Fabrik. Blick auf das Fabrikgelände. Quelle: Adreßbuch 1908.

Die Maschinenfabrik und Eisengießerei

Weshalb das Unternehmen scheitern mußte

Das seit 1837 als Buschbaum & Comp. bestehende und 1844 zur Maschinen­fabrik und Eisengießerei in Darmstadt umfirmierte Unternehmen wurde mit Unterstützung der ebenfalls in Darmstadt ansässigen Bank für Handel und Industrie 1857 in eine Aktien­gesellschaft umgewandelt. Die Liquidation des Unternehmens wurde mit der General­versammlung am 21. Dezember 1878 eingeleitet.

Arthur Uecker hat eine Interpretation des Scheiterns in die Welt gesetzt, wonach sich das Unternehmen mit einer Vielzahl von Produkten bei kleinteiliger Herstellung verzettelt habe. Was hier als Grund erscheint, ist jedoch Folge eines viel tiefer liegenden Problems, das schon mit der Gründung der Aktien­gesellschaft zutage getreten ist. Das konnte Arthur Uecker nicht wissen, weil ihm der Zugang zu den entsprechenden Dokumenten gefehlt hat.


Dieses Schlußwort zur Geschichte der Maschinenfabrik und Eisengießerei folgt dem letzten und neunzehnten Kapitel, in dem die Nachfolge­unternehmen auf dem Fabrikgelände an der Blumenthal­straße vorgestellt werden. Angefangen von den aus Bockenheim stammenden Gebrüdern Seck, der daraus hervor­gegangenen Mühlenbau­anstalt, die von Luther aus Braunschweig übernommen wurde, bis hin zur Bahnbedarf A.-G. wird der Zeitraum von etwa 1885 bis 1945 abgedeckt.

Résumé

Rund 75 Jahre lang bestimmten die Werkstätte des Mechanikus Hekor Rößler und die daraus hervorgegangene Maschinenfabrik und Eisengießerei die industrielle Entwicklung Darmstadts wesentlich mit. Der noch sehr handwerkliche Betrieb des über die Grenzen Darmstadts hinaus bekannten und gerühmten Mechanikus existierte immerhin ein Viertel­jahrhundert, bis Hektor Rößler 1832 sein Etablissement schließen mußte. Soweit erkennbar, bestand die einzige ernsthafte lokale Konkurrenz in der Werkstatt des späteren Stadtbau­meisters Johannes Jordan. Als Rößler seine Werkstätte schloß, wurde dies in Darmstadt als großer Verlust wahrgenommen (Kapitel 1).

Doch schon fünf Jahre später eröffnete Roßlers früherer Werkmeister Johann Ludwig Buschbaum auf dem Rößler'schen Anwesen vor den Toren der Stadt eine kleine Fabrik. Der ursprüngliche Zweck bestand wohl haupt­sächlich in der Fertigung von Münzpräge­maschinen, dürfte jedoch alsbald darüber hinausgegangen sein. Zu der kleinen Fabrik gehörte von Anfang an eine Eisengießerei, die über drei Kupolöfen verfügte und damit den Eisenguß in Darmstadt und Umgebung dominierte. 1843 stieg August Wernher in das Unternehmen ein und es war irgendwie folgerichtig, wenn auch die Umstände durch Dokumente nicht näher belegbar sind, daß der Mitbegründer und Namensgeber der Maschinen­fabrik Buschbaum & Comp. ein Jahr später ausstieg – oder wohl eher: herausgedrängt wurde (Kapitel 2).

Die kleine Fabrik entwickelte sich. Wenn sie Mitte der 1840er Jahre in der Eisengießerei rund 25 Arbeiter beschäftigte, so dürften es in der eigentlichen Maschinenfabrik je nach Auftragslage durchaus noch einige mehr gewesen sein. Das ist für die Verhältnisse im Groß­herzogtum Hessen sicherlich ein Großunternehmen gewesen, aber die Musik des industriellen Fortschritts spielte, auch in ganz anderen Dimensionen, woanders. Nichts­destotrotz konnte sich die Fabrik halten, zumal der Güterverkehr nur ansatzweise entwickelt war. Die großen Eisenbahn­bauten standen noch bevor. Dennoch gab es in den 1850er Jahren ein Problem. Just zum Zeitpunkt der Münchener Industrie­ausstellung 1854 war der Eigentümer der Fabrik, der nunmehrige Münzrat Hektor Rößler, ein Dreiviertel­jahrhundert alt und die Nachfolge war nicht geregelt. Möglicher­weise bestand das Motiv, in München auszustellen, weniger in der Präsentation der Werkstücke als vielmehr darin, einen Käufer zu finden (Kapitel 5).

Die Ironie der Geschichte will es, daß der Käufer aus Darmstadt kam und gleichzeitig die Konkurrenz ins Haus holte. Die Hessische Ludwigsbahn, an der die Bank für Handel und Industrie finanziell engagiert war, sollte eine Eisen­bahnlinie von Bingen über Mainz und Darmstadt nach Aschaffenburg bauen und dadurch den Anschluß an die Eisenbahnen im Rheinland und Ruhrgebiet auf der einen und nach Bayern auf der anderen Seite herstellen. Dies verbilligte die Transport­kosten erheblich und ermöglichte es der wesentlich entwickelteren Industrie des Rheinisch-Westfälischen Industrie­gebietes, den hessischen Markt zu infiltrieren. Die Ludwigsbahn benötigte 1856 eine Lokomotiv- und Wagenwerk­stätte in Darmstadt, solange die Eisenbahn­brücke über den Rhein bei Mainz noch nicht fertig­gestellt war. Hier kam die durch einschlägige Kontakte und Lieferungen im Eisenbahn­wesen bewanderte Maschinen­fabrik ins Spiel. Sie wurde aufgekauft, in eine Aktien­gesell­schaft umgewandelt und damit größer aufgestellt, um die neuen Anforderungen abdecken zu können. In diesem Moment stieg die Ludwigsbahn wieder aus und die Maschinen­fabrik mußte vollkommen auf eigenen Füßen stehen. Anders ausgedrückt: sie wurde zunächst mit einem festen Standbein ausgestattet, war deshalb unempfindlich gegen konjunkturelle Schwankungen und konnte sich nach und nach ein Spielbein verschaffen. Als dann das Standbein gleich wieder wegbrach, war die Maschinen­fabrik dem Spiel der Kräfte des Marktes ausgeliefert. Das sollte Folgen haben (Kapitel 7).

Die Maschinenfabrik fand zunächst ihre Nischen. Hier eine Dampfmaschine, dort eine Dampframme, hier eine Lokomobile und dort eine Förder­maschine für den Bergbau. Mehr schlecht als recht überstand man die 1860er Jahre, obwohl die geringe Kapitaldecke von 250.000 Gulden dem Unternehmen schon nach wenigen Jahren fast zum Verhängnis geworden wäre. Nur durch das erzwungene Nach­schießen von weiteren 150.000 Gulden in Prioritäts­aktien konnte das Überleben gesichert werden. Die Arbeiterzahl stieg indessen auf bis zu 280 Beschäftigte (Kapitel 9).

Ende der 1860er Jahre zog die Konjunktur als Gründerboom an, der durch die französischen Reparations­zahlungen noch befeuert wurde. Gleichzeitig wurde in Eisenbahn­akten spekuliert, was einen wahren Bauboom auslöste. Die Maschinenfabrik sah ihre Chance, eine von ihr mitentwickelte Nische ausfüllen zu können. Schon zu Beginn der 1860er Jahre war sie neue Wege gegangen und hatte die ersten Bauzug­lokomotiven entwickelt und gebaut. Wenige zunächst. Aber der Eisenbahnbau beförderte die Entscheidung, sich auf diesen Sektor zu spezialisieren. Der Markt schien groß genug zu sein, so daß selbst Konkurrenten wie die Maschinenbau­gesellschaft Heilbronn, Hagans oder Krauß die Geschäfts­aussichten nicht schmälerten. Dennoch blieben die Fertigungs­kapazitäten bescheiden, so daß die Maschinenfabrik so manchen Auftrag aufgrund der vollständigen Auslastung des Betriebes ablehnen mußte. Auch hier rächte sich die zu geinge Kapitaldecke; der Umfang des Betriebes konnte nicht aufgestockt werden. Ohnehin waren zehn bis zwölf kleine Lokomotiven, die jährlich produziert und ausgeliefert wurden, nichts im Vergleich zu den Platzhirschen im Lokomotivbau, die Hunderte großer Maschinen pro Jahr durch ihre Arbeiter­heere herstellen lassen konnten (Kapitel 10).

Die Geschäfte entwickelten sich in der sich überhitzenden Konjunktur prächtig. Der Wiener Börsenkrach traf das Unternehmen 1873 dann ganz empfindlich; der Bauboom im Eisenbahnwesen brach zusammen. Es wurden weniger Bauzug­lokomotiven benötigt; und auch der Bau von Tender­lokomotiven für Sekundärb­ahnen entwickelte sich nicht wie gedacht. Nachdem alle Aufträge des Gründerbooms abgearbeitet waren, begann das Darben. Man war auf jeden Auftrag angewiesen, den man erhaschen konnte, doch die Konkurrenz war groß. Neue Unternehmen waren entstanden, andere hatten ihre Fertigungs­kapazitäten drastisch erhöht. Wer über genügend Kapital verfügte, konnte die schlechten Zeiten zwar mit Verlusten, aber immerhin, zu überwinden hoffen. Kampfpreise waren bei Ausschreibungen an der Tagesordnung, um wenigstens die laufenden Kosten abfangen zu können. Die Maschinenfabrik mit ihrem begrenzten Kapitalstock kam alsbald ins Schleidern und sie mußte sich bei mehreren Banken verschulden (Kapitel 16).

Arthur Uecker hatte in seiner 1928 als Buch erschienenen Dissertation zur Industrialisierung Darmstadts als Ursache des Scheiterns der Maschinen­fabrik ihre zu diverse Produktion ausgemacht.

„Markant ist neben dem relativ großen Umfange der Produktion ihre außer­ordentliche Mannig­faltigkeit. Die Bedeutung dieses Werkes liegt keineswegs auf dem Gebiete der Massen­produktion, vielmehr geht aus den beiden Aufstellungen mit Deutlichkeit hervor, daß hier nach unseren heutigen Begriffen noch eine Herstellungs­weise mit relativ geringer Arbeits­teilung vorliegt, insofern, als von einer großen Arbeiterzahl nicht weniger als (im Jahre 1875) über 24 verschiedene Produktions­arten in jeweils geringer Zahl hergestellt wurden, so daß die für eine Herstellung großen Stils in heutiger Zeit typische Konzentration des Produktions­apparates auf relativ wenige Produkte in jener Zeit noch nicht vorhanden ist.“ [1]

Es ist hier jedoch zu fragen, ob Ueckers Überlegungen auf einen Zeitraum von einem halben Jahrhundert zuvor sinnvoll anzuwenden sind. Die Konzentration und Zentralisation des Kapitals hatte vor der Gründerkrise noch lange nicht die Dimensionen angenommen, wie sie im Krisenprozeß der Weimarer Republik insbesondere für die Schwerindustrie typisch war. Zudem war das Großherzogtum Hessen industriell ein Nachläufer und besaß schon von daher nicht die Fertigungstiefe weiter entwickelter Regionen. Wie in den meisten Fällen, auch außerhalb Darmstadts, sind die Fabriken aus einfachen Werkstätten entstanden und haben so zunächst auch das Handwerkliche und Mannigfaltige mit übernommen. Dies alleine ist demnach kein wirklicher Grund für das Ende 1878 mit Einleitung der Liquidation des Unternehmens eingestandene Scheitern. Allenfalls ist zu bemerken, daß es der Maschinenfabrik nicht wirklich gelungen war, sich zu spezialisieren und die Produktions­palette zu konzentrieren. Doch den Ansatz hierzu gab es mit dem Bau von kleinen Lokomotiven. So erfolg­versprechend er zu sein schien, so kurzlebig war der Erfolg. Nach 1873 standen die Zeichen auf Sturm und dann mußte man jeden Auftrag annehmen, den man überhaupt ergattern konnte. Die Anzahl der gefertigten Maschinen und Produkte konnte, so gesehen, nicht verkleinert werden

Hier müssen wir nochmals auf die Umstände der Enstehung der Aktien­gesellschaft zurückgreifen. Mit dem angedachten Standbein der Auftragsarbeit für die Hessische Ludwigsbahn war ein Moment vorhanden, das über die Krise hinweghelfen konnte. Auch wenn 1857 nicht abzusehen war, daß die Eisenbahn­gesellschaft auf dem rechts­rheinischen süd­hessischen Gebiet weitere Eisenbahn­strecken erbauen sollte, und somit auch nicht abzusehen war, daß das Standbein eher noch ausgebaut werden konnte, so wäre dies im Nachhinein betrachtet geradezu folgerichtig gewesen. Insofern ist die Entscheidung der Darmstädter Bank und der übrigen Gründer, im Aktionärsstatut eine massive Erhöhung des Aktienkapitals vorzusehen, als vorausschauend zu betrachten. Jedoch werden Aktionäre das Kapital nur dann erhöhen, wenn dies nicht ihre Dividende drückt. Weniger Gewinn auf mehr Aktien zu verteilen, ist kein sinnvolles kaufmännisches Handeln. Folglich fiel es den Aktionären 1862/63 nicht leicht, den massiven Geschäftsverlust der Vorjahre mit frischem Kapital aufzufangen. Schon hier hätten sie sich entscheiden können, das Kapitel Maschinenfabrik, bzw. das hierin versenkte Kapital weitgehend abzuschreiben. Jedenfalls – in dem Moment, wo man hätte expandieren müssen, um bei laufender Konjunktur für die Zukunft zu planen, war die Bereitschaft, frisches Kapital zu investieren, nicht vorhanden. Und dieses Kapital wurde dann einfach in den Krisenjahren ab Mitte der 1870er Jahre aufgefressen.

Ueckers Bemerkung greift demnach zu kurz. Er geht von dem aus, was überliefert vorliegt, und das sind hauptsächlich die Berichte der Groß­herzoglichen Handelskammer in Darmstadt. Wirklich geforscht hat Uecker im Rahmen seiner wissen­schaftlichen Abschlußarbeit nicht. Seine Dissertation ist weitgehend eine Fleißarbeit mit vielen abgeschriebenen Informationen. Zugute zu halten ist ihm, daß das Wissen über die Maschinen­fabrik in den 1920er Jahren vollkommen verblaßt war und er nicht über die Recherche­möglichkeiten einer sich digitalisierenden Welt verfügt hat. Deshalb ist seine Beobachtung nicht falsch, aber sie kratzt nur an der Oberfläche.

Enrscheidend war der Konstruktions­fehler des Unternehmens. Kein Standbein, eine zu geringe Kapitaldecke und eine Spezialisierung, mit der man einige Jahre später auf dem falschen Fuß erwischt wurde. Alles andere ist davon abgeleitet. Nur Ansätze von Massen­produktion und viele Produkte als Lückenfüller, wenn gerade einmal keine Lokomotive benötigt wurde. Anzumerken ist hierbei allerdings auch, daß manche Produkte der großen Palette miteinander verwandt waren. Dampfkessel, Dampfmaschinen, Dampframmen, Lokomobile und Lokomotiven liegen nicht so weit auseinander, so daß hier durchaus Synergieeffekte in der Produktion anzunehmen sind. Die Hälfte der 24 bei Uecker erwähnten Produkte fällt hierunter. So ganz disparat war das Portefeuille demnach nicht, wie es nach Uecker zu sein scheint.

Mit einer besseren Kapital­ausstattung hätten die Aktionäre der Maschinenfabrik noch einige Jahre „überwintern“ können. Es ist irgendwie auch hier ironisch, daß die Bank und die übrigen Aktionäre just in dem Moment den Laden zumachten, als die Konjunktur langsam wieder anzog. Doch sie gingen einen anderen Weg und hofften, ihr Kapital durch einen dosierten Ausverkauf zu retten. Die Rechnung ging nur bedingt auf. Denn wo Aas gerochen wird, sind die Aasgeier nicht fern, die sich ihr Schnäppchen erhoffen. Insofern ist es wenig verwunderlich, daß die letzten Reste des mobilen wie immobilen Kapitals der Gesellschaft erst zu Ende des 19. Jahrhunderts verwertet waren, nämlich dann, als die Süddeutsche Immobilen­gesellschaft das letzte Grundstück im nunmehrigen Blumenthal­viertel abstoßen konnte (Kapitel 17).

Wie schon angedeutet: wenige Jahrzehnte später war nicht nur die Maschinenfabrik Geschichte, sondern auch das Wissen um sie verschwunden. Folglich geisterten in der moderneren Forschung zur Darmstädter Industrialisierungs­geschichte nur vage und mitunter auch vollkommen falsche Vermutungen herum. Diese auf neunzehn Kapitel angewachsene Arbeit soll diesem Forschungs­stand auf die Sprünge verhelfen und zugleich das Augenmerk darauf richten, wie viel es noch zu entdecken gibt, wenn frau und man den Blick von einer Geschichts­forschung wie -schreibung losreißt, die das Narrativ der herrschenden Eliten fortschreibt. In Darmstadt gibt es mehr zu entdecken als großte Forscher und kleine Industrielle, wie es die bisherigen Darstellungen nahelegen. Es gibt auch eine Geschichte des Widerstandes gegen die kapitalistische Zurichtung und überhaupt erst noch das Alltagsleben der subalternen Klassen wieder­zuentdecken. Doch dies ist eine Aufgabe, die meine Möglich­keiten und Kapazitäten übersteigt. Dies sollte eher eine kollektive Aufgabe netzwerk­artig verbundener Frage­stellungen und emanzipatorisch denkender und handelnder Personen sein. Diese Arbeit ist wohl eher nicht in den alther­gebrachten Institutionen der Darmstädter Gelehrsamkeit zu leisten, denn sie wird der Lust am Aufdecken der eigenen Vorgeschichte frei von akademischen Graden und interesse­geleiteten Forschungs- und Förder­mitteln verpflichtet sein.

Trivia

Außer in den Beständen der ULB Darmstadt und einzelner Darmstädter Archive sind nur wenige Dokumente und Gegenstände aus dem gewiß früher umfangreichen Bestand der Maschinenfabrik und Eisengießerei bekannt. Ab und an tauchen derartige Dokumente und Gegenstände bei Auktionen auf und verschwinden anschließend wieder in irgendwelchen privaten Sammlungen.

Das Hessische Wirtschaftsarchiv Darmstadt verfügt über die Aktie Nr. 453, die 1859 ausgegeben wurde. Diese Aktie wurde in mehreren Publikationen vorgestellt und in Kapitel 7 abgebildet. [2]

Aus der Vorgeschichte des Unternehmens stammt ein von Hektor Rößler konstruierter und vielleicht auch von ihm selbst gefertigter Theodolit. Dieser wurde 2014 für 2.500 Euro vom Förderkreis Vermessungs­technisches Museum e. V. in Dortmund erworben.

Eine Preismedaille der Landesgewerbe­ausstellung 1861 in Darmstadt mit der Randschrift Maschinenfabrik und Eisengießerei wurde 2017 von der Wesrfälischen Auktions­gesellschaft für 200 Euro versteigert. Unklar ist, ob es sich um die Medaille handelt, die das Unternehmen „errungen“ hat, oder ob es eine Medaille ist, welche das Unternehmen eigens für diese Ausstellung gegossen hat.

Im Herbst 2020 tauchte auf dem portugiesischen Ableger von ebay die Preismedaille auf, die Buschbaum & Comp. 1839 auf der Darmstädter Gewerbe­ausstellung verliehen worden war. Wie mag sie dort nach einhundert­achtzig Jahren hingelangt sein? Ich konnte jedenfalls nicht widerstehen …

Vorderseite.
Rückseite.

Bild 02.03 und 02.04: Die Silbermedaille für „Lud. Buschbaum & in Darmstadt“ zeigt auf der Rückseite das „Logo“ des 1836 gegründeten Hessischen Gewerbe­vereins, nämlich die Rößler'sche Dampf­maschine in der Münze. Der Durch­messer beträgt 51 mm.

Ein 1871 abgesandter Geschäftsbrief der Maschinenfabrik an die Gebrüder Reubold als Betreiber des Weilbacher Eisenwerks bei Miltenberg wurde 2018 über ebay für € 5,50 verkauft. Der Händler inserierte es wegen der Briefmarke; nur aus dem beschreibenden Text war erkenntlich, daß wir hier ein Dokument der Maschinenfabrik vorliegen haben. Da der Brief, wenn auch in schlechter Scanauflösung, abgebildet war, ist er zumindest dem Inhalt nach der Nachwelt erhalten. Er liegt in Transkription in Kapitel 13 vor.

Louis Ran (1829–1880), der zuletzt als Betriebs­ingenieur bei den Budapester Gaswerken gearbeitet hat, absolvierte Mitte/Ende der 1840er Jahre die höhere Gewerbeschule in Darmstadt und trat anschleüend zum Erwerb praktischer Kenntnisse in die Maschinenfabrik und Eisengießerei ein. Lange kann er dort nicht gewesen sein, denn 1856 wechselte er nach drei weiteren Stationen ins Gasfach. [3]

Mathias (auch: Matija) Antolec (1849–1894), zuletzt Architekt und Bauingenieur in Zagreb (damals österreichisch Agram), soll 1872 als selbständiger Architekt und Bauleiter für die Maschinenfabrik und Eisengießerei tätig gewesen sein. [4]

Das als Bürogebäude und auch als Wohngebäude der Direktion genutzte ehemalige Neue Chausseehaus steht, wenn auch mehrfach umgebaut und verschieden gewidmet, immer noch an der Ecke der Frankfurter und der Kahlertstraße. Es ist 2021 zweihundert Jahre alt geworden, aber das Jubiläum wurde im schläfrigen Darmstadt … nunja, verschlafen. So eine Mathildenhöhe bringt eben auch einen ganz anderen Extra­mehrwert (Kapitel 18).

Es bleiben im Detail noch eine Reihe zu klärender offener Fragen.

Anmerkungen

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