Darmstadt Hauptbahnhof um 1912. Ansichtskarte des Darmstädter Haupt­bahnhofs, um 1912.

Nahe der Riedbahn von Darmstadt nach Goddelau

Kriegskarten von Wilhelm Gerling

Dokumentation

1869 wurde die Riedbahn zwischen Darmstadt und Worms eröffnet. Die heutige Riedbahn mit ihrem Hauptverlauf von Mannheim nach Frankfurt wurde erst zehn Jahre später errichtet. Dokumentiert wird auf meinen Riedbahn-Seiten der Strecken­abschnitt zwischen Darmstadt und Goddelau. Darmstadt mit dem benachbarten Truppen­übungsplatz in Griesheim war ein wichtiger Bestandteil der Kriegslogistik, die zur Entfaltung kam, als das Säbelrasseln mit Kanonendonner 1914 begann.

Seither sind mehr als einhundert Jahre vergangen. Einhundert Jahre, in denen der Erste Weltkrieg, seine Entstehung, Ursuchen und Anlässe, in immer neuen ideologischen Verwicklungen durchgenommen werden. 2014 wurde der Buchmarkt mit altbekannten und neuen Darstellungen erfüllt, und es stellt sich dabei durchaus die Frage, ob und wie die deutsche Kriegsschuld verharmlost, negiert, historisiert oder eingestanden wird.

Der Darmstädter Fotograf, Grafiker und Verleger Wilhelm Gerling (1871–1963) fachte das Feuer der Begeisterung mit einer Reihe von Kriegskarten an, von denen mir derzeit 96 (97 [1]) verschiedene Motive bekannt sind, wobei minimale Motivänderungen bei der Neuauflage „Kriegsjahr 1914/15“ nicht berücksichtigt sind. Die nachfolgende Auflistung ist somit unvollständig. Ergänzungen sind willkommen [2]. Die Aufnahme­daten werden, soweit erschlossen, durch Verweise auf Quellen oder Zeitungs­meldungen nachgewiesen. Da Gefangenen­transporte, Kriegs­verwundete oder erbeutete Waffen an mehreren Tagen in Darmstadt eintrafen, ist nicht auszuschließen, daß im Einzelfall auch ein anderer Aufnahmetag möglich ist. Die Zuordnung von Karten mit unbekannter Nummer zu den jeweiligen Oberthemen ist unsicher. [3]

Der Darmstädter Hauptbahnhof steht in Gerlings Fotografien immer wieder im Rampenlicht. Seien es durchfahrende militärische Einheiten, eintreffene Geschütze, zum Griesheimer Sand abtransportierte Gefangene oder eine Großherzogin, die deutsche Soldaten tröstet, die ihr Gemahl in vollem Bewußtsein der Lage als Kanonenfutter hat verschicken lassen – die Aufnahmen der ersten Monate des Krieges zeigen die Bedeutung des Bahnhofs als logistische Drehscheibe einer Todesmaschinerie.

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Als das Deutsche Reich den Ersten Weltkrieg durch die bedingungslose Unterstützung des österreichischen Kriegskurses gegen Serbien provozierte, war allenorts die Begeisterung groß. Man, manchmal auch frau, wähnte sich in der Illusion, mit dem französischen Erbfeind wie schon 1870/71 recht schnell fertig werden zu können. Mit dem Scheitern der Offensive auf Grundlage des Schlieffen-Plans im September 1914 war zumindest dem intelligenteren Teil der deutschen Heeresführung bewußt, daß der Krieg auf herkömmliche Weise nicht mehr zu gewinnen war. Ein langer und verlustreicher Stellungskrieg stand bevor, wobei es im Grunde nur noch um die Bedingungen gehen konnte, den Krieg möglichst glimpflich zu beenden. Daneben und nicht einmal im Widerspruch dazu stand bei Politikern, Militärs, Wirtschaftsbossen und antisemitisch-völkischen Kreisen die Vorstellung, große Teile Europas annektieren zu wollen und zu können. Die aus dieser Gemengelage resultierende menschen­verachtende Strategie planvollen Zermürbungs­krieges mit der Zielsetzung, die Feinde im Westen und Osten einfach auszubluten, sollte vier Jahre lang Millionen von Menschen ins Grab bringen. Die schuldigen Militärs und Politiker wurden selbst­verständlich nicht zur Rechenschaft gezogen, und dem deutschen Kaiser erlaubten die siegreichen Alliierten sogar ein unbehelligtes Exil in der Niederlanden.

De facto bestand in Deutschland von Sommer 1916 bis Herbst 1918 eine Militärdiktatur, angeführt vom eigentlich schon pensionierten, dann aber reaktivierten General Paul von Hindenburg und seinem Stellvertreter, dem General Erich Ludendorff. Die Begeisterung für den obersten Heeresführer ging in Darmstadt so weit, eine noch unbebaute Straße nach ihm zu benennen; und selbst ein Jahrhundert später begeistern sich die Honoratioren für den erzkonservativen Menschen­schlächter und Steigbügel­halter Hitlers so sehr, daß sie den Straßennamen unbedingt beibehalten wissen wollen.

Darmstadt war nicht nur die Hauptstadt des Großherzogtums Hessen, sondern auch eine logistische Drehscheibe. Folgerichtig finden wir im Ansichtskarten­verlag von Wilhelm Gerling eine Reihe von Motiven, die den 1912 „rechtzeitig“ in Betrieb genommenen Hauptbahnhof zeigen. Im benachbarten Griesheim befand sich ein Kriegs­gefangenenlager, in das die in Darmstadt ausgeladenen feindlichen Soldaten verschleppt wurden. Auch hierzu finden sich einige Motive. Die Darstellung erbeuteter Waffen und Geschütze sollte frühzeitig den Erfolg der deutschen Offensivkräfte belegen und die verunsicherte Stimmung, als der schnelle Sieg ausblieb, heben. Und selbst­redend waren sowohl Großherzog Ernst-Ludwig als auch seine Gattin Eleonore mit Eifer dabei, als es darum ging, junge hessische Rekruten zu verheizen. Vereinzelte Darstellungen, in denen der Großherzog und seine Gemahlin als nicht ganz so kriegs­begeistert hingestellt werden, sind eine wohl­eingefädelte Legende.

Wilhelm Gerling stand mit seiner Kriegs„kunst“ nicht allein. Sein Darmstädter Kollege und Konkurrent Heinrich Hohmann veröffentlichte selbstredend eigene „patriotische“ Motive [etwa hier]. Ein Blick in die deutsche Ansichtskarten­landschaft zeigt, daß die Begeisterung für derlei fotografisch festgehaltene Kriegs­belustigung keinesfalls auf Darmstadt beschränkt war. Allein, dies ist keine Rechtfertigung dafür, eifrig dabei gewesen zu sein. Stellvertretend für diese Ansichtskarten soll nachfolgend eine als Muster dieser Kriegstreiberei gezeigt werden.

Kriegskarte Nr. 1.

Kriegskarte Nr. 1, August 1914: „Das Leib-Garde-Dragoner-Regt. Nr. 23, Darmstadt, holte seine Fahne im Schloss“.


NummerKriegsjahrAnsichtKartentextAufnahmeLink auf FundstelleQuelle
Kriegsvorbereitungen
11914Kriegskarte Nr. 1.Das Leib-Garde-Dragoner-Regt. Nr. 23, Darmstadt, holte seine Fahne im Schloss2. August(siehe oben)im Besitz des Verfassers
21914Kriegskarte Nr. 2.Gr. Hess. Inf.(Leibg.)-Regt. Nr. 115 von Darmstadt begibt sich zum Bahnhof externim Besitz des Verfassers, Stadtarchiv Darmstadt
31914Kriegskarte Nr. 3.Der Großherzog und die Großherzogin von Hessen verabschieden sich auf dem Bahnhof in Darmstadt von einem Truppenteil externHStAD R 4 Nr. 666 bzw. D 27 B Nr. 2093/3; auch Stadtarchiv Darmstadt
41914Kriegskarte Nr. 4.Verladen einer Sanitär-Abteilung auf dem Bahnhof in Darmstadt  im Besitz des Verfassers
51914Kriegskarte Nr. 5.Reservisten fahren zu ihren Regimentern (kurzer Aufenthalt in Darmstadt) Zwischen Kriegern …im Besitz des Verfassers
6 ??1914 Darmstadt.  Seine Königl. Hoheit der Großherzog von Hessen gibt anläßlich einer Huldigung seiner Darmstädter Bevölkerung während dem Abmarsch des Garde-Dragoner-Regiments Nr. 23 die Ermahnung: Nicht nur im Lied, sondern auch in der Tat tapfer zum lieben Vaterland zu halten (den 3. August 1914)3. AugustexternStadtarchiv Darmstadt
Kriegsgefangene (I)
71914Kriegskarte Nr. 7Gefangene Franzosen werden eingeladen externScan vorhanden
71914Kriegskarte Nr. 7Gefangene verwundete Franzosen werden zum Weiter-Transport in Darmstadt eingeladen  im Besitz des Verfassers
81914Kriegskarte Nr. 8.Gefangene Franzosen in Darmstadt15. August im Besitz des Verfassers
91914Kriegskarte Nr. 9.Gefangene Franzosen in Darmstadt (die vorderen sind Offiziere)15. August im Besitz des Verfassers
101914Kriegskarte Nr. 10.Gefangene Franzosen in Darmstadt15. August im Besitz des Verfassers
101914Kriegskarte Nr. 10.Gefangene Franzosen15. August im Besitz des Verfassers
101914/15[dieselbe Ansichtskarte mit geändertem Kriegsjahr]Gefangene Franzosen.15. August Internet
111914Kriegskarte Nr. 11.Gefangene Franzosen in Darmstadt15. August im Besitz des Verfassers
111914Kriegskarte Nr. 11.Gefangene Franzosen15. August im Besitz des Verfassers
111914/15[dieselbe Ansichtskarte mit geändertem Kriegsjahr]Gefangene Franzosen.15. August Internet, Stadtarchiv Darmstadt
121914[vermutlich Vorläufer der nachfolgenden Ansichtskarte bei gleichem Motiv]Leichtverwundete gefangene Franzosen  Stadtarchiv Darmstadt
121914Kriegskarte Nr. 12.Leichtverwundete gefangene Franzosen in Darmstadt (Bahnhof)15. August im Besitz des Verfassers
151914Kriegskarte Nr. 15.Schwerverwundete französische Kriegs­gefangene werden vom Darmstädter Bahnhof geholt15. August im Besitz des Verfassers
?1914 Gefangene verwundete Franzosen am Darmstädter Bahnhof  Stadtarchiv Darmstadt
?1914 Gefangene verwundete Franzosen in Darmstadt (Bahnhof)  Stadtarchiv Darmstadt
?1914 Schwerverwundeter Franzose  Stadtarchiv Darmstadt
Kriegsbeute (I)

Das „Darmstädter Tagblatt“ schrieb am 30. August 1914 über die militaristische Euphorisierung der Stadtbevölkerung:

„Ein großer Zug der Freude und Begeisterung ging denn auch gestern durch unsere Bevölkerung, als wir durch Extrablätter bekannt machen konnten, daß erbeutete französische Geschütze nach hier gebracht würden. 22 Eisenbahnwagen waren erforderlich gewesen, um diese Kriegsbeute hierher zu befördern. Die Verbringung nach der Stadt gestaltete sich zu einem wahren Triumphzuge. Ueberall­ drängten sich die Menschenmassen, um die stummen Zeugen großer Taten unserer Soldaten zu sehen. In dankenswerter Weise trug der Stadtkommandant Generalmajor von Randow der berechtigten Schaulust des Publikums Rechnung dadurch, daß einige der Geschütze öffentlich aufgestellt wurden.

Die Geschütze fuhren zunächst am Hauptbahnhof vorbei, die Allee und Rheinstraße entlang zum Schloß, dann um den Paradeplatz. Drei der Geschütze fanden Aufstellung vor dem Landesdenkmal Großherzog Ludwigs IV. Es sind Feldgeschütze mit Rohrrücklauf. Auf dem Paradeplatz fanden zwei Maschinengewehre und ein Beobachtungswagen Aufstellung. Die Maschinengewehre machen keinen vertrauenserweckenden Eindruck; sie stehen auf einem Dreifuß und werden ebenso wie unsere Maschinengewehre auf Wagen befördert. Die Geschütze haben einen blauen Anstrich, wohl, um die Spiegelung im Sonnenlicht zu verhüten.

Die Großherzogin und die Prinzen betrachteten sich sehr interessiert die Geschütze, die natürlich fortwährend sehr umlagert sind. Die Protzen, die noch sehr viel Munition enthalten, wurden nach dem Artilleriedepot gebracht.“

Es handelt sich hierbei mit ziemlicher Sicherheit um Beutestücke, die am 22. August 1914 dem Leibgarde-Infanterie­regiment Nr. 115 beim Sturm auf eine französische Artillerie­stellung in die Hände gefallen sind.

161914Kriegskarte Nr. 16.Erobertes französisches Geschütz erbeutet vom Gross. Hess. Inf.(Leibg.)-Regt. Nr. 115 in Darmstadt24.–29. August [4] im Besitz des Verfassers
171914Kriegskarte Nr. 17.Eroberter französischer Munitionswagen erobert vom Gr. Hess. Inf.(Leibg.)-Regt. Nr. 115 in Darmstadt24.–29. August im Besitz des Verfassers
181914Kriegskarte Nr. 18.Eroberter französischer Munitionswagen erobert vom Gr. Hess. Inf.(Leibg.)-Regt. Nr. 115 in Darmstadt24.–29. August im Besitz des Verfassers
211914Kriegskarte Nr. 21.Der Eisenbahnzug mit eroberten französischen und belgischen Geschützen läuft in Darmstadt ein24.–29. August im Besitz des Verfassers
221914Kriegskarte Nr. 22.Eroberte belgische Geschütze treffen auf belgischen Eisenbahnwagen in Darmstadt ein24.–29. August im Besitz des Verfassers
251914Kriegskarte Nr. 25.Darmstadt.  Eroberte französische und belgische Geschütze werden durch die Stadt gefahren29. August im Besitz des Verfassers
281914Kriegskarte Nr. 28.Eroberte Belagerungs­geschütze, Darmstädter Bahnhof  im Besitz des Verfassers
291914Kriegskarte Nr. 29.Erobertes großes Belagerungs­geschütz, Darmstadt (Bahnhof)  im Besitz des Verfassers
?1914 Eroberte Belagerungs­geschütze (Artillerie-Depot Darmstadt)  Internet
?1914 Eroberte Geschütze und Munitionswagen (Artilleriedepot Darmstadt)  Stadtarchiv Darmstadt
?1914/15 Eroberte verschiedenartige Geschütze (Artillerie-Depot Darmstadt).  Stadtarchiv Darmstadt
?1914 Eroberte Geschütze (Artilleriedepot Darmstadt)  Stadtarchiv Darmstadt
?1914 Erobertes schweres französisches Festungs­geschütz im Darmstädter Güterbahnhof  Internet
?1914 Eroberte Belagerungsgeschütze von Givet im Darmstädter Bahnhof  Internet, evtl. Nr. 54
?1914 Erobertes belgisches Geschütz mit Munitionswagen  Stadtarchiv Darmstadt
?1914 Eroberte belgische Geschütze  Stadtarchiv Darmstadt
?1914 Französische eroberte Protze, welche durch einen Granatschuß schwer beschädigt ist, auf dem Darmstädter Bahnhof  Stadtarchiv Darmstadt
?1914 Eroberte französische Kanonen und Maschinengewehr auf dem Darmstädter Bahnhof  Stadtarchiv Darmstadt
?1914 Französische Maultiere als Kriegsbeute in Darmstadt  Stadtarchiv Darmstadt
Kriegsgefangene (II)
331914Kriegskarte Nr. 33.Gefangene französische Offiziere in Darmstadt  im Besitz des Verfassers
?1914 Gefangene französische Offiziere  Stadtarchiv Darmstadt
Die Großherzogin besucht verwundete deutsche Soldaten
341914Kriegskarte Nr. 34.Ihre Königl. Hoheit die Grossherzogin von Hessen beim Empfang verwundeter deutscher Soldaten an der Entladestelle im Güter­bahnhof zu Darmstadt23. August im Besitz des Verfassers
351914Kriegskarte Nr. 35.Ihre Königl. Hoheit die Grossherzogin von Hessen beim Empfang verwundeter deutscher Soldaten an der Entladestelle im Güter­bahnhof zu Darmstadt23. August im Besitz des Verfassers
361914Kriegskarte Nr. 36.Ihre Königl. Hoheit die Grossherzogin von Hessen beim Empfang verwundeter deutscher Soldaten an der Entladestelle im Güter­bahnhof zu Darmstadt23. August im Besitz des Verfassers
371914Kriegskarte Nr. 37.Ihre Königl. Hoheit die Großherzogin von Hessen beim Empfang verwundeter deutscher Soldaten an der Entladestelle im Güterbahnhof zu Darmstadt23. August im Besitz des Verfassers
381914Kriegskarte Nr. 38.Ihre Königl. Hoheit die Großherzogin von Hessen beim Empfang verwundeter deutscher Soldaten an der Entladestelle im Güter­bahnhof zu Darmstadt23. August im Besitz des Verfassers
391914Kriegskarte Nr. 39.Ihre Königl. Hoheit die Großherzogin von Hessen beim Empfang verwundeter deutscher Soldaten an der Entladestelle im Güterbahnhof zu Darmstadt23. August im Besitz des Verfassers
?1914 Ihre Königl. Hoheit die Grossherzogin von Hessen beim Empfang verwundeter deutscher Soldaten an der Entladestelle im Güterbahnhof zu Darmstadt [weiteres Motiv]  Stadtarchiv Darmstadt
?1914 Verwundete deutsche Soldaten werden am Bahnhof Dartmstadt gespeist  Stadtarchiv Darmstadt
Transporte an die Front (I)
421914Kriegskarte Nr. 42.Ersatzmannschaften, welche ins Feld ziehen, auf der Durchfahrt im Darmstädter Bahnhof  im Besitz des Verfassers
431914Kriegskarte Nr. 43.Ersatzmannschaften, welche ins Feld ziehen, auf der Durchfahrt im Darmstädter Bahnhof  im Besitz des Verfassers
441914Kriegskarte Nr. 44.Ersatzmannschaften, welche ins Feld ziehen, auf der Durchfahrt im Darmstädter Bahnhof  im Besitz des Verfassers
Verabschiedung einzelner Truppenteile (I)
491914Kriegskarte Nr. 49.Die Großherzogin von Hessen überreicht den Ersatz­mannschaften vom Artillerie-Regiment Nr. 61 am 26. September 1914 bei Abgang ins Feld Karten26. Sept. Im Besitz des Verfassers
531914Kriegskarte Nr. 53.Ihre Königl. Hoheit die Großherzogin von Hessen im Gespräch mit einem Unteroffizier (geschmückt mit dem „Eisernen Kreuz“) welcher als geheilt zum zweiten Male mit Ersatz­mannschaften des Gr. Hess. Inf. (Leibg.)-Regt. Nr. 115 ins Feld zieht, verabschiedet sich von denselben im Darmstädter Bahnhof extern (Stadtarchiv Darmstadt)im Besitz des Verfassers
551914Kriegskarte Nr. 55.Ihre Königl. Hoheit die Großherzogin von Hessen und der Erbgroßherzog von Hessen verabschieden sich von Ersatz­mannschaften des Gr. Hess. Inf.(Leibg.)-Regt. Nr. 115 im Darmstädter Bahnhofvor oder am 15. AugustRegiment 115im Besitz des Verfassers
?1914Kriegskarte Nr. ??.Ihre Königl. Hoheit die Großherzogin von Hessen weilt zum Abschied von Ersatzmannschaften, welche ins Feld ziehen, auf dem Darmstädter Bahnhof  HStAD D 27 B Nr. 2093/1, auch Stadtarchiv Darmstadt
?1914 Ihre Königl. Hoheit die Großherzogin von Hessen und der Erbgroßherzog von Hessen verabschieden sich von Ersatzmannschaften des Gr. Hess. Inf.(Leibg.)-Regt. Nr. 115 im Darmstädter Bahnhof [Variante zu Nr. 55]  Stadtarchiv Darmstadt
?1914 Ihre Königl. Hoheit die Großherzogin von Hessen und der Erbgroßherzog von Hessen bei Verabschiedung von Ersatzmannschaften des Gr. Hess. Inf. (Leibg.)-Rgt. No. 115 im Darmstädter Bahnhof  Stadtarchiv Darmstadt
?1914/15[dieselbe Ansichtskarte mit geändertem Kriegsjahr]Ihre Königl. Hoheit die Grossherzogin von Hessen und der Erbgrossherzog von Hessen bei Verabschiedung von Ersatzmannschaften des Gr. Hess. Inf. (Leibg.)-Rgt. No. 115 im Darmstädter Bahnhof.  Internet
?1914 Ersatzmannschaften des Artillerie-Regiments Nr. 61, welche ins Feld ziehen, auf dem Bahnhof in Darmstadt.  26. September 191426. Sept. Internet
?1914 Ihre Königl. Hoheit die Großherzogin von Hessen weilt zum Abschied der Ersatzmannschaften des Artillerie-Regiments Nr. 61, welche ins Feld ziehen, auf dem Darmstädter Bahnhof26. Sept. Internet, Stadtarchiv Darmstadt
?1914 Die Großherzogin von Hessen überreicht den Ersatz­mannschaften vom Artillerie-Regiment Nr. 61 am 26. September 1914 bei Abgang ins Feld Karten26. Sept. Internet, Stadtarchiv Darmstadt
?1914 Angehörige verabschieden sich von den Ersatzmannschaften des Artillerie-Regiments Nr. 61, welche ins Feld ziehen26. Sept. Internet, Stadtarchiv Darmstadt
Kriegsbeute (II)
571914Kriegskarte Nr. 57.Eroberte französische Revolver­kanonen im Güter­bahnhof Darmstadt29. August im Besitz des Verfassers
571914/15Kriegskarte Nr. 57.Eroberte französische Revolver­kanonen im Güter­bahnhof Darmstadt.29. August im Besitz des Verfassers
581914Kriegskarte Nr. 58.Alte französische Mörser als Kriegsbeute in Darmstadt29. August im Besitz des Verfassers
611914Kriegskarte Nr. 61.Englisches Maschinengewehr als Kriegsbeute im Darmstädter Bahnhof  im Besitz des Verfassers
621914Kriegskarte Nr. 62.Eroberte französische Geschütze beim Ausladen am Güterbahnhof Darmstadt extern (FNF, Einloggen erforderlich)im Besitz des Verfassers
621914/15Kriegskarte Nr. 62.Eroberte französische Geschütze beim Ausladen am Güterbahnhof Darmstadt.  im Besitz des Verfassers
Transporte an die Front (II)
641914Kriegskarte Nr. 64.Automobile auf dem Transport nach dem Kriegs­schauplatz, auf der Durchfahrt im Darmstädter Bahnhof  im Besitz des Verfassers
651914Kriegskarte Nr. 65.Angehörige verabschieden sich von den Mannschaften des Inf.-Regt. Nr. 221, welche ins Feld ziehen, im Darmstädter Bahnhof  im Besitz des Verfassers
?1914 Liebesgaben Transport Ihrer Königl. Hoheit der Großherzogin von Hessen bei Abgang von Darmstadt, nach dem Kriegsschauplatz  Internet
Kriegsgefangene (III)
661914Kriegskarte Nr. 66.Gruppe aus einem Transport französischer Kriegs­gefangener in Darmstadt (links 1 Zuave)  im Besitz des Verfassers
671914Kriegskarte Nr. 67.Französische Kriegsgefangene in Darmstadt werden zur Arbeit geführt  im Besitz des Verfassers
681914Kriegskarte Nr. 68.Französische Kriegs­gefangene (in der Mitte 1 Zuave) am Bahnhof in Darmstadt  im Besitz des Verfassers
681914/15Kriegskarte Nr. 68.Französische Kriegs­gefangene (in der Mitte ein Zuave) am Bahnhof in Darmstadt.  Im Besitz des Verfassers
691914Kriegskarte Nr. 69.Gefangene verwundete Franzosen am Darmstädter Bahnhof  im Besitz des Verfassers
701914Kriegskarte Nr. 70.Senegal-Neger, welche auf französischer Seite gegen unsere Truppen kämpfen, als Kriegs­gefangene in Darmstadt [vgl. Nr. 73]  im Besitz des Verfassers
701914/15Kriegskarte Nr. 70.Senegal-Neger, welche auf französischer Seite gegen unsere Truppen kämpfen, als Kriegs­gefangene in Darmstadt [vgl. Nr. 73]  im Besitz des Verfassers
711914Kriegskarte Nr. 71.Französische und englische Kriegsgefangene in Darmstadt  im Besitz des Verfassers
711914/15Kriegskarte Nr. 71.Französische und englische Kriegsgefangene in Darmstadt.  Im Besitz des Verfassers
721914Kriegskarte Nr. 72.Englische Soldaten (Schottland-Hochländer) als Kriegs­gefangene im Darmstädter Bahnhof Eingebunden in die Kriegslogistikim Besitz des Verfassers
721914/15Kriegskarte Nr. 72.Englische Soldaten (Schottland-Hochländer) als Kriegs­gefangene im Darmstädter Bahnhof.  Im Besitz des Verfassers
731914Kriegskarte Nr. 73.Senegal-Neger, welche auf französischer Seite gegen unsere Truppen kämpfen, als Kriegs­gefangene in Darmstadt [größerer Bildausschnitt als in Nr. 70] Die Elektrische kommt nach Griesheim, Teil 1im Besitz des Verfassers
731914/15Kriegskarte Nr. 73.Senegal-Neger, welche auf französischer Seite gegen unsere Truppen kämpfen, als Kriegs­gefangene in Darmstadt.  im Besitz des Verfassers
741914Kriegskarte Nr. 74.Französische Zivilisten, darunter ein kath. Geistlicher, als Kriegsgefangene in Darmstadt. Dieselben versuchten durch unterirdische Telefonverbindungen und durch Stellen der Kirchen­uhrzeiger den französischen Truppen die Stellungen der Deutschen zu verraten6. Okt. [5] im Besitz des Verfassers
?1914 Französische Kriegsgefangene müssen in einem deutschen Lager arbeiten  Internet
?1914/15 Ablieferung Französischer Kriegsgefangener im Darmstädter Bahnhof.  Stadtarchiv Darmstadt
?1914/15 Gruppe aus einem Transport französischer Kriegsgefangener in Darmstadt (links ein Zuave).  Stadtarchiv Darmstadt
?1914/15 Abtransport von französischen verwundeten Kriegsgefangenen vom Darmstädter Bahnhof nach dem Gefangenenlager.  Stadtarchiv Darmstadt
?1914/15 Französische Kriegsgefangene beim Abtransport vom Darmstädter Bahnhof nach dem Gefangenenlager.  Stadtarchiv Darmstadt
Verabschiedung einzelner Truppenteile (II)
751914/15Kriegskarte Nr. 75.DARMSTADT.  Ihre Königl. Hoheiten der Grossherzog u. d. Grossherzogin von Hessen verabschieden sich vom Grossh. Hess. Landsturm Inf. Reg., welches ins Feld zieht.  18. Nov. 1914.18. Nov. im Besitz des Verfassers
761914/15 DARMSTADT.  Ihre Königl. Hoheiten der Grossherzog u. d. Grossherzogin von Hessen verabschieden sich vom Grossh. Hess. Landsturm Inf. Reg., welches ins Feld zieht.  18. Nov. 1914.18. Nov. Stadtarchiv Darmstadt; [Variante zu Nr. 75]
771914/15Kriegskarte Nr. 77.DARMSTADT.  Ihre Königl. Hoheiten der Grossherzog u. d. Grossherzogin von Hessen weilen am Bahnhof bei Abfahrt des Grossh. Hess. Landsturm Inf. Reg., welches ins Feld zieht.  18. Nov. 1914.18. Nov. im Besitz des Verfassers
781914/15Kriegskarte Nr. 78.DARMSTADT, Bahnhof. Ihre Königl. Hoheit die Grossherzogin, der Erbgross­herzog Georg u. Prinz Ludwig von Hessen verabschieden sich von den Ersatz­mannschaften des Leib-Dragoner-Regiments (2. Grossh. Hess.) No. 24, welche ins Feld ziehen.  im Besitz des Verfassers
Hessischer Lazarettzug
791914/15Kriegskarte Nr. 79.DARMSTADT.  Mannschaften u. Schwestern vom Hess. Lazarettzug, welcher am 2.12.1914 von Darmstadt ins Feld abfuhr.  Das Bild zeigt die Anwesenheit Ihrer Königl. Hoheit die Grossherzogin v. Hessen beim Abschied nehmen.2. Dezember im Besitz des Verfassers
801914/15Kriegskarte Nr. 80.Hess. Lazarettzug. Innenansicht der Küche.2. DezemberJahre unter französischer Besatzung von 1918 bis 1923im Besitz des Verfassers
811914/15Kriegskarte Nr. 81.Hess. Lazarettzug. Innenansicht. Krankenwagen.2. DezemberJahre unter französischer Besatzung von 1918 bis 1923im Besitz des Verfassers
Kriegsgefangene (IV)
831914/15Kriegskarte Nr. 83.Französische Kriegs­gefangene in Winter­ausrüstung kommen in Darmstadt an.  im Besitz des Verfassers
861914/15Kriegskarte Nr. 86.Abtransport Französischer Kriegsgefangener vom Darmstädter Bahnhof.  Stadtarchiv Darmstadt
871914/15Kriegskarte Nr. 87.Gruppe aus einem französischen Gefangenen­transport in Darmstadt.  im Besitz des Verfassers
881914/15Kriegskarte Nr. 88.Französische Kriegs­gefangene in Darmstadt. Der Mittlere ist angeblich ein bei Strassburg gebürtiger Schuster, welcher als Unsicherer in Frankreich mit aufgegriffen worden sein soll.  im Besitz des Verfassers
891914/15Kriegskarte Nr. 89.Französische Kriegsgefangene (Chasseur / Jäger zu Pferd) im Darmstädter Bahnhof.  im Besitz des Verfassers
911914/15Kriegskarte Nr. 91.Französische Kriegs­gefangene (welche ihrem Aussehen nach in ungünstiger Witterung lange im Schützen­graben gelegen haben) werden vom Darmstädter Bahnhof nach dem Gefangenen­lager gebracht.  im Besitz des Verfassers
Sonstige
941914/15Kriegskarte Nr. 94.DARMSTADT.  Ihre Kgl. Hoheiten der Grossherzog u. d. Grossherzogin von Hessen weilen am Bahnhof beim Abschied des Grossh. Hess. Landsturm Inf. Reg., welches ins Feld zieht.  18. Nov. 1914. [Ausschnitt von #77]18. Nov. im Besitz des Verfassers
Russische Kriehsgefangene
951914/15Kriegskarte Nr. 95.Russische Kriegsgefangene in Darmstadt [beim Appell] Eingebunden in die Kriegslogistikim Besitz des Verfassers
96?1914/15 Russische Kriegsgefangene in Darmstadt [Porträt]  Stadtarchiv Darmstadt

Zur Verteilung auf die Kriegsjahre 1914 und 1914/15: Es scheint so, als habe Wilhelm Gerling zum einen von einzelnen seiner ersten Kriegskarten eine zweite Serie aufgelegt, die er mit „Kriegsjahr 1914/15“ betitelt hat. Nach drei Kriegsmonaten wurden alle weiteren Kriegskarten ab November 1914 mit dieser Überschrift versehen. Zur Legende der folgenden Tabellen: „J“ bedeutet ja, „N“ bedeutet nein, „O“ bedeutet nicht bekannt. Leere Felder indizieren keinen genauen Kenntnisstand. Da mir bislang keine „Kriegskarten 1914“ ab Nummer 75 begegnet sind, gehe ich davon aus, daß alle späteren nur noch als „Kriegsjahr 1914/15“ gelaufen sind.

Nummer12345678910111213141516171819202122232425
Kriegsjahr 1914JJJJJJJJJJJJJJJJJJJJJJJJJ
Kriegsjahr 1914/15         JJ              
Nummer26272829303132333435363738394041424344454647484950
Kriegsjahr 1914JJJJJJJJJJJJJJJJJJJJJJJJJ
Kriegsjahr 1914/15                         
Nummer51525354555657585960616263646566676869707172737475
Kriegsjahr 1914JJJJJJJJJJJJJJJJJJJJJJJJO
Kriegsjahr 1914/15      J    J     J JJJJ J
Nummer767778798081828384858687888990919293949596979899100
Kriegsjahr 1914NNNNNNNNNNNNNNNNNNNNOOOOO
Kriegsjahr 1914/15JJJJJJJJJJJJJJJJJJJJOOOOO

Literatur

 

ANMERKUNGEN
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»» [1]   Die Kriegskarte Nummer 57 wurde bei einer Neuauflage mit der Kopfzeile „1914/15“ mit einem anderen Bild derselben Revolverkanonen versehen. Dies ist die mir bislang einzig bekannte gleich­benummerte Karte mit zwei unterschiedlichen Bildmotiven. Bei den ersten Kriegskarten finden sich Varianten im Kartentext; bei der 1914/15-Serie enden alle Kartentexte mit einem Punkt als Satzzeichen. Würden alle Varianten dieser Art mitgezählt, dürfte es etwa 150 verschiedene Motiv-Textkombinationen geben.

»» [2]   Das Stadtarchiv Darmstadt verfügt über viele, aber nicht alle dieser Ansichtskarten. Die Karten gelangten nach der Verlagsauflösung etwa 1963 zunächst zur Stadt- und Kreisbildstelle, wo sie auf Kartons aufgeklebt wurden. Somit waren die Nummern der einzelnen seit 1998 im Stadtarchiv einzusehenden Karten nicht recherchierbar.

»» [3]   Die Spalte „Quelle“ gibt an, woher die Informationen zu Abbildungen, Text und Nummerierung stammen. Die allgemeine Angabe Internet verweist in der Regel auf kurzlebige Angebote auf verschiedenen Auktionsportalen. Sofern keine online verfügbare Belege existieren (existiert haben), wird, sofern vorhanden, auf den Bestand des Stadtarchivs Darmstadt Bezug genommen. Weil sich hieraus Dopplungen ergeben und der (einst) verfügbaren Information des Internets der Vorzug gegeben wird, wird hier nicht der vollständige Bestand des Stadtarchivs wiedergegeben.

»» [4]   Diese und die nachfolgend vorgestellten Aufnahmen erbeuteter Geschütze dürften zwischen dem 24. und dem 29. August aufgenommen worden sein. Ein am 25. August 1914 abgedruckter Leserbrief im „Darmstädter Tagblatt“ [digitalisat] gibt den Hinweis, am Tag zuvor seien erbeutete Geschütze nach Darmstadt gebracht worden. Am 1. September 1914 traf ein weiterer Transport französischer Kriegsbeute ein, darunter 18 Geschütze [tagblatt].

»» [5]   Der Neue Griesheimer Anzeiger schreibt in seiner Ausgabe vom 7. Oktober 1914: „Gestern und heute [gemeint sind der 5. und 6. Oktober, WK] sind wieder Transporte gefangener Franzosen im Barackenlager eingetroffen. Bei dem heutigen Transport befanden sich annähernd 200 Zivilpersonen, darunter auch der Pfarrer und der Bürgermeister eines Ortes, die wegen Spionage und Verrat festgenommen wurden und jetzt ihrer Aburteilung vor dem Darmstädter Kriegsgericht entgegensehen. Der Pfarrer und der Bürgermeister wurden heute Nachmittag nach Darmstadt eingeliefert. Die Zivilgefangenen werden besonders streng bewacht.“


 
 
 
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