Side und Meer.
Side in Pamphylien.

Side (Pamphylien)

Straßenbahn in Antalya

Fotografien und Texte

 

Side in Pamphylien war in der Antike eine zeitweise reiche, lebendige und pulsierende Stadt. Die wieder ausgegrabenen Ruinen vermitteln ansatzweise den Glanz der Vergangenheit. Die hiermit verbundenen Ausbeutungsstrukturen, die Armut und das damit verbundene Elend müssen wir uns hinzudenken.

Die Fotografien entstanden im September 2006.

Antalya ist aus einer hellenistischen Gründung des 2. Jahrhunderts vor unserer Zeitrechnung hervorgegangen. Es gehört zu den wenigen türkischen Städten mit einer eigenen Straßenbahn.

 


 

Ein Kuriosum der besonderen Art ist eine parallel zur gebogenen Küstenlinie verlaufende Straßenbahnlinie in Antalya. Sie wurde 1999 eröffnet, ist etwas mehr als fünf Kilometer lang und hat zehn Haltestellen. Diese eingleisige Strecke wird von drei Triebwagen mit Anhänger im Halbstundentakt befahren. Drei Ausweichstellen sorgen für einen reibungslosen Betrieb. Den Fahrplan (siehe Fotos) sollten wir jedoch eher als eine Art Anhaltspunkt betrachten, denn fahrplanmäßig müßten zwei Straßenbahnzüge zwischen zwei Haltestellen zusammenstoßen. Die bei der Haltestelle Işıklar fotografierte Straßenbahn kam sogar eindeutig etwa fünf Minuten zu früh. Die Bahn fährt aber ohnehin relativ langsam und scheint keine Vorrangschaltung zu nutzen. Antalyas Verkehrsplanung sieht ohnehin die großflächige Einführung autogerechter grüner Wellen vor. Dies spricht für die untergeordnete Rolle des Verkehrsmittels Tram in der Anderthalb-Millionenstadt (offiziell rund 700.000). Dieser Straßenbahnlinie scheint somit kein bedeutender verkehrspolitischer Sinn zugrunde zu liegen. 2001 scheint das Boomjahr dieser Straßenbahnlinie gewesen zu sein. Nach einer Mitteilung vom 8. Juni 2005 fuhren damals 1.363.200 Personen mit der Tram. Umgerechnet auf jede einzelne Fahrt (vorausgesetzt es lief alles planmäßig) bedeutet dies, daß pro Fahrt gerade einmal 67 Personen befördert wurden. Dies mag die (relative) Leere in den Wagen erklären, der ich beim Fotografieren begegnet bin.

In einer Mitteilung vom 20. Februar 2008 wird für das Jahr 2007 eine Beförderungsleistung von 1.080.143 Personen angegeben.

Vielleicht soll die westliche Endhaltestelle Müze die Touristinnen und Touristen dazu verleiten, sich mit einem ihnen vertrauten Gefährt ins Archäologische Museum der Stadt zu begeben, das sich etwas außerhalb der Innenstadt befindet. Ob die andere Endhaltestelle Zerdalilik im Süden einen ähnlichen Hintergrund hat? Die Wagen verfügen über eine einheitliche Holzbankklasse und sind ein Geschenk aus Nürnberg aus dem Jahr 1997. Die Fahrzeuge sind von 1 bis 6 durchnummeriert und zweckentfremden zu ihrer Kennzeichnung die Linientafeln an der Kopfseite des Triebwagens bzw. am Ende des Beiwagens:

Nummer 1 = ex Nürnberg Nummer 213
Nummer 2 = ex Nürnberg Nummer 1553
Nummer 3 = ex Nürnberg Nummer 255
Nummer 4 = ex Nürnberg Nummer 1534
Nummer 5 = ex Nürnberg Nummer 212
Nummer 6 = ex Nürnberg Nummer 1586

Und – wer es noch nicht wußte: Straßenbahnen sind gefährlich. Dieses für türkische Verhältnisse ungewohnte Verkehrsmittel bedarf daher einer eindeutigen Warnung.

 

Straßenbahnen sind gefährlich. Haltestelle Cender im Süden. Haltestelle Işıklar. Sich nähernde Straßenbahn. Und der Beiwagen. Planmäßiger Halt. Ausweichstelle Belediye. Ausweichstelle Kalekapısı an der Alaeddin Moschee. Die Haltestelle im Gegenlicht. Ankunft der Straßenbahn. Einfahrt. Der Beiwagen Nummer 4. Warten auf den Gegenzug. Autos haben Vorrang. Jetzt, endlich! Aufenthalt. Der Gegenzug wartet auch noch. Blick in die Holzbankklasse. Fahrplan in die eine Richtung. Fahrplan in die andere Richtung.

 

Zum Jahresende 2008 soll eine zweite, 11,1 Kilometer lange Straßenbahnlinie mit 16 Stationen in Betrieb gehen. Es handelt sich hierbei um das erste Teilstück des Verkehrsmasterplans von Antalya, der insgesamt 43 Kilometer Neubaustrecke vorsieht. [quelle]

Teile des obigen Textes und zwei der Fotos wurden von einer kommerziellen Webseite geklaut.

 

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Links zur Straßenbahn:

 


 

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