Side und Meer.
Side in Pamphylien.

Side (Pamphylien)

Die sidetische Schrift

Fotografien und Texte

 

Side in Pamphylien war in der Antike eine zeitweise reiche, lebendige und pulsierende Stadt. Die wieder ausgegrabenen Ruinen vermitteln ansatzweise den Glanz der Vergangenheit. Die hiermit verbundenen Ausbeutungsstrukturen, die Armut und das damit verbundene Elend müssen wir uns hinzudenken.

Die Fotografien entstanden im September 2006.

 


 

Aus der antiken Überlieferung geht hervor, daß die Bewohnerinnen und Bewohner Sides noch lange nach der griechischen Kolonisierung eine eigene Sprache benutzten und sie mit einer eigenen Alphabetschrift schrieben. Dieser Sachverhalt wird durch Münzfunde und einzelne Inschriften bestätigt. Weshalb in Side die alte anatolische, wohl dem Luwischen verwandte Sprache weiter verwendet wurde, ist unbekannt. Offensichtlich besaßen die Menschen in Side ausreichend Selbstbewußtsein und die Stadt war zudem mächtig genug, um sich nicht vom Griechischen assimilieren zu lassen. Funde, die uns dies näher erklären könnten, fehlen. Ob sich unter dem Sand der Dünen im Nordosten Sides hierzu noch etwas finden läßt, ist fraglich. Beim großen Umbau der Stadt im 2. Jahrhundert unserer Zeitrechnung wurde offensichtlich die eigene jahrhundertelange Vergangenheit gleich mitentsorgt.

Im Museum von Side sind drei Inschriftenblöcke ausgestellt. Zur besseren Lesbarkeit habe ich die Schrift durch Farbmanipulation besser lesbar gemacht. Viel Vergnügen beim Versuch, das Sidetische zu verstehen. Ich lese übrigens das erste sidetische Wort der Artemonbilingue (Foto 3, gelesen von rechts nach links) anders als beispielsweise Wilhelm Brandenstein (1958, Seite 89), insbesondere bin ich nicht sicher, ob hier tatsächlich der Name der Göttin Athene steht. Zum Vergleich (Lesung bei Brandenstein links, Ausschnittsfoto der Bilingue rechts):

 

Interpretation des ersten Wortes der Artemon-Bilingue. Foto des ersten Wortes der Artemon-Bilingue.

 

Brandensteins Interpretation des sidetischen Textes ist nicht unwesentlich abhängig von der korrekten Lesung dieses ersten Wortes. Hätte ich vor meinem Aufenthalt in Side davon gewußt, dann hätte ich versucht, eine bessere Fotografie hinzubekommen, um diese Diskrepanz entweder ausräumen oder bestätigen zu können. Andererseits dürfte dieser Sachverhalt der epigrafischen Forschung der letzten fünfzig Jahre nicht verborgen geblieben sein.

 

Alle drei Inschriften. Inschrift linker oberer Block. Inschrift rechter oberer Block, sogenannte Artemonbilingue. Inschrift unterer Block.

 

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Weitere Fotos des Museums von Side.

 


 

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