Rangierfahrt auf der Riedbahn.
Die Riedbahn von Darmstadt nach Goddelau
Walter Kuhl
Rangierfahrt auf der Riedbahn.
Auf der Riedbahn.
Hauptbahnhof.
Darmstadt Hauptbahnhof.
Wasserturm am Hauptbahnhof.
Wasserturm.
Uniformen.
Eisenbahnmuseum
Kranichstein.
Bahnwärterhaus.
An der Hammelstrift.

Die Riedbahn von Darmstadt nach Goddelau

Das Stell­werk „Dn“ des Darm­städter Haupt­bahnhofs

Eine Annäherung

1869 wurde die Riedbahn zwischen Darmstadt und Worms eröffnet. Die heutige Riedbahn mit ihrem Haupt­verlauf von Mannheim nach Frankfurt wurde erst zehn Jahre später errichtet. Dokumentiert wird auf meinen Riedbahn-Seiten vor allem der Strecken­abschnitt zwischen Darmstadt und Goddelau.

»»  Das Stellwerk „Dn“ auf OpenStreetMap.

Der 1907/08 begonnene Neubau des Darm­städter Haupt­bahnhofs im Westen der Stadt erforderte eine voll­ständige Neuaus­richtung der Gleis­anlagen auf seinem Nordkopf. Diese Gleis­anlagen wurden bewußt so gestaltet, daß sich die kreuzenden Zugtrassen möglichst nicht ins Gehege kamen. Gleich­zeitig wurde am nordös­tlichen Rand des neuen Bahnhofs ein Güter­bahnhof angelegt. Dessen Zuführung wiederum mußte mit der Logik einer möglichst kreuzungs­freien Gleis­trassierung verknüpft werden. Nur wenige Güter­züge wurden daher direkt aus Mainz-Bischofs­heim oder von der Main-Neckar-Bahn her­kommend direkt in den Güter­bahnhof geleitet. Der Güter­umschlag für Darmstadt fand vorwiegend auf dem großzügig angelegten Güter­bahnhof in Darmstadt-Kranich­stein statt. Von dort rangierten in einer Art Shuttle­verkehr die lokalen Güter­züge hin und her.

Ich danke der Forschungs­gemein­schaft Verkehrs­geschichte e. V. in Reinheim für die Genehmi­gung, die sich im dortigen Archiv befindliche Aufnahme von Ulrich Richter hier verwenden zu können, und dem Darmstädter Vermessungs­amt für die Über­lassung des Luftbildes.


Das Stellwerk

Der Nordkopf des Darm­städter Haupt­bahnhofs wurde kurz vor den Brücken über die Gräfen­häuser Straße vom Stellwerk „Dn“ abgesichert. Dieses Stellwerk scheint weder innen noch außen foto­grafiert worden zu sein, zumindest ist mir keine Aufnahme bekannt. Es handelt sich um ein Weichen­stellwerk vom Typ Einheit und wurde ver­mutlich 1946 nach Kriegs­schäden von VES (Vereinigte Eisenbahn­signalwerke in Berlin) neu aufgebaut . Ulrich Richter trieb sich um 1970 herum mehrfach an den nörd­lichen Ausläufern des Hauptb­ahnhofs herum und foto­grafierte eigentlich eine rangierende Köf. Doch im Hintergrund ist das Stellwerk „Dn“ zu erkennen.

Die Köf.

Bild 1: Das Objekt der Begierde: die Köf (wenn ich den Scan richtig inter­pretiere) 323 798-9.

Stellwerk Dn.

Bild 2: Der Ausschnitt aus der eigentlich ein ganz anderes Motiv im Sinne habenden Aufnahme läßt nur schemenhaft den Stell­werksbau erahnen.

Genauso schemen­haft erscheinen hier mit Blick nach Norden die Brücken der Gräfen­häuser Straße links und rechts des Stell­werks, und erst recht die denkmal­geschützte Gitter­konstruktion der Brücke ganz im Hinter­grund , über welche der Personen­verkehr nach Aschaffen­burg und in den Odenwald geführt wurde. Das Stell­werk wurde mit Inbetrieb­nahme des Drucktasten­stellwerks am Darm­städter Haupt­bahnhof Ende 1972 über­flüssig und wurde, wie so Vieles, was industrie­geschicht­lich interessant und erhaltens­wert gewesen wäre, eines Tages entsorgt. Weil das Stell­werk nur für die Einfäde­lung der Güter­gleise und für die Anbindung der Güterzug­strecke von Kranich­stein her auf der Ostseite des breiten Gleis­strangs zuständig war, hatte es für die Riedbahn keine Bedeutung.

Luftaufnahme des Stellwerks von 1966.

Abbildung 3: Luftbild von 1966 mit dem Stellwerk etwas rechts der Mitte. Linker­hand erstrecken sich die Becken der Darm­städter Kläranlage, in der oberen Bildmitte führen die diversen Eisenbahn­brücken über die Gräfen­häuser Straße, und rechter­hand, an der Verschlänge­lung der Haupt­straße, müssen wir uns heute das auto­gerechte Straßen­monster des sogenannten Tacke-Knotens denken.

Modernes Vergelichsbild.

Bild 4: Ein modernes Vergleichs­bild zeigt die leer­geräumte Fläche, auf der sich das Stellwerk befunden haben muß. Die auffällig verschieden­artige Konstruk­tion der Eisenbahn­brücken über die Gräfen­häuser Straße ist genauso auszumachen wie die Gitter­brücke im Hinter­grund. Die starke Kompression des Bildes täuscht mehr Nähe zwischen den einzelnen Objekten vor, als tatsäch­lich vorhanden ist. Aufnahme vom Februar 2016.

Anmerkungen

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  1. Die Angaben zum Stellwerk entstammen einem Eintrag in einem undatierten Strecken­übersichts­plan für Signal­anlagen von etwa 1970, doku­mentiert auf auf einer eigenen Unterseite dieser Webseite.   
  2. Die Brücke wurde Anfang 2021 zunächst zur Restaurierung abgebaut, dann aber, als sie sich als nicht mehr zu retten heraus­stellte, verschrottet. Siehe Das Überwerfungs­bauwerk am Wöhlerweg auf dieser Webseite.