Karte zur Riedbahn. Riedbahn Darmstadt–Goddelau.

Die Riedbahn von Darmstadt nach Goddelau

Streifzug durch Griesheim im Ried vor über 30 Jahren

Erkundungen auf der alten Riedbahntrasse, Teil 7a

1869 wurde die Riedbahn zwischen Darmstadt und Worms eröffnet. Die heutige Riedbahn mit ihrem Hauptverlauf von Mannheim nach Frankfurt wurde erst zehn Jahre später errichtet. Dokumentiert wird auf meinen Riedbahn-Seiten der Streckenabschnitt zwischen Darmstadt und Goddelau.

Einhundertundein Jahre lang fuhren Personenzüge (und manchmal sogar Schnellzüge) von Griesheim nach Darmstadt und Worms, nach Mannheim und Kaiserslautern. 1970 endete diese Ära, 1991 wurden die Gleise abgerissen. Die alte Trasse wurde entweder als Grünstreifen belassen oder als Neubaugebiet bewohnbar gemacht.

Um 2010 herum suchte ich nach den Hinter­lassenschaften der Riedbahn in Griesheim. Zwanzig Jahre zuvor dokumentierte Eva Lorenz die letzten Atemzüge der dortigen Bahnanlagen. Ihre Aufnahmen, die sie mir freundlicher­weise zum Einscannen überlassen hat, entstanden zwischen 1988 und 1991.

Zur besseren Orientierung kann in einem eigenen Tab oder Fenster ein Ausschnitt des Stadtplans von Griesheim aufgerufen werden.


Dieses Kapitel ist die alternative Fortsetzung des sechsten Teils der Dokumentation der Riedbahn im Weigandsbusch.

Gleis nach Griesheim.

Bild 1: Der Schienenstrang von der Autobahn­brücke aus gesehen. Am vorderen linken Bildrand steht noch hinter Bäumen das Bahnhaus 79. Der Nordring ist noch nicht gebaut; er ist rechts neben dem Gleis anstelle des Feldweges zu denken. Ganz am Ende des Gleises stehen einige ramponierte Güterwaggons, die hier nur als dunkler Flecken zu erahnen sind, vor den beiden Prellböcken. Markant im nördlichen Griesheimer Stadtbild ist der eingekürzte Schornstein der früheren Pasquay-Bonbonfabrik.

Bahnhaus 78.

Bild 2: Mitte der 1920er Jahre wurde der Bahn­übergang am Bahnhaus 78 geschlossen. Das Gebäude wurde 2012 durch einen Neubau ersetzt. Die Aufnahme entstand an der Straße von Griesheim nach Weiterstadt.

BÜ Hofmannstraße.

Bild 3: Der Übergang am Bahnhaus 78 wurde durch diesen kleinen beschrankten Durchlaß an der Hofmannstraße ersetzt.

Schranke.
Schranke.

Bild 4/5: Detailansichten der Schrankenanlage des BÜ 78 an der Hofmannstraße.

BÜ Hofmannstraße.

Bild 6: Derselbe Bahnübergang (km 52,275), rechts der Prellbock des Ausziehgleises, des vorherigen Streckengleises Richtung Darmstadt. Ganz hinten ist die Brücke der Autobahn zu erkennen, von der aus das erste Bild entstanden ist.

BÜ Schöneweibergasse.

Bild 7: Ausfahrt nach Darmstadt am Bahnüber­gang 77 Schöneweibergasse.

BÜ Schöneweibergasse.

Bild 8: Der Bahnüber­gang 77 Schöne­weibergasse (km 51,928) mit Blick zum Bahnhof. Links die Hallen der Konsum­genossenschaft, die später als Jugendzentrum dienten. Rechts einige abgestellte Güterwaggons. Anderthalb Jahre später, im April 1990, standen sie immer noch dort.

Gütergleise.

Bild 9: Die Verladegleise an Neujahr 1991.

Ehemaliger Bahnsteig.

Bild 10: Vorsicht an der Bahnsteigkante.

Bauhof.

Bild 11: Der Bauhof der Stadt Griesheim. Frau und man benötigt schon ein wenig Phantasie, um hierin das ehemalige Empfangsgebäude zu erblicken.

Bauhof.

Bild 12: Der Bauhof, ehemals Bahnhofsgebäude, von der Zufahrtsstraße aus gesehen.

Bahnanlagen.

Bild 13: Vom Mittelbahnsteig schauen wir auf die Tristesse in Richtung Schöne­weibergasse. Im August 1988 schaue noch ab und an eine Übergabe aus Darmstadt vorbei.

Abgestellte Güterwaggons.

Bild 14: Am Ende der bestehenden Gleisanlagen sind noch einige Güterwaggons abgestellt worden.

Prellbock.

Bild 15: Prellbock an der Pfützenstraße.

An den Prellböcken.

Bild 16: Zappenduster ist es an den Prellböcken vor der Pfützenstraße. Hier endete in den 70er und 80er Jahren der Bahnverkehr. Danach wurden die Gleise herausgerupft.

An den Prellböcken.

Bild 17: Ein letzter Blick auf die Bahnanlagen von der Pfützenstraße aus. In der Bildmitte die ehemalige Militärrampe, dahinter der Pasquay-Schornstein.

Plakatwand.

Bild 18: Das Plakat verspricht das kommode Reisen jede Stunde in schnellen Zügen. Schon die Deutsche Bundesbahn wußte, daß die neben dem Plakat sichtbare Zerstörung der eigenen Infrastruktur gut einhergeht mit vollmundigen Versprechungen auf eine schnellere Zukunft. Das Motiv rechts ist heute schwer vorstellbar. Anstatt sich relaxt im Abteilwagen zurückzulehnen, wird heute im Großraum­wagen gedaddelt und gestreamt.

Bahnhaus 74.

Bild 19: Das Bahnhaus 74 an der Mitte der 1970er Jahre gebauten Straße nach Büttelborn. Ursprünglich bewachte es einen die Gleise querenden Feldweg. Auf seiner Südseite ist es noch als Bahn­wärterhaus der Hessischen Ludwigsbahn zu erkennen; ansonsten wurde es bis zur Unkenntlich­keit umgebaut und erweitert.


Die auf dem Griesheimer Bahnhof verlegten Schienen waren verschiedenen Alters. Manche wurden womöglich anderswo ausgebaut und in Griesheim wiederverwendet. Die Walzzeichen geben über Hersteller und Alter Auskunft. Siehe hierzu auch Schienenprofile und Walzzeichen.

Walzzeichen.

Bild 20: Gebrüder Stumm 1910. Die hintere Schiene ist vom selben Hersteller 1909.

Walzzeichen.

Bild 21: Krupp 1927.

Walzzeichen.

Bild 22: Maxhütte Zwickau 1927.

Walzzeichen.

Bild 23: Maxhütte Sulzbach-Rosenberg 1928.

Walzzeichen.

Bild 24: Krupp 1930.

Walzzeichen.

Bild 25: Bochumer Verein 1931.

Die Erkundung der ehemaligen Riedbahn­trasse wird mit dem achten Teil zwischen Griesheim und Wolfskehlen fortgesetzt.

Die Griesheimer Bahnanlagen und ihre Geschichte werden auf mehreren eigenen Seiten ausführlich vorgestellt; hierzu gibt es eine Übersicht.


Quellen, Literatur und Zeitungsartikel


 
 
 
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