Ausschnitt einer zeitgenössischen Ansichtskarte. Verkehrsknoten Ernst-Ludwigs-Platz, zwischen 1903 und 1912.

Die Straßenbahn in Darmstadt

Fahrplanentwurf für die Dampfstraßenbahn 1911

Dokumentation

Die seit 1886 zwischen Darmstadt und Eberstadt bzw. Darmstadt und Griesheim verkehrende Dampfstraßenbahn wurde 1890 vom Luisenplatz nach Arheilgen verlängert. Im Frühjahr 1911 reichte der Betreiber, die Süddeutsche Eisenbahn AG, einen Entwurf für den ab Mai 1911 zu geltenden Sommerfahrplan ein. Hierbei waren pro Fahrtrichtung drei Fahrten zum Truppen­übungsplatz auf dem Griesheimer Sand vorgesehen. Die kleine Stichstrecke zu den Baracken der Mannschaften, der Kasinos der Offiziere und für die Beschäftigten des Wirtschaftsviertels war speziell auf die Bedürfnisse des Militärs ausgelegt. Lagerten keine Truppen auf dem Übungsplatz, was in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg immer seltener vorkam, wurde die Stichfahrt ausgelassen.

Die Bürgermeisterei Griesheim hatte gegen diesen Entwurf nichts einzuwenden. Vermutlich wurde der Entwurf, wie hier wiedergegeben, auch so umgesetzt.

Der Fahrplan wurde mittels zweier Scans in zwei Grafikdateien umgesetzt. Eine auf Geräte mit kleinen Bildschirmen abgestimmte Version ist nicht vorgesehen.


Fahrplan der Dampfstraßenbahn. Fahrplan der Dampfstraßenbahn.

Abbildung 1: Fahrplanentwurf als Plakatfahrplan. Quelle: Stadtarchiv Griesheim, Bestand 1540.


Das erläuternde Begleitschreiben der Süddeutschen Eisenbahn AG vom 3. März 1911 an den Großherzoglichen Regierungs-Kommissär bei den Hessischen nebenbahnen im Privatbetrieb hat folgenden Inhalt:

„Im Anschluß übersenden wir ergebenst eine graphische und 10 tabellarische Darstellungen des Entwurfs zum Sommerfahrplan unserer Darmstädter Straßenbahnen.

Derselbe entspricht im Wesentlichen dem Sommerfahrplan des Vorjahres bezw. dem jetzigen Winterfahrplan. Hervorzuheben sind nur folgende Aenderungen:

I. Darmstadt – Griesheim.

Wie in früheren Jahren soll zur Beförderung der Schüler vom Rheintor ab an Werktagen um 1.12 Uhr ein Zug Nr. 16 a W gefahren werden, dem als Gegenzug der Zug Nr. 15 a W entspricht. Die Züge 27/28 sollen um 4 bezw. 5 Minuten später verkehren, um am Luisenplatz den Anschluß an den Zug Nr. 56 von Arheilgen noch aufzunehmen.

II. Eberstadt – Arheilgen.

Die Züge 37/38 sollen um 7 Minuten früher verkehren, damit sie so rechtzeitig in Darmstadt eintreffen, um die um 9 Uhr angesetzten Gerichtstemine und die Züge 8.59 nach Heidelberg und 9.08 nach Frankfurt rechtzeitig zu erreichen.

Wir ersuchen ergebenst, die erforderliche höhere Genehmigung zur Einführung dieses Fahrplans ab 1. Mai d. Js. gefälligst herbeiführen und uns demnächst entsprechende Mitteilung hierüber zugehen lassen zu wollen.“

»»  Für die Jahre 1909 und 1910 existieren zwar die Anschreiben mit ihren interessanten Begründungen, aber leider die Fahrpläne nicht mehr. Zu den Dokumenten.


Quelle


 
 
 
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