Darmstadt Hauptbahnhof um 1912. Ansichtskarte des Darmstädter Haupt­bahnhofs, um 1912.

Die Riedbahn von Darmstadt nach Goddelau

Lokomotivfahrordnung Hauptbahnhof Darmstadt 1920

Dokumentation

1869 wurde die Riedbahn zwischen Darmstadt und Worms eröffnet. Die heutige Riedbahn mit ihrem Hauptverlauf von Mannheim nach Frankfurt wurde erst zehn Jahre später errichtet. Dokumentiert wird auf meinen Riedbahn-Seiten der Strecken­abschnitt zwischen Darmstadt und Goddelau.

Das nachfolgende, im Original 18 großformatige Seiten umfassende Dokument liegt in einer handschriftlichen Fassung vom 15. Juni 1920 vor. Es ist in zwei Teile unterteilt. Nach den Vorbemerkungen folgen die detaillierten Angaben für jede Zugbewegung mitsamt der Aufstellgleise und Meldungen bei den jeweiligen Stellwerken. Diese Stellwerke tragen andere Bezeichungen, als sie in späteren Plänen erscheinen, was ihre Zuordnung erschwert. Der im Eisenbahnmuseum Darmstadt-Kranichstein vorhandene Plan wurde transkribiert und hoffentlich fehlerfrei in eine HTML-Textdatei übertragen.


Lokomotiv-Fahrordnung

Hauptbahnhof Darmstadt

gültig ab 1. Juni 1920

Aufgestellt:

Darmstadt Hpt. den 15.6.1920

[Unterschrift; es folgen die Genehmigungsvermerke des Vorstands des Betriebsamts 1 vom 16.6.1920 und des Vorstands des Maschinenamts ohne Datum]

Vorbemerkungen für die Lokomotiv-Fahrordnung

A.   allgemeine Vorbemerkungen gem[äß] Amtsbl[att] Verf[ügun]g No. 637 von 1910 Seite 390/391.

Nach § 75(4) der Fahrdienstvorschriften vertreten bei Lok[omotiv] Fahrten innerhalb der Bahnhöfe die Weichensteller den Rangierleiter, wenn von dem Vorstande des Betriebsamt[s] für diese Fahrten eine besondere Begleitung nicht vorgesehen ist. Wird eine Begleitung angeordnet, so ist dies in der Lokomotivfahrordnung in Spalte Bemerkung anzugeben.

Deckblatt der Lokomotivfahrordnung.
Abbildung 1: Lokomotiv-Fahrordnung.

Vor Beginn einer Fahrt hat der in Betracht kommende Fahrdienstleiter, Aufsichtsbeamte oder Rangierleiter sich mit sämtlichen beteiligten Weichenstellerposten durch Fernsprecher zu verständigen, das heißt vorzufragen, ob die Fahrt ausgeführt werden kann.

Jede einzelne Fahrt ist durch Fernsprecher vorzumelden. Sollte hierzu eine Fernsprechverbindung nicht vorhanden sein, so hat die Verständigung vorher mündlich zu erfolgen.

Der Auftrag zum Antritt einer Fahrt ist von dem zuständigen Fahrdienstleiter, Aufsichtsbeamten zu geben und gilt, wenn eine vorherige Verständigung der Weichenstellerbezirke für den ganzen Weg der Lokomotive nicht möglich ist, nur für die Fahrt von einem Weichenstellerposten oder Stellwerk zum andern. Die Lokomotiven haben daher an jedem Weichenstellerposten den Befehl zur Weiterfahrt entgegen zu nehmen. Ist die Verständigung durch den Fahrdienstleiter, Aufsichtsbeamten oder Rangierleiter mit allen Wärterposten und Stellwerken, an denen die Lokomotive vorbei zu fahren hat, erzielt worden, und hat der Lokomotivführer vom Fahrdienstleiter, Aufsichtsbeamten oder Rangierleiter Auftrag zur Fahrt erhalten, so hat er so langsam zu fahren, daß er jederzeit in der Lage ist, auf Anordnung eines Wärterpostens oder Stellwerks zu halten. Kann bei den örtlichen Verhältnissen auf einem Bahnhofe der Fahrdienstleiter oder Aufsichtsbeamte den Fahrweg für die Lok[omotive] an seinem Standpunkte nicht übersehen, so ist der Auftrag zur Fahrt nach vorheriger Verständigung des Weichenstellerpersonals unmittelbar an den Lokomotivführer zu geben.

Lokomotivführer, die mit den örtlichen Verhältnissen nicht vertraut sind, haben vor Antritt der Fahrt dem Fahrdienstleiter, Aufsichtsbeamten oder Rangierleiter hiervon Meldung zu machen. Soweit tunlichst ist in solchen Fällen ein Begleiter beizugeben, andernfalls hat vorher eine eingehende Unterweisung zu erfolgen und der Führer besondere Vorsicht anzuwenden. Muß aus irgend einem Grunde von der Lok[omotiv] Fahrordnung abgewichen werden, so ist das beteiligte Personal vorher hierüber zu unterweisen und die Fahrt mit besonderer Vorsicht und Aufmerksamkeit auszuführen.

Für das Befahren der Stellwerksbezirke gelten die bezüglichen Vorschriften des Signalbuchs, der Fahrdienstvorschriften und der Dienstanweisung für Lokomotivführer.

Hiernach dürfen insbesondere Haltsignale und für die Fahrt unrichtig liegende Weichen nicht überfahren oder aufgeschnitten werden.

B.   Besondere Vorbemerkungen für die Lokomotivfahrten im Hauptbahnhof Darmstadt

Alle Lokomotiven und Triebwagen, welche Züge angebracht haben und zum Schuppen oder nach der neuen Werkstätte fahren, nehmen den Weg über die Stellwerke 5 und 6 durch das Verkehrsgleis 19. Auch die Loks aus dem Güterbahnhof nehmen diesen Weg.

Alle Lokomotiven, welche aus dem Schuppen kommen, fahren zur Übernahme ihrer Züge nach Stellwerk 9 [1] in Gleis 80 von da in Gleis 70 bis an die Fernsprechbude vor die Signalbrücke K. L. M. N. und weiter über Weiche 132 und die Stellwerksbezirke 3 [sic!] und durch die Hauptweichenstraße – Fürstenstraße genannt – nach ihren Aufstellungsorten, bezw. vor ihre Züge. Auch die Lokomotiven nach dem Güterbahnhof fahren diesen Weg und werden von Stellw[erk] 4 nach Stellw[erk] 2 bezw. 1 geleitet.

Planauszug.

Abbildung 2: Ausschnitt aus einem verzerrten Bahnhofsplan der Deutschen Bundesbahn von 1958; die Planachse verläuft etwa von Nord nach Süd. Sammlung Eisenbahnmuseum Darmstadt-Kranichstein.

Obwohl seit der hier wiedergegebenen Lokomotivfahrordnung fast vier Jahrzehnte vergangen sind, lassen sich die Nummern der Gleise und Weichen und die Bezeichnungen der Signale problemlos wiederfinden. Einzig die Stellwerksbezeichnungen haben sich geändert; aus den numerischen Angaben sind Buchstabenkürzel geworden. Markiert sind hier neben der Weiche 132 die Gleise 42, 70, 76 und 80. Die sogenannte Fürstenstraße (F) durchquert deutlich erkennbar die Gleisanlagen und endet am rechten oberen Bildrand vor den Gleisen der Bahnsteighalle auf Gleis 1. Die beiden Halbrundschuppen (LS) boten ausreichend Platz für die zahlreichen Lokomotiven des Bahnbetriebswerks. Ob die Signalbrücke (SB) für die vier Einfahrtsignale K, L, M und N nach dem Zweiten Weltkrieg noch bestanden hat?. Bei Stellwerk 3 müßte es sich um das spätere Stellwerk „De“ handeln, während das Stellwerk 6 nunmehr „Ra“ lautet. Das spätere Stellwerk „Rl“ an Gleis 80 ist hier wohl Stellwerk 9 (W).

Bei der (hier nicht gezeigten) südlichen Ausfahrt mit Stellwerk 5 (später: „Ds“) ist bemerkenswert, daß 1920 die Drehscheibe an der Südwestseite der Rheinstraßenbrücke schon in Betrieb war. In den 50er und 60er Jahren wurden auf ihr zur schnelleren Abfertigung ankommender und abfahrender Schienenbusse einfach der VT 95 mitsamt seinem Beiwagen VB 142 gewendet, was ein Umfahrungsmanöver des Triebwagens um seinen Anhänger ersparte.

Dieser Plan ist fast vollständig als Vorsatz in dem 2014 erschienenen Buch von Wolfgang Löckel „Darmstadt und seine Eisenbahnen“ enthalten.

Die Triebwagen die aus dem Triebwagenschuppen kommen und die Probefahrten aus der H[aaupt]W[erkstätte] 2 fahren über die Stellwerksbezirke 6, 3 und 4 durch Gleis 42 und durch die Fürstenstraße an die Bahnsteige.

Alle Lokomotiven, welche Züge aus der Richtung Mainz, Aschaffenburg, Worms, Darmstadt Ost angebracht haben und nach Ankunft sofort wieder Züge nach diesen Richtungen zu übernehmen haben, also nicht in den Lokomotivschuppen fahren müssen, sind von Stellw[erk] 5, woselbst sie nötigenfalls zunächst zu drehen sind, durch Gleis 19 nach Stellw[erk] 6, von hier durch Gleis 42 nach Stellwerk 3 und von da durch die Fürstenstraße p. p. auf die zu übernehmenden Züge zu leiten, wenn in der nachstehenden Lokomotivfahrordnung nichts anderes bestimmt ist. Die Erlaubnis zur Weiterfahrt von der Drehscheibe gibt der diese Scheibe bedienende Wärter, nachdem er sich vorher durch Fernsprecher mit dem Stellw[erk] 5 verständigt und von dort Zustimmung erhalten hat. Auf die Stellung der mit der Weiche 253 gekuppelten Haltscheibe (Gleissperrsignal) Hs. 162 ist zu achten.

Wechselnde Stellwerksbezeichnungen

Es sieht so aus, als habe man in Darmstadt Hauptbahnhof zweimal die Benennung der Stellwerke geändert. In den Unterlagen aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg werden die Stellwerke mit römischen Ziffern benannt. In der hier vorliegenden Lokomotivfahrordnung sind es arabische Ziffern, eine Umstellung, die auch andernorts zu beobachten ist. Während andernorts nur die Schreibart der Ziffern ausgetauscht wurde, scheint in Darmstadt zudem eine Neuverteilung der Stellwerksnummern vorgenommen worden zu sein. In den 50er Jahren finden wir anstelle der Ziffern nun zweibuchstabige Kürzel vor.

Einzelne Stellwerke dieser Lokomotivfahrordnung lassen sich späteren Buchstaben relativ leicht zuordnen. So ist Stellwerk 3 das spätere Stellwerk „De“ und Stellwerk 5 das spätere Stellwerk „Ds“. Bei anderen Stellwerken fehlt die direkte Zuordnung, zumal sie in der vorliegenden Fahrordnung keine Erwähnung finden. Die nachfolgende Gegenüberstellung ist ein Versuch, diesen Vorgang näher zu beleuchten, und erhebt nicht den Anspruch, alle Stellwerke richtig zuordnen zu können.

Ein mir vorliegender Gleisplan der Königlich Preußischen und Großherzoglich Hessischen Eisenbahndirektion Mainz zur Umgestaltung der Bahnhofsanlagen in Darmstadt vom März 1910 bezeichnet das spätere Stellwerk „Dn“ als Stellwerk I. Im Amtsblatt derselben Direktion, No. 15 vom 28. März 1914 [online als PDF], enden Nahgüterzüge von Kranichstein herkommend an Stellwerk VI, womit mit Sicherheit das Stellwerk des Güterbahnhofs (später „Do“) gemeint sein dürfte. Ein im Handbuch der Ingenieurswissenschaften 1912 veröffentlichter Gleisplan [online] weist dem späteren Rangierstellwerk „Ra“ die römische Ziffer II zu und nennt einen Stellwerksbezirk IV nördlich der Dornheimer Weg-Brücke.

Örtlichkeit1912/1419201958
GüterbahnhofStellwerk VIStellwerk 1 (?)Stellwerk Do bzw. (ab 1972 ?) Dg
Wasserturm an der Dornheimer Weg-BrückeStellwerk IVStellwerk 2 (?)Stellwerk Da
Einfahrt Weichenstraße???Stellwerk 3Stellwerk De
Befehlsstellwerk (Halle)??????Stellwerk Df
Rheinstraßenbrücke???Stellwerk 5Stellwerk Ds
Rangierstellwerk Dornheimer Weg-Brücke (Bw Süd)Stellwerk IIStellwerk 6Stellwerk Ra
Gräfenhäuser StraßeStellwerk IStellwerk 7 oder 8 (?)Stellwerk Dn [bilderseite]
Rangierstellwerk im Güterbahnhof???Stellwerk 7 oder 8 (?)Stellwerk Ru
Rangierstellwerk Zufahrt Gleislager (Bw Nord)???Stellwerk 9Stellwerk Rl

Der Artikel „Umgestaltung der Bahnhofsanlagen in Darmstadt“ in der „Zeitschrift für Bauwesen“ von 1912 nennt insgesamt neun Stellwerke.

„Von diesen neun Stellwerken sind fünf, Stellwerke I bis V, Signal- und Weichenstellwerke, während die übrigen vier nur Weichenverschiebe­stellwerke sind. Die Stellwerke I und V bis IX sind als mechanische und die Stellwerke II, III und IV als Kraftstellwerke und zwar als elektrisch gesteuerte Luftdruck­stellwerke von der Firma Stahmer gebaut, wobei die für die drei Stellwerke gemeinsame Kraftstation mit den Pumpen, die, wie oben gesagt, auch die Preßluft für die Wagenreinigung liefern, im Stellwerk III untergebracht ist. Stellwerk IV – im Wasserturm am Dornheimer Weg gelegen – ist als Befehlsstellwerk ausgebildet […]. Ein weitverzweigtes Fernsprechnetz verbindet sämtliche Dienststellen, Weichensteller-Wärterposten usw. miteinander und wird von der im Hauptbahnhof angeordneten, nach den neuesten Erfahrungen gebauten Hauptfern­sprechstelle bedient.“ [2]

Der aus Messel stammende und in Darmstadt stationierte Lokomotivführer Ernst M. war, dies ist aus seinem Kalender bekannt [siehe auch], auf allen Strecken rund um Darmstadt unterwegs. Mal beförderte seine Lokomotive die Personenzüge ins Ried oder in den Odenwald, mal war er mit einer S 3/6 auf der Main-Neckar-Bahn unterwegs. Dienstplan 6 sah die Übergaben ins Darmstädter Fabrikviertel und den Stellwerksdienst auf Rangierlokomotiven vor. Er selbst notierte, meist fast schon kryptisch lakonisch, seine Schichten an den Stellwerken V, aber auch 4 westlich und östlich. Ohne hieraus weitere Schlüsse ziehen zu wollen, ist es immerhin bemerkenswert, daß er arabische und römischen Ziffern benutzt hat.

Die Lok[omotiven] und Triebwagen der Züge aus den Richtungen Frankfurt, Mainz, Worms, Aschaffenburg, Wiebelsbach und Gr[oß] Zimmern fahren nach Ankunft von den Bahnsteigen ohne besonderen Auftrag nach Stellw[erk] 5, haben jedoch dortselbst wie folgt zu halten und weiteren Auftrag des Stellweksweichenstellers abzuwarten:

  1. Die Lokomotiven aus Gleis 11 u[nd] 12 am Merkzeichen der Weiche 241
  2. [Die Lokomotiven aus Gleis] 8, 9 u[nd] 10 [am Merkzeichen der Weiche 240]
  3. [Die Lokomotiven aus Gleis] 7 [am Merkzeichen der Weiche 245]
  4. [Die Lokomotiven aus Gleis] 3, 4, 5 u[nd 6] [am Merkzeichen der Weiche 249]
  5. [Die Lokomotiven aus Gleis] 1 vor dem Signal W 1
  6. [Die Lokomotiven aus Gleis] 2 [vor dem Signal] W 2

Ist vom Stellwerksweichensteller Auftrag zur Weiterfahrt erteilt, dann fahren die Lok[omotiven] aus den Gleisen 7 bis 12 in Gleis 161 vor Weiche 252, die Lok[omotiven] aus den Gleise 1 und 6 in Gleis 164 vor Weiche 259. Hier haben die Lok[omotiven] dann so lange zu halten, bis der Stellwerkswärter durch Hornsignal – ein langer Ton – die Erlaubnis zur Weiterfahrt in Gleis 19 nach Stellw[erk] 6 erteilt. Vor der Dornheimerwegbrücke steht rechts neben dem Gleis 19 eine drehbare Haltscheibe (Signal 6 b[?]), welche von Stellw[erk] 6 bedient wird. Zeigt das Signal Haltsignal, dann haben die Lok[omotiven] vor demselben zu halten. Zeigt es freie Fahrt, dann können die Lok[omotiven] mit Schrittfahrgeschwindigkeit nach Stellw[erk] 6 bis vor Weiche 180 weiterfahren. (Die Lok[omotiven] nach der Hauptwerkstätte 2 fahren vor Weiche 184) Die Lok[omotiv] Führer melden dem Stellwerksweichensteller dann zunächst wohin sie fahren wollen mit den Worten: an den Wasserkrahn, an die Kohlen, in den Schuppe 1, in den Schuppen 2, in die neue Werkstätte u. s. w. Der Stellwerksweichensteller stellt hierauf die Weichen um und erteilt dann mündlichen Auftrag zur Weiterfahrt.

Die Fahrten sind vorsichtig auszuführen, damit die Lok[omotiven] bei eintretenden Hindernissen sofort zum Halten gebracht werden können insbesondere ist vor Weiche 171 aufgestellte Tafel mit der Aufschrift 5 km. gewissenhaft zu beachten.

Die Triebwagen für den Triebwagenschuppen die von Stellw[erk] 5 kommen, fahren durch Gleis 19 nach Gleis 42 und über die Weiche 182 im Gleis 42 in den Schuppen. (Gleis 48, 49 u[nd] 51)

Alle von Stellw[erk] 6 nach der 2. Drehscheibe nördlich fahrenden Lok[omotiven] haben vor der Kreuzung an der ersten Drehscheibe südlich zu halten und dürfen ab da nur mit Genehmigung des Drehscheibenwärters weiterfahren.

Dornheimer Weg-Brücke.

Abbildung 3: Hauptbahnhof, Brücke am Dornheimerweg mit Wasserturm. Aufnahme vielleicht noch während der Bauphase bis 1912. Bei dem Gebäude in der Bildmitte handelt es sich um die später noch erweiterte Wagenmeisterei des zum Hauptbahnhof gehörenden Bahn­betriebswerks. Hinter der Brücke liegen die Anlagen des Güterbahnhofs, während das erste hier sichtbare Gleis das Betriebsgleis 19 ist. Hierüber liefen Lokomotiven und Triebwagen auf dem Weg von Stellwerk 5 zum Bahn­betriebswerk und umgekehrt.

Die Lok[omotiven] welche aus dem Schuppen kommen, erhalten von einem Schuppenbediensteten als Rangierleiter mündlichen Auftrag zur Weiterfahrt nach dem Stellw[erk] 9. Der Schuppenbedienstete hat die Lokomotiven zunächst dem Stellw[erk] 9 durch Fernsprecher anzumelden. Dies geschieht durch die Frage: „Kann Lok[omotive] für Zug X in Gleis 76 (bezw. 77 oder 78) kommen?“ Erst bei zugesagter Antwort: „Ja, Lok[omotive] kann in Gleis 76 (bew. 77 oder 78) kommen[“], darf der Schuppenbedienstete Fahrerlaubnis an den Lok[omotiv] Führer erteilen. Die Meldungen sind von beiden Posten unter Zeit- und Namensangaben in die Fernsprechbücher einzutragen. Die aus Gleis 77 und 78 kommenden Lokomotiven haben auch am Merkzeichen der Weiche 24, die aus Gleis 76 kommenden Lok[omotiven] haben auch am Merkzeichen der Weiche 24 zu halten und Auftrag zur Weiterfahrt abzuwarten. Dem Weichensteller des Stellw[erks] 9 obliegt es im Benehmen mit dem Schuppenbediensteten die Reihenfolge der ausfahrenden Lok[omotiven] so zu regeln, wie sie sich vor Weiche 132 gemäß nachfolgender Fahrordnung zu melden haben. Die Lok[omotiv] Führer haben diese beiden Bediensteten zu unterstützen und deren Anordnungen zu befolgen. Die Weiterfahrt nach Gleis 70 bis an die Fernsprechbude (T) vor der Signalbrücke K. L. M. N. erfolgt nach mündlichem Auftrag des Weichenstellers von Stellwerk 9.

Die Lok[omotiv] Führer melden sich daselbst bei Stellw[erk] 3. Die Meldung erfolgt mit den Worten: Lokführer (Name, Zeit) mit Lok[omotive] für Zug (Nummer): also z. B. Lokführer Weiß 4 Uhr 30 mit Lok[omotive] für Zug 2840.

Der Weichensteller auf Stellw[erk] 3 empfängt die Meldung, wiederholt sie und stellt die Meldezeit fest. Unstimmigkeiten sind sofort aufzuklären. Die Meldungen sind mit Zeitangabe sowohl vom Lok[omotiv] Führer wie vom Stellwerksweichensteller in die aufgelegten Fernsprechbücher einzutragen.

Wird ein Zug planmäßig mit Vorspann gefahren, dann muß dahin gewirkt werden, daß beide Lok[omotiven] zusammengekuppelt rechtzeitig sich vor Weiche 132 melden. Der Führer meldet dann dem Stellw[erk] 3 zwei Lokomotiven.

Zur Vermeidung der Verrußung der Signalbrücke K. L. M. N. und der Oxydation der Signalkontakte ist es dem Lok[omotiv] Führer verboten vor erhaltener Fahrerlaubnis durch Stellw[erk] 3 von der Fernsprechbude nach Weiche 132 zu fahren. Nach Umstellung der Weiche 132 auf Ablenkung nach der Fürstenstraße gibt der Weichensteller des Stellw[erks] 3 durch die an der Fernsprechbude an der Signalbrücke K. L. M. N. angebrachte elektrische Huppe (ein langer Ton) Erlaubnis zur Weiterfahrt nach den Aufstellungsorten, wie sie in der nachstehenden Fahrordnung für die Lok[omotiven] einzeln festgelegt sind. Es hat sich jeder Lok[omotiv] Führer bei dem Stellw[erk] 3 selbst zu melden, das Nachfahren ohne vorherige Meldung ist strengstens verboten.

In der nachstehenden Fahrordnung ist für die aus dem Schuppen kommenden Lok[omotiven] die Meldezeit an der Fernsprechbude vor Weiche 132 anzugeben. Die Lok[omotiv] Führer haben so frühzeitig aus dem Schuppen zu fahren, daß sie sich rechtzeitig melden können. Die angegebene Meldezeit stellt den Zeitpunkt dar, bis zu welchem die Meldung spätestens erfolgt sein muß, um die Lok[omotive] ungehindert durch aus- und einfahrende Züge durch die Fürstenstraße leiten zu können.

Sobald Fahrerlaubnis durch Hornsignal nach Umstellung der Weiche 132 erteilt ist, haben die Lok[omotiv] Führer sofort anzufahren. Ein Anhalten auf der Fürstenstraße ohne besonderen Hinderungsgrund ist strengstens untersagt. Die Fahrten durch die Fürstenstraße sind vielmehr zu beschleunigen.

Die Triebwagen, welche aus dem Schuppen kommen, werden zunächst durch den Triebwagenschaffner auf Fernsprechleitung am Schuppen dem Stellw[erk] 6 angemeldet und fahren aus den Gleisen 48, 49 u[nd] 51 über Weiche 182 in Gleis 42. Sie dürfen nur bis an das Merkzeichen der Weiche 185 in Gleis 42 vorfahren. Sind mehrere Wagen gleichzeitig zur Fahrt aus dem Schuppen fällig, dann darf ein zweiter Wagen dem voraus gefahrenen erst folgen, wenn dieser den Gleisabschnitt zwischen Weiche 182 und 195 im Gleis 42 geräumt hat. Die Weiterleitung der Triebwagen vom Haltepunkt vor Weiche 182 zu den Bahnsteigen erfolgt durch Gleis 42 über Stellw[erk] 3 wie nachstehend angeordnet.

Die Probelokomotiven aus der neuen Werkstätte melden sich in Gleis 44 an der H Scheibe und erhalten hier ebenfalls mündlichen Auftrag zur Weiterfahrt in Gleis 42. Beide fahren in Gleis 42 vor Gleissperre VII. Die Fahrten werden von Stellw[erk] 6 nach Stellw[erk] 3 vorgemeldet. Die Umstellung des Gleissperrsignals VII gilt daher als Fahrterlaubnis in den Stellwerksbezirk 3.

Triebwagen und Probelokomotiven nach Gleis 11 fahren durch die Weiche 142 nach Gleis 10 a vor Weiche 140 b, nach den Gleisen 1 bis 9 vor die Weiche 137 b und nach Umstellung der Weichen auf Hornsignal – 2 kurze Töne – des Stellwerksweichenstellers auf Stellwerk 3 nach ihren Aufstellungsorten gemäß nachstehender Fahrordnung.

Soweit die Fahrten durch die Fürstenstraße geführt werden, sind die oben gegebenen Bestimmungen zu beachten.

Die Rangierloks des Personenbahnhofs, des Güterbahnhofs und des Fabrikviertels fahren nach Bedarf in den Schuppen und zurück zum Dienst. Die Zeiten können im Voraus nicht festgesetzt werden, richten sich vielmehr nach dienstlichem Bedürfnis. Die Fahrten zum Schuppen über Stellw[erk] 5 und zurück über Stellw[erk] 9 Weiche 132 sind beim Fahrdienstleiter auf Stellw[erk] 4 von Fall zu Fall zu beantragen und von diesem Beamten anzuordnen.

Textauszug.

Abbildung 4: Textauszug, hier aus Seite 9.

Alle in der Lokomotivfahrordnung nicht aufgeführten Lokomotiven, also alle Lokomotiven für Sonderzüge, Arbeitszüge, außergewöhnliche Vorspannleistungen etc. haben, sofern für einzelne Fahrten vorher nicht besondere Anordnungen getroffen wurden, so frühzeitig aus dem Schuppen zu fahren, daß sie sich mindestens 40 Minuten vor Abfahrt dieser Sonder- etc. Züge an der Fernsprechbude vor Weiche 132 melden um von dort rechtzeitig vor ihre Züge geleitet werden zu können.

Bemerkt wird, daß bei Fahrten durch Gleis 19 die Meldungen von Stellwerk 3 bis Stellwerk 5 (bzw. umgekehrt) erfolgen, also ein Anhalten der Lokomotiven in diesem Gleis in der Höhe der Stellwerke 6 und 4 nicht nötig ist, weil das Gleis 19 den Bezirk dieser beiden Stellwerke nicht berührt.

Zwischenbemerkung zu den folgenden Tabellen

In den nachfolgenden Tabellen, die jeweils eine Seite des Originaldokuments enthalten, werden einige Abkürzungen aus diesem Original ausgeschrieben, bspw. „Gleis“ statt „Gl.“.

Gemäß damaliger Konvention wurden in Fahrplänen und anderen Bahndokumenten die Minutenziffern bei den Uhrzeiten zwischen 6.00 Uhr abends und 5.59 Uhr morgens unterstrichen dargestellt; nachfolgend wird die Zwölfstundenuhr beibehalten, aber auf die entsprechende Unterstreichung verzichtet.

Die Bahnsteiggleise waren 1912 für bestimmte Richtungen vorab festgelegt worden; später wurde im Einzelfall auch davon abgewichen. Die Gleise 3 und 4 waren Fahrten in den Odenwald bzw. (seltener) nach Groß-Zimmern vorbehalten. Die Gleise 5 und 6 führten nach Frankfurt/Main. Auf den Gleisen 7 und 8 verkehrten die Züge von Aschaffenburg nach Mainz bzw. die Züge nach Worms. An den Gleisen 9 und 10 ging es in die Gegenrichtung und es endeten die Züge aus Worms. Die Gleise 11 und 12 waren abschließend für die Züge nach Heidelberg und (seltener) Mannheim vorgesehen. Vergleiche hierzu die Darstellung zur Musteranlage Darmstadt Hauptbahnhof.

Die hier erscheinenden Zugnummernkreise gehören zu folgenden Strecken: 6xx Main-Rhein-Bahn (Mainz – Aschaffenburg), 7xx Odenwaldbahn, 9xx Main-Neckar-Bahn und 28xx Riedbahn. Die Zuordnung von Güterzügen, Leerfahrten (96xx ?) und Personalfahrten ist schwierig. 60xx, 63xx und 66xx könnten verschiedenerlei Güterzüge sein, welche die Rheinschiene aus dem bzw. ins Ruhrgebiet bedienen. 88xx sind Übergabezüge, meist aus Darmstadt-Kranichstein. Vergleiche hierzu die Angaben des Güterzugfahrplans im weiter oben schon erwähnten Amtsblatt.

Die Triebwagenfahrten wurden mit Wittfeld-Triebwagen durchgeführt.

LokomotivfahrtenZeit der BereitstellungAufstellung Gleisbefährt die GleiseBesondere Bemerkungen
fürvonzumvomund Meldungoder Schuppen  (Vorbemerkungen beachten)
ZugVerschiebedienstZeitbei   
6390   12.00Stw. 5bei Stellwerk 519, 18 
 6390  12.08Stw. 5dreht südlichGleis 1 bis Stellwerk 2fährt 6319
 973  12.09Stw. 5Schuppen6, 29, 1, 164, 19 
T 684   12.20Stw. 3Gleis 9Fürstenstraße 
9616   1.30Stw. 3Stellwerk 2Fürstenstraße, 1für 8899
6319   1.35Stw. 2Stellwerk 2Gleis 2 bis Stellwerk 2von 6390
 T 685  1.42Stw. 5Schuppen7, 161, 19 
 T 2849  1.45Stw. 5Schuppen9, 161, 19 
 6319  2.05Stw. 2Schuppen2, 164, 19 
 6078  2.22Stw. 5Schuppen18, 19 
 6014  2.35Stw. 5Schuppen12, 161, 19fährt 624
6078   2.40Stw. 5Gleis 2 vor Zug19, 2 
T 9617   2.50Stw. 3Gleis 7Fürstenstraße, 7 
 6071  3.27Stw. 3Schuppen1, 29, 2, 164, 19Fährt 901
6071   3.30Stw. 3Stellwerk 2Fürstenstraße 
T 672   3.30Stw. 3Gleis 10Fürstenstraße, 10 
T 2800   3.35Stw. 3Gleis 9Fürstenstraße, 9 
 8899  3.40Stw. 2übernimmt 8876 
8876   3.45Stw. 2von 8899 
906   3.50Stw. 5Gleis 1219, 12 
901   3.50Stw. 3Gleis 6Fürstenstraße, 6von 6071
624   4.05Stw. 3Gleis 9Fürstenstraße, 9von 6014
709   4.10Stw. 3Gleis 3Fürstenstraße, 3 
634   4.35Stw. 3Gleis 10Fürstenstraße, 10 
907   4.40Stw. 3Gleis 6Fürstenstraße, 6 
629   4.42Stw. 3Gleis 8Fürstenstraße, 8 
9943   4.45Stw. 3Gleis 4Fürstenstraße, 4 
LokomotivfahrtenZeit der BereitstellungAufstellung Gleisbefährt die GleiseBesondere Bemerkungen
fürvonzumvomund Meldungoder Schuppen  (Vorbemerkungen beachten)
ZugVerschiebedienstZeitbei   
908   4.50Stw. 5Gleis 1119, 11 
 6318  5.14Stw. 5dreht südlichGleis 2 bis Stellwerk 2für 6313
 6313  5.20Stw. 5Schuppen1, 164, 19 
6318   5.20Stw. 5Gleis 1819, 18 
9828   5.25Stw. 5Gleis 1219, 12 
909   5.26Stw. 3Gleis 5Fürstenstraße, 5 
711   5.30Stw. 3Gleis 3Fürstenstraße, 3 
6313   5.35Stw. 3Gleis 2Gleis 2 bis Stellwerk 2von 6318
T 632   5.45Stw. 3Gleis 10Fürstenstraße, 10 
913   5.46Stw. 3Gleis 5Fürstenstraße, 5 
637   5.50Stw. 3Gleis 8Fürstenstraße, 8 
T 2802   5.50Stw. 3Gleis 9Fürstenstraße, 9 
 T 2801  5.52Stw. 5Schuppen9, 19 
910   5.55Stw. 5Gleis 1119, 11 
 714  5.55Stw. 5Schuppen4, 164, 19 
 637  5.56Stw. 5Schuppen8, 161, 19 
 T 919  5.56Stw. 3Schuppen6, 29, 1, 164, 19 
 8877  6.05Stw. 2Schuppen2, 164, 19 
6017   6.30Stw. 3bei Stellwerk 2Fürstenstraße, 2 
622   kommt als[?] 911 von Pfungstadt [3] 
917   6.45Stw. 3Gleis 5Fürstenstraße, 5 
T 2808   6.50Stw. 3Gleis 8Fürstenstraße, 8 
 914  6.53Stw. 5Schuppen12, 19für 921
LokomotivfahrtenZeit der BereitstellungAufstellung Gleisbefährt die GleiseBesondere Bemerkungen
fürvonzumvomund Meldungoder Schuppen  (Vorbemerkungen beachten)
ZugVerschiebedienstZeitbei   
 716  6.55Stw. 5Schuppen4, 164, 19 
 2809  6.58Stw. 5Schuppen9, 161, 19fährt 2816
 915  7.00Stw. 3Schuppen7, 29, 2, 164, 19 
630   7.00Stw. 3Gleis 10Fürstenstraße, 10 
 630  7.03Stw. 5fährt 64110, 161, 19fährt 641
 625  7.08Stw. 5Schuppen8, 161, 19 
713   7.05Stw. 3Gleis 3Fürstenstraße, 3 
 5710  7.15Stw. 5Schuppen4, 164, 19 
 916  7.31Stw. 5Schuppen12, 161, 19 
 641  7.37Stw. 5Schuppen7, 161, 19 
 8623  fährt durch4, 164, 19 
Bg 9982   7.40Stw. 3Gleis 1Fürstenstraße, 1W, dienstags und freitags mit 9986 vereinigt
9986   7.40Stw. 3Gleis 1Fürstenstraße, 1W, dienstags und freitags mit 9982 vereinigt
641   7.40Stw. 3Gleis 7Fürstenstraße, 7 
 T 628  7.45Stw. 5Schuppen9, 161, 19 
 718  7.48Stw. 5Schuppen4, 164, 19 
921   7.50Stw. 3Gleis 6Fürstenstraße, 6von 914
 631  8.03Stw. 5Schuppen8, 161, 19 
 9982setzt um und fährt den Zug weiter 
 T 2805  8.42Stw. 5gibt T 6748, 10wartet [??]tl[ich?] am Stellwerk 5 bis 6394 abgefahren ist
6394   8.45Stw. 5Gleis 1019, 10 
 6394  8.52Stw. 5dreht südlich1, 21 bis Stellwerk 2übernimmt 6317
T 674   9.10Stw. 5Gleis 10kommt aus 2805
 640  9.08Stw. 5Schuppen9, 161, 19 
LokomotivfahrtenZeit der BereitstellungAufstellung Gleisbefährt die GleiseBesondere Bemerkungen
fürvonzumvomund Meldungoder Schuppen  (Vorbemerkungen beachten)
ZugVerschiebedienstZeitbei   
 720  9.11Stw. 5Schuppen4, 164, 19 
6317   9.20Stw. 2kommt von Zug 6394
 639  9.23Stw. 5Schuppen7, 161, 19 
2816   9.25Stw. 3Gleis 8Fürstenstraße, 8von 2809
 6317  9.30Stw. 2Schuppen2, 164, 19 
918   9.35Stw. 5Gleis 1119, 11 
 918  9.42Stw. 5Schuppen11, 161, 19 
 T 2807  9.47Stw. 5Schuppen9, 161, 19 
6323   9.50Stw. 3Stellwerk 2Fürstenstraße, 2 
 642  10.08Stw. 5Schuppen10, 161, 19 
717   10.05Stw. 3Gleis 4Fürstenstraße, 4 
5709   10.15Stw. 3Gleis 3Fürstenstraße, 3 
635   10.27Stw. 3Gleis 7Fürstenstraße, 7 
 8883  10.30Stw. 2Schuppen2, 164, 19 
 T 675  10.47Stw. 5Schuppen8, 161, 19 
644   11.00Stw. 3Gleis 10Fürstenstraße, 10 
T 676   11.25Stw. 3Gleis 9Fürstenstraße, 9 
 922  fährt durch. An Sonntagen dreht die Lok südlich und übernimmt 931 zurück 
Bg 9935   11.35Stw. 3Gleis 3Fürstenstraße, 3 
922   fährt durch mit Ausnahme an Sonntagen 
 6074  fährt den Zug weiter 
931   12.00Stw. 3Gleis 5Fürstenstraße, 5Sonntags von 922
LokomotivfahrtenZeit der BereitstellungAufstellung Gleisbefährt die GleiseBesondere Bemerkungen
fürvonzumvomund Meldungoder Schuppen  (Vorbemerkungen beachten)
ZugVerschiebedienstZeitbei   
 T 677  12.22Stw. 5Schuppen7, 161, 19 
 8885  12.39Stw. 2übernimmt Zg.[?] 8886 
 722  12.45Stw. 5Schuppen4, 164, 19 
663   12.45Stw. 3Gleis 7Fürstenstraße, 7 
 9983
9987
  12.45Stw. 2Schuppen2, 164, 19dienstags und freitags vereinigt
719   12.48Stw. 3Gleis 3Fürstenstraße, 3 
2824   12.48Stw. 3Gleis 8Fürstenstraße, 8 
626   12.50Stw. 3Gleis 9Fürstenstraße, 9 
933   12.52Stw. 3Gleis 5Fürstenstraße, 5 
T 932   1.05Stw. 3Gleis 11Fürstenstraße, 11 
 666  1.17Stw. 5Schuppen10, 161, 19 
8886   1.20Stw. 2kommt von 8885 
T 678   1.40Stw. 3Gleis 10Fürstenstraße, 10 
941  1.41Stw. 3Schuppen5, 29, 1, 164, 19fährt 936, beschleunigen
 934  1.43Stw. 5Schuppen12, 161, 19 
941   1.45Stw. 3Gleis 5Fürstenstraße, 5 
 2813  1.52Stw. 5Schuppen9, 161, 19fährt 2842
 643  1.53Stw. 5Schuppen8, 161, 19 
936   1.55Stw. 3Gleis 12kommt von Zug 941
T 715   2.00Stw. 3Gleis 3Fürstenstraße, 3 
661   2.00Stw. 3Gleis 7Fürstenstraße, 7 
LokomotivfahrtenZeit der BereitstellungAufstellung Gleisbefährt die GleiseBesondere Bemerkungen
fürvonzumvomund Meldungoder Schuppen  (Vorbemerkungen beachten)
ZugVerschiebedienstZeitbei   
664   2.00Stw. 3Gleis 10Fürstenstraße, 10 
 724  2.20Stw. 5Schuppen4, 164, 19 
 T 679  2.42Stw. 5Schuppen8, 161, 19 
 6016  3.04Stw. 5Schuppen1, 164, 19 
2840   3.07Stw. 3Gleis 9Fürstenstraße, 9 
 5718  3.23Stw. 5Schuppen4, 164, 19 
 945  3.25Stw. 3Schuppen6, 29, 1, 164, 19 
 2825  3.25Stw. 5Schuppen9, 161, 19 
 6312  3.40Stw. 5Schuppen18, 19fährt 6321
6312   3.40Stw. 5Gleis 1819, 18 
721   3.50Stw. 3Gleis 4Fürstenstraße, 4 
 646  3.59Stw. 5Schuppen7, 161, 19 
 938  4.09Stw. 5Schuppen12, 161, 19fährt 957
 6073  4.14Stw. 3Schuppen1, 2, 164, 19 
2842   4.22Stw. 3Gleis 9Fürstenstraße, 9von 2813
646   4.22Stw. 3Gleis 10Fürstenstraße, 10 
723   4.22Stw. 3Gleis 3Fürstenstraße, 3 
647   4.25Stw. 3Gleis 8Fürstenstraße, 8 
6073   4.25Stw. 3bis Stellwerk 2Fürstenstraße, 1 
 9944  4.28Stw. 5Schuppen1, 164, 19 
 6315  4.30Stw. 2Schuppen1, 2, 164, 19 
 6396  4.30Stw. 5Schuppen18, 19 
LokomotivfahrtenZeit der BereitstellungAufstellung Gleisbefährt die GleiseBesondere Bemerkungen
fürvonzumvomund Meldungoder Schuppen  (Vorbemerkungen beachten)
ZugVerschiebedienstZeitbei   
6396   4.30Stw. 5Gleis 1819, 18 
5721   4.35Stw. 3Gleis 4Fürstenstraße, 4 
948   4.32Stw. 5Gleis 1219, 12 
 9835  4.37Stw. 3übernimmt 9545, 29, 1, 164, 7 
 T 669  4.37Stw. 5Schuppen7, 161, 19 
954   4.50Stw. 5kommt von 9835 
 730  4.51Stw. 5Schuppen4, 164, 19 
 665  4.52Stw. 5Schuppen7, 161, 19 
 6072  5.27Stw. 5Schuppen1, 164, 19 
T 2844   5.35Stw. 3Gleis 8Fürstenstraße, 8 
 944  5.43Stw. 5Schuppen11, 161, 19fährt 2832
6072   5.40Stw. 5Gleis 219, 2 
 2843  6.03Stw. 5Schuppen9, 161, 19 
957   6.05Stw. 3Gleis 6Fürstenstraße, 6von 938
649   6.08Stw. 3Gleis 7Fürstenstraße, 7 
 957  6.13Stw. 3Schuppen6, 29, 1, 164, 19 
946   6.15Stw. 5Gleis 1119, 11 
 649  6.15Stw. 5Schuppen7, 161, 19 
650   6.20Stw. 3Gleis 10Fürstenstraße, 10 
 952  6.23Stw. 5fährt südlich19fährt 961 und ist zu beschleunigen
 650  6.28Stw. 5Schuppen10, 161, 19 
725   6.40Stw. 3Gleis 3Fürstenstraße, 3 
Seite 17 der Fahrordnung.

Abbildung 5: Weiterer Auszug aus der Lokomotivfahrordnung mit der tabellarischen Listung der Zugbewegungen, hier der Kopf von Seite 17 des Manuskripts.

LokomotivfahrtenZeit der BereitstellungAufstellung Gleisbefährt die GleiseBesondere Bemerkungen
fürvonzumvomund Meldungoder Schuppen  (Vorbemerkungen beachten)
ZugVerschiebedienstZeitbei   
2832   6.45Stw. 3Gleis 9Fürstenstraße, 9von 944
961   6.50Stw. 3Gleis 6Fürstenstraße, 6von 952
 956  7.03Stw. 5Schuppen12, 161, 19fährt 955
 6316  7.05Stw. 5dreht südlichGleis 2 bis Stellwer 2fährt 6311
 961  7.09Stw. 3Schuppen6, 29, 1, 164, 19 
 726  7.15Stw. 5Schuppen4, 164, 19 
 6311  7.25Stw. 2Schuppen2, 164, 19 
 652  7.34Stw. 5Schuppen9, 161, 19 
955   7.35Stw. 3Gleis 5Fürstenstraße, 5von 956
 651  7.46Stw. 5Schuppen7, 161, 19 
651   7.46Stw. 3Gleis 7Fürstenstraße, 7von 650
6316   7.50Stw. 5Gleis 1019, 10 
 960  8.17Stw. 5Schuppen12, 161, 19fährt 969
6321   8.25Stw. 3Stellwerk 2Fürstenstraße, 2von 6312
 6321  8.30Stw. 2Schuppen2, 161, 19 
 T 2839  8.45Stw. 5Schuppen8, 161, 19 
T 682   8.45Stw. 3Gleis 9Fürstenstraße, 9 
 648  9.00Stw. 5Schuppen10, 161, 19 
964   9.10Stw. 5Gleis 1119, 11 
8894   9.10Stw. 3Stellwerk 2Fürstenstraße, 2 
 5724  9.18Stw. 5fährt 57213, 164, 19 
 964  9.22Stw. 5Schuppen11, 161, 19 
 969  9.32Stw. 3Schuppen6, 29, 2, 164, 19 
969   9.35Stw. 3Gleis 6Fürstenstraße, 6von 960
LokomotivfahrtenZeit der BereitstellungAufstellung Gleisbefährt die GleiseBesondere Bemerkungen
fürvonzumvomund Meldungoder Schuppen  (Vorbemerkungen beachten)
ZugVerschiebedienstZeitbei   
653   9.40Stw. 3Gleis 7Fürstenstraße, 7 
654   9.40Stw. 3Gleis 10Fürstenstraße, 10 
 6075  9.41Stw. 3Schuppen1, 2, 164, 19 [4]
 734  9.48Stw. 5Schuppen4, 164, 19 
 653  9.50Stw. 5Schuppen7, 161, 19fährt 6075
5727   9.50Stw. 3Gleis 3Fürstenstraße, 3von 5724
6075   10.00Stw. 3Stellwerk 2Fürstenstraße, 1 
 958  10.01Stw. 5Schuppen12, 161, 19 
 8845  10.20Stw. 2übernimmt Güterzug 8896 
731   10.20Stw. 3Gleis 4Fürstenstraße, 4 
 T 683  10.25Stw. 5gibt 28507, 9 
T 972   10.30Stw. 5Gleis 1119, 11 
6085   10.30Stw. 3Stellwerk 2Fürstenstraße, 2 
T 2850   10.35kommt von T 683
 656  11.33Stw. 5Schuppen12, 161, 19 
 970  12.04Stw. 5Schuppen12, 161, 19 

Nicht immer ging alles glatt

Am 30. November 1921 schrieb der „Neue Griesheimer Anzeiger“, möglicherweise in Übernahme einer Meldung einer Darmstädter Zeitung: „Gestern abend 7,23 fuhr der von Frankfurt kommende Personenzug 958 im Hauptbahnhof Darmstadt auf einem am Bahnsteig stehenden Leerzug infolge falscher Signalstellung. Es wurden 12 Personen leicht verletzt.“

Am 23. Januar 1924 war folgende Meldung in derselben Zeitung zu lesen:

„Heute früh gegen 7 Uhr ereignete sich unmittelbar vor der Einfahrt in den Darmstädter Hauptbahnhof ein Eisenbahnunfall über den folgender amtliche Bericht ausgegeben wird: Heute vormittag 6.45 Uhr stieß im hiesigen Hauptbahnhof, etwa 200 Meter nördlich der Dornheimer Weg-Brücke, der Regiepersonenzug Nr. 1458 von Mainz mit einer in seinem Fahrgleis fälschlich haltenden Lokomotive zusammen. Die Zuglokomotive und die drei hinter ihr laufenden Wagen sind entgleist und beschädigt, der Lokomotivführer und 20 Reisende sind verletzt, davon drei Reisende schwer, aber nicht lebensgefährlich. Die Schuldfrage ist noch nicht vollständig geklärt. Die Unfallfolgen wären wahrscheinlich weniger schwer gewesen, wenn hinter der Lokomotive ein Schutzabteil vorhanden gewesen wäre, wie dies bei der deutschen Reichsbahn allgemein vorgeschrieben ist.“

Stellwerksbilder

Porträtaufnahmen der neun Stellwerke des Darmstädter Hauptbahnhofs (mitsamt Güterbahnhof) sind, sofern überhaupt vorhanden, selten. Eisenbahnfreunde – und fotografierende Freundinnen wird es in dieser Männerdomäne wohl kaum gegeben haben – stellten lieber den meist in schwarz gehaltenen dampfenden Maschinen nach und vernachlässigten die Dokumentation der zugehörigen Infrastruktur. Dies ist heute nicht mehr nachzuholen. Vorhanden sind nur noch der 1972 in Betrieb genommene nüchterne Zweckbau des Rangierstellwerks „Dg“ am Güterbahnhof und der markante Wasserturm mit dem ehemals integrierten Stellwerk „Da“ an der nördlichen Bahnhofseinfahrt, der in den 80er Jahren nur durch den Einsatz des Denkmalschutzes vor dem Abriß gerettet werden konnte.

Das nach 1945 neu errichtete Fahrdienstleiterstellwerk am nördlichen Ende der Bahnsteige ist auf mehreren Aufnahmen ausfahrender Dampfzüge abgelichtet [z. B. hier]. Auch das am südlichen Ende kurz vor der Rheinstraßenbrücke stehende Stellwerk „Ds“ kam mehrfach bei Zugaufnahmen mit ins Bild und avancierte sogar in nicht ganz originalgetreuer Aufmachung zu einem Faller-Modell. Abbildungen beider Stellwerke finden sich u. a. im Darmstadt-Buch von Wolfgang Löckel.

Karl-Friedrich Seitz nahm im Mai 1970 mehrere Lokomotiven in Darmstadt auf, würdigte jedoch das Stellwerk „De“ allenfalls als zufällige Staffage wie in den Bildern 19 und 20 seines Forenbeitrags bei Drehscheibe Online. Auf Seite 54 der Broschüre über den „Eisenbahnknoten Darmstadt“ wird das Stellwerk in voller Pracht gezeigt, leider ohne Angabe des Fotografen.

Ulrich Richter nahm um 1970 herum das Hilfsstellwerk „Du“ auf, das während der Umbauphase vor Inbetriebnahme des heutigen Stellwerks am Hauptbahnhof neben der Turmwagenhalle am nördlichen Gleisvorfeld aufgebockt worden war. Auch dieses Bild ist im Darmstadt-Buch von Wolfgang Löckel abgebildet.

Das „Darmstädter Tagblatt“ berichtete 1968 über den Fortgang der Bauarbeiten zur Errichtung des Drucktasten­stellwerks „Df“ gegenüber dem Wasserturm an der Dornheimer Weg-Brücke. Neben einer Außenansicht des Stellwerks „Ds“ wird die Hebelbank möglicherweise desselben Stellwerks gezeigt.

Im weiteren Sinne zu den Stellwerken sind noch die zahlreichen Blockstellen zwischen dem Hauptbahnhof und den Stationen Griesheim, Weiterstadt, Arheilgen, Messel bzw. Dieburg, sowie Eberstadt zu zählen. Dies sind die Blockstellen

Bis auf die 1912 stillgelegte Blockstelle an der Hammelstrift waren alle anderen Blockstellen (bis möglicherweise auf die am Sensfelder Weg) acht Jahre später in Betrieb.


Verwendete Unterlagen bzw. Literatur

Anmerkungen

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