Bahnhof Dornheim. Bahnhof Dornheim, August 2013.

Nahe der Riedbahn von Darmstadt nach Goddelau

Mit dem Bahnmeisterwagen unterwegs

Sechs Dokumente

Von der Station Dornheim sind einige Unterlagen, vor allem die Gepäckabfertigung betreffend, erhalten geblieben. Dornheim, heute ein Stadtteil von Groß-Gerau, liegt zwischen den Stationen Dornberg-Groß-Gerau im Norden und Leeheim-Wolfskehlen im Süden. 1901 wurde der Rottenführer Hirsch ausgeschickt, vielleicht um mit einem Bahnmeisterwagen Material nach Leeheim-Wolfskehlen oder dessen südliche Nachbarstation Goddelau-Erfelden zu transportieren, vielleicht aber auch um Gepäckstücke von und nach Dornheim zu befördern. Da um die damalige Jahrhundert­wende ein, erst recht im Vergleich zu heute, doch recht mäßiger Betrieb herrschte, war es möglich, ein Gleis der Strecke eine Stunde lang für den durcheilenden Verkehr zu sperren. Dies alles mußte genau geregelt und abgesichert sein, um Unfälle zu vermeiden. Dazu dienten die hier wiedergegebenen sechs Fahrscheine für die Benutzung von Draisinen und Bahnmeister­wagen. Die nunmehr über ein Jahrhundert alten Dokumente wurden jahrzehntelang unter suboptimalen Bedingungen gelagert und sind daher in einem nur mäßig guten Zustand erhalten.

»»  Im August 2014 stattete ich der Station Dornheim einen kurzen Besuch ab, als kurz vor Mittag als Umleiter ein Intercity in südlicher Richtung vorbeirauschte, der mit einer 103 bespannt war. Dabei entstanden drei Aufnahmen.


Fahrschein.

Dokument 1: Fahrschein Nr. 7 vom 16. Dezember 1901 (Montag) für den Transport von Dornheim nach Leeheim-Wolfskehlen. Die Abfahrtszeit um 9.26 Uhr läßt die Vermutung aufkommen, daß zuvor ein in den allgemein zugänglichen Fahrplantabellen nicht aufgeführter Post- oder Güterzug abgewartet werden mußte.

Fahrschein.

Dokument 2: Zu Anfang desselben Jahres, am 19. Januar 1901 (Samstag), begleitete Rottenführer Hirsch einen anderen Transport, diesmal von Dornheim nach Goddelau-Erfelden. Die hierfür angesetzte Stunde Wegzeit ist für fünf Kilometer den Banmeister­wagen Schieben durchaus sportlich zu nennen. Es folgt Zug 5264; von der Zugnummer her handelt es sich möglichweise um einen fakultativen Güterzug.

Fahrschein.

Dokument 3: Am 26. Februar 1901 (Dienstag) ging es wieder nach Goddelau-Erfelden. Diesmal marschierte die Rotte wieder kurz vor halb zehn los und sollte vor Eintreffen des Personenzuges 508 in Goddelau den Wagen am Zielbahnhof aussetzen. Damit blieben ihr, wie der Fahrplan verrät, knapp zwei Stunden Zeit. [1]

Fahrschein.

Dokument 4: Am 7. Mai 1901 (Dienstag) war der direkte Schnellzug 44 von Berlin über Lauterburg und Straßburg nach Basel abzuwarten, ehe die Rotte sich nach Goddelau auf den Weg machte. Vermutlich wird auch nach hinten hinaus genügend Luft auf den nachfolgenden Güterzug 5264 gewesen sein. Jedenfalls sollte der Bahnhof Goddelau-Erfelden spätestens um 9 Uhr am Morgen erreicht worden sein.

Fahrschein.

Dokument 5: Am 22. Mai 1901 (Mittwoch) ist es nicht der Rottenführer Hirsch, sondern der Hilfswärter Martin, der am späten Nachmittag den Bahnmeister­wagen zur benachbarten Station Leeheim-Wolfskehlen schiebt oder schieben läßt. Diesmal gilt es, rechtzeitig vor Eintreffen des Güterzuges 5273 das Ziel erreicht zu haben, und das zudem auf dem „falschen“ Gleis. Er wartet hierzu in Dornheim die Ankunft des Personenzuges 515 von Mannheim nach Frankfurt ab und läßt sich auf dem Richtungsgleis gen Süden vom Schnellzug Berlin – Basel überholen.

Fahrschein.

Dokument 6: Etwas früher am Nachmittag ist Rottenführer Hirsch am 19. Dezember 1901 (Donnerstag) unterwegs. Auch er begleitet den Bahnmeister­wagen nach Leeheim-Wolfskehlen und erhält für diese Aufgabe 42 Minuten Zeit eingeräumt. Das wird locker reichen, zumal Personenzug 512 den zweiten Wolfskehler Bahnhof erst um 15.20 Uhr erreichen wird.

Anmerkungen

Mittels eines Klicks auf die Nummer der jeweiligen Anmerkung geht es zur Textpassage zurück, von der aus zu den Anmerkungen verlinkt wurde.


 
 
 
Valid HTML 4.01 Transitional  Valid CSS!