Tafel zu Posten 85. Verrostete Tafel zur Anzeige des Postens 85 an der Bergschneise.

Die Riedbahn von Darmstadt nach Goddelau

Posten 68 zwischen Griesheim und Wolfskehlen

Dokumentation

1869 wurde die Riedbahn zwischen Darmstadt und Worms eröffnet. Die heutige Riedbahn mit ihrem Hauptverlauf von Mannheim nach Frankfurt wurde erst zehn Jahre später errichtet. Dokumentiert wird auf meinen Riedbahn-Seiten der Strecken­abschnitt zwischen Darmstadt und Goddelau.

Schon auf Wolfskehler Gemarkung befindet sich inmitten von Wiesen und Feldern ein Bahnwärterhaus, das dem landwirtschaft­lichen Verkehr gedient hat. Dieses Haus wurde 1872 oder kurz darauf als Typenbau errichtet und steht direkt neben dem Kilometerstein 49. Mit Beginn des Winterfahr­plans 1970/71 wurde die Strecke zwischen Griesheim und Goddelau aufgelassen, so daß Bahnüber­gang und Schrankenbude spätestens zu diesem Zeitpunkt ihren Sinn verloren.

»»  Zur Postenübersicht zwischen Goddelau und Darmstadt.


Topografische Karte von 1886.

Abbildung 1: Werfen wir zunächst einen Blick auf eine Topografische Karte von (angeblich) 1886. Am rechten Bildausschnitt markieren die Buchstaben „BW“ den Standort des Bahnhauses 68. Etwa bei Kilometer 48, am Espergraben, muß es ein weiteres Bahnwärter­haus gegeben haben, von dem keinerlei Spuren erhalten sind.

»»  Die Erkundung der Riedbahnstrecke auf dieser topografischen Karte findet auf einer eigenen Seite statt.

Bahnhaus 68.

Bild 2: Aus einem privaten Fotoalbum stammen die nachfolgend gezeigten Bilder, die in den 1950er Jahren aufgenommen wurden. Sie zeigen auf eine eher untypische Weise das Leben am Rande der Eisenbahn. Dieses und die nachfolgenden sechs Bilder verdanke ich Sven Trumpfheller.

Bahnhaus 68.
Wärterbude.

Bilder 3 und 4: Das Bahnhaus aus anderer Perspektive und die Wärterbude mit Besuch.

Arbeit an der Schrankenwinde.

Bild 5: Neben dem Bahnhaus stand die Wärterbude, an der der Wärter die Schrankenwinde bedient und auf das Läutewerk achtet, das den sich nähernden Zug ankündigt.

Vor der Wärterbude.
Das Milchvieh.

Bilder 6 und 7: Als Junge durfte der Vater von Sven Trumpfheller natürlich auch einmal die Schranken bedienen, selbstver­ständlich unter Aufsicht. Für einen Jungen war dies damals etwas ganz Besonderes. Zur Selbst­versorgung eines einsam gelegenen Bahnhauses gehörte neben einigen Beeten auch das eine oder andere Milchvieh, hier eben Ziegen.

An der Schranke.

Bild 8: Zwischen Telegrafen­masten und Wohnhaus diente die Schranke auch ganz profanen Zwecken, zum Beispiel als Sitzbank für ein Bild zu zweit.

Das Bahnhaus heute.

Bild 9: Heute wie damals liegt das Bahnhaus am Rande einer ehemaligen Neckarschlinge. In der Ferne brummt der Verkehr der Bundesstraße 26 und ganz in der Nähe röhren die Motorräder des Motorsport­clubs Wolfskehlen. Männer sind eben nur dann richtige Männer, wenn ihr Männerdasein mit richtig viel Krach verbunden ist.

Kilometerstein 49.

Bild 10: Nur ein Kilometerstein verrät heute noch, daß hier einst vor mehr als einhundert Jahren die Schnellzüge von Darmstadt nach Worms gedampft sind.


Literatur


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