Karte zum Fabrikviertel. Industriegleise im Fabrikviertel Darmstadt.

Industriegleise im Fabrikviertel Darmstadt

Spurensuche zwischen Schenckallee und Löcherwiese

Ergänzende Dokumentation zum Industriestammgleis „G“

1872 und 1893/94 wurden die beiden ersten Industriestammgleise zum Darmstädter Fabrikviertel eingerichtet. Dieses Fabrikviertel bildete sich mit der Westexpansion der Stadt Darmstadt Ende des 19. Jahrhunderts und in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts heraus. Von den Mitte der 50er Jahre rund dreißig, Anschlußgleisen sind nur noch wenige übriggeblieben.

Das Industriestammgleis „G“ verlief von der Landwehrstraße am 2000 geschlossenen Ausbesserungswerk vorbei bis zur ehemaligen Blockstelle Löcherwiese. Dieses Industriegleis kann als umfunktioniertes Relikt der bis 1912 betriebenen Einführung der Riedbahn und der Main-Rhein-Bahn in den Ludwigsbahnhof betrachtet werden. Überschneidungen mit der Darstellung Vom Ludwigsbahnhof zum Riedbahnabzweig sind daher unvermeidlich. Abgesehen von einigen Gleisresten an der Landwehrstraße sind bei Abfassung dieser Darstellung Spuren nur noch nördlich des Carl-Schenck-Rings (auch Schenckallee genannt) zu entdecken. Die hier gezeigten Bilder versuchen, diese Reste einzufangen, bevor auch sie gänzlich verschwinden. Sie stammen, sofen nicht anders vermerkt, vom November 2012.


Nördlich der Schenckallee.

Bild 1: Blick auf die Nordseite des Carl-Schenck-Rings mit der ehemaligen Halle der Samengroßhandlung Nungesser und dem Prellbock, der derzeit das Zufahrtsgleis zum Ausbesserungswerk abschließt.

Prellbock und Weiche 521.

Bild 2: Der Prellbock an Weiche 521 mit (fast) allen notwendigen Utensilien, um einen Bahnübergang technisch einwandfrei überqueren zu können. Rechts neben den Gleisen die Kleingarten­anlage der Bundesbahn, die sich zum Teil auf der früheren Gleistrasse der Strecken nach Worms und Mainz befindet.

Eingangstor zur Kleingartenanlage.
Prellbock Schenckallee.

Bild 3 (links): Eingang zur Bundesbahn-Kleingarten­anlage Sensfelder Weg / Schenckallee. Die Deutschland­fahne macht die Anlage auch nicht schöner.

Bild 4 (rechts): Der Gleisabschluß an der Schenckallee mit Rautentafel, Haltzeichen für die Rangierabteilung, dem Schlüssel­schalter zum Bedienen der Warnblink­anlage des Bahnüber­gangs und der Weichenhebel für Weiche 521. Im Hintergrund der eingemauerte Entsorgungshof des städtischen Müll- und Entsorgungs­betriebes EAD und einer der beiden Winkeltürme, die als Schutzbunker kurz vor oder im Zweiten Weltkrieg gebaut wurden.

Trapeztafel.
Prellbock.

Bild 5 (links): Trapeztafel vor dem Bahnübergang. Auf der gegenüber liegenden Straßenseite liegen gestapelte Gleisjoche. Aufnahme vom August 2008.

Bild 6 (rechts): Prellbock mit noch vorhandener Signaltafel Sh 2, aufgenommen im Juni 2008.

Signal Sh 2.
Schlüsselschalter für die Signalanlage.

Bild 7 (links): 2008 war das ehemalige Anschlußgleis noch ordnungsgemäß mit einer Signaltafel Sh 2 abgeschlossen. Inzwischen ist dieser Abschnitt bis zur ehemaligen Blockstelle Löcherwiese derart von kleinen Bäumchen und Brombeer­ranken zugwuchert, daß sich hierhin ohnehin keine Lok mehr verirren wird. Manchmal werden an der Löcherwiese Güterwagen abgestellt. Sollten sich diese einmal losreißen, werden sie sich kaum durch ein Schutzhalt­signal beeindrucken lassen. Insofern mag es ruhig fehlen.

Bild 8 (rechts): Schlüsselschalter für die Signalanlage. Normalerweise war der Bahn­übergang durch zwei im Gleisbett verlegte Sensoren gesichert. Wurden jedoch die Gleis­anschlüsse über die Weiche 521 angefahren, mußte das Warnlicht des Bahn­übergangs manuell ein- und ausgeschaltet werden. Rechts neben dem Schalter steht auf eigenen Schild die Anweisung: „RS-Schlüssel solang umgedreht lassen, bis Rangierarb. im Bereich des Bü beendet.“

Schwellennagel.
Weiche 521.

Bild 9 (links): Schwellennagel mit Einprägung „76“ am Prellbock.

Bild 10 (rechts): Weiche 521.

Walzzeichen.

Bild 11: Walzzeichen auf dem Zufahrtsgleis zum Ausbesserungs­werk: „RSW 1925“, gefertigt von den Rheinischen Stahlwerken aus dem 1905 nach Duisburg eingemeindeten Meiderich.

Bahnfernsprecher.
Toreinfahrt.

Bild 12 (links): Bahnfernsprecher neben der Weiche zum Anschluß Nungesser. Links im Hintergrund der zweite Winkelturm.

Bild 13 (rechts): Ehemaliges Anschlußgleis zur Spiefagro mit Werkstor.

Gleis Mücksch.
Geschwindigkeitstafel.

Bild 14 (links): Ladegleis auf dem Mücksch-Gelände.

Bild 15 (rechts): Geschwindigkeitstafel auf dem Stammgleis oberhalb des Spiefagro-Anschlusses.

Walzzeichen.

Bild 16: Walzzeichen auf dem Zufahrtsgleis zum Ausbesserungs­werk: „G M W OSNABRUECK 1930“, gefertigt von den Georgs-Marien-Werken im Landkreis Osnabrück.

Walzzeichen.

Bild 17: Walzzeichen auf dem Zufahrtsgleis zum Ausbesserungs­werk: „KRUPP 1930“. Möglicherweise Zweitverwertung. In der Nähe gibt es auch Schienen mit den Prägejahren 1949 oder 1958.

Schwellennagel.
Schwellennagel.

Bild 18 (links): Schwellennagel von 1981 auf dem Anschlußgleis Mücksch.

Bild 19 (rechts): Schwellennagel aus dem Jahr 1960 nahe der ehemaligen Blockstelle Löcherwiese. Die Schwellen­nägel aus dem Bereich zwischen Schenckallee und Löcherwiese, inklusive der Anschlußgleise, umfassen den Zeitraum von 1957 bis 1981. Während die älteren Exemplare eher auf dem Zufahrtsgleis zu den „Alten Bahnhöfen“ zu finden sind, befinden sich jüngere Ausprägungen vor allem auf dem Anschlußgleis zur Firma Mücksch. Davon ausgehend, daß dieses Gleis etwa 1968 errichtet wurde, werden mit den jüngeren Nägeln wohl eher Tränkungs­daten als Schwellen­einbauten bezeichnet worden sein.

Winterbild mit Fernsprecher.

Bild 20: Und mit einem winterlich angehauchten Bild mag dieser Überblick auf die eher unspektakulären Fund­stücke zu Ende gehen.


 
 
 
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