Karte zur Riedbahn. (Ehemalige) Fundstelle der Darmbach­brücke.

Die Riedbahn von Darmstadt nach Goddelau

Die kleine Darmbachbrücke an den Pallaswiesen

Erkundungen auf der alten Riedbahntrasse, Teil 5a

1869 wurde die Riedbahn zwischen Darmstadt und Worms eröffnet. Die heutige Riedbahn mit ihrem Hauptverlauf von Mannheim nach Frankfurt wurde erst zehn Jahre später errichtet. Dokumentiert wird auf meinen Riedbahn-Seiten der Streckenabschnitt zwischen Darmstadt und Goddelau.

Zwischen der Blockstelle Pallaswiese und dem Bahnhaus 81 am Dornheimer Weg verlief die Riedbahn in der Nähe des Hofguts Gehaborn geradlinig und mußte auf einer kleinen Brücke den Darmbach überqueren.

Wenn man oder frau auf dem von Weiterstadt-Riedbahn zum Hofgut Gehaborn führenden Rad- und Feldweg nach links blickend genauer hinschaut, kann er oder sie die Steinmauern der Brücke noch wahrnehmen. Das ist allerdings angesichts des 2012 abgetragenen Metall­oberbaus nicht so einfach.

Die eigenen Aufnahmen entstanden 2008 und wurden ergänzt durch eine Fotografie der Brücke mit noch einem intaktem Streckengleis, für die ich Eva Lorenz zu Dank verpflichtet bin.


Dieses Kapitel ist die Fortsetzung des fünften Teils der Dokumentation der Riedbahn rund um die Blockstelle Pallaswiese.

Darmbachbrücke.

Bild 1: Bis 2012 war dieser Anblick vom Feldweg aus noch möglich.

Darmbachbrücke.

Bild 2: Der Weg zur Brücke ist am besten auf dem Schotterbett von der küchenmeister­schneise her zu beschreiten. Die Trasse dürfte seit Jahrzehnten nicht mehr mit Pflanzengiften behandelt worden sein. Das Ausmaß der chemischen Versuechung ist hier deutlich zu sehen. Dort wo die Gleise lagen, wächst immer noch nicht sehr viel. An den Seitenrändern ist es schon besser.

Hektometerstein.

Bild 3: Als in Beton gegossener Zeuge der Vergangenheit wacht der Hektometer­stein 55,4 über den Schotter. Die Kilometrierung begann in Mannheim Haupt­bahnhof.

Am Schotterbett.

Bild 4: Abseits des Schotterbettes und des Steines gibt es dann auch blühende Landschaften. Irgendwo hier muß die wohl im ersten Jahrhundert unserer Zeitrechnung angelegte Römerstraße von Groß-Gerau nach Bessungen verlaufen sein.

Der Darmbach.

Bild 5: Von diesem Bächlein leitet eine südhessische Provinzstadt ihren Namen ab. Die neoliberale Wellness­abteilung der Stadt beschloß vor Jahren, daß dieser Darmbach innerhalb der Stadt mit Millionenaufwand neu gestaltet werden soll. Außer einer auch so genutzten Pißrinne vor dem Kongreßzentrum und einer verrohrten Kanalisierung am Schenckring ist seither nicht viel passiert.

Darmbachbrücke.

Bild 6: Über diese Metallroste verlief einst der Schienenstrang. Im Hintergrund ist die Silhouette von Weiterstadts Expansionsbestreben aiszumachen. Viele Baukräne verraten ungebremstes Vertrauen in die Verwertbarkeit der sandigen Gewerbeflächen.

Schienenbefestigung.

Bild 7: Fundstück aus dem Schotterbett. Ab und zu finden sich einzelne Metallreste im Schotter. Es lohnt aber nicht, sie zum Altmetallhändler mitzunehmen.

Schienenbefestigung.

Bild 8: Wo einst die Schienen befestigt waren. Nur die Schiene selbst, die fehlt.

Schienenstrang.

Bild 9: Das war im April 1988 noch anders, als Eva Lorenz die Trasse abschritt. Vor der im Hintergrund verlaufenden Autobahn stand einst die Blockstelle Pallaswiese.

Freier Durchfluß.

Bild 10: 2012 wurde die Stahl­plattform, über die sich die Züge einst bewegten, entsorgt und dem Schrotthandel zugeführt. Der aus Darmstadt heranfließende Bach kann nun ungehindert das winterliche Naß befördern. Diese und die folgende Aufnahme vom Januar 2013.

Brückenfundament.

Bild 11: Umso besser ist dadurch die solide Bauweise des 19. Jahrhunderts zu erkennen.

Die Erkundung der ehemaligen Riedbahn­trasse wird mit dem sechsten Teil fortgesetzt im Weigandsbusch. Dort werden wir Zeugen eines vor zweitausend Jahren begangenen Mordes.


 
 
 
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