Darmstadt Hauptbahnhof um 1912. Ansichtskarte des Darmstädter Haupt­bahnhofs, um 1912.

Die Riedbahn von Darmstadt nach Goddelau

Plan für die Verlegung des Hauptbahnhofs Darmstadt von 1906

Dokumentation

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts erwies sich die Lage des aus Main-Neckar-Bahnhof und Ludwigsbahn­hof bestehenden Hauptbahn­hofs als für die künftige Stadtentwick­lung Darmstadts ungünstig. Nicht nur bildeten die Bahnanlagen einen Sperriegel nach Westen hin und hinderten das florierende Gewerbe an der Expansion. Hinzu kam die Kreuzung der Ausfallstraße nach Griesheim mit den Gleisen der Main-Neckar-Bahn, die den zunehmenden Straßenver­kehr empfindlich störte. Die gewählte Lösung führte zu einer Verlagerung des Hauptbahn­hofs nach Westen, bei der die zuführenden Gleisanlagen völlig neu konzeptioniert wurden. Die Anbindung des neuen Bahnhofs an die Innenstadt erfolgte per Straßenbahn.

Ein Jahrhundert später ist dieser verkehrlich mißliche Zustand immer wieder dann ein Ärgernis, wenn die Ankunfts- und Abfahrzeiten des zugmäßigen Regional- und Fernverkehrs nicht mit den Verkehrszeiten der Straßenbahnen und Busse korrespondieren. Allerdings stand Darmstadt mit dieser Verlegung seiner einstmals wichtigen Fernverkehrs­anbindung nicht alleine da; ähnliche Verlagerungen der Hauptbahn­höfe gab es zuvor auch in Mainz (1884), Frankfurt (1888) und Wiesbaden (1906).

1907 wurde mit dem Bau des neuen Hauptbahnhofs begonnen, der zum Sommerfahr­plan 1912 seiner Bestimmung übergeben wurde. Die Anlage des Bahnhofs und seiner Gleisanlagen war seinerzeit vorausschauend durchdacht und wurde als Musteranlage für ähnliche Projekte bezeichnet. Der hier ausschnitts­weise gezeigte Plan der Umgestaltung der Gleisanlagen wurde von der Eisenbahn­direktion Mainz 1906 erstellt. Derselbe Plan wird auf einer eigenen Seite als Lageplan für die in dieser Dokumentation genannten Orte und Ereignisse in Darmstadt verwendet.


Bergschneise. Nördliches Gleisvorfeld. Neues Industriegebiet. Hauptbahnhof.

Literatur


 
 
 
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