Rangierfahrt auf der Riedbahn.
Die Riedbahn von Darmstadt nach Goddelau
Walter Kuhl
Rangierfahrt auf der Riedbahn.
Auf der Riedbahn.
Hauptbahnhof.
Darmstadt Hauptbahnhof.
Wasserturm am Hauptbahnhof.
Wasserturm.
Uniformen.
Eisenbahnmuseum
Kranichstein.
Bahnwärterhaus.
An der Hammelstrift.

Die Riedbahn von Darmstadt nach Goddelau

Schienenprofile und Walzzeichen

Einige Beispiele in Darmstadt und auf der Riedbahn

1869 wurde die Riedbahn zwischen Darmstadt und Worms eröffnet. Die heutige Riedbahn mit ihrem Haupt­verlauf von Mannheim nach Frankfurt wurde erst zehn Jahre später errichtet. Dokumentiert wird auf meinen Riedbahn-Seiten vor allem der Strecken­abschnitt zwischen Darmstadt und Goddelau.

Unterschieds­liche Schienen aus verschiedenen Zeiten und von mehreren Herstellern finden sich heute neben­einander bzw. nach­einander auf dem Rest­stück der historischen Riedbahn von Darmstadt nach Goddelau, sowie im nordwest­lichen Industrie­gebiet Darm­stadts. Auf dieser Seite werden einige Beispiele vorgestellt; es gab und gibt durchaus mehr davon.

Neben Schienen aus den Jahren 1897 und 1901 finden sich auch vergleichs­weise moderne Exemplare aus den 1950er und 1960er Jahren. Dies bedeutet nicht unbedingt, daß die älteren Schienen schon mehr als ein Jahr­hundert dort liegen. Es kam häufig vor, daß andernorts ausge­tauschte Schienen dort wiederver­wendet wurden, wo die Bean­spruchung von Oberbau und Schienen nicht ganz so heftig war. So wurden Schienen in Haupt­bahnen ausgebaut und in Neben­bahnen wieder eingebaut. Zuweilen wurden Schienen als Stahl­träger auch zweck­entfremdet.


Eine kleine Übersicht

Karte zu den Schienenprofilen und Walzzeichen.

Abbildung 1: Übersichts­karte zu den Fundstellen der hier gezeigten Exemplare.

Die Karte zeigt acht Regionen, in denen die hier gezeigten Exemplare auf­gefunden wurden. Bei Region 1 handelt es sich um das Podest des ehemaligen Block­signals in Richtung Griesheim, kurz vor der Autobahnunter­führung an der ehemaligen Blockstelle Pallaswiese. In Region 2 fand bis zum Frühjahr 2020 recht regel­mäßig Güter­verkehr statt, auch wenn die An- und Ablieferung mitunter nur aus einem einzigen Kessel­waggon bestand. Region 3 bezeichnet das Ende des ehemaligen Werkstätten­gleises, wovon bei Region 4 der Anschluß zur ehemaligen Miele-Aus­lieferung abzweigt. Region 5 bezeichnet einen kurzen Abschnitt des nörd­lichen Industrie­stamm­gleises, welches von der Mainzer Straße wegführt und nörd­lich der Firma Donges Steeltec ursprüng­lich die Kirschen­allee gekreuzt hat. In Region 6 verläuft beidseitig der Mainzer Straße je ein Gleis, das südliche davon biegt bei Region 7 in die Kirschen­allee ein. In Region 8 waren bei meinem Besuch 2010 noch Reste der Gleis­führung der mit den alten Bahnhöfen verbundenen Riedbahn neben dem abgebrochenen Aus­besserungs­werk zu finden.

»»  Die Wikipedia zu Schienenprofilen und Walzzeichen.

»»  Olaf Mensch und seine Webseite mit Bildern und Fakten zu Walzzeichen.

Die nach­folgenden Aufnahmen wurden um 2010 herum angefertigt. Im Laufe der nach­folgenden Jahre habe ich weitere Exemplare an ver­schiedenen Orten des Darm­städter Stadt­gebietes gefunden und fotografiert. Sie sind teilweise auf den entsprechenden Unterseiten dargestellt. Um 1990 herum hat Eva Lorenz die Walz­zeichen einiger Schienen im Gries­heimer Bahnhof aufgenommen, bevor dieser komplett demontiert wurde.

Region 1 nahe der Blockstelle Pallaswiese

Gebr. Stumm 1901.

Bild 2: NTK 10 GEBR. STUMM 1901 – Dieses Schienenstück wurde vermutlich nicht 1901 beim zweigleisigen Ausbau der Riedbahn an dieser Stelle hochkant eingepflanzt, sondern erst nachträglich beim Austausch eines Schienenstücks als Halterungs­mast für ein bzw. an einem Formsignal zweitverwertet.

Region 2 am heutigen Gleisende

Burbach 1929.

Bild 3: BURBACH 1929 – in der Nähe ist auch „Burbach 1933“ zu finden.

Krupp 1931.

Bild 4: KRUPP 1931 – an dieser Stelle liegt die Zweitver­wertung nahe, weil hier von etwa 1969 bis 1990 eine Weiche für einen Industriean­schluß gelegen hat.

Thyssen 1935.

Bild 5: THYSSEN 1935.

Belval 1940.

Bild 6: BELVAL 1940.

Krupp 1969.

Bild 7: KRUPP 1969.

Region 3 am Ende des Werkstättengleises

MH 1959.

Bild 8: MH 1959 S49 T → – MH ist die Maxhütte in Sulzbach-Rosenberg. Dort wurde die Stahlerzeugung nach zwei Konkursen 2002 eingestellt.

Region 4 am Gleisanschluß Miele

ATH 1958.

Bild 9: ATH 1958 S49 T – ATH ist die August-Thyssen-Hütte.

HWR 1959.

Bild 10: HWR 1959 S49 T – HWR steht für die Hütten- und Bergwerke Rheinhausen. Dieser Teil des Krupp'schen Imperiums wurde 1993 dichtgemacht.

Krupp 1976.

Bild 11: KRUPP 76 P 37.

Region 5 nahe der Schrottverwertung

Eisenwerk Krämer 1897.

Bild 12: EISENWERK KRAEMER 1897.

Rodingen 1939.

Bild 13: RODINGEN – 1939.

1952.

Bild 14: Das Walzzeichen „HO“ verweist auf das Hüttenwerk Oberhausen; hier mit dem Profil S33 aus dem Jahr 1952. Für den Hinweis danke ich Olaf Mensch.

MH 1970.

Bild 15: MH 1970 S54 Ɯ=.

Region 6 in der Mainzer Straße

Gebr. Stumm 1912.

Bild 16: NTK 10 GEBR. STUMM 1912. Dieses Walzzeichen ist auf dem nördlichen Gleis zu finden; die nachfolgenden Bilder stammen von beiden Gleisen.

BVG Bochum 1962.

Bild 17: BVG BOCHUM 1962 S49 =.

MH 1965.

Bild 18: MH 1965 S49 T.

ATH 1973.

Bild 19: ATH 73 S49 – Mit dem letzten Zeichen wird als Güte 900 angegeben. In der Nähe befindet sich auch ein Walzzeichen aus dem Jahr 1972.

Region 7 kurz vor der Kirschenallee

Rodingen 1940.

Bild 20: RODINGEN – 1940.

Krupp 1969.

Bild 21: KRUPP 1969 P 37 – Dieses Schienenstück ist Teil der Weiche Zufahrt Röhm/Kirschen­allee. Im selben Weichenbereich ist auch ein Krupp-Walzzeichen des Jahres 1970 zu erkennen. Im Hintergrund unscharf die Einfahrt zur Firma Donges.

Region 8 neben dem ehemaligen Ausbesserungswerk an der Knell

BVG Bochum 1954.

Bild 22: BVG BOCHUM 1954 S49 T.

MH 1955.

Bild 23: MH 1955 S49 T →.

Krupp 1969.

Bild 24: KRUPP 1969 S49 Π = – Die beiden Zeichen am Ende geben Auskunft über den Herstellungsprozeß mittels des basischen Siemens-Martin-Verfahrens und der Güte 900.