Karte zum Fabrikviertel. Industriegleise im Fabrikviertel Darmstadt.

Industriegleise im Fabrikviertel Darmstadt

Der Gleisanschluß Mücksch

Dokumentation

1872 und 1893/94 wurden die beiden ersten Industriestammgleise zum Darmstädter Fabrikviertel eingerichtet. Dieses Fabrikviertel bildete sich mit der Westexpansion der Stadt Darmstadt Ende des 19. Jahrhunderts und in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts heraus. Von den Mitte der 50er Jahre rund dreißig, Anschlußgleisen sind nur noch wenige übriggeblieben.

1954 gründete Franz Mücksch sein Unternehmen auf einem gepachteten Grundstück an der Gräfen­häuser Straße 34. Die Firma expandierte schnell und benötigte mehr Platz. Nach zwei Zwischenstationen in der Gräfen­häuser Straße 80 und 100 zog sie 1967 auf das zwei Hektar große Gelände an der Otto-Röhm-Straße 57 und erhielt den hier beschriebenen Gleis­anschluß. 1975 war das Unternehmen nach eigenen Angaben Darmstadts zweit­größter Großkunde bei der Deutschen Bundesbahn; es wurde Ende 1998 an die TSR Recycling mit Sitz in Bottrop verkauft.

Ende der 1960er Jahre wurde, abgehend vom Anschlußgleis des Bundesbahn-Ausbesserungs­werks auf der Knell, nördlich der Schenckallee ein Anschluß­gleis verlegt, an das drei Firmen, u. a. der Schrotthandel von Franz Mücksch, angeschlossen waren. Siehe hierzu auch die Darstellung zum Industriestammgleis „G“.

Die Bilder für diese Seite hat freundlicherweise Rudi Göckel zur Verfügung gestellt. Es handelt sich um Scans von reproduzierten Papierabzügen. Die Aufnahmen stammen aus dem Zeitraum 1995 bis 2001.


Das tägliche Geschäft

Luftbild des Firmengeländes.

Bild 1: Luftbild des Firmengeländes der Firma Mücksch.

Dieses nicht näher datierte, aber wohl um 2000 herum entstandene Bild zeigt den Schrottplatz der Firma Mücksch von oben. Am linken Bildrand befindet sich die Verbindungs­bahn vom Darmstädter Haupt­bahnhof zum Nord­bahnhof, rechts daneben das Zufahrtsgleis zum Ausbesserungs­werk und der Rangieranlage „Alte Bahnhöfe“. Darunter das Anschlußgleis Mücksch mit geöffnetem Werkstor. Am oberen Bildrand ist zudem das Anschlußgleis Spiefagro (Hessel-Gellert) zu erkennen. Am rechten Bildrand verläuft die Ende der 1960er Jahre errichtete Otto-Röhm-Straße. Wenn wir gedanklich den Geländestreifen unterhalb und entlang der Mauer in der unteren Bildhälfte nach linke verlängern, gelangen wir zur ehemaligen Blockstelle Löcherwiese. Von dieser Blockstelle kenne ich bislang keine Nahaufnahme.

Autoschrott.

Bild 2: Anlieferung von Autoschrott im Mai 1997.

Immerhin noch fünf Güterwagen voller Autoschrott wurden Ende der 1990er Jahre noch angeliefert. In der Mitte des unteren Bildrandes wurde ein Hemmschuh deponiert.

Dosenschrott.

Bild 3: Auffüllen von Dosenschrott im September 1995.

Es wurde natürlich nicht nur Schrott zur Bearbeitung angeliefert, sondern auch zerkleinerter oder zermahlener Schrott zur Weiter­verarbeitung vorbereitet. Der vordere Güterwagen, dessen Aufschrift Bellinzona verrät, daß er aus dem Tessin stammt, steht in der Gleiskurve auf dem Firmengelände. Im Hintergrund wartet ein weiterer Güterwagen auf Abholung.

Schrottverladung.

Bild 4: Schrottverladung, nicht datiert. Auf dem geraden Gleis stehen irgendwann Mitte der 1990er Jahre zwei Güterwagen und warten auf Befüllung.


Endstation für Straßenbahn

Straßenbahnanhänger.

Bild 5: Straßenbahnbeiwagen 153 der HEAG-Baureihe SB 7.

Dieses, wie auch die folgenden Straßenbahnbilder, stammen aus der Mitte der 1990er Jahre. 1994 schaffte die HEAG dreißig neue Niederflur­beiwagen der Baureihe SB 9 an, um die vorhandenen und in die Jahre gekommenen Beiwagen vollständig zu ersetzen. Soweit die Wagen nicht museal erhalten oder für andere Zwecke verwendet wurden, wanderten sie zur Metall­verwertung bei den einschlägigen Händlern, so auch zur Firma Mücksch. Die Bilder sind mit 1994 datiert, jedoch geben Bürnheim / Burmeister als Datum der Verschrottung den 30. Mai 1995 an. 1965 erwarb die HEAG von der Düwag zwölf Fahrzeuge dieses Typs mit den Nummern 151 bis 162.

Straßenbahnanhänger.

Bild 6: Straßenbahnbeiwagen 155 der HEAG-Baureihe SB 7.

Straßenbahnanhänger.

Bild 7: Straßenbahnbeiwagen 173 der HEAG-Baureihe SB 8.

1987 erwarb die HEAG acht Beiwagen aus Bielefeld, um die letzten noch vorhandenen Zweiachser ausmustern zu können. Diese mit den Nummern 171 bis 178 versehenen Fahrzeuge wurden zwischen 1956 und 1961 von der Düwag geliefert.

Straßenbahnanhänger.

Bild 8: Straßenbahnbeiwagen 175 der HEAG-Baureihe SB 8.

Straßenbahnanhänger.

Bild 9: Straßenbahnbeiwagen 176 der HEAG-Baureihe SB 8.

Da die Anlieferung per Gleistransport gewiß zu umständlich, aber mit dem Anschlußgleis in der Kirschenallee durchaus möglich gewesen wäre, wurde der konventionelle Transport per LKW-Tieflader vorgezogen.


Ein ICE und ein Triebwagen

ICE.

Bild 10: Bei diesem hier 1998 schon zerlegt angelieferten Metallhaufen handelte es sich um eine ICE-Fehlkonstruktion.

ICE.

Bild 11: Im Juni 1998 wartete das Aluminium­gerippe auf seine weitere Entsorgung. Der Greifarm des Verschrottungs­krans lugt schon wie ein Damoklesschwert über seiner Beute.

Unbekannter Trieb- oder Beiwagen.

Bild 12: Unbekannter Trieb- oder Beiwagen, wohl eher Eisen- als Straßenbahn, möglicher­weise ein als Turm­triebwagen umgebauter ehemaliger Schienenbus.


Außeneinsätze

Kesselwagen Merck.

Bild 13: Kesselwagendemontage bei Merck, März 1998.

Kesselwagen Merck.

Bild 14: Kesselwagendemontage bei Merck, September 1998.

Güterwagen Merck.

Bild 15: Güterwagendemontage bei Merck, September 1998.

Kesselwagen Merck.

Bild 16: Kesselwagendemontage bei Merck, 2001.

Güterwagen Merck.

Bild 17: Güterwagen zur Schrottentsorgung bei Merck, ebenfalls 2001.

Gleisabbau Ober-Ramstadt.

Bild 18: Ganz konventioneller Gleisabbau am Bahnhof Buchschlag-Sprendlingen, Oktober 1997.

Güterwagen Pfungstadt.

Bild 19: Auch diese Güterwagen entgehen ihrem Schicksal nicht. Drei Bilder, Pfungstadt, September 1997.

Güterwagen Pfungstadt.

Bild 20: Bei Experten geht das ratz-fatz. Im Hintergrund die Gär- und Lagertanks der Pfungstädter Brauerei.

Güterwagen Pfungstadt.

Bild 21: Der Meister und sein Werk.


Literatur


 
 
 
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