Rangierfahrt auf der Riedbahn.
Die Riedbahn von Darmstadt nach Goddelau
Walter Kuhl
Rangierfahrt auf der Riedbahn.
Rangierfahrt
auf der Riedbahn.
Formsignal.
Ausfahrtssignal.
Parkanlage.
Grün auf der Trasse.
Bahnhof Griesheim.
Bahnhof Griesheim 1919.
Griesheim Wagenhalle.
Wagenhalle in Griesheim.

Die Riedbahn von Darmstadt nach Goddelau

Eine Anordnung der französischen Sittenpolizei

Ein Dokument aus der französischen Besatzungs­zeit

1869 wurde die Riedbahn zwischen Darmstadt und Worms eröffnet. Die heutige Riedbahn mit ihrem Haupt­verlauf von Mannheim nach Frankfurt wurde erst zehn Jahre später errichtet. Dokumentiert wird auf meinen Riedbahn-Seiten vor allem der Strecken­abschnitt zwischen Darmstadt und Goddelau.

Die hier wiedergegebene Zeitungs­seite erschien am 17. März 1928 im „Neuen Griesheimer Anzeiger“. Griesheim gehörte von Dezember 1918 bis Juni 1930 zum französisch besetzten Brücken­kopf Mainz, der wiederum Teil des nach dem Waffen­stillstands­abkommen vom November 1918 von alliierten Truppen besetzten Gebietes war. Der schon zur Kaiserzeit angelegte und von Truppen aus dem gesamten Reichs­gebiet für Drill und Manöver genutzte Truppen­übungs­platz auf dem Griesheimer Sand scheint schon vor dem Ersten Weltkrieg über ein eigenes Bordell verfügt zu haben. Dieses Bordell ist anhand des Schrift­verkehrs zwischen französischer Armee und deutschen Behörden auch für die 1920er Jahre nach­weisbar. Uner­wünscht waren hingegen frei­schaffende, soge­nannte „liederliche“ Frauen, die außer­halb der Kontrolle deutscher und französischer Männer ihrer wohl meist der allgemeinen finanziellen Not geschuldeten Tätig­keit nach­gingen.

In meiner zwei­teiligen ausführ­lichen Erzählung, wie die Elektrische nach Griesheim gekommen ist, Teil 1 und Teil 2, werden auch Alltags­geschehnisse eingewoben, die sich immer wieder einmal in den Spalten der lokalen Griesheimer Tages­zeitung wieder­fanden. Dazu gehört auch der Umgang mit der zwar alltäg­lichen, aber gerne versteckt gehaltenen Prostitution rund um das Gries­heimer Lager. Im Dezember 1927 erließ der Ober­befehlshaber der französischen Rhein­armee eine Vorschrift gegen „wilde“ Prostitution und zu den damit einher­gehenden Geschlechts­krankheiten. Nebenher erfahren wir von verbotenen Schriften und Filmen, sowie einer General­versammlung des lokalen Konsum­vereins.


Keine Ueberschrift notwendig

Bekanntmachung.

Dokument 1: Bekannt­machung der franzö­sischen sitten­polizeilichen Vorschrift im Neuen Griesheimer Anzeiger am 17. März 1928.

Dieses Dokument gehört zum zweiten Teil der Erzählung über die Elektrische in Griesheim. Wer von dort gekommen ist, gelangt hier zurück zur Erzählung.