Karte zur Riedbahn. Riedbahn Darmstadt–Goddelau.

Fragmente abseits der Riedbahn von Darmstadt nach Goddelau

Sturm über Bickenbach (1903)

Dokumentation

Am 21. November 1903 zog eine Sturmfront über das Deutsche Reich und hinterließ zerstörte Häuser, verwüstete Felder und entgleiste Züge. Die „Darmstädter Zeitung“ gab in ihrem Nachmittagsblatt am 24. November 1903 einen lebhaften Eindruck auf ein Bild der Verwüstung. Ob da ein wenig übertrieben wurde?

Auf der 1846 eröffneten Main-Neckar-Bahn wurde mit Einführung des Winterfahrplans am 25. Oktober 1849 die Haltestelle Bickenbach eingerichtet. Am 15. Dezember 1869 wurde selbige zur Güterstation erhoben. Ab dem 8. Juli 1895 [1] wurde von Bickenbach aus die Zweigstrecke nach Alsbach, Jugenheim und Seeheim bedient. In diesem Jahr fuhren von Bickenbach aus 143.350 Personen ab oder kamen an. Hierbei handelt es sich nicht um Fahrgast­zählungen, sondern um eine statistische Größe anhand einzelner Stichproben und fiktiver Nutzungsannahmen bei Zeitkarten. Die Summe ankommenden und abgehenden Fracht- und Eilguts betrug in selbigem Jahr 12.669 Tonnen. Auf der Strecke nach Seeheim wurde der Personenverkehr 1955, der Güterverkehr 1960 eingestellt; im Jahr darauf wurde die Strecke abgebaut. Mit dem anvisierten Börsengang wurde das Stationsgebäude für nutzlos erklärt und 2008 mit Hunderten anderer Bahnhöfe einem Investmenthai zur Ausschlachtung überlassen. Fünf Jahre später landete das Bickenbacher Bahnhofsgebäude im September 2013 auf dem Auktionsblock und wurde für 53.000 Euro weitergereicht. Die geplante zukünftige Nutzung ist unbekannt.

Tags : Main-Neckar-Bahn, Bickenbach.


Schon am 20. Juli 1903 hatte ein Blitz ein Bahnwärter­haus in der Nähe des Bickenbacher Bahnhofs erwischt.

Zeitungsseite.
Stationsgebäude Bickenbach.

Stationsgebäude Bickenbach, Sommer 2009. Am Stationsgebäude führt das Gleis von Heidelberg nach Frankfurt vorbei. Der im nachfolgenden Bericht genannte südliche Teil befindet sich in dem zweistöckigen rechten Gebäudeteil.

Als der Sturm vorüber gezogen war, machte sich die „Darm­städter Zeitung“ ans journalistische Aufräumen.

Zeitungsseite.

Literatur

 

ANMERKUNGEN

 

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»» [1]   Diese (auch zutreffende) Angabe findet sich bei Ferdinand Scheyrer. Hans Buchmann nennt den 6. Juli 1895; an diesem Tag fand der Festakt für die Honoratioren statt. Der reguläre Personenverkehr für das gemeine Volk begann erst zwei Tage später an einem Montagmorgen. Ausführlich nachzulesen im Nachmittagsblatt der „Darmstädter Zeitung“ vom 8. Juli 1895.


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