Tafel zu Posten 85. Verrostete Tafel zur Anzeige des Postens 85 an der Bergschneise.

Die Riedbahn von Darmstadt nach Goddelau

Bahnübergänge, Posten und Bahnhäuser

Übersichtsseite

1869 wurde die Riedbahn zwischen Darmstadt und Worms eröffnet. Die heutige Riedbahn mit ihrem Hauptverlauf von Mannheim nach Frankfurt wurde erst zehn Jahre später errichtet. Dokumentiert wird auf meinen Riedbahn-Seiten der Streckenabschnitt zwischen Darmstadt und Goddelau.

Zwischen den Bahnhöfen in Goddelau und Darmstadt kreuzten Dutzende Straßen, Feld- und Waldwege die Strecke. Sie abzusichern war Aufgabe von Schrankenwärtern und manchmal auch Schrankenwärterinnen. Mit ihren Familien lebten und wohnten sie in den Bahnhäusern entlang der Strecke, von denen einige, wenn auch umgebaut, heute noch vorhanden sind. Diese Seite versucht, eine Übersicht über bekannte und unbekannte Schrankenposten entlang der Riedbahn zu geben. Diese Übersicht muß mangels ausreichenden Quellen- und Archivmaterials unvollständig bleiben.

Folgende Posten werden an anderer Stelle ausführlicher vorgestellt:


Die neun Bahnwärterhäuser

Ausschreibung.
Abbildung 1: Ausschreibung.

Am 24. Juli 1872 veröffentlichte die Darmstädter Zeitung eine Ausschreibung für neun „definitive“ Bahn­wärterhäuser. Aufgrund des vorgegebenen Kostenrahmens von 3.203 Gulden und neun Kreuzern pro Gebäude ist von einem Typenbau auszugehen. Das Grundmuster ist auf einzelnen Aufnahmen noch gut zu erkennen. Um 1970 herum waren noch acht dieser Häuser vorhanden, 2020 sind es nur noch drei (68, 70 und 74); und diese drei sind modernisiert und dabei um- und ausgebaut worden.

Es sind: Bahnhaus 68 auf dem Feld zwischen Wolfskehlen und der Chaussee nach Griesheim, Bahnhaus 70 an der Wolfskehler Chaussee, Bahnhaus 74 an der heutigen Straße nach Büttelborn, Bahnhaus 78 im Nordosten von Griesheim, Bahnhaus 79 an der Chaussee von Darmstadt nach Mainz, Bahnhaus 81 am Dornheimer Weg, Bahnhaus 83 beim Waldstück „Tanne“ und Bahnhaus 84 an der Verbindungsstraße von Darmstadt nach Weiterstadt.

Das neunte Bahnhaus, Nummer 85, stand aufgrund der über­örtlichen Bedeutung an der Straße von Darmstadt nach Gräfenhausen. Es ist als „B.W.“ bezeichnet auf Meßtisch­blättern der 1880er Jahre zu finden.

Der Geschäftsbericht der Hessischen Lidwigsbahn für 1872 führt aus, daß in „den Gemarkungen Darmstadt, Weiterstadt, Griesheim und Wolfskehlen im Ganzen neun Bahn­wärterhäuser in Angriff genommen [wurden] und mehrere hiervon unter Dach gebracht.“ Im Geschäftsbericht für das Folgejahr wird dann der Vollzug vermeldet. Das einzige Bahnhaus auf Darmstädter Gemarkung wäre dann Nummer 85 gewesen. [1]

Schauen wir nunmehr in das Darmstädter Adreßbuch. Es führt erstmals 1900 überhaupt den Gräfenhäuser Weg auf, und dort nur die ersten beiden Gebäude nahe der Windmühle. Erst 1904 wird auch eine Hausnummer 200 und zwar ausdrücklich als Bahn­wärterhaus erwähnt, mit dem Eigentümer Königlich Preußische und Großherzoglich Hessische Eisenbahn­gemeinschaft. Als Bahnwärter wird ein Ludwig Brunner genannt. Mit Hilfe dieses Namens finden wir im Adreßbuch für 1903 den Eintrag „Brunner, Ludwig, Bahnwärter, Pallas­wiesenstr. 119. (Bahn­wärterhaus 85.)“ Ganz offensichtlich wurden die Häuser und anderen Einrichtungen entlang des Gräfenhäuser Weges der Pallas­wiesenstraße zugeschlagen, und zwar nummernmäßig willkürlich eingeordnet.

Damit wir dieses Bahnhaus nicht ganz so einfach in die Vergangenheit zurückverfolgen können, wurden die Häuser entlang der Pallas­wiesenstraße kurz nach 1890 komplett neu durchnumeriert. Der Grund liegt in der Verlängerung dieser Straße von der Frankfurter Straße zum Schloß­gartenplatz; und deshalb gab es eine neue Starthaus­nummer 1. Somit finden wir das Bahnwärter­häuschen der Hessischen Ludwigsbahn 1890 als Pallas­wiesenstraße 85 mit dem Bahnwärter Jakob Schuchmann wieder. Beide werden erstmals 1876 erwähnt. Der letzte dort beschäftigte Bahnwärter Heinrich Stromberger wird hier 1914 zuletzt genannt; er wird in ein anderen Bahnhaus umziehen.

Nun behaupten verschiedene topographische Karten davon abweichend die Existenz von bis zu dreizehn Bahn­wärterhäsern entlang der Strecke. Die Frage ist hier, inwieweit der dort vorzufindene Eintrag „B.W.“ zwingend ein Steingebäude bezeichnet. Möglicher­weise werden hiermit auch einfachere Buden ohne angeschlossenen Wohnraum benannt, wie sie etwa als Posten 63 bei Goddelau vorzufinden waren.

Eine auf 1880 datierte Karte verzeichnet zwei weitere B.W. westlich und östlich des Griesheimer Bahnhofs, also an den Posten 76 Pfützenstraße und Posten 77 Schöne­weibergasse. Da dort zu Beginn des 20. Jahrhunderts jedoch keine Bahnhäuser, sondern nunmehr Stellwerke anzutreffen waren, kann davon ausgegangen werden, daß hier zuvor zwei dieser einfacheren Buden gestanden haben. Die Stellwerke weisen keinerlei Merkmal eines Vorgängerbaus auf; und für den Posten 76 ist die Existenz einer derartigen Bude auch fotografisch belegt. [2]

Eine andere topografische Karte, Hessen Nº. 56 von 1910, wiederum führt zwei weitere B.W. westlich und östlich des Bahnhofs von Wolfskehlen auf, also am Posten 65 an der Fernstraße von Gernsheim nach Groß-Gerau und am Posten 66 Esperweg. Weiter unten werden wir die in Stein gehauene Bude am Posten 65 sehen; und am Esperweg findet sich keine Spur eines einstmaligen soliden Wohngebäudes. Also können wir auch hier von als B.W. stilisierten Buden ausgehen. Allerdings benennt die Karte den Posten 85 nicht mehr, was jedoch darauf zurückzuführen ist, daß sich beim Umbau der Bahnhofs­anlagen von Darmstadt (abgeschlossen 1912) die Streckenführung geändert und somit der Posten 85 an der Straße nach Gräfenhausen seinen Zweck verloren hat.

Posten 62 in Goddelau.

Bild 2: Warten am Bahnübergang Nummer 62 in Goddelau. Heute befindet sich an der Nordseite des Goddelauer Bahnhofs eine geschwungene Unterführung für Fußgänger und Radfahrerinnen. Der Autoverkehr wird über eine Brücke geleitet. Aufnahme: Eva Lorenz, August 1988.

Posten 63 in Goddelau.

Bild 3: Posten 63 befand sich an der Ludwigstraße im Nordwesten von Goddelau. Diese schon in mehreren Publikationen veröffentlichte Aufnahme soll diesen Schranken­posten noch vor Beginn des Ersten Weltkriegs zeigen. Die Häuser im Hintergrund gehören schon zu Goddelau, so daß wir hier am Bahn­übergang zur Darmstädter Strecke stehen. Von den drei Herren rechterhand sind die Namen überliefert: Ludwig Hartung (ganz rechts), Heinrich Hartung und noch ein Heinrich Hartung, der ein Bruder von Ludwig gewesen sein soll. Dem Hartung mit zivilem Strohhut gehörte das Zimmerei­geschäft in der Bahnhofstraße [3]. Quelle: Sammlung Lorenz.

»»  Weitere Aufnahmen aus dem Umfeld der Posten 62 und 63 gibt es im zweiten Teil meiner Serie über die Bahnanlagen zwischen Leeheim-Wolfskehlen und Stockstadt am Rhein.

Posten 64 befand sich auf freier Flur zwischen dem Nordrand von Goddelau und der Fern- bzw. Bundesstraße von Gernsheim nach Groß-Gerau. Da heute auf der Trasse ein Fuß- und Radweg mit viel Buschwerk und Bäumen drumherum angelegt ist, könnte die genaue Lage nur noch anhand alter Flurkarten rekonstruiert werden; bislang habe ich keinen Hinweis auf die Kilometrierung gefunden.

Posten 65.

Bild 4: Der Posten 65 stand an der ehemals durch Wolfskehlen führenden Fernstraße 44, am westlichen Ende der Bahnhofs­anlagen des Ortes. Das Datum der Aufnahme mit dem Schrankenwärter Baumann ist nicht bekannt. Quelle: Sammlung Lorenz, aus dem Bestand des Heimat- und Geschichts­vereins Wolfskehlen.

Posten 66 am Esperweg.

Bild 5: Der Abbau des Postens 66 am Esperweg war schon im Gange, als Albert Roth zu Beginn der 1970er Jahre fotografierte. Quelle: Sammlung Lorenz.

Posten 67 befand sich auf freier Flur zwischen dem Esperweg in Wolfskehlen und dem Bahnhaus 68, um einen weiteren Feldweg über die Gleise zu lassen. Auch hier könnte die genaue Lage anhand alter Flurkarten rekonstruiert werden; bislang habe ich keinen Hinweis auf die Kilometrierung gefunden.

Bahnwärterhaus.

Bild 6: Als ehemaliges Bahnwärter­haus ist dieser Bau inmitten der Wiesen südlich der Wolfskehler Chaussee zu erkennen. Es handelt sich um das Bahnhaus 68, zu dem es mehrere Familienbilder aus den 1950er Jahren gibt.

Posten 69.

Bild 7: Der Bahnübergang 69 ist aufgrund der Kilometrierung 49,3 als Kreuzung der Riedbahn mit einem Feldweg am heutigen Motorsport­platz zu identifizieren. Dort liegt neben einer abgesägten Absperrung seit rund einem halben Jahrhundert ein kleiner Schotterstein­haufen. Ein weiterer Bahnübergang ohne (mir bekannte) Nummer etwa einen halben Kilometer weiter in Richtung Griesheim erhielt im April 1956 eine Anrufschranke.

Posten 70.

Bild 8: Posten 70 bestand aus einem Straßenposten an der Wolfskehler Chaussee und einem Bahnhaus im Zwickel zwischen Riedbahn und Straße.

Die ursprünglich (und seit Mitte der 1970er Jahre auch wieder) schnurgerade von Wolfskehlen nach Griesheim verlaufende Straße wurde zur Querung der Bahnstrecke mit einer Art umgedrehter S-Kurve versehen, um eine fast rechtwinklige Kreuzung zu erhalten. Die Massen­motorisierung der 1950er und 1960er Jahre wirkte sich hierbei in einigen Unfällen aus, weil die dem Geschwindigkeits­rausch verfallenenen Blechpiloten das Hindernis zu spät wahrnahmen. Weitere Bilder und Informationen zum Posten 70 finden sich auf der Seite Posten 70 an der Wolfskehler Chaussee.

Bekanntmachung.
Abbildung 9: Bekanntmachung.

Das Liegenschaftsbuch der Reichsbahn bzw. Bundesbahn für die Gemarkung Griesheim nennt vier Bahnwärter­häuser und eine nicht explizit als solches ausgwiesene Hofreite. Zwei sind, wenn auch zum Teil bis zur Unkenntlichkeit umgebaut, noch vorhanden (70 und 74), drei wurden abgerissen (78, 79 und 81). Von diesen fünf Gebäuden stand das erste ungefähr bei Kilometer 49,7 (Bahnhaus 70), ein als „Bahnwärter­haus 2“ bezeichnetes ungefähr bei Kilometer 51,0 (Bahnhaus 74), ein drittes ungefähr bei Kilometer 52,8 (Bahnhaus 78), ein als „Bahnwärter­haus 4“ bezeichnetes etwa bei Kilometer 53,5 (Bahnhaus 79), sowie eine Hofreite bei Kilometer 54,7 (Bahnhaus 81).

Mit einer im „Neuen Griesheimer Anzeiger“ am 6. September 1924 veröffentlichten Bekanntmachung wies die Griesheimer Bürgermeisterei darauf hin, daß aus Kostengründen die Bahnüber­gänge 72 und 74 nachts geschlossen werden. Da hier die ebenso nachrangigen Bahnüber­gänge 71 und 73 nicht genannt werden, kann daraus vielleicht geschlossen werden, daß selbige schon Mitte der 1920er Jahre außer Funktion waren.

Zwischen dem Posten 70 an der Wolfskehler Chaussee und dem Bahnhaus 74 am westlichen Ortsrand Griesheims muß es für die Land­wirtschaft drei weitere Übergänge gegeben haben. Das Entstehungs­datum des nachfolgenden Bildes ist unbekannt, vermutlich entstammt es den 1960er Jahren. Die von den Pferden geworfenen Schatten verraten eine Aufnahme am Nachmittag, und wir blicken gen Süden.

Westlich von Griesheim.

Bild 10: Westlich von Griesheim, vielleicht auf dem Gewann „Fohlenweide“, befand sich ein Bahnübergang, dessen Nummer (73 ?) offen bleiben muß. Quelle: Stadtarchiv Griesheim, em2009.0154.

Posten 74.

Bild 11: Posten 74 bewachte den Übergang eines Wegs am westlichen Ortsrand von Griesheim, der nach Büttelborn führte. Das Bahnhaus seit den 1960er Jahren umgebaut und steht heute direkt an der westlichen Griesheimer Umgehungsstraße, die rechts zu erahnende Schrankenwärter­bude ist längst Geschichte. Quelle: Stadtarchiv Griesheim, em2008.0066.

Personenzug nach Worms.
Bild 12: Unterwegs nach Worms. Aufnahme: Uwe Breitmeier.

»»  Weitere Bilder und Informationen zur Riedbahn zwischen Wolfskehlen und Griesheim sind auf der Seite Von Griesheim nach Wolfskehlen zu fonden.

Der Übergang 75 war für einen Feldweg zwischen dem Bahnhaus 74 an der heutigen Umgehungs­straße und dem damaligen Stellwerk an der Pfützenstraße bestimmt gewesen.

Uwe Breitmeier war am 22. September 1969 an den Gemüseäckern westlich von Griesheim unterwegs, um eine ganz spezielle Dampflok fotografisch zu „erlegen“. Etwa eine Minute nach planmäßiger Ausfahrt des Zuges aus dem Griesheimer Bahnhof, also gegen 14.08 Uhr, wird er – möglicher­weise in Höhe ebendieses ehemaligen Postens 75 – dem von der Dampflok 65 001 gezogenen Personenzug 3612 von Darmstadt nach Worms begegnet sein.

Posten 76.

Bild 13: Westlich der Griesheimer Bahnhofs­anlagen befand sich Posten 76. Zunächst durch eine einfache Wärterbude, später durch das hier sichtbare Stellwerk wurde der Bahnübergang an der Pfützenstraße gesichert. 1965 erhielt Griesheim aus Anlaß seines 800-jährigen Bestehens die Stadtrecte verliehen; die Kutsche begibt sich zu den Festlich­keiten. Weitere Bilder und Informationen zum Posten 76 finden sich auf der Seite Posten 76 an der Pfützenstraße in Griesheim. Aufnahme zur Verfügung gestellt von Ria Herz.

Posten 77.

Bild 14: Auf diesem Luftbild aus den 1950er Jahren ist die Größe der Griesheimer Bahnhofsanlagen noch gut zu erkennen. Am östlichen Ende kreuzt die Schöneweiber­gasse die Bahnstrecke am durch das Stellwerk markierten Posten 77. Quelle: Stadtarchiv Griesheim, em2008.0081.

Posten 78.

Bild 15: Im Griesheimer Norden wurde die Hofmannstraße über den Bahnübergang 78 geführt. Das Verkehrsschild für eine Tempo 30-Zone läßt die Aufnahme in die späten 1980er Jahre datieren, spätestens 1991 mit dem Abbau der Gleisanlagen. Quelle: Stadtarchiv Griesheim, em2008.0027.

Bahnwärterhaus.

Bild 16: Ein ehemaliges Bahnwärter­haus stand an der nordöstlichen Bebauungs­grenze des Griesheimer Neubau­gebietes und bewachte einst als Posten 78 den Bahn­übergang am Gehaborner Weg.

Die Postennummer 78 für dieses Bahnhaus findet sich noch im Liegenschaftsbuch der Reichsbahn bzw. Bundesbahn für die Gemarkung Griesheim. Die landespolizeiliche Abnahme der Verlegung des Übergangs von Km 52,818 nach Km 52,270 fand am 6. Februar 1925 statt. Das nunmehr als Bahnhaus entwidmete Wohnhaus wurde jahrzehnte­lang weiter bewohnt und 2012 zugunsten eines Neubaus abgerissen.

»»   Eine Übersicht über weitere Griesheimer Bahnanlagen, insbesondere den Bahnhof, ist auf einer eigenen Seite zu finden.

»»  Der nachfolgend vorgestellte Posten 79 wurde Ende der 1950er Jahre von Gerhard Schreiner ausführlich dokumentiert. Dieser Schrankenposten wurde mit dem vierspurigen Ausbau der Straße samt zugehöriger Straßenbrücke 1958 funktionslos und somit aufgegeben. Gerhard Schreiner, dessen Vater wir hier als Schrankenwärter sehen, hat die Bauarbeiten fotografisch begleitet. Heute brettert hier noch mehr Verkehr über die abermals ausgebaute Straße, die nunmehr eine Autobahn ist.

Posten 79.

Bild 17: Posten 79 befand sich an der ehemaligen Bundesstraße 26 von Darmstadt über Groß-Gerau nach Mainz. Rechts der Straße müssen wir uns das zugehörige Bahnhaus vorstellen, das nach mehreren Umbauten zu Beginn der 1990er Jahre abgerissen wurde, um einer Umgehungs­straße Platz zu machen.

Posten 80.

Bild 18: Posten 80 an der Braunshardter Hausschneise diente vorzugsweise dem land- und forstwirtschaft­lichen Verkehr. Die Schranke wurde vom Posten 79 fernbedient, der Bahnübergang selbst nach hartem Kampf zwischen der Gemeinde Griesheim und der Bundesbahn 1960 geschlossen. Als Zeitpunkt dieser Aufnahme sind die Jahre 1956 bis 1960 anzunehmen. Die Aufnahme wurde von Gerhard Schreiner zur Verfügung gestellt.

»»  Mit den Posten 80, 81 und 82 nähern wir uns so langsam Darmstadt. Bilder und Informationen zum Posten 80 und Aufnahmen des Bahnhauses 81 am Dorrnheimer Weg sind auf der Seite Im Weigandsbusch bei Griesheim. zu finden. Aufnahmen der Blockstelle Pallaswiese aus den späten 1960er Jahren gibt es auf der Erkundungs­seite zu Riedbahn in den Pallaswiesen.

Posten 81.

Abbildung 19: Am Bahnwärterhaus des Postens 81 kreuzte der Dornheimer Weg als Verbindungsstraße der Darmstädter Waldkolonie zum Gehaborner Hof die Riedbahn. Der zugehörige Vermessungs­plan zeigt den Zustand des Grundstücks im April 1940. Quelle: Katasteramt Darmstadt.

Posten 82.

Abbildung 20: Die am 6. September 1911 in Betrieb genommene Blockstelle Pallaswiese befand sich in unmittelbarer Nähe zum Bahnübergang Nr. 82 auf dem freien Feld am Rande der Pallaswiesen. Der zugehörige Vermessungs­plan zeigt den Zustand des Grundstücks im November 1936. Quelle: Katasteramt Darmstadt.

Emailleschild Pallaswiese.

Bild 21: Die Namenstafel hat in einem Kellerraum in Darmstadt überlebt.

Bahnhaus 83.

Bild 22: Posten 83 befand sich nördlich der Pallaswiesen und diente dem landwirtschaft­lichen Verkehr rund um die „Tanne“ (die Baumreihe im Hintergrund) als Überweg. Auf diesem Bild der Blumenkohl­ernte 1928 ist das Bahnhaus im Hintergrund links zu erkennen. Der Verlauf der Riedbahn ist anhand der Telegrafen­masten auszumachen. Aufnahme zur Verfügung gestellt aus dem Familienalbum Laumann.

Zur unvollkommenen Überlieferung der Aktenlage gehört eine im Schreiben gestrichene Notiz des hessischen Finanz­ministeriums an das Kreisamt in Groß-Gerau vom 25. Januar 1909, die einen Einblick in den Kampf um die zumindest zeitweise Schließung von Bahnüber­gängen gibt: „Da von dem Wegübergang Nr. 83 in der Gemarkung Weiterstadt aus keine geeigneten Verbindungswege nach den benachbarten Uebergängen bestehen, so sind wir nicht in der Lage die Genehmigung zu der beantragten Schließung der Schranken des genannten Uebergangs zu erteilen.“

Bahnhaus 84.

Bild 23: Posten 84 sicherte die von Darmstadt (links) herführende Weiterstädter (später umbenannt in Mainzer) Straße und nach Weiterstadt (rechts) weitergeleitete Riedbahn­straße ab. Seit 1954 verfügte der Bahnübergang über eine damals hochmoderne automatische Halbschranken­anlage. Der Zeitpunkt der Aufnahme wird mit 1962/63 angegeben; sie wurde von Dieter H. aus Riedstadt zur Verfügung gestellt.

»»  Zum Posten 84 gibt es eine Bilderseite mit weiteren Aufnahmen aus verschiedenen Jahrzehnten. Zum alten Posten 85 an der Straße nach Gräfenhausen sind mir keine Bilder oder Pläne bekannt.

Der nachfolgend vorgestellte neue Posten 85 besitzt eine eigenartige Geschichte. Er bewachte in den 1950er und 1960er Jahren einen Wegübergang an der Bergschneise, direkt unterhalb der westlichen Einführung der Main-Neckar-Bahn in das Darmstädter Bahnhofsvorfeld. Der Posten wurde 1972 geschlossen und in der Nähe der alten Blockstelle Hammelstrift durch ein Drehkreuz ersetzt. Möglicher­weise entsprang dieser Posten dem hier um 1910 errichteten Block­stellwerk. Übrig geblieben sind ein paar Mauerreste und eben diese stark angerostete Tafel, auf der die „5“ noch deutlich zu erkennen ist. Weitere Bilder und Informationen zu diesem Bahnüber­gang finden sich auf der Seite Fragen rund um den Posten 85 an der Bergschneise. Ursprünglich scheint Posten 85 zunächst an der alten Hammelstrift gelegen zu haben, und zwar dort, wo deren ursprüngliche Wegführung die Gleiskurve am Wöhlerweg kreuzt.

Verrostete Postentafel.

Bild 24: Posten 85 bewachte einen Bahn­übergang an der Bergschneise.


Im Anschluß an Posten 84 besaß die ältere Riedbahn­strecke bis etwa 1912 eigene Bahnüber­gänge und Schrankenposten. Ein weiteres Bahnhaus befand sich an der Gräfenhäuser Straße, mindestens ein Übergang an der (damaligen) Hammelstrift in der Nähe der Bergschneise, einen weiteren Bahnüber­gang dürfte das Blockstellwerk an der Hammelstrift abgesichert haben. Am Sensfelder Weg, kurz nach dem Abzweig der Verbindungsbahn, stand ein Bahnwärter­haus, ein weiteres am Löcher­wiesenweg am Rande des 2000 geschlossenen Ausbesserungs­werks an der Knell. Möglicherweise existierte in der Mitte zwischen den beiden Posten ein weiterer Bahnübergang in Höhe des heutigen Carl-Schenck-Rings. Die Kreuzung mit der Pallaswiesen­straße wurde durch Schrankenposten 45 (hier erfolgte die Nummerierung durch die Main-Rhein-Bahn) abgedeckt. Vermutete Postennummern:


Literatur

Anmerkungen

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