Der Bahnhof von Seitschen.
Der Bahnhof.
Ein Schuppen am Bahnhof von Seitschen.
Ein Schuppen.
Die Bahnhofsrestauration.
Die Bahnhofsrestauration.
Bewegung im Bahnhof.
Auf der Durchreise.
Alte Ansicht.
Wie es einmal war.

Der Bahnhof in Seitschen.

1846 eröff­nete die Säch­sisch-Schlesi­sche Eisen­bahn­gesell­schaft die Station Seitschen (sorbisch: Žičeń) an der Strecke von Dresden nach Gör­litz. 160 Jahre später ver­ließ der letzte Fahr­dienst­leiter das Stations­ge­bäude, einige Jahre später wurde es auf einer Auktion in Dresden ver­steigert.

Sichtungen 2017

In der Regel fotogra­fiere ich in Seit­schen auf den beiden Bahn­steigen ste­hend. Die „profes­sion­ellste“ Kamera, die ich bislang ver­wendet habe, ist eine Olmypus E-PL1 mit dem Stan­dard Zuiko-Objektiv.

Der Personen­verkehr wird zwischen Dresden und Gör­litz mit Desiro- und Regio­shuttle-Trieb­wagen abge­wickelt. Außer dem werk­täg­lichen Nah­güter­zug aus Dresden (seit Dezem­ber 2019 aus Senften­berg) schaut selten einmal ein anderer Zug vorbei. Diese raren Momente abzu­passen ist nicht einfach, vor allem wenn man keine Vorab­infor­mation hat, aber ab und an gelingt doch ein Schnapp­schuß. Dabei ist das gebo­tene Pro­gramm über­schau­bar. Da ist die mor­gend­liche Über­gabe nach Bautzen und manch­mal auch weiter nach Gör­litz, die abends wieder zurück­fährt, meist über Niesky. Verein­zelt gibt es rich­tig rum­pelnden Ver­kehr: Holz­züge werden in Löbau und Bautzen (und weiter west­lich auch in Bischofs­werda und Rade­berg) verladen. Die Getreide­züge werden in Nieder­cunners­dorf und Reichen­bach befüllt.

Die beiden Bombar­dier- bzw. Alstom-Werke in Gör­litz und Bautzen liefern Trieb­wagen und Doppel­stock­züge aus, die teil­weise vorab nach Dresden über­führt werden, damit sie eine Test- oder Abnahme­fahrt unter Strom absol­vieren. Nur selten kommt einem etwas Beson­deres vor die Linse. Auch die Arrange­ments verspre­chen eine gewisse Ein­tönig­keit.

Bildergalerie

IC-Doppelstock.

Bild 1: Das Sichtungsjahr wird am 2. Januar im Schnee eröffnet mit Ludmilla 233 709, die eine dreiteilige IC-Doppelstock­garnitur ausführt.

IC-Doppelstock.

Bild 2: Am Folgetag darf die V160.6 der Havelländischen einen IC-Doppelstock­steuerwagen und einen weiteren Wagen zur Revision Richtung Bautzen bringen.

Desiro mit Schneefahne.

Bild 3: Am 16. Januar lag der Schnee immer noch, was den Desiro-Doppelpack der Deutschen Bahn alias 80210 aus Wrocław dazu inspirierte, eine weiße Wirbelschlepp­fahne hinter sich herzuziehen.

Getreidezug.

Bild 4: Zwei Monate später, am 15. März, ist auch in der Oberlausitz der Schnee weggetaut. Im ungünstigen Gegenlicht erscheint eine Voith Maxima und bringt ihren aus 27 Waggons bestehenden Getreidezug nach Nieder­cunnersdorf. Die vor einigen Jahren für den Getreideumschlag noch genutzten Gleise in Seitschen liegen zwar noch, aber ….

Schienenschleifzug.

Bild 5: Am 27. März überraschte mich ein Schienenschleifzug.

Ludmilla.

Bild 6: Am 3. April überführte Ludmilla 232 223 einen Bauzug.

Blutblasen.

Bild 7: Am Nachmittag desselben Tages erschien dieses Blutblasentrio der Traditionsgemeinschaft Ferkeltaxi in Chemnitz für einen Flimdreh auf dem Viadukt östlich von Seitschen. Dem Regisseur gefiel die erste Aufnahmesession nicht so recht, so daß die Blutblasen eine Ehrenrunde über Bautzen und Bischofswerda zurück nach Seitschen einlegen durften. Das wenige Sekunden dauernde Ergebnis dieses Drehs hätte in der Schmonzette Das schweigende Klassenzimmer im Kino und dann auch im ZDF bewundert werden sollen, fiel dann aber wohl dem Schnitt der Endfassung zum Opfer.

Nahgüterzug.

Bild 8: Am 7. April kam der Nahgüterzug mit Gravita 265 013 erst am Mittag und brachte nur einige Schutzwaggons. Dieser Zug ist lichttechnisch besonders schwierig abzupassen, weil er normalerweise am noch nächtlich frühen Morgen nach Bautzen durchkommt und abends erst nach halb elf wieder nach Dresden zurückfährt. Nur am Freitagmorgen bringt er seine in der Regel geringe Last schon gegen halb acht wieder in die sächsische Landes­hauptstadt. Die allgegen­wärtigen Schmierfinken aus der Fanszene von Dynamo Dresden haben ihre Spuren auf dem ehemaligen Güterschuppen hinterlassen.

Nahgüterzug.

Bild 9: Tags darauf brachte die Raildox 076 109 eine Menge Holzplatten vorbei. Aufgrund einer Streckensperrung nördlich von Horka mußten die Güterzüge von und nach Kodersdorf über Bautzen umgeleitet werden. Dies brachte ein wenig Schwung in die sonst eintönige Diesel­triebwagen­landschaft.

Wagenüberführung.

Bild 10: Wiederum einen Tag später brachte die EGP (Eisenbahn­gesellschaft Potsdam) 225 002 einige für Sonderfahrten während des Dresdener Dampfloktreffens bei der OSEF angemietete Wagen nach Löbau und fuhr anschließend mit den restlichen Wagen am Nachmittag wieder zurück nach Dresden.

Nahgüterzug.

Bild 11: Der Nahgüterzug mit 265 014 am Freitagmorgen des 13. April.

Desiro.

Bild 12: Frisch beklebt mit einem neuen touristischen Werbebanner präsentiert sich dieser Trilex-Desiro am 24. April.

Getreidezug.

Bild 13: Am 1. Mai befördert 285 102 einen Getreidezug aus Nieder­cunnersdorf. Profit geht eben doch über einen Maifeiertag.

Getreidezug.

Bild 14: Der nächste Getreidezug kommt am 3. Mai, gezogen von 246 010 der Havelländischen.

Meßzug.

Bild 15: Am 11. Mai schiebt 218 293 diesen Fahrwegmeßzug der Deutschen Bahn.

Wagenüberführung.

Bild 16: Knapp eine Stunde später überführt eine im Gegenlicht abtauchende schwarze Lokomotive des Erfurter Bahnservices zwei nagelneue Schüttgutwaggons.

Lokomotivstudie.

Bild 17: Dreieinhalb Stunden später kehrt sie nur noch mit einem Schutzwaggon zurück.

Getreidezug.

Bild 18: Die hatten wieder doch schon einmal …, diesmal am 12. Mai.

Holzzug.

Bild 19: Am Nachmittag des 2. Juni kam 221 145 des Netinera-Konzerns mit dem zweiten Holzzug des Tages vorbei.

Ludmilla.

Bild 20: Schon reichlich beschattet zog es am Nachmittag des 7. Juni eine Ludmilla (132 293, Erfurter Bahnservice) nach Seitschen. Unzählige Schutzwaggons schützten das Gut in der Mitte des Zuges.

Meßzug.

Bild 21: Am Tag darauf zuckelte der von 218 392 geschobene DB-Meßzug den Schienenstrang entlang.

Sonderfahrt.

Bild 22: Am 10. Juni setzten die Löbauer Eisenbahnfreunde ihre 112 331 zu einer Sonderfahrt nach Schwarzenberg ein. Die Sonne verkrümelte sich im unpassenden Moment.

Getreidezug.

Bild 23: Und so sieht das dann aus, wenn man mit der Kamera zu spät kommt. Eine hvle-146er zieht am 15. Juni die 27 Bohnhorst-Getreidewaggons in Richtung Niedercunnersdorf.

Getreidezug.

Bild 24: Am 19. Juni kam der Getreidezug gut gefüllt zurück, gezogen von 146 001. Und da derlei Getreidezüge mehrmals kamen und gingen, aber motivlich keine Abwechslung boten, überspringe ich derlei Sichtungen.

U-Boot mit TEE-Wagen.

Bild 25: Nicht wirklich stilecht brachte die AKE ihren alljährlichen Sonderzug nach Görlitz und wieder zurück. Ganz bestrimmt ist der Rheingold-TEE zu seinen seligen Zeiten mit einer als „U-Boot“ bezeichneten Diesellokomotive aus rumänischer Produktion durch die Landschaft gereist. Hier ist es die 229 181 am 7. Juli.

Bauzug.

Bild 26: Kein Meisterwerk der Fotografie ist dieser Schnappschuß. Press 204 031 bringt am 10. Juli einen Bauzug an die polnische Grenze.

Ludmilla.

Bild 27: Am Tag darauf bringt 232 512 sechs DB-Doppelstockwagen von einer Testfahrt unter Fahrdraht zurück.

Ludmilla.

Bild 28: Lichttechnisch etwas schwieriger einzufangen war die rückkehrende Testfahrt mit 232 452 am 13. Juli. Sonne und Schatten verteilten sich ein wenig ungünstig.

Ludmilla.

Bild 29: Genau eine Woche später führt dieselbe Ludmilla zwei rote Doppel­stockwagen aus, die entweder an die DB oder nach Israel ausgeliefert werden sollen.

Ludmilla.

Bild 30: Diese Twindexxe hingegen dürften nach erfolgter Abnahme an die DB gehen. Am 26. Juli werden sie von 233 288 zunächst zu Bombardier ins Werk zurückgebracht.

Holzzug.

Bild 31: Etwa einen Monat später als im vergangenen Jahr kommen in Löbau beladene Holzzüge vorbei. Dabei werden immer zwei Fuhren mit jeweils zehn Waggons zusammengestellt, die im weiteren Verlauf der Reise miteinander verkuppelt werden. Am 9. August sehe ich erstmals bei einem dieser Holzzüge einen leeren Waggon, der mit ziemlicher Sicherheit nicht als Schutzwagen konzipiert sein dürfte. Das dürftiger werdende Abendlicht führt zu einer leichten Bewegungs­unschärfe bei der ziehenden 221 145, während die hinteren Holzwaggons schon im Pixelbrei absaufen.

Ludmilla.

Bild 32: Im nachmittäglichen Gegenlicht bringt eine Ludmilla (232 589) am 25. August mehrere Twindexx-Doppel­stockwagen, die für die Main-Neckar-Bahn, die Riedbahn und Schleswig-Holstein bestimmt sind, von einer Testfahrt zurück.

Vlexx Lint.

Bild 33: Zum Tag der Sachsen in Löbau vom 1. bis zum 3. September bot die zum Netinera-Konzern gehörende Länderbahn alles auf, worüber sie verfügen konnte. Neben den Desiros und Regioshuttles der ODEG und der Vogtlandbahn kamen noch LINTe der Vlexx und der Oberpfalz­bahn zum Einsatz. Die handelsüblichen, normalerweise zwischen Dresden und Görlitz bzw. Zittau verkehrenden Trilex-Desiros fuhren durchweg in Dreifach­traktion, was angesichts des Zuspruchs auf den Löbauer Bahnsteigen auch gerechtfertigt war. Der ZVON war über seinen Schatten gesprungen und hatte ausnahmsweise einmal Mehrverkehr bestellt, wo er doch sonst das Angebot möglichst knapp hält. Man und frau muß schon in Ostsachsen zu Hause sein, um eine derart bekloppte Erfolgsmeldung würdigen zu können: Bei einer Leistungsreduzierung von 9% seien nur 7,6% der Fahrgästinnen und Fahrgäste abgesprungen – so die Fortschreibung des ZVON-Nahverkehrs­plans von 2017 auf Seite 52. Wäre es nicht Aufgabe eines Verkehrsverbundes, mehr Verkehr zu generieren? Nach der ZVON-Logik ließe sich das Angebot auch um 99% reduzieren und man verlöre nur drei Viertel der Reisenden. Folgerichtig ist geplant, die vielen nützlichen kleinen Stationen entlang der Strecke angebotsmäßig derart auszudünnen, daß bei der nächsten Erhebung kein Bedarf mehr festgestellt werden kann. Und dies, obwohl die parallel verlaufende Autobahn chronisch überlastet ist und ein verbessertes Angebot auf der Schiene auch angenommen werden würde. Am 3. September wurde das hier haltende Vlexx-Doppel abgelichtet und am gesamten Wochenende war selbst auf der kleinen Seitschener Station mehr los als an normalen Werktagen.

Gravita.

Bild 34: Am Nachmittag des 7. September röhrte 265 002 den Anstieg nach Bischofswerda hinauf, um in Dresden eine Partie Twindexxe abzuholen.

Desiro.

Bild 35: Am 12. September kam überraschend ein Unikat vorbei; der blaue Desiro firmiert als 642 300 und hatte angesichts des herauslungernden Meßkabels wohl einen Spezialauftrag.

Westdiesel.

Bild 36: Vier Tage später fand in Görlitz ein Bahnhofsfest statt, zu dem aus Merseburg ein 218er Sandwich der Mitteldeutschen Eisenbahn (390 und 467) drei Reisezugwagen transportierte.

Ehemalige DB-216.

Bild 37: Ohne das OHE-Logo durchquert 200 087 mit einem zehn Waggons langen Holzzug am 19. September Seitschen. Die Lok ist derzeit an die Dresdner Bahnlogistik 24 vermietet.

Ludmilla.

Bild 38: Bei Sonnenuntergang, also Lichtverhältnissen, die meine Kamera schier überforderten, kehrte Ludmilla 232 512 am Abend desselben Tages mit einer Überführung von Twindexx-Doppelstock­wagen aus Dresden zurück.

Ludmilla.

Bild 39: Tags darauf brachte dieselbe Lok vier Kohlewaggons aus Bautzen nach Dresden.

DDR-118.

Bild 40: Am 22. September schleppte 118 552 zwanzig leere Düngerwaggons den Anstieg nach Bischofswerda hinter sich her. Der Düngerzug kommt einmal im Jahr vorbei und ist daher ohne Insider­information nur schwer abzupassen.

V 60.

Bild 41: Geradezu von der Sonne verwöhnt präsentiert sich 363 703 am 29. September bei einer Leerfahrt.

Twindexxe.

Bild 42: Je später das Jahr, desto früher wird es dunkel. Die interessanten Züge sind dadurch nicht mehr abzubilden. Oder aber sie kündigen sich nicht rechtzeitig an, und es bleibt dem Zufall überlassen, sie abzulichten. Am 24. November stand die Havelländische 246 010 mit sechs Twindexx-Doppel­stockwagen für Rhein/Main/Neckar und Schleswig-Holstein andachtsvoll vor dem Seitschener Blocksignal. Genug Zeit also, schnell noch die Kamera zu organisieren und das Licht bei Sonnenuntergang auszunutzen.

OSEF Sonderzug.

Bild 43: Am ersten Adventswochenende veranstalteten die Ostsächsischen Eisenbahnfreunde zwei Sonderfahrten. Eine davon, am 3. Dezember, ließ sich mit Tageslicht einfangen. 112 331 rauscht hier mit ihrer fünfteiligen Reisegarnitur an.

Schnellzuglok 03.

Bild 44: Für das zweite Adventswochenende lockte ein Reiseveranstalter am 9. Dezember mit einer Sonderfahrt von Leipzig aus zum Weihnachtsmarkt in Görlitz. Wäre der Zug planmäßig durch Seitschen gekommen, wäre die Lok im Schneegestöber versackt. So jedenfalls kann man sie erahnen, auch wenn sie ihre wahre Identität nicht so recht preisgeben mag. Hinter dem Schneestreifen verbirgt sich 03 2155.

Angstlok.

Bild 45: Nachgeschoben wurde die zwölfteilige Wagenschlange von einer sogenannten Angstlok; diesmal ist es die 202 483. So endet das Jahr (fast), wie es begann, mit einem Schneebild.

Twindexxe.

Bild 46: In den beiden letzten Wochen des Jahres ist noch so einiges los, jedenfalls für Seitschener Verhältnisse. Da kommen und gehen Getreidezüge, Twindexxe, Kohle- und Holzwaggons, oder auch mal einfach nur eine einsame Ludmilla. Die Kohle, die hier angeliefert wird, stammt nicht aus dem Lausitzer Braunkohle­revier, sondern aus dem Rheinland. Offensichtlich sind die Transport­kosten so niedrig, daß sich das gegenüber der einheimischen Konkurrenz rechnet. Am 27. Dezember erscheint am frühen Nachmittag die Übergabe mit Gravita 265 008 und diesen drei Schleswig-Holsteiner Twindexxen. Etwas zu früh ausgelöst sieht die Fuhre doch arg gestaucht aus.

Werbedesiro.

Bild 47 zeigt den letzten noch bei Helligkeit durch Seitschen schlurfenden Zug des ablaufenden Jahres. Eine halbe Stunde später bricht schon die Dunkelheit herein. Wir sehen den Steuerwagen 642 810 mit seiner im April angebrachten Folie, die für einen Besuch im Zittauer Gebirge wirbt.