ihr Leben in Darmstadt zu verbringen. Albrecht zog es als Kaufmann nach Franken und Bayern, während Ludwig 1865 die Gelegenheit wahrnahm, auf einem Auswanderungs­dampfer in die Neuengland­staaten zu gelangen,

Auswanderungs Annonce.

Abbildung 9: Annonce zu den Postschiffen zwischen Hamburg und New York im September und Oktober 1865 in der Allgemeinen Auswanderungs-Zeitung vom 7. September 1865 [online bsb münchen].

Er nahm hierzu das Dampfschiff Teutonia, das Hamburg am 7. Oktober 1865 mit 752 Passagieren verließ und am 26. Oktober in New York anlandete. Was er dort machte, ist derzeit ebensowenig klar wie der Zeitpunkt seiner Rückkehr. Es ist gut möglich, daß er Ende 1873 oder Anfang 1874 wieder in Darmstadt angekommen ist. Das Darmstädter Adreßbuch für 1873 führt ihn noch nicht auf; sein Meldebogen gibt hierzu nichts her. 

Die beiden Ehen in den USA lassen sich ansatzweise rekonstruieren. So fand die Eheschließung mit Johanna Wandel 1867 in der German Evangelical Lutheran Church in Newark statt. Wann und unter welchen Umständen sie gestorben ist, ist hingegen unklar. Die Ehe mit Minna Brunner wurde 1872 in Manhattan geschlossen. Möglicher­weise wurde die Ehe geschieden (und die Braut starb nicht, wie in der Vorbemerkung zum Inventarium angegeben), denn eine Frau gleichen Namens heiratete 1875 in Manhattan einen Louis Weis (Ludwig Weiss?). Vielleicht verließ Ludwig bei der Nachricht vom Tod seines Bruders Fritz Hals über Kopf die USA; und da es keinen Daten­austausch und -abgleich zwischen den USA und dem Deutschen Kaiserreich gegeben hat, konnte er bei seiner Rückkehr dem Darmstädter Standesamt angeben, auch seine zweite Ehefrau sei verstorben. Denn sonst wäre es ja Bigamie gewesen. 

Die Lokalitäten

Johann Ludwig Buschbaum hatte seine Wirkungs­stätte Ende 1847 an den Mühlweg verlegt. Dort wird er unter der Adressierung nach dem Brand­versicherungs­kataster mit Litera H Nummer 186 geführt. Später sollten sich seine beiden Söhne ebenfalls dort einrichten, bevor sie sich einen Bauplatz auf der grünen Wiese suchten.

Ausschnitt Stadtplan.

Abbildung 10: Lage der Maschinen­fabrik von Johann Ludwig Buschbaum und seiner Söhne am östlichen Rand der Altstadt (blau markiert) auf dem Plan der Haupt- und Residenz­stadt Darmstadt von Georg Nau 1866 [online ulb darmstadt].

Im Februar 1868 kauften Georg August und Friedrich Buschbaum zwei Grundstücke auf dem noch unbebauten Gebiet des bald darauf entstehenden Blumenthal­viertels, dessen ursprüngliche Adressierung noch mit Schloß­garten­straße vermerkt ist. Es handelte sich um die Eckgrund­stücke der späteren Kahlert- und Victoria­straße mit einem Flächen­inhalt von 379 Quadrat­klaftern (das sind etwa 2400 Quadrat­meter). Dort ließen die beiden Brüder eine einstöckige Werkstätte mit Kesselhaus und Dampfkamin errichten, deren Versicherungs­wert im Brand­versicherungs­kataster mit 4.800 Gulden angegeben wurde. Im Oktober 1868 verlegten sie ihre Maschinen­werkstätte von der Mühl­straße 23 in das neue Fabrik­gebäude. 

Protest!

„Gegen das Bauwesen der Gebrüder Buschbaum in der von der Frankfurter Straße nach der Schneid­mühle hinziehenden Straße legt der Gemeinderath Protest ein, bis die Bauunter­nehmer das in die Straße fallende Gelände an die Stadt abgetreten haben werden.“

Quelle: Auszug aus dem Sitzungs-Protokoll des Gemeinde­raths der Haupt- u[nd] Residenz­stadt Darmstadt vom 14. Mai 1868, abgedruckt in der Beilage des Darmstädter Frag- und Anzeige­blatts vom 26. Mai 1868 [online ulb darmstadt].

Die Wege der beiden Brüder trennten sich, auch wenn beide Fabriken dicht nebeneinander im nördlichen Teil des Karrees Liebigstraße, Kahlertstraße, Victoriastraße und Alicestraße gelegen haben. Georg August beschäftigte sich mit Heißluft­motoren, während seine Brüder Werkzeug­maschinen fertigen ließen. Wenn es bei Thomas Lange heißt, die Firma habe Dampf­maschinen, Heißluft­motoren, Werkzeug­maschinen und Brücken­waagen produziert, so stimmt dies nur insofern, als die verschiedenen Unternehmungen zusammen genommen dies alles im Programm hatten; und bei der Dampf­maschine ist selbst dies zweifelhaft. Die späteren Gebrüder Buschbaum fertigten jedenfalls keine Heißluft­motoren.

Ausschnitt Stadtplan.

Abbildung 11: Ausschnitt aus dem Plan der Haupt- und Residenz­stadt Darmstadt mit Bessungen von Ferdinand Heberer 1874 [online ulb darmstadt], gegen­über dem Original genordet. Die Markierungen: A Alte Fabrik der Maschinen­fabrik und Eisen­gießerei an der Frankfurter Straße, N deren Neue Fabrik an der Blumenthal­straße, G Gasfabrik der privaten Aktien­gesell­schaft, heute Schulinsel, F das Anwesen von Fritz und Lina Buschbaum an der Ecke Kahlert- und Viktoria­straße, B der Streifen von der Liebigstraße 25 zur Viktoriastraße 46, mittendrin die Werkstatt von Georg August Buschbaum.

1873 wurden Friedrich mit seiner Ehefrau Lina alleinige Eigentümer/in. 1875 waren die Bauten mit einem Versicherungs­wert von 45.529 Mark erweitert worden. Die Fabrik­gebäude befanden sich an der Kahlert­straße; später wurde mit der Viktoria­straße 48 ein Wohnhaus neben dem von Georg August (Nummer 46) errichtet. Da der Zugang zur Fabrik von der Viktoria­straße aus erfolgte und sich am Eingang wohl auch das Comptoir befand, lautete die Anschrift zunächst Viktoria­straß 52. 

Ausschnitt Katasterplan.

Abbildung 12: Ausschnitt aus einem Teilungsplan des Geländes der Gebrüder Buschbaum von 1886. Quelle: HStAD G 28 Darmstadt, F Nr. 1489/32. Rechts das Fabrikgebäude an der Kahlert­straße, links das Wohnhaus an der Viktoria­straße. 

Viel heiße Luft

Die Gründe, die dazu geführt haben, daß August und Fritz Buschbaum mit ihren Maschinen­fabriken getrennte Wege gingen, sind nicht bekannt. Denn zunächst einmal scheint sich August ebenso wie Fritz bzw. sein Nachfolger Ludwig der Fertigung verschiedenerlei Werkzeuge und Werkzeug­maschinen verschrieben zu haben. Erst im Herbst 1880 schlug August auch nach außen wahrnehmbar einen anderen Weg ein.

Annonce.

Abbildung 13: Annonce von Georg August Buschbaum in der 1876er Ausgabe des Illustrirten Familien-Kalenders des Lahrer Hinkenden Boten. Buschbaum legt hier Wert auf die Fest­stellung, er habe fast sämtliche Teile als Teilhaber der erloschenen Firma Gebrüder Buschbaum konstruiert; [online önb wien, dort Bild 234].

Zeitungsannonce.

Abbildung 14: Versteigerung von Maschinen wegen Verlagerung seiner geschäftlichen Aktivitäten durch Georg August Buschbaum. Quelle: Darmstädter Tagblatt vom 9. November 1880 [online ulb darmstadt]. Die Annonce wurde auch über­regional geschaltet, beispiels­weise in der Kölnischen Zeitung vom 5. November 1880 [online zeit.punktNRW].

August Buschbaum konzentrierte sich nunmehr auf die Entwicklung und Produktion von Heißluft­motoren und reichte hierzu mehrere Patent­anträge ein. Seine Heißluft­motoren waren eine verbesserte Form des Stirling-Motors. Sein Zielpublikum bestand aus kleinen Gewerbe­treibenden, die günstige und ohne großen Aufwand zu installierende Kraft­maschinen benötigten. Er stellte seine Erfindung auf der Allgemeinen Deutschen Patent- und Marken­schutz-Aus­stellung 1881 in Frankfurt am Main aus. 

Bericht über Heißluftmotor. Fortsetzung.

Abbildung 15a und 15b: Mitteilung zu Buschbaums Heiß­luftmotor in der Zeit­schrift des Allgemeinen öster­reichischen Apotheker-Vereines Nr. 22 vom 1. August 1881 [online önb wien], Seite 348–349.

Annonce.

Abbildung 16: Annonce zum Heiß­luftmotor von G. August Buschbaum in der öster­reichischen Satire­zeitschrift Kikeriki! vom 2. Dezember 1883 [online önb].

August Buschbaum stellte seinen Heißluft­motor 1885 auch auf einer Ausstellung von Kraft- und Arbeits­maschinen für das Klein­gewerbe in Nürnberg aus. Sein örtlicher Vertreter war Wilhelm Eberlein. Auf dem Ausstellungs­gelände erwuchs ihm jedoch ernsthafte Konkurrenz durch die Berlin-Anhaltische Maschinen­bau A.-G. aus Dessau, die ihre Lehmann'sche Heißluft­maschine im Restaurations­gärtchen des Ausstellungs­geländes einen Spring­brunnen betreiben ließ. 

Den Heißluft­motoren erwuchs um die Jahrhundert­wende eine Konkurrenz in den Gas- und Elektromotoren.

„Heute sind nur noch die geschlossenen Heißluft­maschinen in Gebrauch, und auch diese sind bei der scharfen Konkurrenz der Gasmotoren kaum mehr lebens­fähig.“

„Der bekannteste und bewährteste unter den heutigen Heißluft­motoren ist der von G. A. Buschbaum in Darmstadt. Er stellt eine geschlossene Maschine dar und zeichnet sich vor allem durch eine zweckmäßige Art der Regulierung aus.“

„Als ein Nachteil des Heißluft­motors muß es bezeichnet werden, daß er je nach seiner Größe 20 bis 45 Minuten angeheizt werden muß, ehe er in Betrieb gesetzt werden kann.“ 

Die Prokuristinnen

Ist schon wenig über die Männer der Buschbaum-Familie aus den spärlichen Überlieferungs­resten zu sagen, so gilt dies umso mehr für die Frauen. Kein Wort darüber, wie sie es geschafft haben, die vielen Kinder in die Welt zu setzen. Kein Wort darüber, wie ihr Haushalt geführt wurde. Vermutlich gab es Dienstmädchen, deren mickrig bezahlte Lohnknecht­schaft weit verbreitet war. Manchmal schimmert jedoch ein Hauch aus dem Leben der angeheirateten Frauen durch, nämlich dann, wenn sie im Handels­register als Prokuristinnen im Unternehmen ihrer Ehemänner erwähnt werden. Irgendwer mußte ja die Buch­haltung im Griff behalten, denn damit waren die Männer in ihrer Technik­welt vollkommen über­fordert. Nur Albrecht, der Anfang der 1870er Jahre in Bayern unterwegs war, war wohl ausgebildeter Kaufmann.

Charlotte Philippine Friederike Louise (Charlotte), 1842 geb. Pfeiffer, seit 1863 die Ehefrau von Georg August Buschbaum, besaß von 1874 bis zu ihrem Tod Ende 1901 Prokura. Ihr folgte ihre Tochter Wilhelmine Elisabeth (Elisabeth) Buschbaum (1864–1925) bis zum Erlöschen der Firma 1907. Lina geb. Beyerle, besaß von Juli 1874 bis Anfang 1875 Prokura bei ihrem zweiten Ehemann Ludwig Buschbaum. Louise, geb. Schmahl, war Prokuristin ihres Ehemanns Albrecht von 1886 bis zum Jahres­wechsel 1902/03, als die Firma „Gebrüder Buschbaum“ auf John Faehr überging.

Ein Blick ins Innere

Dreherei.

Abbildung 17: Dreherei der Gebrüder Buschbaum. Figur 227 des folgenden Textes. Die schon im Original stark gerasterte Abbidlung läßt sich in nur begrenzter Qualität reproduzieren.

„Die Werkzeug­maschinen­fabrik von Gebrüder Buschbaum in Darmstadt.

Von Jahr zu Jahr ist die Anzahl und Mannig­faltigkeit der im industriellen Getriebe verwendeten Maschinen eine grössere geworden, ist auch ihre Bedeutung, ja Unentbehr­lichkeit für die gewerbliche Thätig­keit gestiegen. Hat letztere doch, sowohl was den Umfang als was den Inhalt ihrer Production anlangt, eine solche Entwickelung erreicht, dass sie ohne Maschinen­hilfe, wenigstens in dem Grade ihrer gegen­wärtigen Ausdehnung und Voll­kommenheit, nicht mehr zu existiren vermöchte. Und nicht etwa nur in Fabriken und gewerblichen Anlagen spielen die Maschinen eine wichtige Rolle, sondern auch in den Werkstätten und auf den Arbeitsplätzen des Handwerkes finden sie, theils zur Unterstützung, theils als Ersatz der Handarbeit resp. des alther­gebrachten Handwerks­zeuges, eine mehr und mehr sich ausdehnende Verwendung. Es ist daher auch kein Wunder, dass die Fabrikation von Werkzeug­maschinen sich allmählich zu einem besonderen, wichtigen Gewerbszweige ausgebildet hat, der auch in Deutschland Firmen von hervor­ragender Bedeutung zu seinen Vertreterinnen zählt.

Aus der Reihe der betreffenden deutschen Fabriken sei hier die Werkzeug­maschinenfabrik von Gebrüder Buschbaum in Darmstadt hervor­gehoben, die, vor etwa 40 Jahren von dem Vater der gegen­wärtigen Inhaber gegründet, sich seitdem zu einer stattlichen, mehrere grosse Gebäude umfassenden Anlage entwickelt hat. Die Thätigkeit der genannten Fabrik, welche in der Victoria­strasse, Ecke der Kahlertstrasse, gelegen ist, umfasst alle Arten von Werkzeug­maschinen für Metall­bearbeitung, also für Maschinen­fabriken, mechanische Werkstätten, Schlossereien, Schmiede- und Wagenbau­werkstätten, Kupfer­schmieden, Drehereien, Giessereien u. a. Nach mehr als 4000 Orten des In- und Auslandes wandern ihre Drehbänke von jeder Art und Grösse, Bohr­maschinen, Blech- und Eisenscheren, Stanz- und Hebelloch­maschinen, Reifbieg­apparate, Stauch- und Schweiss­maschinen, Schrauben­schneidmaschinen u. s. w., um fleissigen Händen die verschiedensten nützlichen Dinge schaffen zu helfen. So sind z. B. innerhalb der letzten fünf Jahre nicht weniger als 12000 Stück zum Versandt gelangt und wer da weiss, aus wievielen Theilen und Theilchen die meisten Werkzeug­maschinen sich zusammen­setzen, wie sorgtaltig jeder und jedes an sich und in seinem Verhältnisse zum Ganzen behandelt werden muss, vermag sich ungefähr vorzustellen, welch eine Summe von Kraft, Fleiss und Geschick­lichkeit diese Zahl repräsentirt. Auch ein S-Eisen oder Schmiede­herdeinsatz, welcher von der Firma als Specialität in drei Grössen geliefert wird, ist bereits in tausenden von Exemplaren in der Praxis verbreitet.

Die gesammte Production der Buschbaum'schen Fabrik vertheilt sich auf nur zwei grosse Arbeits­gebiete: die Dreherei bezw. Maschinen­werkstätte und die Schlosserei bezw. Montirungs­werkstätte. Erstere, durch Fig. 227 veranschaulicht, enthält 350, letztere, in Fig. 228 zur Darstellung gebracht, 250 qm. In diesen beiden grossen Räumen stehen 35 Schraubstöcke und ausserdem über 30 gleichfalls in der Fabrik selbst gebaute Werkzeug­maschinen, wie 15 Drehbänke, 4 Hobel­maschinen, verschiedene Bohr- und Fräsmaschinen u. s. w. in Thätig­keit. Was die mit Hilfe dieser Apparate hergestellten neuen Erzeugnisse betrifft, so ist die Firma Buschbaum fortgesetzt mit gutem Ertolge bemüht, in denselben allen Anforderungen der Neuzeit hinsichtlich zweckmässig­ster Construction und solidester Ausführung zu genügen. Die neuesten Drehbänke der Fabrik zeichnen sich z. B. durch eine verbesserte äusserst vortheilhafte Spindel­lagerung mit voll­ständigem Schlusse des Lagers aus, wodurch eine Verschiebung in der Längen­richtung verhindert und selbst bei den schwersten frei laufenden Stücken ein leichter, ruhiger Gang bewirkt wird, wie auch ein stets genau kreisrund laufendes Lager erhalten bleibt. Diese Leitspindel­support-Drehbänke werden auch für Fussbetrieb, d. h. mit anderen Worten in einer für Handwerker geeigneten Form ausgeführt. Von anderen vorzugsweise zur Unterstützung und Erleichterung des handwerks­mässigen und klein­gewerblichen Betriebes bestimmten Maschinen wollen wir beispiels­weise noch erwähnnen eine Bohrmaschine mit Vorgelege für vier Geschwindig­keiten, Bohrplatte und Schraubstock, die sich durch besonders gefällige Form auszeichnet, für Fuss- und Handbetrieb eingerichtet ist und in kleinster Nummer (Spindel 32 mm, Ausladung 3800) nur 155, in grösster 200 M kostet. Bohr­maschinen mit horizontalem Schwungrade sind für 120, sehr gute Wandbohr­maschinen schon von 27 M an zu haben.

Ein vor wenigen Jahren aufgeführtes zweistöckiges Gebäude, welches etwa 18 x 10 m bedeckt und im Erdgeschoss und in dem darüber gelegenen Stockwerk 350 qm Innenraum bietet, enthält die reichhaltige und wohlgeordnete Ausstellung der fertigen Maschinen. In dem unteren Ausstellungs­raume, dessen Ansicht Fig. 229 darstellt, befinden sich alle massiven Stücke, wie Drehbänke bis zu 5 m Bettlänge, starke Ständerbohr­maschinen, Stauch- und Schweiss­maschinen, schwere Stanzapparate, Scheren, Eisenschneider u. dgl. Eine Wendeltreppe führt aus dem Erdgeschoss zum ersten Stockwerk resp. zur oberen Ausstellung, welche eine reiche Auswahl von Bohr­maschinen für Fuss- und Handbetrieb, Blechscheren, leichten Stanz­maschinen und sonstigen leichteren Apparaten, insgesammt ca. 150 Stück, umfasst. Ein Bild des oberen Ausstellungsraumes wird in Fig. 230 gegeben. Es ist den Käufern auch Gelegen­heit geboten, die verschiedenen Gebläse für Schmiedefeuer an Ort und Stelle praktisch zu erproben, da sowohl Ventilatoren und Roots-Gebläse als auch Blasebälge für Fuss- und Handbetrieb sowie Feld­schmieden jeder Art aufgestellt sind. Ueberhaupt wird jedes Stück, ehe es die Fabrik verlässt, einer sorgfältigen Arbeitsprobe unterworfen.

Wie oben bereits angedeutet, sorgt auch in anderer Hinsicht strenge Reellität dafür, dass der Käufer einerseits, der wohlverdiente gute Ruf der Firma anderseits keinen Schaden erleidet. Der beste Beweis für die Reellität der Firma ist aber, abgesehen von dem Zeugniss, welches ihre Fabrikate für sie ablegen, jedenfalls der Umstand, dass dieselbe nicht nur hervorragende Bedeutung erlangt hat, sondern auch trotz aller Concurrenz zu behaupten vermag; denn dass die Reellität auch heutzutage noch eine Haupt­bedingung wirklichen und dauernden Gedeihens ist, lehrt ja die Geschichte unserer grossen Geschäfts- und Gewerbe­unternehmungen zur Genüge. Freilich hat es in diesem wie in allen anderen Fällen die Reellitiät allein auch nicht gethan; sie ist immer sozusagen nur die feste Grundlage, auf welcher Fleiss, Kunstfertigkeit u. s. w., geleitet von der Intelligenz, das Gebäude Stein um Stein aufführen, und zugleich der feste Mörtel, der die zahllosen einzelnen Bausteine miteinander verbindet, also das grosse Ganze zusammen­hält und vor dem Einsturz bewahrt.“

Quelle: Industrielle Rundschau, in Verbindung mit dem „Practischen Maschinen-Constructeur“ und mit der „Technischen Rundschau“ (Uhland's Wochen­schrift für Industrie und Technik), Zweiter Jahrgang 1888, Seite 213–214.

Ausstellungsraum.

Abbildung 18: Ausstellungs­raum für Bohr- und andere Maschinen der Gebrüder Buschbaum. Figur 230 des vorherigen Textes.

Ein mysterio­ses Jahrzehnt

(Obwohl: Nicht das Jahrzehnt war voller Mysterien. Es ist halt so, daß mit den beiden Buschbaum'schen Fabriken so einiges geschieht, was nur ansatzweise durch Daten zu fassen ist. Die Hintergründe jedoch, die Umstände und die Abläufe sind ziemlich nebulös.)

Fritz Buschbaum (der Ältere) starb zu Jahres­beginn 1874 kinderlos. Ludwig Buschbaum hatte mit dessen Witwe Lina vier 1886 noch lebende Kinder: Fritz, Paula, Ludwig und Karl Albrecht. Fritz (der Jüngere) war 1897 im Alter von 22 Jahren „gleichfalls zur sebständigen Vertretung“ der „Gebrüder Buschbaum“ neben seinem Onkel Albrecht ermächtigt. 

Auf finanzielle Schwierigkeiten weist eine Meldung des Prager Tagblatts 1902 hin: „Nach der ‚Frankf. Ztg.‘ sucht die Maschinen­fabrik Gebrüder Buschbaum in Darmstadt ein Moratorium nach.“ 

Am 26. Oktober 1901 heiratete Fritz die am 25. Februar 1880 in Cincinnati geborene Katharine (Käthe) Louise Elisabethe Fähr (Faehr). Kinder sind im Meldebogen nicht eingetragen. Sie hatte einen älteren Bruder Paul und eine jüngere Schwester Louise. Ihre Mutter war Elise geb. Harth (1853–1912). Ihr Vater John (Johannes, 1846–1930) erwarb 1903 sowohl die Firma „Gebrüder Buschbaum“ als auch das Gelände der Fabrik mit den Bauten entlang der Kahlert­straße und das Wohnhaus Viktoria­straße 48. Im Verlauf der nach­folgenden vier Jahre wurde das Fabrik­gelände vollkommen umgestaltet. Voraus­gegangen war ein Brand im September 1904, der das gesamte Fabrik­gebäude zerstörte. 

Die Fabrik brennt ab

„In der Werkzeug-Maschinen­fabrik von Gebr. Buschbaum, Ecke Liebig- [sic!] und Kahlert­straße, brach heute nacht ¾12 Uhr ein Großfeuer aus, das den ganzen Fabrikbau, einschließlich Maschinen, Modellen u. s. w. in Asche legte. Die gesamte Wehr war ausgerückt, sie war nur in der Lage, die Nachbar­gebäude zu schützen, da das Feuer namentlich an den auf dem Boden sich befindenden Holzmodellen reichlich Nahrung fand. Die Feuerwehr konnte, nachdem das Feuer abgelöscht, gegen 2 Uhr wieder abrücken. Menschen­leben sind glücklicher­weise nicht zu beklagen. Der Betrieb ist vorerst gestört. Ueber die Entstehungs­ursache ist bis jetzt nichts bekannt.“

„Wie schon kurz berichtet wurde die Werkzeug-Maschinen­fabrik von Gebr. Buschbaum heute Nacht vollständig ein Raub der Flammen. Das Feuer wurde gegen 12 Uhr durch einen patrouillie­renden Schutzmann entdeckt, worauf sofort Großfeuer gemeldet wurde. Schon nach kurzer Frist stand das gesamte Anwesen in Flammen. Anscheinend ist der Brand im Maschinen- und Kesselhaus entstanden und hat sich dann, durch das viele Holzmaterial, in welchem der Bau errichtet ist, genährt, rasch über den ganzen Gebäude­komplex ausgebreitet; auch die auf dem Boden befindlichen Holzmodelle gaben dem Feuer reichliche Nahrung, sodaß die Flammen haushoch in die Höhe schlugen. – Die im ersten Stock befindlichen Vorräte fertiger kleiner Maschinen, Eisen, kleiner Drehbänke usw. sind durch das brennende Gebälk durchgestürzt und vernichtet; auch die angefangenen und nahezu fertig gestellten großen Drehbänke und Bohr­maschinen, teilweise für elektrischen Betrieb eingerichtet, die demnächst zur Ablieferung kommen sollten, sind wertlos geworden. Die Bureauräume mit Kassenschrank usw. blieben vom Feuer verschont, haben aber durch das Wasser und die Ausräumungs­arbeiten sehr gelitten. Der Schaden dürfte groß sein, wenn er auch teilweise durch Versicherung gedeckt ist. Der Betrieb ist unterbrochen, was um so bedauerlicher ist, als zahlreiche Aufträge über den Winter hinaus bis zum Februar vorhanden sind. Die Feuerwehr war mit 14 Schlauch­linien tätig und mit Erfolg bestrebt, das Feuer von der bedrohten Nachbar­schaft fernzuhalten. Die Firma besteht etwa 54 Jahre und wurde die abgebrannte Fabrik vor etwa 22 Jahren an der jetzigen Stelle errichtet.“

„Der Tägl. Anzeiger erfährt, daß sich bei dem Brande in der Buschbaum'schen Maschinen­fabrik mehrere junge Leute in anerkennens­wertester Weise betätigt haben. Es waren dies die Bueraugehilfen J. Winter und J. Barth, der Techniker Martin Herweck, Kaufmann Anton Krauß und die Schlosser Adam Seemus und Adam Morschel von hier, die auf dem Heimweg begriffen unter den Ersten am Brandplatz erschienen. Sie drangen nach Aufsprengung des Tors sofort in den vom Feuer ergriffenen Raum ein und es gelang ihnen durch schnelles, umsichtiges Handeln Geschäfts­bücher, sonstige Kontor- und Zeichen­gegenstände, sowie eine größere Anzahl wertvoller Modelle in Sicherheit zu bringen, die ohne dieses Eingreifen dem Brand zum Opfer gefallen wären.“

Quelle: Darmstädter Zeitung vom 22. September 1904 (Vormittags-Blatt [online ulb darmstadt] und Nachmittags-Blatt [online ulb darmstadt]) sowie vom 23. September 1904 (Nachmittags-Blatt [online ulb darmstadt]).

Dem ausführlicheren Bericht des Darmstädter Tagblatts können wir zudem entnehmen, daß der Brand wahr­scheinlich neben dem Büro ausgebrochen war, wo sich die große Dampf­maschine befand. Aufgrund Funkenflugs durch Wind und herab­stürzendes Gebälk wurde auch der Dachstuhl eines gegenüber liegenden Hauses in der Kahlert­straße in Brand gesetzt; dieser Brandherd ließ sich schnell löschen. Am Ende standen nur noch die Außen­mauern der Fabrik, von denen einzelne Balken herabhingen. Die Betriebs­maschinerie war fast vollständig zerstört, an einen Weiter­betrieb war nicht zu denken. Der Schaden von mehr als 100.000 Mark soll durch eine Versicherung gedeckt gewesen sein.

Erstmals erhalten wir eine Angabe zur Zahl der beschäftigten Arbeiter; es sollen rund vierzig gewesen sein. Wenn überhaupt, so solle die Fabrik an anderer Stelle wieder aufgebaut werden, hieß es. Es war sicherlich vernünftig, daß die Fabrik als Fremd­körper, zumal als feuer­gefährlicher, aus dem ansonsten gutbürger­lichen Blumenthal- bzw. Johannes­viertel verschwand und an dieser Stelle neue stattliche und profitable Wohnhäuser errichtet wurden. Welch exorbitante Mieten heutzutage dort abgedrückt werden müssen, davon können die Bewohner­innen und Bewohner sicherlich leidvoll berichten. 

Häuseransicht.

Bild 19: Die Eckbe­bauung an der Stelle der vorherigen Fabrik der Gebrüder Buschbaum an der Ecke Viktoria- und Kahlert­staße. Die fünf Gebäude erscheinen wie aus einem Guß errichtet. Aufnahme vom Juli 2022.

1906, vielleicht auch schon 1905, erwarb der Stukkateur Georg Gerlach das vom Brand heim­gesuchte Grund­stück an der Ecke Kahlert- und Viktoria­straße, teilte es auf und fungierte als Bauherr der neuen Wohn­gebäude Viktoria­straße 50, 50½, 52, sowie Kahlert­straße 8 und eventuell auch 10. Im April 1907 waren sie bezugsfertig. Das Ende 1907 gedruckte Adreßbuch für 1908 weist als Eigentümer des letzteren Hauses den Wirt Georg Friedrich Best aus Dieburg aus. Fritz Buschbaum wohnte mit seiner Ehefrau wie zuvor im Wohnhaus Viktoria­straße 48. Zudem ließ er sich 1905 die Firma „Gebrüder Buschbaum“ überschreiben. Im Adreßbuch wurde diese Firma als Relikt vergangener Tage noch bis 1908 unter der bisherigen Anschrift Viktoria­straße 48–52 geführt. 

Ausschnitt Flurkarte.

Abbildung 20: Ausschnitt aus der Flurkarte Sectionsblatt N. W.  IV. 11. des Vermessungs­amts Darmstadt von 1906. Quelle: Stadtarchiv Darmstadt ST 51 Nr. 132/62. Die voll­ständige Karte befindet sich auf der Webseite von Kristof Doffing [online]. Das vormalige Grundstück der Gebrüder Buschbaum ist mit einem roten Kreis als Schnittstelle von sieben Grundstücken markiert. Darunter der mit zwei roten Kreisen markierte Streifen von Georg August Buschbaum. Die Flurkarte dokumentiert den Endausbau nach der Umgestaltung der Fabrikfläche.

Anfang 1905 mietete Fritz Buschbaum ein Lagerhaus in der Viktoria­straße 34 an. Eigentümerin dieses Lagergebäudes wie auch des Nachbar­hauses Nummer 36 war die Witwe des Materialisten (Händlers) Emil Vierheller, der die beiden zwischen Aliceplatz und Landwehr­straße gelegenen Wohn- und Geschäfts­häuser gehörten. Das Haus Nummer 34 war vielleicht schon damals nur eine bessere Baracke und diente als Lagerhaus.

Annonce.

Abbildung 21: Annonce von „Gebrüder Buschbaum“ im Darmstädter Tagblatt vom 21. März 1905 [online ulb darmstadt] mit der Ankündi­gung des Umzugs vom alten Fabrik­gelände zum neuen Lager in der Viktoria­straße 34.

1908 starb die Witwe Vierheller und die Erben suchten einen Käufer. Dieser Käufer war der Mitbegründer der Miele & Cie. KG Reinhard Zinkann. Von Darmstadt aus baute dieser die Verkaufs­organisation von Miele in Süd­deutschland auf. Somit mußte Fritz mit seiner Firma „Gebrüder Buschbaum“ in ein neues Domizil umziehen. 

Folglich mietete Fritz 1909 Räumlich­keiten im nehe­gelegenen Anwesen Frankfurter Straße 3 beim Amtsgericht für seine Fabrik (oder Lagerräume); das Büro hierzu verblieb in der Viktoria­straße 48. Auffällig ist, daß er sein Geschäft inzwischen als Werkzeug­maschinen-Industrie bezeichnete. Ob er damit andeuten wollte, daß er derartige Maschinen mehr als Produkt Dritter vertrieb als in eigenen Räumlich­keiten produzieren ließ? 

Ausschnitt Adreßbuch.
Abbildung 22: Angabe von Gebrüder Buschbaum als Mieter im Anwesen Frankfurter Straße 3. Quelle: Darmstädter Adreßbuch für 1910 [online ulb darmstadt].

Im Sommer 1906 bot Fritz Buschbaum im Namen der Gebrüder Buschbaum der Kultur­inspektion Darmstadt einen Heißluft­motor an. Dieser sollte für das Amtsgerichts­gebäude in Lorsch angeschafft werden; der Ankauf wurde jedoch zurück­gestellt. Vermutlich hat Fritz hier auf einen Motor seines Onkels August zurück­gegriffen, denn es gibt keinen Hinweis darauf, daß er unter der Firma „Gebrüder Buschbaum“ eigene Heißluft­motoren herstellen ließ. Auf dem Briefpapier zu besagtem Schreiben vom 26. Juli 1906 wird die Produktpalette wie folgt angegeben:

  • „SPEZIALITÄTEN:
    Konstruktionen für Verwendung des Rapidstahles. Stärkste Bauart der Gegenwart.
  • Schnell-Drehbänke und Hobel­maschinen für Stahl- und Hüttenwerke, Schiffswerften, Waggonfabriken, Artillerie- und Eisenbahn-Werkstätten.
  • Horizontal-Bohr- und Fraiswerke. Fraismaschinen Shaping­maschinen deutscher und amerikanischer Konstruktion.
  • Bohrmaschinen.
  • Gasbandagenfeuer. Eiserne Schmiedeherde. Schleifsteine. Esseisen.
  • Werkzeuge
    Spiralbohrer, Schneidzeuge, Fräser und komplette Werkstatt-Einrichtungen.
  • Ganz aus Stahl bruchsichere Stanz­maschinen Eisenschneider Blechscheeren.
  • Blechbieg­maschinen für starke Bleche. Reifbieg­maschinen Stauch- und Schweiss­maschinen.
  • Winden, Flaschenzüge
    Hebezeuge in jeder Ausführung und für jede Tragkraft.
  • Holzriem­scheiben
    Kernleder-Treibriemen
    Werkzeug-Gussstahl, Weissmetall.
  • Sämtliche sonstigen Werkzeug­maschinen für Maschinen­fabriken, Reparatur­werkstätten, Elektrizitäts­werke, Schlossereien, Schmieden etc.“

Diese breite Angebots­palette enthält keinerlei Hinweise auf irgendeine Art Kraft­maschine, wie Dampf­maschinen, Elektro-, Gas- oder eben auch Heißluft­motoren, so daß wir wohl zurecht davon ausgehen können, daß selbige weder durch „Gebrüder Buschbaum“ produziert noch offeriert wurden; einzelne Fälle wie hier gegenüber der Kultur­inspektion Darmstadt ausgenommen. 

Die in der Auflistung aufgeführten Esseisen sind insofern von Interesse, weil Fritz im Mai 1911 die Werkzeug- und Maschinen­fabrik Emil Müllen­bach in der Pallas­wiesen­straße 110 von Reinhard August Klingel­höffer übernahm, der sie wiederum 1897 vom Namensgeber erworben hatte. Müllen­bachs Spezialität waren Esseisen. Ob Fritz sich hierüber eine Ausrüstung zur Produktion, Maschinen oder Kunden besorgt hat, ist ungewiß. Der Standort in der Pallas­wiesen­straße wurde jedenfalls geschlossen und die dort vorhandene Werkstätte bzw. Fabrik in die Frankfurter Straße verlegt. 

Albrecht Buschbaum übergab zum Jahreswechsel 1902/03 die Firma „Gebrüder Buschbaum“ an den Schwieger­vater seines Neffen Fritz, John Faehr. Albrecht wohnte seit 1879 im eigenen Haus Alice­straße 19½. Das Ende 1903 gedruckte Adreßbuch für 1904 läßt ihn nunmehr (und auch in den Folge­jahren) im Wohnhaus Alice­straße 19 wohnen. Das Kuriose daran ist, daß er und der Landes­kulturrat Adolf Klaus nicht nur die Häuser 19 und 19½ als Eigentümer getauscht haben sollen, sondern zudem auch noch ihre jeweiligen Mieterinnen und Mieter mitgenommen haben. Möglicher­weise wurde hier eine jahrelang mitge­schleppte fehlerhafte Zuweisung im Adreßbuch korrigiert. 

Im Juli 1907 wurde die Firma von August Buschbaum im Handelsregister gelöscht, er selbst starb am 26. Januar 1908 an einem Schlaganfall. Hier ist unklar, wie lange er tatsäch­lich in seiner Werkstatt noch Heißluft­motoren produzieren ließ. Es spricht einiges dafür, daß er die Produktion schon 1905 aufgegeben hat. Indiz hierfür ist das Ausbleiben von Annoncen in einer der Zeitschriften, in denen August seine Motoren regelmäßig beworben hat, nämlich im Beiblatt zu den Fliegenden Blättern, zuletzt darin annonciert in Nr. 3078 vom 22. Juli 1904. Seine technisch versierten Söhne Hermann und August sollten einen anderen Weg gehen. 

Die dritte Generation

August Buschbaum und Charlotte Pfeiffer hinterließen vier Kinder. Eine weitere 1867 geborene Tochter erlebte ihren ersten Geburtstag nicht.

  • Wilhelmine Elisabethe (Elisabeth, 1864–1925).
  • Hermann Andreas Ludwig (Hermann, 1869–1931).
  • Helene Amalie Caroline (Lina, 1870–1946). Sie lebte wie ihre Schwester Elisabeth Anfang der 1920er Jahre als sog. Privatin in der Viktoria­straße 46.
  • August (1879–1932).
Hermann Buschbaum

wurde am 30. April 1869 in Darmstadt geboren. Nach dem Besuch des Real­gymnasiums studierte er Eisenbahn­naschinenbau an der TH Darmstadt. Er wurde 1894 zum Regierungs­bauführer und drei Jahr später zum Regierungs­baumeister ernannt. Seine praktische Unter­weisung erhielt er bei der Main-Neckar-Eisenbahn und bei Schwartzkopff in Berlin.

1895 zog er von Darmstadt fort und lebte fortan (abgesehen von seinen Außen­einsätzen) in Berlin. Dort trat er in die Bahn­abteilung von Siemens & Halske ein. Dort soll er einen Fahr­schalter mit elektro­magnetischer Funken­löschung erfunden haben. Im Auftrag seines Unter­nehmens war er sodann in mehreren Straßenbahn­betrieben als Betriebs­leiter tätig, so bei der Straßen­bahn in Groß-Lichter­felde und in Gelsen­kirchen. 1899 wurde er alleiniger Vorstand der Berliner elektrischen Straßenbahn A.-G. Zwei Jahre später war er wieder direkt bei Siemens & Halske beschäftigt und leitete dort das Büro für Kraftwerk­anlagen. 1903 trat er nach der Fusion mit den Schuckert­werken zur Siemens-Schuckert­werke G.m.b.H. über. 1907 wurde er zusammen mit dem Elektro­ingenieur E. Besig von mehreren Fach­verbänden mit der Unter­suchung von Erdströmen beauftragt und seitens der SSW hierfür abgeordnet.

1909 verließ er die SSW und machte er sich in Berlin selb­ständig. Er verfaßte für zahlreiche Straßen­bahn- und Stadt­verwaltungen im In- und Ausland Gutachten über Erdstrom­verluste und -schäden. Er war Mitbe­gründer des Deutschen Luftfahrt-Verbandes und einige Jahre Mitglied dessen Vorstandes. Seit 1924 beschäftigte er sich in seiner eigenen Maschinenbau­werkstatt mit Neukon­struktionen und Erfindungen auf dem Gebiet der Elektro­technik und der Kraft­erzeugung. Daraus gingen Patente für Ziffer­träger für Rechen­maschinen und Zähl­werke (Nr. 398840 am 15. Juli 1924), Zehner­übertragung für Rechen­maschinen (Nr. 414449 am 5. Juni 1925) und für einen Wärme­mengenzähler (Nr. 469669 am 6. Dezember 1928) hervor. Nach einem Schlag­anfall starb er in Berlin am 27. November 1931. 

August Buschbaum

war als Nachzügler zehn Jahre jünger als sein technisch begabter Bruder. Er wurde am 23. Juli 1879 in Darmstadt geboren, und ging ebenso wie sein Bruder auf das Real­gymasium, das er 1897 mit dem Reife­zeugnis verließ. Es folgte eine Zeit praktischer Arbeit in den Eisenbahn-Haupt­werkstätten zu Darmstadt und in der Darm­städter Filiale der Mühlenbau­anstalt von G. Luther. Er studierte sodann Maschinen­bau an der TH Darmstadt und bestand 1902 die erste Haupt­prüfung.

Seine konstruktive Ausbildung erhielt er nach­folgend in der Bahn­abteilung von Siemens & Halske, und zog 1903 nach Leipzig, wo er in der Maschinen­bau A.-G. vormals Ph. Swiderski in Leipzig-Plagwitz weiter lernte. Im Werk­stätten-Aufsichts­dienst wurde er in der Eisenbahn-Haupt­werkstatt zu Mainz im praktischen Fahr­dienst auf Lokomotiven aller Gattungen auf den Strecken der Eisenbahn­direktion Mainz ausgebildet.

Er bestand die zweite Haupt­prüfung in Darmstadt. Anschließend leistete er drei Monate Dienst als Betriebs­leiter der Artillerie­werkstatt in Straßburg. 1905 wurde er zum Regierungs­baumeister ernannt. 1906 fing er beim Lokomotiv­bau der Hanomag an und wurde später Leiter des Technischen Büros und der Kalkulation. Seine dortige Tätig­keit wurde 1916 bis 1918 kriegs­bedingt unter­brochen. Zunächst war er Pionier im Heer, 1917 gelangte er zur Inspektion der Flieger­truppen und wurde im Flug­zeugbau ausgebildet. Daraufhin wurde ihm die Bauauf­sicht in der Flugzeug­abteilung der Zeppelin­werke in Staaken übertragen. Im Juli 1918 wurde er zum Ingenieur der Luftstreit­kräfte ernannt. 1925 verlor er seinen Job bei der Hanomag aufgrund schlechter Auftrags­lage.

In den Folgejahren unterstützte er seinen Bruder Hermann in dessen Berliner Werkstatt. 1928 bis 1929 erhielt er eine Anstellung bei der Lokomotiv­barik Krauß in München, die er möglicher­weise aufgrund seines Gesundheits­zustandes aufgeben mußte. Er starb am 5. Februar 1932 in Darmstadt. Er erhielt am 19. November 1912 das Patent auf eine Feuerkiste für Heizröhren­kessel. 

Fritz Buschbaum d. Ä. und Lina Beyerle hatten nur einen gemeinsamen, früh verstorbenen Sohn.

Ludwig Buschbaum hatte mit Lina Beyerle sechs Kinder, von denen zwei früh verstarben.

  • Fritz (1874–1933), der älteste, übernahm 1905 die Firma „Gebrüder Buschbaum“.
  • Frida Pauline Viktoria Louise (Paula, *1877) heiratete 1900 den Bank­beamten Georg Bernhardt (*1875). Dieser war der Sohn des Direktors der Darm­städter Volksbank Adam Bernhardt (1836–1901). Das Ehepaar zog 1904 von Darmstadt nach Sufflen­heim im Elsaß, wo Bernhardt als Direktor bzw. Geschäfts­führer der Ersten Deutschen Blumen­topfwerke von 1904 bis 1909 tätig war. Dort machte er sich, wie berichtet wird, nicht nur Freunde. Später lebten beide in Turin. Das Ehepaar hatte zwei Töchter Liesel-Lotte und Käthe. 
  • Johann Wilhelm Ernst Ludwig (Ludwig, 1881–1945) zog 1905 nach Frankfurt am Main. Er starb am 1. Februar 1945 in französischer Kriegs­gefangenschaft im Fort Barraux bei Grenoble. 
  • Karl Albrecht, geboren am 5. April 1885, ging 1901 aus Darmstadt weg, zunächst nach Luckau in der Lausitz, danach zog es ihn nach Berlin, wo er als Kunstmaler und Grafiker von sich reden machte. Er kehrte 1943 nach Darmstadt zurück und starb hier am 28. Februar 1955. 
„Wie viel Götter gibt es?

Das kann vielleicht Vikar Schies in Sufflenheim i[m] Els[aß] beantworten, der sich in einem Flugblatt gegen die Angriffe des liberal gesinnten Fabrik­direktors Bernhardt wendet.

Schies schreibt wörtlich am Schlusse seiner Ausführungen:

‚Ich danke unserem Herrgott, nicht Ihrem, und wenn ich sage „unserem“, so meine ich den Gott derer, welche noch auf dem Boden des Christentums stehen, daß er es anders gefügt, daß ich nicht Sie zum Vater und Erzieher erhalten habe. Gott sei Dank!!! Nieder mit solchem Liberalismus. Hoch Wiltberger! gez. Schies, Vikar.‘

Ob sich Herr Bernhardt gefreut hätte, wenn Herr Schies sein Sohn wäre?“ 

Albrecht Buschbaum und Louise Schmahl hatten zwei Söhne und vier Töchter.

  • Peter Ludwig Karl Otto (1878–1935).
  • Eugen Alexander Friedrich Karl (Karl, *1879) wurde Kaufmann und zog 1900 aus Darmstadt fort. Er war zweimal verheiratet, zunächst 1907 mit der 1886 in Tiflis geborenen Helene geb. Mader. Sie starb Ende 1914 in Tiflis zusammen mit ihrem kurz zuvor geborenen zweiten Sohn Eugen Alexander. Drei Jahre später heiratete er 1917 dort die ebenfalls aus Tiflis stammende Hermine geb. Zacherl (1885–1957) und kehrte mit ihr 1929 von Riga kommend nach Darmstadt und hier in die Alice­straße 19 zurück. Aus erster Ehe stammte ein Sohn Albrecht Felix Buschbaum (*1909), der von 1933 bis 1936 Mitglied der SA gewesen ist. Karl Buschbaum war in Tiflis zeitweise Mitarbeiter der deutsch­sprachigen Zeitung „Kaukasische Post“. 
  • Auguste Else (Else, 1881–1969) zog mit ihrem Angeheirateten Karl Schmüser nach Hamburg. Zu Marie Louise (Marie, *1882), verheiratet Maurer, gibt es sonst nichts zu sagen. Lina Helene (Helene, *1882) heiratete 1909 den Kaufmann Richard Paul Hugo Honeff (wohl Hanff) aus Paris.
  • Viktoria Luise (Luise oder Lucie, 1890–1964) wurde am 24. Dezember 1919 als Volks­schul­lehrerin in Fränkisch-Crumbach eingestellt und mit Wirkung zum 16. April 1934 in Ober-Ramstadt. Eine Versetzung nach Griesheim Ende 1937 wurde nach kurzer Zeit wieder zurück­genommen.
Otto Buschbaum

wurde am 23. Juli 1878 in Darmstadt geboren und dürfte, wie seine beiden Cousins Hermann und August, das Gymnasium und die Hochschule in Darmstadt absolviert haben. Er zog 1901 nach Wiesbaden und wurde 1905 zum Regierungs­baumeister des Maschinen­baufachs ernannt. Im Mai 1909 wurde er zur Königlichen Eisenbahn­direktion Essen einberufen; zum 1. Oktober 1912 erhielt er dort eine etat­mäßige Stelle (wohl in der Haupt­werkstätte) in Witten. Im Mai 1913 wurde er von dort an das Abnahme­amt Berlin des Eisenbahn-Zentralamts in Berlin versetzt. In der Folge wurde er nach Gleiwitz abgeordnet, wo er am 1. März 1916 Leiter des dortigen Werk­stätten­amtes 2b wurde. Am 3. März 1920 wurde er zum Regierungs- und Baurat ernannt. 1923 wurde er wieder dem Eisenbahn­zentralamt zugeordnet, behielt jedoch zunächst seinen Dienstort in Gleiwitz; im Jahr darauf wurde er zur Reichsbahn­direktion Mainz versetzt. Seine letzte Position war die eines Reichsbahn-Oberrates; die zweit­höchst besoldete Stelle innerhalb der Organisation. Er starb am 23. Oktober 1935 in Wiesbaden und wurde wenige Tage später in Darmstadt auf dem Familien­grab von Albrecht Buschbaum beerdigt. Er war verheiratet, das Ehepaar hatte mehrere Kinder. 

Nach dem Ende der „Gebrüder Buschbaum“ gab es aus der Familie keine weiteren Ambitionen, als Maschinen­bauer zu wirken. Nachfahren leben auch heute noch in Darmstadt und Umgebung. Ob sie noch über Unterlagen aus der Zeit vor mehr als hundert Jahren verfügen, kann ich nicht sagen. 

Der letzte Bruder

Fritz war ab etwa 1907 der letzte Buschbaum, der noch als Fabrikant tätig war. Irgendwann zwischen 1918 und 1921 wechselte er den Standort seiner Werkstatt oder Fabrik von der Frankfurter Straße 3 zur Hausnummer 22. Vorheriger Eigentümer des Anwesens, das Fritz Buschbaum käuflich erwarb, war der Wirkliche Geheimrat Gustav Krug von Nidda.

JahreBezeichnungEigentümerstruktur
1837–1844Buschbaum & Comp.Johann Ludwig Buschbaum, Hektor Rößler und evtl. Andere, ab 1844 Maschinen­fabrik und Eisen­gießerei Darmstadt
1844–1862J. L. BuschbaumWerkstatt und evtl. kleine Fabrik von Johann Ludwig Buschbaum
1863–1873Gebrüder Buschbaum IGeorg August und Fritz Buschbaum der Ä., zunächst als Buschbaum'sche Maschinen­fabrik, trennen sich im Herbst 1873, Fritz d. Ä. stirbt alsbald
1874–1907G. August BuschbaumHeißluft­motoren­fabrik von Georg August Buschbaum, ohne Nachfolger
1874–1905Gebrüder Buschbaum IIWerkzeug­maschinen­fabrik von Fritz d. J. und Albrecht Buschbaum, zunächst als Fritz Buschbaum, ab 1876/79 als Gebrüder Buschbaum, ab 1903 Eigentümer John Faehr
1905–1933Gebrüder Buschbaum IIIWerkzeug­maschinen­industrie von Fritz Buschbaum d. J.
Tabelle 1: Die Buschbaums knapp zusammengefaßt.

Einen Hinweis auf eine nach 1905 bestehende Werkzeug­maschinen­fabrik habe ich bislang nicht finden können. Zwar hat Fritz Buschbaum die Maschinen­fabrik von Emil Müllen­bach im Mai 1911 übernommen, selbige dann jedoch adressalisch in die Frankfurter Straße 3 überführt und in der Pallas­wiesen­straße aufgelöst. Meine Vermutung ist, daß Fritz Buschbaum zwischen 1905 und 1933 allenfalls eine kleine Werkstätte betrieben hat und ansonsten eher als Vertreiber anderweitig hergestellter Werkzeuge und Maschinen aufgetreten ist. Dafür spricht auch, daß er mit seinem Gewerbe später in der Frankfurter Straße 22 laut Adreßbuch im ersten Stockwerk aufzufinden war, was sicherlich kein geeigneter Standort für eine Fabrik gewesen ist. Das Problem besteht darin, daß es mangels aussage­fähiger Quellen schier unmöglich ist, überhaupt eine genaue Aussage zu der Art des nach 1905 ausgeübten Gewerbes zu machen. Sein Büro mitsamt Telefon hatte Fritz jedoch durch­gehend in der Viktoria­straße 48.

Häuseransicht.

Bild 23: Das Wohnhaus Viktoria­straße 48 scheint sich nach 140 Jahren äußerlich kaum verändert zu haben. Aufnahme vom Juli 2022.

Die Geschichte der Maschinen­fabrikanten aus dem Hause Buschbaum endete nicht 1934, wie bei Thomas Lange zu lesen ist , sondern schon im Jahr zuvor. Fritz starb am 31. Januar 1933 und wurde vier Tage später auf dem Alten Friedhof beigesetzt; am 19. September 1933 wurde die Firma „Gebrüder Buschbaum“ aus dem Handels­register gelöscht. 

Sonstige Fundstücke

Am 5. Dezember 1863 erteilte Großherzog Ludwig III. „den Gebrüdern Buschbaum in Darmstadt ein Erfindungs­patent auf die durch Zeichnung und Beschreibung näher erläuterte Construction von Manometern, um Dampf­spannungen zu messen“. Das Patent galt für das Groß­herzogtum auf fünf Jahre. 

Radierung.
Abbildung 24: Eher konventionell gestaltet: Der Darm­städter Markt­platz aus dem Schloß­tor heraus be­trachtet. Radie­rung von Karl Albrecht Buschbaum.

In der Nacht zum 24. März 1870 brach in der Fabrik der Gebrüder Buschbaum schon einmal ein Feuer aus. Es soll durch Überhitzung eines Dampfkessels entstanden sein. Der Dachstuhl wurde ein Opfer der Flammen. Der Brand verzögerte die Fertig­stellung der Arbeiten an der Brücken­waage in Nauheim. 

Bei der Gründung der Aktien­gesellschaft Mühlen­bauanstalt, Maschinen­fabrik und Eisen­gießerei, vormals Gebrüder Seck, in Darmstadt im Oktober 1889 wurde Albrecht Buschbaum, der keine Aktien dieses Unternehmens besaß, zu einem der beiden Revisoren bestimmt. 

Georg August Buschbaum ließ sich 1894 ein Gebrauchs­muster für einen Torschließer mit Gegen­gewicht und Hemmung durch Luftdruck, bei welchem das Gewicht gleich­zeitig als Behälter für die hemmende Luft dient, eintragen. Solche Torschließer waren einer Mitteilung vom April 1894 zufolge bei seinem Haus in der Liebigstraße 25 und am Haus des Arztes Heinrich Orth in der Heinrich­straße 61 zu besichtigen. 

Am 15. Dezember 1897 geruhte „aller­gnädigst“ seine durch­lauchtigste Hoheit der Großherzog Ernst Ludwig, „die Kaufleute Philipp Kahlert, Wilhelm Schwab, Ferdinand Jacobi und Ludwig Frölich in Darmstadt zu Handelsrichtern, sowie die Kaufleute Konrad Egenolf und Albrecht Buschbaum daselbst zu Ergänzungs­richtern an der bei dem Landgericht der Provinz Starkenburg gebildeten Kammer für Handels­sachen mit dem Sitze in Darmstadt“ für den Zeitraum 1898–1900 zu ernennen. Genau drei Jahre später wurde Albrecht Buschbaum für weitere drei Jahre bis Ende 1903 in dieser Funktion bestätigt, aber schon am 12. November 1902 auf eigenen Wunsch von dieser Funktion entbunden. 

Georg August Buschbaum wurde am 25. Juli 1905 das Patent Nr. 162185 für eine Viertakt-Explosions- bzw. Verbrennungs­kraft­maschine mit beweglicher Scheidewand (rück­wirkend zum 27. Oktober 1903) erteilt. 

Fritz Buschbaum d. J. war (wohl auch vor und nach) 1918 Vorsitzender des Hessischen Polizei- und Schutz­hunde­vereins. 

Otto Buschbaum, damals Vorstand des Eisenbahn-Werkstätten­amtes 2b Gleiwitz, wird in einem deutsch­nationalistischen Pamphlet zu polnischen Übergriffen nach der Volks­abstimmung über die Zukunft Ober­schlesiens am 20. März 1921 zitiert. Es ging hierbei um einen Vorfall in der Nähe der Wagen­werkstatt in Gleiwitz. 

August und Otto Buschbaum haben mehrere Aufsätze zu technischen und organisa­torischen Fragen publiziert. Die folgende Aufstellung ist von Zufalls­funden im Internet abhängig und daher wohl unvollständig.

  • August Buschbaum : Die Lokomotiven in Siam, in: Glasers Annalen für Gewerbe und Bauwesen, 1. August 1907, Seite 51–53.
  • August Buschbaum : 2 B-Personenzug-Verbund-Lokomotive der oldenburgischen Staats­eisenbahn mit Lentz-Ventil­steuerung, Dampftrockner und Anfahr­vorrichtung der Bauart Ranafier, in: Organ für die Fortschritte des Eisenbahn­wesens in technicher Beziehung, 20. Heft, 15. Oktober 1909, Seite 358–361, 21. Heft, 1. November 1909, Seite 372–375, 22. Heft, 15. November 1909, Seite 391–393, mit Tafeln. 
  • Otto Buschbaum : Vorschläge zur Reform des deutschen Verkehrs­wesens, in: Zeitschrift des Vereines Deutscher Ingenieure, Nr. 49, 6. Dezember 1919. Vorgetragen in der 59ten Haupt­versammlung des Vereines deutscher Ingenieure. 
  • Otto Buschbaum : Zukunfts­aufgaben im Massen­güterverkehr, in: Stahl und Eisen, Nr. 25, 24. Juni 1920, Seite 837–845 [online cpś gliwice].
  • Otto Buschbaum : Die Buch- und Wirtschafts­führung der Deutschen Reichsbahn, in: Zeitung des Vereins deutscher Eisenbahn­verwaltungen, 1924, Nr. 30, Seite 559–560, Nr. 31, Seite 581–585, und Nr. 32, Seite 601–603.

Lernerfahrung

Bei meiner Beschäftigung mit der Familien­geschichte der Maschinen­bauer Buschbaum habe ich zum wiederholten Male feststellen müssen, daß Angaben Darmstädter Historikerinnen und Historiker mit Vorsicht zu genießen sind und besser noch einmal anhand der Quellen überprüft werden sollten. Daß selbst die Melde­bögen in der Registratur deutscher Bürokraten Fehler enthalten können, hat mich erstaunt. Nicht einmal auf die ordnungs­fanatisch-akribische Bürokratie des Kaiserreichs und seiner Nachfolger ist Verlaß. Hingegen sind mir die sporadisch fehlerhaften Einträge in den Darmstädter Adreß­büchern geläufig; hier lohnt es sich, mehrere Jahrgänge zu konsultieren und, sofern möglich, andere Quellen zu befragen.

Anmerkungen

Am Ende der angeklickten und eingefärbten Anmerkung geht es mit dem Return ( ⏎ ) zum Text zurück.

  1. Danken möchte ich an dieser Stelle Sabine Lemke vom Stadtarchiv Darmstadt und Kristof Doffing, die mich auf unter­schiedliche Weise unterstützt haben.   
  2. Die Digitalisierung älterer Zeitungen und Zeitschriften und anderer Werke, in denen Bezüge zu den verschiedenen Werkstätten der Buschbaum-Familie zu finden sein könnten, ist bei Abfassung dieser Webseite 2022 weniger weit fortgeschritten als erhofft. Hinzu kommt, daß die Darmstädter Zeitung und das Darmstädter Tagblatt (und deren Vorläufer) zwar digitalisiert vorliegen, aber nur das Tagblatt (begrenzt) durchsuchbar ist. Die auf dieser Webseite versammelten Belege entstammen einer eher zufällig wirkenden Suche in den Weiten des Internets. Mit einer Ausnahme habe ich bislang keinerlei Hinweise auf die Anzahl der Arbeiter in den Werkstätten oder Fabriken finden können, von Arbeits­bedingungen, Arbeitszeiten, Löhnen oder Konflikten ganz zu schweigen. Mit diesen erheblichen Mängeln muß diese Abhandlung leben. Dennoch erweitert sie den Kenntnis­stand erheblich im Vergleich zu den sporadischen Einsprengseln in Darmstädter Publikationen. – Ursprünglich hatte ich die Geschichte der Buschbaums als Maschinen­fabrtikanten als zwanzigstes Kapitel meiner Geschichte der Maschinen­fabrik und Eisen­gießerei Darmstadt vorgesehen; doch vorerst belasse ich es bei dieser eigen­ständigen Darstellung.   
  3. Die Geburts- und Todesdaten wurden, soweit möglich, sinnvoll und/oder notwendig, mit den Daten des Friedhofs­buchs des Alten Friedhofs und den Angaben des Darmstädter Tagblatts (und dessen Vorläufern) abgeglichen; beide sind über die Digitalen Sammlungen der ULB Darmstadt recherchierbar. Sie werden hier nicht im einzelnen nach­gewiesen. Zudem sind auch Darmstädter Kirchenbücher, Geburts-, Heirats- und Sterbe­register digitalisiert und somit recherchierbar.   
  4. Zur Eheschließung siehe Darmstädtisches Frag und Anzeige Blatt vom 28. Februar 1825 [online ulb darmstadt]. Die auf einer genealogischen Webseite zu findende Angabe, Johann Ludwig seit 1792 in Abentheuer bei Birkenfeld geboren worden, ist sicher unzutreffend. In der Akte HStAD G 18 Fasc. 24/20 befindet sich ein „Protocoll der Gebohrenen und Getauften in dem Kirchspiele Michelstadt“ vom 8. Januar 1824 mit den Angaben zu Johann Ludwig Buschbaum. Die Eheschließung Bonin/Hintz nach dem Darm­städtischen Frag- und Anzeigeblatt vom 9. April 1821 [online ulb darmstadt], die Angabe zur Beerdigung Hintz in derselben Zeitung am 28. Juni 1824 [online ulb darmstadt]. Die Auswanderung der Bonins nach Bahia nach dem Geschlechter­buch, Seite 368; wobei der Zeitpunkt der Reise unklar bleibt. Im Hessischen Staatsarchiv Darmstadt gibt es unter der Sammel­bezeichnung R 21 B einen Hinweis auf die Auswanderung eines Peter Bonin aus Walldorf / Langen im August 1822; eine zugehörige Akte existiert nicht (mehr). Zur deutschen Auswanderung nach Brasilien gegen 1820 siehe die Wikipedia.   
  5. Den Geburtstag von Johanne Friederike habe ich noch nicht herausfinden können; das entsprechende Darmstädter Kirchenbuch scheint nicht (mehr) vorhanden zu sein. Frieda wurde am 12. Oktober 1824 in der reformierten Gemeinde getauft, siehe Darm­städtisches Frag- und Anzeige­blatt vom 18. Oktober 1824 [online ulb darmstadt]; ein Geburtsdatum ist hier, was ungewöhn­lich ist, nicht angegeben. Die Eheschließung im Darmstädter Frag- und Anzeigeblatt vom 29. September 1860 [online ulb darmstadt]. Danksagung zum Tod von Louise Zimmermann in derselben Zeitung vom 24. Dezember 1898 [online ulb darmstadt]. Todesanzeige Frieda in der Ausgabe vom 8. Januar 1904 [online ulb darmstadt]. Erwähnung als Adoptiv­tochter in der Sterbefall­anzeige vom 7. Januar 1904, HStAM Bestand 901 Nr. 357 Standesamt Darmstadt Sterbe­nebenregister 1904 Seite 31 (Eintrag Nr. 30).   
  6. Die Umstände, die zur späten Verheiratung geführt haben, sind reine Vermutung des Verfassers. Zu Louise in der Viktoria­straße 48 siehe HStAM Bestand 901 Nr. 340 Standesamt Darmstadt Sterbe­nebenregister 1898 Seite 550 (Eintrag Nr. 1067). Die Kohlen­bügeleisen werden in mehreren Annoncen angespriesen, etwa im Darmstädter Frag- und Anzeigeblatt vom 11. Juli 1868 [online ulb darmstadt] und (als Weihnachts­geschenk) am 28. November 1868 [online ulb darmstadt].   
  7. Der Meldebogen von August Albrecht Buschbaum nennt als Geburtsdatum den 24. März 1843 und als Todesdatum den 20. Oktober 1910, was beides offenkundig unzutreffend ist.   
  8. Albrecht Buschbaum wird schon im „Handels-Register des Königreichs Bayern im Jahre 1871“, erschienen 1872, als Prokurist von Ringelmann aufgeführt. Ausscheiden bei Ringelmann: Neue Würzburger Zeitung vom 8. April 1873 [online bsb münchen]. Kassierer in München: Neueste Nachrichten (München) vom 9. Januar 1875 [online bsb münchen].   
  9. Der Rufname Karl nach dem Eintrag im Adreßbuch für 1912. Vor der Trauung logierte er im „Prinz Karl“, das war gewiß schicklicher; vgl. Darmstädter Frag- und Anzeigeblatt vom 18. und vom 25. Dezember 1858 [online ulb darmstadt]. Im Meldebogen von Johann Ludwig Buschbaum ist als Jahr der Trauung seiner Tochter fälsch­lich 1859 eingetragen; vgl. die Ausgabe der Zeitung vom 1. Januar 1859 [online ulb darmstadt]. Das Todesdatum von Margarethe Beyerle nach der Trauer­anzeige im Darmstädter Tagblatt vom 11. Juli 1913 [online ulb darmstadt].   
  10. Thomas Lange (Redaktion): „… ein reger Eifer zum Fortschreiten“, Industriali­sierung in Darmstadt und Südhessen. Dokumente 1853–1914. Hessisches Wirtschafts­archiv / Hessisches Staatsarchiv Darmstadt [2000]; Zitat auf Seite 7.   
  11. Die Suchanzeige im Darmstädter Frag- und Anzeigeblatt vom 23. März 1844 [online ulb darmstadt]. Vorstellung seiner neuen Werkstatt in der Groß­herzoglich Hessischen Zeitung vom 9. August 1844 [online ulb darmstadt]. Diese Annonce scheint auch überregional abgedruckt worden zu sein, beispiels­weise in der Augsburger Postzeitung vom 16. August 1844 [online bsb münchen].   
  12. Die entsprechenden Annoncen finden sich im Darmstädter Frag- und Anzeige­blatt, und zwar: Flechtmaschine am 18. Oktober 1845 [online ulb darmstadt]. Eigene Erzeugnisse am 3. Oktober 1846 [online ulb darmstadt]. Restauration Zur Fortuna am 19. Dezember 1846 [online ulb darmstadt]. Brückenwaage am 13. November 1847 [online ulb darmstadt]. Versteigerung in der Fortina am 27. November 1847 [online ulb darmstadt]. Logis bei Buschbaum am Mühlweg am 8. Januar 1848 [online ulb darmstadt]. Feuergewehre am 29. April 1848 [online ulb darmstadt]. Ob und wie die Fortuna zum Anwesen H.186 gehört hat, ist nicht klar, denn zwei aufeinander folgende Annoncen in der Ausgabe vom 26. August 1848 [online ulb darmstadt] vermieten Zimmer sowohl in der früheren Fortuna im Mühlweg 186 als auch im Hinterhaus von Buschbaum. Brillen und Waagen am 9. Juni 1849 [online ulb darmstadt]. Waaren-Empfehlung am 22. September 1849 [online ulb darmstadt]. Steingut-Niederlage am 6. Oktober 1849 [online ulb darmstadt]. Nau am 29. November 1851 [online ulb darmstadt]. Bankarbeiter am 26. November 1853 [online ulb darmstadt].   
  13. Rupert Quaderer-Vogt : … wird das Contingent als das Unglück des Landes angesehen. Liechten­steinische Militär­geschichte von 1814 bis 1849, in: Jahrbuch des Historischen Vereins für das Fürstentum Liechtenstein, Bd. 90 [1991], Seite 1–281, Zitat auf den Seiten 160–161. Da die Geschichte 1860/61 spielt, wird es sich bei dem Mechanikus um Johann Ludwig Buschbaum und nicht um einen seiner Söhne gehandelt haben.   
  14. Allgemeine Militär-Zeitung Nº. 17 & 18 vom 26. Februar 1859 [online bsb münchen] und Nº. 27 vom 7. Juli 1860 [online bsb münchen]. Dort auch eine Abbildung des Apparates.   
  15. Darmstädter Zeitung vom 8. Januar 1863 [online ulb darmstadt]. Ob Johann Ludwig eine Werkstatt oder eine Fabrik besessen hat, ist eine Frage der Definition. Es war damals üblich, daß die Leiter einer Werkstatt sich großspurig Fabrikanten nannten, auch wenn sie nur wenige Arbeiter beschäftigten. Nicht einmal das Vorhanden­sein einer Dampf­maschine oder wie hier eines Dampfkessels war ein wirkliches Kriterium. Jedoch finden wir 1857 in den behördlichen Schriftsätzen im Zuge der Anlage eines Dampfkessels auf dem Buschbaum'schen Gelände allenfalls die Angabe Mechanikus oder Werkstatt vor, nirgends ist jedoch von einer Fabrik die Rede. Die Werkstatt wird demnach über­schaubar klein gewesen sein. Vergleiche den Vorgang in HStAD G 15 Darmstadt Nr. 127. Zur Charakteristik einer damaligen Fabrik siehe auch Rainer Maaß : Die Früh­industriali­sierung in Darmstadt und der Provinz Starkenburg (1806–1871), in: Ulrich Eisenbach (Hg.) : Von den Anfängen der Industriali­sierung zur Engineering Region – 150 Jahre IHK Darmstadt Rhein Main Neckar [2012], Seite 43–70, hier Seite 44–45.   
  16. Die Kelternschrauben wurden beispiels­weise im Würzburger Stadt- und Landboten vom 11. Juli 1863 [online bsb münchen] und die Bohrmaschine im Pfälzischen Kurier vom 20. März 1866 [online bsb münchen] annonciert. Die Lokomobile wird positiv besprochen in der Fränkischen Zeitung vom 13. Februar 1864 [online bsb münchen]. – Zu Merck siehe die ausführliche Auflistung der Lieferungen der Buschbaums an Merck in Kapitel 11 meiner Geschichte der Maschinen­fabrik und Eisengießerei Darmstadt, dort die Tabellen 4 und 5. Das Haupt­kontenbuch befindet sich im Merck-Archiv S7/1180.   
  17. Allerdings hatten sich schon Johann Ludwig (der Jüngere) und Albrecht Buschbaum darum bemüht, die Konstinuität seit 1837 zu vermitteln. Im Adreßbuch der Gruben, Hütten, Maschinen­fabriken, mechan. Werkstätten und techn. Bureaux in Deutschland und der oest.-ung. Monarchie von 1876 findet sich eine derartige Angabe auf Seite 41 [online bsb münchen]. Sie dürfte auf einer bei den Buschbaums eingeholten Auskunft beruhen. Die Söhne von Johann Ludwig sollten das besser gewußt haben, aber ziel­orientiertes Marketing rechtfertigt jede noch so krude Angabe.   
  18. Siehe auch Darmstädter Frag- und Anzeige-Blatt vom 3. September 1867 [online ulb darmstadt].   
  19. Aschaffen­burger Zeitung vom 24. Dezember 1868 [online bsb münchen]. Die (vermutlich dieselbe) Dampf­maschine wurde noch im Juli 1869 zusammen mit einem Dampf­kessel und einem Vorwärme­kessel und zwei Feuer­spritzen zur Versteigerung ausge­schrieben, siehe Darmstädter Frag- und Anzeige-Blatt vom 3. Juli 1869 [online ulb darmstadt]; allerdings irritiert die hier angegebene Adresse Frankfurter Straße. Hier wird wohl der Bauplatz der Buschbaum'schen Fabrik gemeint sein.   
  20. Die Lokomobile wird erwähnt in der Fränkischen Zeitung (Ansbacher Morgenblatt) vom 13. Februar 1864 [online bsb münchen]. Lokomobil- und Dampf­maschinen-Annonce im Fränkischen Kurier vom 27. September 1863 [online bsb münchen], vermutlich deie Quelle für die Anschaffung der Lokomobile. Eine weitere Dampf­maschinen-Annonce in der Kölnischen Zeitung vom 26. Januar 1864 [online zeit.punktNRW] und Dampfkessel­suche in der Kölnischen Zeitung vom 26. Oktober 1864 [online zeit.punktNRW]. Der Preiscourant in HStAD G 37 Nauheim Fasc. 1500. Die spätere Abwesenheit weitere Annoncen für Dampf­maschinen kann jedoch auch an der Datenlage liegen, sprich: wenn mehr digitalisierte und OCR-durchsuch­bare Zeitungen oder Zeitschriften vorliegen, könnte vielleicht doch noch ein Hinweis auf eine weitere Dampf­maschine dabei heraus­springen.   
  21. Darmstädter Frag- und Anzeige-Blatt vom 12. April 1862 [online ulb darmstadt]. Aachener Zeitung vom 11. Juni 1862 [online zeit.punktNRW]. Im Adreßbuch für 1863 wird Friedrich Buschbaum als Mechanicus geführt; im Häuser­verzeichnis finden wir (ab 1850) Buschbaum als Maschinen­fabrikanten unter H.186 und (ab 1854) auch unter H.190. Im Adreßbuch für 1865 finden wir Johann Ludwig, August und Friedrich unter der neuen Adressierung Mühlstraße 23, das vorherige H.186. Heute befindet sich dort (fast schon eine Ironie der Geschichte) die Fein­mechanische Werkstatt der TU Darmstadt an der Merckstraße zwischen Rundeturm­straße und Landgraf-Georg-Straße.   
  22. Beilage zum Darmstädter Frag- und Anzeigeblatt vom 10. November 1866 [online ulb darmstadt].   
  23. Der Eintrag „Gebrüder Buschbaum“ in das Darmstädter Handels­register (Firmen­register) erfolgte erst am 30. September 1869 (rück­wirkend zum Januar 1868), siehe Darmstädter Zeitung vom 19. November 1869 [online ulb darmstadt].   
  24. Die entsprechenden Annoncen des Darmstädter Frag- und Anzeige-Blattes und dessen Beilage werden nach­folgend nachge­wiesen. aber nicht weiter verlinkt: Ausgabe vom 22. Februar, 1. März usw. bis zum 19.März. Die Lehrlinge am 16. April 1872.   
  25. Diese in Variationen seit etwa September 1869 in Zeitungen und Zeitschriften kursierende Mitteilung wurde dem Schweinfurter Tagblatt vom 2. März 1870 [online bsb münchen] entnommen.   
  26. Es folgt eine Unterschrift. Die Gebrüder Buschbaum zeichneten am 26. November 1869 gegen. Die Genehmigung des Vertrags durch die Oberbau­direktion erfolgte am 6. Dezember 1869. Die Einnahmen aus der privaten Nutzung der Waage betrugen 1870 für das Abwiegen von 5913 Zentnern (knapp 300 Tonnen) 49 Gulden und 16½ Kreuzer, 1871 für 8826 Zentner (440 Tonnen) 73 Gulden und 33 Kreuzer. HStAD G 37 Nauheim Nr. 1500.   
  27. HStAD G 37 Nauheim Nr. 1500.   
  28. In den Meldebögen wird Lina geborene Beyerle Susanne Amalie Helene genannt, wonach „Lina“ eine Variante zu Helene wäre. Einzig das Darmstädter Tagblatt vom 31. Oktober 1885 [online ulb darmstadt] nennt in der kirchlichen Mitteilung zu den Beerdigten den Namen Karoline, und nur diesen, als Vornamen. Ob Lina für Helene stand oder für Karoline, ist im Nachhinein nicht zu entscheiden.   
  29. Zu Fritz siehe Darmstädter Zeitung vom 21. Februar 1874 [online ulb darmstadt]. Zu Lina als Liquidatorin siehe Darmstädter Zeitung vom 3. März 1874 [online ulb darmstadt]. Zu Johann Ludwig als alleinigem Inhaber siehe Darmstädter Zeitung vom 8. Juli 1874 [online ulb darmstadt]. Zu Albrecht siehe Darmstädter Zeitung vom 1. Februar 1875 [online ulb darmstadt]. Durch seine Heirat mit Louise Schmahl sind die Buschbaums um drei Ecken herum mit Wilhelm Köhler, dem späteren Eigentümer der Maschinen­fabrik Goebel in Darmstadt, verwandt. Zu Georg August siehe Darmstädter Zeitung vom 28. Januar 1874 [online ulb darmstadt]. Anzumerken ist, daß Lina kein Jahr getrauert hat und mit Ludwig ihren Sohn Fritz schon vor der Eheschließung gezeugt hat; was damals vielleicht noch als anstößig gegolten haben mag. Oder eher so: sie wurde schwanger und dann mußte bei Sichtbar­werdung schnell die Heirat her. – Die Liquidation der ersten Firma „Gebrüder Buschbaum“ hatte wohl keine Eile. Erst nach Linas Tod befand das Amtsgericht am 16. November 1885, es sei an der Zeit, diese Firma aus dem Firmenregister zu löschen; siehe Darmstädter Tagblatt vom 24. November 1885 [online ulb darmstadt].   
  30. Veröffentlichung aus dem Firmenregister Groß­herzoglichen Stadtgerichts Darmstadt im Darmstädter Tagblatt vom 13. März 1877 [online ulb darmstadt]. Bekannt­machungen im Darmstädter Tagblatt vom 1. April 1879 [online ulb darmstadt] und vom 17. Juni 1886 [online ulb darmstadt].   
  31. Reichsanzeiger vom 17. Juli 1889. Hierbei könnte es sich um eine an die Deutsche Allgemeine Ausstellung für Unfall­verhütung in Berlin angelehnte Leistungs­schau gehandelt haben.   
  32. Die Vorbemerkung zum Inventarium in HStAD G 28 Darmstadt, F Nr. 1489/32. Bei der nachfolgend durchgeführten Inventarisierung von Ludwigs Privat­vermögen waren Ohly, Albrecht und seine Halb­schwester Frieda anwesend.   
  33. Ludwig Buschbaum ist zu finden über die Indexnummer (Manifest Identification Number) 10581 der Datenbank Germans to America: Lists of Passengers Arriving at US Ports 1850–1897 [online] oder durch gezielte Suche nach Buschbaum. Die Passagier­zahl nach der Allgemeinen Auswanderungs-Zeitung vom 9. November 1865 [online bsb münchen]. Ludwig Buschbaum war bei der Testaments­eröffnung am 20. Februar 1874 anwesend; siehe HStAD G 28 Darmstadt Nr. 1486/39.   
  34. Zur Eheschließung mit Johanna Wandel siehe die private Webseite zur Kirche in der Mulberry Street. Zur Eheschließung mit Minna Brunner fand ich im Google Cache den Hinweis auf eine im August 2022 nicht (mehr) auffindbare genealogische Webseite.   
  35. HStAD G 28 Darmstadt, F Nr. 1489/32. Der Umzug wurde im Frag- und Anzeigeblatt vom 17. Oktober 1868 angezeigt [online ulb darmstadt].   
  36. HStAD G 28 Darmstadt, F Nr. 1489/32. Die Ansicht der Fabrik ist wieder­gegeben in Thomas Lange (Redaktion): „… ein reger Eifer zum Fort­schreiten“, Industriali­sierung in Darmstadt und Südhessen. Dokumente 1853–1914 [2000], Teil 1, Seite 7. Erstmals wird das Haus Viktoria­straße 48 im Adreßbuch für 1880 aufgeführt.   
  37. Der Plan ist im Original genordet, hier der Darstellung wegen gewestet.   
  38. Eine Würdigung der Buschbaum'schen Heißluft­motoren nahmen 1880 Adolf Slaby, 1881 Der practische Maschinen-Constructeur, 1883 Heißluft­motor für Druckereien, 1884 Theodor Koller und 1887 J. Oskar Knoke vor. Das zugrunde liegende Patent 14129 vom 11. November 1880 ist über die Patentsuche bei Espacenet zu erhalten; dort in der Suchmaske „pn=de14129“ (DE14129 funktioniert auch) eingeben. Eine Suche nach dem Erfinder oder Anmelder Buschbaum schlägt hingegen fehl, weil selbige in dem Datensatz nicht vorhanden sind. Den Hinweis auf die Frankfurter Aus­stellung fand ich in den Landwirth­schaftlichen Mit­theilungen vom 11. September 1881.   
  39. Es ist recht wahr­scheinlich, daß August Buschbaum seine Erfindung auch bei weiteren Gelegen­heiten ausgestellt hat.   
  40. Friedrich Barth : Die zweckmäßigste Betriebskraft, II. Teil, Verschiedene Motoren [1905, online rpk kraków], Seiten 118 bis 120.   
  41. Eintrag ins Handelsregister vom 20. November 1897 veröffentlicht im Darmstädter Tagblatt vom 24. November 1897 [online ulb darmstadt].   
  42. Prager Tagblatt vom 29. September 1902 [online önb wien]. Siehe auch Berliner Börsen-Zeitung vom 28. September 1902 [online sbb berlin], die aber auch nicht mehr verrät.   
  43. Bei den jeweiligen Übergängen wurde vermerkt, daß die Passiven nicht mit übernommen wurden. Siehe die Veröffent­lichungen aus dem Handels­register im Darmstädter Tagblatt vom 28. Januar 1903 [online ulb darmstadt] und vom 31. Januar 1905 [online ulb darmstadt].   
  44. Darmstädter Tagblatt vom 23. September 1904 [online ulb darmstadt]. Die in beiden Zeitungen angegebenen Jahre des Bestehens von Firma und Fabrik sind, wie sich aus dem obigen Text ergiebt, unzutreffend.   
  45. Die Veränderungen des Fabrikgeländes sind über das Darmstädter Adreßbuch erschlossen. Erstmals werden am 20. April 1907 bei den Wohnungs­annoncen im Darmstädter Tagblatt Fünf- bzw. Vierzimmer­wohnungen in den Hausern 50, 52 und 8 angeboten [online ulb darmstadt].   
  46. Manche Details sind leicht zu übersehen. Obwohl ich die Adreß­bücher von etwa 1900 bis 1910 in Bezug auf die Buschbaum'schen Liegen­schaften in der Liebig-, Kahlert- und Viktoria­straße durchgesehen hatte, war mir der nahe gelegene Eintrag zu den Gebrüdern Buschbaum in der Viktoria­straße 34 entgangen. Nur durch eine Zeitschriften­annonce aus Ober­schlesien wurde ich auf diese Anschrift aufmerksam. Die Annonce fand ich im Technischen General-Anzeiger für den Ober­schlesischen Industrie-Bezirk Nº. 8 vom 15. Januar 1908 [online śbc katowice], dort auf Seite 15. – Emil Vierheller betrieb seit dem 11. Juli 1868 das Geschäft der Gebrüder Vierheller alleine, siehe den Eintrag in das Firmen­register vom 7. Oktober 1869 nach der Darmstädter Zeitung vom 19. November 1869 [online ulb darmstadt]. – Die Adreßbücher für 1901 bis 1908 nennen keinen Mieter, nur die Witwe als Eigentümerin. Mit dem formalen Übergang auf die Erben wurde wohl auch der schon länger dort vorhandene Mieter Gebrüder Buschbaum in der Ausgabe 1909 erstmals erfaßt. Das in der Akte HStAD H 36 Darmstadt Nr. 751 vorhandene Schreiben der Gebrüder Buschbaum, datiert vom 26. Juli 1906, nennt in seinem Briefkopf als Adresse die Viktoria­straße 34. Die Flurkarte von 1906 zeigt auf dem Grundstück nur die Baracke. Heute befindet sich dort das Kinderhaus im Johannesviertel.   
  47. Das Adreßbuch für 1910 (Druck Dezember 1909) führt „Gebrüder Buschbaum“ erstmals an der Frankfurter Straße 3 auf. Theoretisch möglich wäre aufgrund des Redaktions­schlusses auch eine Anmietung in den beiden letzten Monaten 1908. Ohne eine weitere Quelle läßt sich auch hierüber nichts Definitives sagen.   
  48. HStAD H 36 Darmstadt Nr. 751. Möglicher­weise hat Thomas Lange bei der Angabe, die „Gebrüder Buschbaum“ hätten auch Heißluft­motoren hergestellt, auf diese Akte über das Findbuch zurück­gegriffen, ohne einen Blick auf das Schreiben zu werfen. Die Akte selbst besteht allein aus dem Schreiben an die Kultur­inspektion und rückseitig auf einer Abschrift eines Antwort­schreibens an die Gebrüder Buschbaum.   
  49. Zu Müllenbach siehe den Reichsanzeiger vom 15. Februar 1895, 17. August 1897 und vom 6. Juni 1911. Die Betriebs­verlagerung nach dem Adreßbuch.   
  50. In der Todesanzeige zu Albrecht Buschbaum im Darmstädter Tagblatt vom 26. Oktober 1910 wird das Trauerhaus in der Alice­straße 19 angegeben [online ulb darmstadt]. Somit können wir davon ausgehen, daß das Adreßbuch für 1904 keinen neuen fehlerhaften Eintrag geschaffen hat.   
  51. Das Unternehmen wurde am 8. Juli 1907 aus dem Handels­register gelöscht, siehe Darmstädter Tagblatt vom 11. Juli 1907 [online ulb darmstadt]. Die Angabe im Reichsanzeiger vom 12. Juli 1907, dies sei am 3. Juli geschehen, scheint ein Abschreib­fehler zu sein. Die Todes­anzeige im Darmstädter Tagblatt vom 29. Januar 1908 [online ulb darmstadt]. Die Annoncen in dem Beiblatt zu den „Fliegenden Blättern“ wurden über die Suchfunktion der Universitäts­bibliothek Heidelberg ermittelt.   
  52. Nachrufe in der Elektro­technischen Zeitschrift Nr. 52 vom 24. Dezember 1931 und in Glasers Annalen vom 15. Januar 1932, Seite V. Weitere Details entstammen einem unver­öffentlichten Manuskript. Die Patente sind bei Espacenet unter der Patent­nummer mit voran­gestelltem DE einzusehen; das Patent für den Fahr­schalter dürfte Siemens und Halske eingereicht haben.   
  53. Weitgehend wortgetreue Übernahme des Nachrufs auf August Buschbaum in Glasers Annalen vom 1. April 1932, Seite XIII. Das Patent ist bei Espacenet einzusehen [online].   
  54. Als Geschäftsführer der Blumentopf­werke in Sufflenheim siehe Reichsanzeiger Nr. 227 vom 25. September 1909 [online].   
  55. Service histoire de la Défense, Caen, Dossier AC 21 P 432039 (nicht eingesehen). Siehe auch den Eintrag in Généafrance.   
  56. Eine Biographie Karl Albrechts zusammenzustellen, wäre eine eigene Aufgabe, die hier jedoch nicht weiter verfolgt werden soll.   
  57. Diese Ausführungen kann frau und man wahr­scheinlich nur verstehen, wenn sie oder er damals dabei gewesen ist. Wiltberger war 1903 Reichtstags­abgeordneter der elsässischen Protestpartei, später des katholischen Zentrums. Münchner Neueste Nachrichten vom 29. Januar 1907 [online bsb münchen].   
  58. Zur Mitarbeit in der Kaukasischen Post siehe Karl August Fischer : Die Kaukasische Post [1944, digitalisat], Seiten 19, 157 und 180.   
  59. Großherzogliches Hessisches Regierungs­blatt 1912, Beilage 27, Seite 262, und 1916, Beilage 4, Seite 29, 1920, Beilage 6, Seite 44. Zentralblatt der Bau­verwaltung Nr. 41 vom 22. Mai 1909 und Nr. 83 vom 12. Oktober 1912. Eisenbahn-Verordnungs-Blatt Nr. 17 vom 20. Mai 1915, Zentral­blatt der Bauver­waltung, Nr. 49 vom 3. Dezember 1924, Seite 438..   
  60. Die genauen Daten werden nur dort angegeben, wo eine Relevanz der jeweiligen Familien­mitglieder besteht. Im Meldebogen von August Buschbaum wird Wilhelmine Elisabeth als „Sohn“ betrachtet. Die Daten zu Karl Buschbaum nach dem Meldeblatt für die polizeiliche Registrierung und die Ausstellung einer deutschen Kennkarte von 1946 in HStAD H 3 Darmstadt Nr. 16451. Albrecht Felix Buschbaum in HStAD Bestand N 1 in Nr. 181 (nicht eingesehen). Luise Buschbaum (falls die Zuordnung stimmt) nach den Hessischen Regierungs­blättern 1920, Beilage 1, Seite 8, 1934, Nr. 14, Seite 99, 1937, Nr. 21, Seite 216, 1938, Nr. 1, Seite 7. – Sollte aus dem Familienkreis eine oder jemand diese Geschichte des Busch­baum'schen Maschinen­baus lesen und mir Unterlagen zur Verfügung stellen können, würde ich mich über eine Kontakt­aufnahme freuen.   
  61. Mir geht es bei meinen mehrfachen Verweisen auf Thomas Lange nicht darum, ihn und seine Unterrichts­materialien zu diskreditieren. Immerhin ist er überhaupt der einzige, der sich ein wenig näher zur Geschichte der Buschbaum'schen Fabriken geäußert hat. Die Ungenauig­keiten, die daraus resultieren, fallen eben auf, wenn man, wie ich, der Sache etwas mehr auf den Grund zu gehen versucht. Ich bin an anderer Stelle ausführlicher darauf eingegangen, was mir sonst noch aus der Darmstädter (Forschungs-) Literatur aufgefallen ist.   
  62. Fritz' Todestag als standesamtliche Nachricht im Darmstädter Tagblatt vom 4. Februar 1933 [online ulb darmstadt]. Seine Witwe wird im Adreßbuch für 1934 mit Redaktions­schluß am 20. November 1933 als in der Frankfurter Straße 22 wohnend geführt. Die Löschung der Firma nach dem Reichs­anzeiger vom 3. Oktober 1933.   
  63. Großherzoglich Hessisches Regierungs­blatt Nº. 41 vom 29. December 1863, Seite 539.   
  64. Intelligenz-Blatt, Beilage zur Aschaffenburger Zeitung, vom 26. März 1870 [online bsb münchen]. Zur Verzögerung Schreiben der Gebrüder Buschbaum vom 28. März 1870 in HStAD G 37 Nauheim Nr. 1500.   
  65. Veröffentlichung aus dem Handelsregister im Darmstädter Tagblatt vom 26. Oktober 1889 [online ulb darmstadt]. Siehe auch den entsprechenden Eintrag im Reichsanzeiger vom 25. Oktober 1889.   
  66. Das Gebrauchs­muster erhielt die Nummer 22325. Es scheint nicht über Espacenet recher­chierbar zu sein. Eine Beschreibung findet sich im Gewerbe­blatt des Groß­herogthums Hessen, Nº 20 vom Mai 1894, Seite 251–252 [=> Google Books]. Den Hinweis auf diesen Text verdanke ich Frau Y.   
  67. Großherzoglich Hessisches Regierungs­blatt 1897, Beilage 30, Seite 234, 1900, Beilage 28, Seite 255, und 1902, Beilage 27, Seite 242.   
  68. Einzusehen bei Espacenet [online].   
  69. Darmstädter Tagblatt vom 6. Februar 1918 [online ulb darmstadt].   
  70. Der Polnische Aufstand in Ober­schlesien und die Mitschuld der Franzosen Mai bis Juli 1921. Das Weissbuch des Kreises Tost-Gleiwitz [online śbc katowice], Seite 32.   
  71. Der Jahrgang 1909 des „Organ“ ist [online ulb darmstadt].   
  72. Auszugsweise abgedruckt als Otto Buschbaum : Vorschläge zur Reform unseres Verkehrs­wesens, in: Allgemeine Zeitung vom 16. November 1919 [online bsb münchen].