Karte zur Riedbahn. Riedbahn Darmstadt–Goddelau.

Die Riedbahn von Darmstadt nach Goddelau

Industrie- und Feldeisenbahnen in Hessen 1884

Dokumentation einer Zählkarte von 1884

1869 wurde die Riedbahn zwischen Darmstadt und Worms eröffnet. Die heutige Riedbahn mit ihrem Hauptverlauf von Mannheim nach Frankfurt wurde erst zehn Jahre später errichtet. Dokumentiert wird auf meinen Riedbahn-Seiten der Streckenabschnitt zwischen Darmstadt und Goddelau.

Im Hessischen Staatsarchiv Darmstadt existieren kleinere Aktenbestände, die sich mit Feld- und anderen Nebenbahnen befassen. Diese Akten wurden abfotografiert und auf Mikrofiches gezogen; eine Reproduktion erweist sich qualitativ alles andere als einfach. Die hier wiedergegebene Zählkarte von 1884 zu den Anlagen des Valentin Stromberger aus Eschollbrücken wurde deswegen ausgewählt, weil hierüber auch ein Einsatzzweck ersichtlich wird. Stromberger war seinerzeit beim Ausbau des Truppen­übungsplatzes auf dem Griesheimer Sand beschäftigt.

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Quelle: HStAD G 31 L Nr. 31; die Aktenblätter auf Fiche 174.
Akten Großherzoglichen Ministeriums der Finanzen
Abtheilung für Finanz­wirthschaft und Eisenbahn­wesen
betreffend: Ermittlungen über den Bestand an schmalspurigen Industrie- und Feldeisen­bahnen 1877–1893.


Valentin Stromberger gibt an, Feldbahngleise mit einer Länge von 1.000 Metern und einer Spurweite von 900 Millimetern zu besitzen. Der Oberbau besteht aus Holzquerschwellen. Eine Feldbahn­lokomotive besaß er nicht; seine zwölf Wagen wurden von Pferden gezogen. Weiterhin gibt er an, so zumindest lese ich das, welche Bedingungen für den Arbeitseinsatz gegeben sind:

„Ein Übungswerk für Festungs Artillerie auf dem Schießplatz Griesheim Boden ist Sand Steigung 4 Meter hoch zu fahren“

Und unter 3. nennt er den spezielle Betriebszweck: „Grundarbeiten“. – Dies ist allerdings nur eine Momentaufnahme. Ob Valentin Stromberger und seine Tagelöhner weitere Arbeiten auszuführen hatten, wird hieraus nicht ersichtlich. In einer späteren Erhenung von 1887 wird er noch erwähnt, danach nicht mehr. Sein Schienen- und Rollmaterial könnte er, wie aus einer anderen Erhebung bei einem anderen Bauunternehmer bekannt, von den Gebrüdern Trier aus Darmstadt erhalten haben. Diese handelten als Eisenhändler auch mit gebrauchten Feldbahn­materialien, darunter auch einfache Tender­lokomotiven für Bauzwecke.

Zählkarte Teil 1. Zählkarte Teil 2. Zählkarte Teil 3.

Abbildung 1 bis 3: Zählkarte Valentin Stromberger von 1884.

Schienenprofil.

Abbildung 4: Profil der von Valentin Stromberger verwendeten Schienen nach der Erhebung von 1887.


 
 
 
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