Rangierfahrt auf der Riedbahn.
Die Riedbahn von Darmstadt nach Goddelau
Walter Kuhl
Rangierfahrt auf der Riedbahn.
Auf der Riedbahn.
Feldbahnmuseum Frankfurt/Main.
Feldbahnmuseum
Frankfurt/Main.
Feldbahnmuseum Frankfurt/Main.
Feldbahnmuseum
Frankfurt/Main.
Feldbahnmuseum Frankfurt/Main.
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Frankfurt/Main.
Feldbahnmuseum Frankfurt/Main.
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Frankfurt/Main.

Die Riedbahn von Darmstadt nach Goddelau

Industrie- und Feldeisenbahnen in Hessen

Eine Zählkarte von 1884

1869 wurde die Riedbahn zwischen Darmstadt und Worms eröffnet. Die heutige Riedbahn mit ihrem Haupt­verlauf von Mannheim nach Frankfurt wurde erst zehn Jahre später errichtet. Dokumentiert wird auf meinen Riedbahn-Seiten vor allem der Strecken­abschnitt zwischen Darmstadt und Goddelau.

Im Hessischen Staatsarchiv Darmstadt existieren kleinere Akten­bestände, die sich mit Feld- und anderen Nebenbahnen befassen. Diese Akten wurden abfoto­grafiert und auf Mikrofiches gezogen; eine Reproduktion hiervon erweist sich qualitativ alles andere als einfach. Hinzu kommt, daß bei einer ersten Durchsicht aufgrund der Qualität des Materials mehr geraten als flüssig gelesen werden mußte, was interessant sein könnte und was nicht. Die hier wieder­gegebene Zählkarte von 1884 zu den Anlagen des Valentin Stromberger aus Escholl­brücken wurde deswegen ausgewählt, weil hierüber auch ein Einsatz­zweck ersichtlich wird. Stromberger war seinerzeit beim Ausbau des Truppen­übungs­platzes auf dem Griesheimer Sand beschäftigt.


Die Zählkarte

Valentin Stromberger gibt an, Feldbahn­gleise mit einer Länge von 1.000 Metern und einer Spurweite von 900 Millimetern zu besitzen. Der Oberbau besteht aus Holzquer­schwellen. Eine Feldbahn­lokomotive besaß er nicht; seine zwölf Wagen wurden von Pferden gezogen. Weiterhin gibt er an, so zumindest lese ich das, welche Bedingungen für den Arbeits­einsatz gegeben sind:

„Ein Übungswerk für Festungs Artillerie auf dem Schießplatz Griesheim Boden ist Sand Steigung 4 Meter hoch zu fahren“

Unter 3. nennt er den spezielle Betriebszweck: „Grundarbeiten“. – Dies ist allerdings nur eine Moment­aufnahme. Ob Valentin Stromberger und seine Tagelöhner weitere Arbeiten auszu­führen hatten, wird hieraus nicht ersichtlich. In einer späteren Erhenung von 1887 wird er noch erwähnt, danach nicht mehr. Sein Schienen- und Rollmaterial könnte er, wie aus einer anderen Erhebung bei einem anderen Bauunter­nehmer bekannt, von den Gebrüdern Trier aus Darmstadt erhalten haben. Diese handelten als Eisen­händler auch mit gebrauchten Feldbahn­materialien, darunter auch einfache Tender­lokomotiven für Bauzwecke.

Zählkarte Teil 1. Zählkarte Teil 2. Zählkarte Teil 3.

Abbildung 1 bis 3: Zählkarte Valentin Stromberger von 1884.

Schienenprofil.

Abbildung 4: Profil der von Valentin Stromberger verwendeten Schienen nach der Erhebung von 1887.