Bahnhofsbild.
Der Bahnhof in Seitschen
Walter Kuhl
Der Bahnhof von Seitschen.
Der Bahnhof.
Ein Schuppen am Bahnhof von Seitschen.
Ein Schuppen.
Die Bahnhofsrestauration.
Die Bahnhofsrestauration.
Bewegung im Bahnhof.
Auf der Durchreise.
Wegestein.
Wegestein in Seitschen.

Der Bahnhof in Seitschen.

1846 eröff­nete die Säch­sisch-Schlesi­sche Eisen­bahn­gesell­schaft die Station Seitschen (sorbisch: Žičeń) an der Strecke von Dresden nach Gör­litz. 160 Jahre später ver­ließ der letzte Fahr­dienst­leiter das Stations­ge­bäude, einige Jahre später wurde es auf einer Auktion in Dresden ver­steigert.

Wegesteine in Bischofswerda und Burkau

Eine unvollständige Sammlung von Relikten am Wegesrand

Die Oberlausitz bestand zu Beginn des 19. Jahr­hunderts wie die meisten Gegenden Deutsch­lands aus ziemlich vielen kleinen Dörfern und Weilern. Als regionale Besonder­heit mag die Namens­ähnlich­keit mancher dieser Ort­schaften gelten, obwohl sie im Sorbischen sicher differenter geklungen haben. So liegt Siebitz in der Nähe von Stiebitz, und es gibt noch ein weiteres Siebitz Richtung Kamenz. Loga bei Luga, Stacha nicht weit entfernt von Storcha, Birkau in Reich­weite von Burkau; und auch Ausch­kowitz und Drausch­kowitz laden zum Fehl­hören ein. Panne­witz bei Saritsch ist nicht zu ver­wechseln mit Panne­witz bei Uhyst. Und dann gibt es noch die Farben­dörfer Roth­naußlitz, Weiß­naußlitz und Schwarz­naußlitz, aber seltsamer­weise nicht Blau­naußlitz oder Gelb­naußlitz. Da bedurfte es einer klaren Orientierung.

Einst müssen im heutigen Land­kreis Bautzen Hunderte dieser Steine gestan­den haben. Und auch heute sind noch derart viele Exemplare vor­handen, daß es notwendig wird, die Steine­sammlung auf dieser Web­seite zu unter­teilen. Daher finden sich hier die Wege­steine im Stadt­gebiet Bischofs­werda und in der Gemeinde Burkau.

Die Angabe bedeutet, daß der Wege­stein nicht auf der Liste der Kultur­denkmale zu finden ist. 

»»  Auf der Haupt­seite zu den Wege­steinen gibt es ein ausführ­liches Vorwort.

»»  Julian Nyca hat – wohl abge­schlosen im Novem­ber 2019 – 78 Bilder von sehr verschieden­artigen Wege- und anderen Steinen auf Wiki­media Commons hoch­geladen. Dies ist eine schöne Ergän­zung aus Gegenden, in denen ich noch nicht gewesen bin oder zu denen ich viel­leicht auch nicht hinge­langen werde.

Meine eigenen Aufnahmen ent­standen, wenn nicht anders angegeben, 2023 und 2024.

Bischofswerda

Im Stadtgebiet Bischofs­werda und seinen einge­meindeten Orten stehen eine Reihe von Wege­steinen.

Belmsdorf / Baldrijanecy

In Belmsdorf stehen zwei auf eigen­willige Weise moderni­sierte Wege­steine.

Wegestein in Belmsdorf.

Im Norden des Dorfes treffen die Straßen von der Wald­bühne und aus Schmölln aufein­ander. Weitere Beschrif­tungen gibt es auf dem Rück­seiten nicht.

Wegestein in Belmsdorf.

In der Dorfmitte steht der andere Stein, der nach Schmölln und nach Putzkau zeigt.

Bischofswerda / Biskopicy
Wegestein Bischofswerda Waldbiühne.

Beim Waldbühne-Tipi von Karl May steht gegen­über vom Bahn­wärter­haus am Posten 4 ein nicht mehr lesbarer Wege­stein. Vermut­lich wird in einer Rich­tung Schmölln und in einer anderen Belms­dorf und/oder Putzkau genannt gewesen sein.

Kynitzsch / Kinič

In Höhe des kleinen Weilers zweigt von der Staatsstraße von Bischofswerda nach Göda eine Stichstraße nach Neu-Schönbrunn ab. Hier hat sich ein Wegestein erhalten.

Wegestein bei Kynitzsch.

Zwar sind noch verein­zelt weiße Farb­reste vor­handen, doch Buch­staben lassen sich nicht mehr heraus­lesen.

Schönbrunn / Šumborn

Auf der Höhe zwischen Schön­brunn und Burkau steht ein vernach­lassigter Wege­stein. Vermut­lich diente er nicht als Weg­weiser für abzwei­gende Wege, sondern als Höhen­marke am höchsten Punkt der Straße und zugleich als Marke für eine Territorial­grenze.

Wegestein im Wald.

Originale Beschriftungen sind keine mehr zu erkennen, statt dessen hat der Zeit­geist Spuren hinter­lassen.

Weickersdorf / Wukranćicy

Neben dem Halte­punkt der Bahn­strecke von Dresden nach Görlitz stehen nah beiein­ander zwei Wege­steine.

Wegesteine am Haltepunkt Weickersdorf.

Sicht auf beide Wegesteine.

Wegestein am Haltepunkt Weickersdorf.

Der linke Wegestein mit einer ungewöhn­lichen Gestalt; möglicher­weise eher ein Hekto­meter­stein der Bahn­strecke.

Wegestein am Haltepunkt Weickersdorf.

Der rechte Wegestein mit zwei Anschrift­feldern. An der Südseite ist mit Pfeil nach rechts noch Bischofs­werda zu erkennen und mit Pfeil nach links das ent­ferntere Stolpen. Die West­seite hin­gegen ist zu ver­wittert, um einen Ort erspähen zu können.


Burkau

Auch die Land­gemeinde Burkau ist ein Sammel­surium von verschie­densten Dörfern. Einstm­als gab es im Haupt­ort eine Bahn­station; zur Förde­rung des länd­lichen Raumes wurde die zuge­hörige Bahnstrecke in mehreren Etappen zwischen 1974 und 2004 entsorgt.

Auschkowitz / Wučkercy

Etwa einen halben Kilo­meter östlich von Auschko­witz stößt die Straße von Paßditz auf die hier parallel zur Auto­bahn ver­laufende Ring­straße.

Wegestein bei Auschkowitz.

Einzige Aufschrift auf dem abge­sackten Wege­stein ist die Ent­fernung nach Zisch­kowitz. Im Früh­jahr 2024 habe ich den Stein wieder­aufge­richtet vorge­funden. Irgend­eine oder irgend­wer scheint sich darum geküm­mert zu haben; lobens­wert.

Burkau / Porchow

Burkau ist ein sehr lang gezogenes Dorf. Hier stehen an der Straße nach Schön­brunn und recht weit im Westen zwei Wege­steine.

Wegestein in Burkau.

Bei dem Stein in der Ortsmitte ist nur die Seite zur Kreuzung hin mit Entfernungs­angaben für Schön­brunn und Bischofs­werda versehen.

Wegestein in Burkau.

Bei dem Stein weiter westlich sind zwei Felder frei geblieben. Auf den beiden anderen Seiten geht es nach Bischofs­werda und Ramme­nau bzw. nach Elstra.

Großhänchen / Wulky Wosyk

Bis etwa Mitte der 2010er Jahre gab es zwei Wege­steine an den jeweiligen Orts­enden. Der in manchen Listen noch erschei­nende Stein an der Abzwei­gung nach Dobra­nitz von der Straße nach Panne­witz ist zwischen 2012 und 2024 ver­schwunden.

Wegestein bei Großhänchen.

Der Wegestein an der süd­lichen Ausfahrt nach Leut­witz ist nicht mehr lesbar.

Jiedlitz / Jědlica

Um Jedlitz herum standen laut eines Meßtisch­blattes von 1940 einst drei Wege­steine. Einer davon ist am Südrand des Dorfes übrig ge­blieben.

Wegestein in Jiedlitz.

Die Spuren der früheren Beschrif­tung sind abge­wischt. Der hierzu korre­spondie­rende Stein steht in Uhyst.

Neuhof / Nowy Dwór

In einem Gebiet, das von Jiedlitz, Canne­witz, Schwein­erden, Siebitz und Klein­hänchen umrandet wird, steht eine Reihe von Wege­steinen. Mitten­drin liegt das kleine Dorf Neuhof.

Wegestein bei Neuhof.

An der Staatsstraße von Crost­witz nach Bischofs­werda kreuzt der Weg von Klein­hänchen nach Schwein­erden mit einem Wege­stein. Dieser ist aus einer kur­sächsischen Ganz­meilen­säule aus dem 18. Jahr­hundert umge­staltet worden. An seiner Südseite lassen sich noch Buch­staben erahnen. Vermut­lich waren die Nord- und Ostseite nicht be­schriftet.

Wegestein in Neuhof.

Mitten im Ort steht ein weiterer Stein. Hier kreuzte der Weg von Klein­hänchen nach Schwein­erden den­jenigen von Canne­witz nach Tschasch­witz. Der grob be­hauene Stein ist in seiner Form eher unge­wöhn­lich. Ähn­liche Exem­plare stehen in Holscha bei Nesch­witz und ober­halb von Wilthen. Zu lesen ist hier schon lange nichts mehr.

Bei Neuhof stehen in Richtung Canne­witz und Schwein­erden vier weitere Wege­steine. Sie befin­den sich teils auf dem Gebiet der Gemeinde Burkau und teils auf dem Gebiet der Gemeinde Pansch­witz-Kuckau. Sie werden ihrer Nähe zu Neuhof wegen im Fol­genden vorge­stellt.

Topografische Karte 4751.

Ausschnitt dem überar­beiteten Meßtisch­blatt 4751 Kloster St. Marien­stern von 1940. Blau einge­kreist sind die Fund­orte noch vorhan­dener und von mir aufge­suchter Wege­steine. Quelle: BYU Library.

Wenn wir uns die Wegebeziehungen auf dem Meßtisch­blatt an­schauen, könnte es weitere Wege­steine gegeben haben. Doch von ihnen fehlt jede Spur. Etwa südlich von Siebitz für den Weg von Neuhof nach Tschasch­witz. Etwa nordwest­lich von Neuhof für die Kreu­zung Canne­witz nach Neuhof mit Schwein­erden nach Jied­litz. Etwa im Wege­dreieck, das nörd­lich von Schwein­erden nach Kuckau und Crost­witz führte.

Das Neuhofer Quartett

Die Wegverbin­dungen von Ostro nach Siebitz, von Canne­witz nach Tschasch­witz, von Schwein­erden nach Jied­litz und von Schwein­erden nach Klein­hänchen trafen sich nord­westlich und nörd­lich von Neuhof auf freiem Feld. An den fünf dadurch entstan­denen Weg­kreuzungen wurden aber wohl nur vier Wege­steine aufge­stellt; sie wurden alle­samt auf dem Meßtisch­blatt doku­mentiert.

Die vier Steine werden in folgender Reihen­folge vorge­stellt: Der erste Stein steht nur wenige Meter nörd­lich von Neuhof. Von dort geht es links nach Canne­witz und Ostro, wohin wir uns wenden. Der zweite Stein steht bald darauf an der Kreu­zung mit dem Weg von Jied­litz nach Schwein­erden. Wir gehen gerade­aus weiter und gelangen zum dritten Stein. Einst trafen sich hier die Wege von Tschasch­witz über Neuhof nach Canne­witz mit dem von Siebitz nach Ostro; heute ist das ein wenig anders ge­staltet. Den vierten Stein des Quar­tetts finden wir, wenn wir vom ersten Stein aus gerade­aus weiter nach Schwein­erden gehen. Folg­lich sehen wir im nach­folgenden Bild schon einige Häuser dieses Dorfes.

Wegestein zwischen Schweinerden und Neuhof.

Der kaum noch lesbare erste dieser Steine ist an der Süd- und der Ost­seite be­schriftet. Die beiden dem Acker zuge­wandten Seiten sind folg­lich unbe­schriftet. Auf der einen Seite werden daher Ostro und Canne­witz bzw. (viel­leicht) Siebitz erwähnt, auf der anderen viel­leicht Neuhof und sicher Schwein­erden.

Wegestein bei Neuhof.

Der zweite Stein ist erstaun­lich gut erhalten. Wir lesen auf der Südseite Kanne­witz und Siebitz und auf der Ostseite Schwein­erden und Jied­litz. Die beiden anderen Seiten blieben unbehauen.

Wegestein bei Neuhof.

Bei dem dritten Stein bedarf es schon erheb­licher Phan­tasie, um aus Farb­resten Richtungs­angaben hervor­zulocken.

Wegestein zwischen Schweinerden und Neuhof.

Der Weg von Schwein­erden nach Neuhof ver­zweigt sich an einem Betkreuz mit Wege­stein nach Jiedlitz (rechts).

Wegestein zwischen Schweinerden und Neuhof.

Die links Seite läßt eine oder einen in einer achtel Stunde in Neuhof an­kommen; nach Bischofs­werda werden drei Stunden veran­schlagt. Nach rechts gewandt wird Jied­litz in einer Viertel­stunde erreicht. Die unbe­hauenen Rück­seiten weisen keine weiteren Namen auf.

Pannewitz / Panecy

Nicht zu verwechseln mit Pannewitz in der Gemeinde Neschwitz.

Wegestein in Pannewitz.

Am Ortsrand steht an der Einmün­dung der Straße von Coblenz ein Wege­stein, dessen Angaben abge­waschen sind.

Möglicher Wegestein in Pannewitz.

Von der Straße nach Uhyst zweigt am west­lichen Ortsende die Straße nach Klein­hänchen ab. Diese Säule scheint dort schon länger zu liegen. An der schmaleren Unter­seite befindet sich mittig ein Zapfen­loch. Ob es sich um den an dieser Stelle vorstell­baren Wegestein handelt, ist unklar.

Taucherwald

Im Taucher­wald steht in der Nähe der einstigen sowjeti­schen Raketen­basis ein sehr früh errich­teter Wege­stein an der Kreu­zung des Leut­witzer Flügels mit dem Uhyster Hauptweg. Da Bautzen erst 1868 als amtlicher Name von Budissin einge­führt wurde, ist frag­lich, ob die Inschrift schon von 1840 stammt.

Wegestein im Taucherwald.

Auffällig ist die Datie­rung mit 1840. Auf der Rück­seite ist ein Horn mit dem Zuzatz „der Taucher Wald“ abge­bildet.

Wegestein Detail.
Wegestein Detail.

In Richtung Westen geht es nach Uhyst und Elstra, in der anderen nach Leut­witz und Bautzen. Auf der gegen­über liegen­den Fläche geht es nach Westen zum Forst­haus und nach Burkau, während gen Osten Leut­witz und Bautzen beibe­halten werden.

Uhyst / Horni Wujězd

In Uhyst selbst stehen noch zwei Wege­steine. Der eine steht an einer Verzwei­gung nach Bocka und Jiedlitz (ein Weg, nicht mehr genutzt wird), der andere an der Haupz­straße nach Crost­witz mit Abzweig nach Panne­witz.

Wegestein in Uhyst.

Der Wegestein hat einen kleinen Beglei­ter, der jedoch keine Auskunft über seine Funktion mehr gibt. Auf dem größeren Stein sind auf der West­seite noch Buch­staben zu erahnen.

Wegestein in Uhyst.

Der Wegestein an der Ausfahrt nach Bocka ist längst funktions­los gewesen. Zwei vertiefte Felder waren einst beschrie­ben, vermut­lich mit Angaben zu Bocka und Jied­litz. Dies ist der korre­spondierende Stein zu dem, der an der süd­lichen Dorfrand­straße in Jied­litz etwas verein­samt steht.

Anmerkungen

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  1. Caveat: Ich kenne nur die Liste in der Wiki­pedia, nicht das (voll­ständige) Original; dieses ver­steckt sich hinter einem Anmelde­formular. Aller­dings hilft hier auch die (nicht direkt verlink­bare) zuge­hörige Denkmal­karte weiter.