Rangierfahrt auf der Riedbahn.
Die Riedbahn von Darmstadt nach Goddelau
Walter Kuhl
Rangierfahrt auf der Riedbahn.
Auf der Riedbahn.
Weiterstadt Röhm.
Am Werkstor.
An der Bergschneise.
An der Bergschneise.
Frühere Blockstelle Hammelstrift.
Blockstelle Hammelstrift.
Ehemaliges Viadukt an der Bergschneise.
Viadukt an der Bergschneise.

Die Riedbahn von Darmstadt nach Goddelau

Kesselwagen auf der Riedbahn

Rangierfahrten 2010

1869 wurde die Riedbahn zwischen Darmstadt und Worms eröffnet. Die heutige Riedbahn mit ihrem Hauptverlauf von Mannheim nach Frankfurt wurde erst zehn Jahre später errichtet. Dokumentiert wird auf meinen Riedbahn-Seiten der Streckenab­schnitt zwischen Darmstadt und Goddelau.

Ab und an, wenn ich mit dem Fahrrad durch die Gegend gefahren bin, begegnet mir einer der vielen Güterzüge, die täglich die Strecken in und rund um Darmstadt verlärmen. 2010 wurden in der Regel wurden dienstags oder donnerstags am späteren Vormittag einzelne Kessel­waggons auf das Evonik-Gelände in Weiterstadt als Rangierfahrt vom Darmstädter Güter­bahnhof aus gefahren oder an der Übergabe­stelle des Werkes abgeholt. Einige dieser Anlieferungen oder Abholungen habe ich im Bild festgehalten.

Im vergangenen Jahr 2009 war ich auch schon mehrfach vor Ort.

Das Gelände, auf das in den 1960 Jahren das Darmstädter Unternehmen Röhm und Haas (irgendwann im Evonik-Konzern gelandet) einen Zweigbetrieb errichtete, hat eine Vorgeschichte:

  • Vom Exerzierplatz zum Werksgelände. Zunächst befand sich hier der groß­herzogliche Kavallerie-Exerzier­platz. Zu speziellen, dem adligen Offiziers­korps vorbehaltenen Turnieren wurde die Darm­städter Bevölkerung mit Sonder­zügen zur Voiks­belustigung herbei­geschafft. Ab den 1920er Jahren nutzte der neu errichtete Rouvenhof das weit­läufige Gelände.
  • Die Luftschiff­halle in Weiterstadt stand zwischen 1914 und 1921 am Rande des Weiter­städter Exerzier­platzes. Sie mußte auf Geheiß der französischen Besatzungs­behörden abgetragen werden. Sie könnte einen Gleis­anschluß an die Riedbahn besessen haben.

Ende 2021 wurden die Gleise zwischen Bergschneise und Werkstor erneuert.


Erster Tag, 23. März 2010

Kesselwagen.
Bild 1: Warten auf die Abholung.

Rechtzeitig werden der oder die zur Abholung vorgesehenen Kesselwagen bereitgestellt. An diesem schönen, sonnigen Dienstag­vormittag im März 2010 sind es derer drei.

Plattform.
Bild 2: Aussichtsplattform (roter Pfeil).

Bevor die Lokomotive mit dem oder den Güterwagen erscheint, bietet sich die Plattform eines ehemaligen Lichtsignals als Fotostandort an.

Güterzug.
Bild 3: Ein kurzer Güterzug.

Kurz nach elf Uhr vormittags ist sie zunächst durch ihr charakteristisches Quietschen zu hören, bevor sie nach der Brücke über der Gräfenhäuser Straße sichtbar wird. Heute bringt die Lok nur einen Kesselwagen vorbei.

Güterzug.
Bild 4: Das Ganze noch einmal in Groß.

Diesmal ist es die 294 737-2, die den Kesselwagen vorbeibringt.

Güterzug.
Bild 5: Im Gegenlicht.

Und schon entschwindet sie in Richtung des sich öffnenden Firmentors. Dort wird sie zunächst die drei wartenden Güterwagen zurückstoßen, dann den mitgebrachten Waggon auf einem Firmengleis abstellen, wieder zurücksetzen, die drei Kesselwagen ankoppeln und schließlich den Weg zurück nach Darmstadt antreten.

Blick zum Werkstättengleis.
Bild 6: Blick zum Bahndamm des Werkstättengleises.

Für den Rücktransport wird ein anderer Fotostandort eingenommen. Er befindet sich auf dem Bahndamm des ehemaligen Werkstättengleises. Im Sommer versperren hier Brombeer­ranken den Weg, aber im beginnenden Frühling ist der Weg dorthin problemlos.

Rückfahrt.
Bild 7: In der Ferne, um die Kurve.

Und da kommt sie auch schon.

Rückfahrt.
Bild 8: Und näher.

Drei leere Kesselwagen stellen wahrlich keine großen Anforderungen an die Lok.

Rückfahrt.
Bild 9: Auf Augenhöhe.

Die Sträucher und Äste verdecken die freie Sicht. Vom fotografischen Standpunkt aus betrachtet ist dieses Bild gewiß keine Meisterleistung.

Rückfahrt.
Bild 10: Auf dem Weg zur Bergschneise.

Und schon ist die Lok plus Anhang verschwunden, und auf der Riedbahn herrscht erst einmal wieder für mindestens eine Woche Ruhe. Still ist es dennoch nicht, denn die benachbarte vierspurige Gräfenhäuser Straße verbindet die ehemalige Residenzstadt Darmstadt mit der großen weiten Autobahnwelt – und den Einkaufszentren auf der grünen Wiese von Weiterstadt. Gleich fährt der kleine Güterzug auf die Brücke über der Straße. Derweil ein Zweiwegefahr­zeug den gebrachten Kesselwagen auf dem Firmengleis ins Werk schiebt.

Zweiter Tag, 27. April 2010

Ankunft.
Bild 11: Lieferung aus Darmstadt.

Eine halbe Stunde vor der planmäßigen Ankunft erscheint kurz vor elf Uhr von Darmstadt aus kommend der kurze Güterzug mit drei Kesselwagen.

Ankunft.
Bild 12: Die Rangierlok der Baureihe 294.

Das Einfahrtstor steht schon offen.

Einfahrt.
Bild 13: Einfahrt ins Werksgelände.

Lok 294 819-8 hat freie Fahrt.

Einfahrt.
Bild 14: Zwei Güterwagen.

Die beiden ersten Güterwagen.

Einfahrt.
Bild 15: Und der letzte.

Auch der letzte der drei Güterwagen paßt noch in das Einfahrtsgleis, an dessen Ende schon der abzuholende Kesselwagen wartet. Kilometerstein 57,4 verweist auf die Zeiten, als links vom Firmengelände auf dem noch sichtbaren Schotterbett Dampfzüge und Schienenbusse nach Goddelau-Erfelden und darüber hinaus verkehrten.

Am Wöhlerweg.
Bild 16: Warten am Wöhlerweg.

Nach Einfahrt der Kesselwagen auf das Werkegelände ging es diesmal zum Abzweig Bergschneise, genauer: zur Verbindungskurve von der Bergschneise zum Hauptbahnhof. Etwa eine Viertelstunde nach Anlieferung der Wagen war damit zu rechnen, daß die Rückleistung die Kurve am Wöhlerweg entlang nimmt, bevor die Regionalbahn von Darmstadt nach Wiesbaden in entgegen­gesetzter Richtung das Gleis befährt. Fährt der Güterzug nach Fahrplan, muß er die Regionalbahn abwarten.

Am Wöhlerweg.
Bild 17: Und da kommt sie.

Nach kurzem Warten wird ein roter Fleck sichtbar.

Am Wöhlerweg.
Bild 18: Und näher.

Hinter dem roten Fleck erscheint ein grauer.

Am Wöhlerweg.
Bild 19: Noch näher.

Dann verdeckt der rote Fleck den grauen wieder.

Am Wöhlerweg.
Bild 20: Und noch ein bißchen näher.

Die Rangierlok nimmt unbeirrt Kurs auf Darmstadt.

Am Wöhlerweg.
Bild 21: Und noch ein bißchen.

Jetzt rankt sich ein wenig frisches Grün ins Bild.

Am Wöhlerweg.
Bild 22: Ganz nah.

Der graue Fleck ist ein Kesselwagen. Wer hätte das gedacht?

Am Wöhlerweg.
Bild 23: Und wusch – vorbei.

Und schon entschwindet der lange Zug gen Darmstadt.

Am Wöhlerweg.
Bild 24: Ein letztes Abschiedsbild.

Und das war's dann für heute. Der Mast steht übrigens sehr dekorativ im Weg, gibt dadurch dem Bild jedoch Kontur.