Rheinstraße.
Rheinstraße.
An den alten Bahnhöfen.
An den alten Bahnhöfen.
Auf dem Ernst-Ludwigs-Platz.
Zentraler Umstieg am Weißen Turm.
Fasanerie.
Endhaltestelle Fasanerie.
Marktplatz.
Auf dem Marktplatz.

Die Straßenbahn in Darmstadt

Die HEAG im Kriegsjahr 1941

Dokumente und eine Mitteilung

1886 errichtete ein privates Konsortium die ersten beiden Straßenbahn­strecken in die Vororte Eberstadt und Griesheim, denen 1890 eine weitere Strecke nach Arheilgen folgte. Im Grunde handelte es sich um die Schmalspur­ausführung einer dampf­betriebenen Eisenbahn. Alle drei Linien standen in Konkurrenz zur parallel verlaufenden Eisenbahn. Die Stadt Darmstadt sah die inner­städtischen Verkehrs­bedürfnisse des Bürgertums nicht abgedeckt und ließ ein eigenes elektrisches Straßen­bahn­netz aufbauen. Aus der Verschmelzung beider Gesellschaften entstand 1912 die Hessische Eisenbahn Aktien­gesellschaft, kurz HEAG. Die Dampfstrecken wurden elektrifiziert; ein Vorgang, der aufgrund des Ersten Weltkriegs und der nachfolgenden französischen Besatzung Arheilgens und Griesheims erst 1926 abgeschlossen war.

Die Nationalsozialisten wurden 1933 an die Macht gebracht, um die Arbeiterinnen- und Arbeiter­bewegung zu zerschlagen. Die Agenda der Nazis bestand in der Vernichtung der nicht nur deutschen Jüdinnen und Juden, womit viele andere Deutsche kein Problem hatten, vor allem, wenn sie von der Ausschaltung der insbesondere während der Weltwirt­schaftskrise als immer lästiger empfundenen Konkurrenz profitierten. Gleichzeitig entledigte man sich aller als lebensunwert angesehenen Menschen. Um die 1933 brach­liegenden Industrie­kapazitäten in Gang zu bringen, bedurfte es neuer Aufträge und der damit einhergehenden Rüstungs­wirtschaft. Die Kosten dieser kredit­finanzierten Wirtschafts­förderung sollte das übrige Europa zahlen, und das bedeutete Krieg und Ausplünerung. Die Nazis und ihre Wehrmacht überfielen große Teile Europas und befanden sich 1941 noch auf der Sieges­straße. Damit die Räder für den Krieg rollen konnten, mußten auch die Arierinnen und Arier einige Opfer bringen, und sei es bei den Einschränkungen ihrer Verkehrs­bedürfnisse. In Darmstadt organisierte die HEAG den städtischen Straßenbahn- und Busverkehr.

Die hier wiedergegebenen Dokumente wurden vom mikroverfilmten „Darmstädter Tagblatt“ eingescannt und sind daher von minderer Qualität. Die letzte Grafik zu den „gleitenden Anschlüssen“ kann in etwas größerer und damit besser lesbarer Fassung durch den bekannten Mausklick herunter­geladen oder angezeigt werden.


Stellenangebot.

Abbildung 1: Die HEAG sucht neue Schaffnerinnen und Omnibusfahrer als Ersatz für das zum Zweck des Tötens eingezogene Personal. Annonce im Darmstädter Tagblatt am 9. Februar 1941.

Bekanntmachung.

Abbildung 2: Bekanntmachung der HEAG zum Kraftpostverkehr nach Pfungstadt und den Anschlüssen mit der elektrischen Straßenbahn in Eberstadt. Annonce im Darmstädter Tagblatt am 9. März 1941.

Bekanntmachung.

Abbildung 3: Bekanntmachung der HEAG zu den geänderten Fahrplänen der Buslinien O und E ab dem 1. April 1941. Annonce im Darmstädter Tagblatt am 23. März 1941.

Bekanntmachung.

Abbildung 4: Der Fahrplan der Buslinie O wurde nochmals überarbeitet. Annonce im Darmstädter Tagblatt am 30. März 1941.

Zeitungsartikel.

Abbildung 5: Die Anschlüsse der Darmstädter Straßenbahn. Artikel im Darmstädter Tagblatt am 21. Mai 1941.