Wasserturm. Denkmal­geschütztes Relikt des ehemaligen Ausbesserungs­werks: der Wasserturm an der Frankfurter Straße.

Die Riedbahn von Darmstadt nach Goddelau

Schienenprofile und Walzzeichen

Dokumentation

1869 wurde die Riedbahn zwischen Darmstadt und Worms eröffnet. Die heutige Riedbahn mit ihrem Hauptverlauf von Mannheim nach Frankfurt wurde erst zehn Jahre später errichtet. Dokumentiert wird auf meinen Riedbahn-Seiten der Streckenabschnitt zwischen Darmstadt und Goddelau.

Unterschiedliche Schinen aus verschiedenen Zeiten und von mehreren Herstellern finden sich heute nebeneinander bzw. nacheinander auf dem Reststück der historischen Riedbahn von Darmstadt nach Goddelau, sowie im nordwest­lichen Industrie­gebiet Darmstadts. Auf dieser Seite werden ein paar Beispiele vorgestellt; es besteht kein Anspruch auf Vollständigkeit.

Neben Schienen aus den Jahren 1897 und 1901 finden sich auch vergleichs­weise moderne Exemplare aus den 1950er und 1960er Jahren. Dies bedeutet nicht unbedingt, daß die älteren Schienen schon mehr als ein Jahrhundert dort liegen. Es kam häufig vor, daß andernorts ausgetauschte Schienen dort wiederver­wendet wurden, wo die Beanspruchung von Oberbau und Schienen nicht ganz so heftig war. So wurden Schienen in Hauptbahnen ausgebaut und in Nebenbahnen wieder eingebaut. Zuweilen wurden Schienen als Stahlträger auch zweckentfremdet.

Die Karte zeigt sieben Regionen, in denen die hier gezeigten Exemplare aufgefunden wurden. Bei Region 1 handelt es sich um das Podest des ehemaligen Blocksignals in Richtung Griesheim, kurz vor der Autobahnunter­führung an der ehemaligen Blockstelle Pallaswiese. In Region 2 fand bis zum Frühjahr 2020 recht regelmäßig Güterverkehr statt, auch wenn die An- und Ablieferung mitunter nur aus einem einzigen Kesselwagen bestand. Region 3 bezeichnet das Ende des ehemaligen Werkstättengleises, wovon bei Region 4 der Anschluß zur ehemaligen Miele-Auslieferung abzweigt. Region 5 bezeichnet einen kurzen Abschnitt des nördlichen Industriestamm­gleises, welches von der Mainzer Straße wegführt und nördlich der Firma Donges Steeltec ursprßünglich über die Kirschenallee gekreuzt hat. In Region 6 verläuft beidseitig der Mainzer Straße je ein Gleis, das südliche davon biegt bei Region 7 in die Kirschenallee ein. In Region 8 sind die letzten Reste der Gleisführung der mit den alten Bahnhöfen verbundenen Riedbahn neben dem abgebrochenen Ausbesserungs­werk zu finden.

»»  Die Wikipedia zu Schienenprofilen und Walzzeichen.

»»  Olaf Mensch und seine Webseite mit Bildern und Fakten zu Walzzeichen.


Karte zu den Schienenprofilen und Walzzeichen.

Abbildung 1: Übersichtskarte zu den Fundstellen der hier gezeigten Exemplare.

Region 1 nahe der Blockstelle Pallaswiese

Gebr. Stumm 1901.

Bild 2: NTK 10 GEBR. STUMM 1901 – Dieses Schienenstück wurde vermutlich nicht 1901 beim zweigleisigen Ausbau der Riedbahn an dieser Stelle hochkant eingepflanzt, sondern erst nachträglich beim Austausch eines Schienenstücks als Halterungs­mast für ein bzw. an einem Formsignal zweitverwertet.

Region 2 am heutigen Gleisende

Burbach 1929.

Bild 3: BURBACH 1929 – in der Nähe ist auch „Burbach 1933“ zu finden.

Krupp 1931.

Bild 4: KRUPP 1931 – an dieser Stelle liegt die Zweitver­wertung nahe, weil hier von etwa 1969 bis 1990 eine Weiche für einen Industriean­schluß gelegen hat.

Thyssen 1935.

Bild 5: THYSSEN 1935.

Belval 1940.

Bild 6: BELVAL 1940.

Krupp 1969.

Bild 7: KRUPP 1969.

Region 3 am Ende des Werkstättengleises

MH 1959.

Bild 8: MH 1959 S49 T → – MH ist die Maxhütte in Sulzbach-Rosenberg. Dort wurde die Stahlerzeugung nach zwei Konkursen 2002 eingestellt.

Region 4 am Gleisanschluß Miele

ATH 1958.

Bild 9: ATH 1958 S49 T – ATH ist die August-Thyssen-Hütte.

HWR 1959.

Bild 10: HWR 1959 S49 T – HWR steht für die Hütten- und Bergwerke Rheinhausen. Dieser Teil des Krupp'schen Imperiums wurde 1993 dichtgemacht.

Krupp 1976.

Bild 11: KRUPP 76 P 37.

Region 5 nahe der Schrottverwertung

Eisenwerk Krämer 1897.

Bild 12: EISENWERK KRAEMER 1897.

Rodingen 1939.

Bild 13: RODINGEN – 1939.

1952.

Bild 14: Das Walzzeichen „HO“ verweist auf das Hüttenwerk Oberhausen; hier mit dem Profil S33 aus dem Jahr 1952. Für den Hinweis danke ich Olaf Mensch.

MH 1970.

Bild 15: MH 1970 S54 Ɯ=.

Region 6 in der Mainzer Straße

Gebr. Stumm 1912.

Bild 16: NTK 10 GEBR. STUMM 1912. Dieses Walzzeichen ist auf dem nördlichen Gleis zu finden; die nachfolgenden Bilder stammen von beiden Gleisen.

BVG Bochum 1962.

Bild 17: BVG BOCHUM 1962 S49 =.

MH 1965.

Bild 18: MH 1965 S49 T.

ATH 1973.

Bild 19: ATH 73 S49 – Mit dem letzten Zeichen wird als Güte 900 angegeben. In der Nähe befindet sich auch ein Walzzeichen aus dem Jahr 1972.

Region 7 kurz vor der Kirschenallee

Rodingen 1940.

Bild 20: RODINGEN – 1940.

Krupp 1969.

Bild 21: KRUPP 1969 P 37 – Dieses Schienenstück ist Teil der Weiche Zufahrt Röhm/Kirschen­allee. Im selben Weichenbereich ist auch ein Krupp-Walzzeichen des Jahres 1970 zu erkennen. Im Hintergrund unscharf die Einfahrt zur Firma Donges.

Region 8 neben dem ehemaligen Ausbesserungswerk an der Knell

BVG Bochum 1954.

Bild 22: BVG BOCHUM 1954 S49 T.

MH 1955.

Bild 23: MH 1955 S49 T →.

Krupp 1969.

Bild 24: KRUPP 1969 S49 Π = – Die beiden Zeichen am Ende geben Auskunft über den Herstellungsprozeß mittels des basischen Siemens-Martin-Verfahrens und der Güte 900.

Die Aufnahmen wurden um 2010 herum angefertigt. Im Laufe der nachfolgenden Jahre habe ich weitere Exemplare an verschiedenen Orten des Darmstädter Stadtgebietes gefunden und fotografiert. Sie werden (hoffentlich) eines Tages auf einer weiteren Seite zu sehen sein.

Um 1990 herum wurden die Walzzeichen einiger Schienen im Griesheimer Bahnhof aufgenommen, bevor dieser komplett demontiert wurde.


 
 
 
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