Straßenbahnrosette. Straßenbahnrosette der ehemaligen Linie 5.

Die Straßenbahn in Darmstadt

Straßenbahnen und Busse zu Beginn des Nationalsozialismus

Dokumentation eines zeitgenössischen Plans

Ende der 1920er Jahre begann die HEAG, mit Bussen als Nahverkehrsmittel zu experimentieren. Neben eine Linie R, die mit mehreren Versuchsvarianten am Orpheum oder am Ostbahnhof begann und am Botanischen Garten oder der Heidenreichstraße im Woogsviertel endete, trat alsbald eine Linie O vom Böllenfalltor nach Ober-Ramstadt. Auf der Grundlage von ähnlichen Stadtplänen, die den damaligen Darmstädter Adreßbüchern beigelegt waren, ließ die HEAG einen Linienplan der Straßenbahnen und Omnibusse erstellen. Dieser Plan zeigt den Linienverlauf von 1933.

Der Luisenplatz ist schon nach dem obersten Antisemiten und National­sozialisten benannt, welcher am 5. März 1933 von der Hälfte der Darmstädterinnen und Darmstädter begeistert gewählt worden war. Die Ausgrenzung der Darmstädter jüdischen Bevölkerung begann alsbald und fand keinen offenen Widerspruch in der spießig-evangelischen südhessischen Provinz. Das Darmstädter Adreßbuch von 1934 – Stichtag war der 20. November 1933 – vermerkt schon einen Dietrich-Eckart-Platz, der anstelle des Reichspräsidenten Friedrich Ebert nach einem frühen Ideengeber und Anhänger Hitlers umbenannt wurde. Offenkundig war der Drucker dieses Stadtplans nicht so recht in die Geheimnisse der nationalsozialistischen Frühgeschichte eingeweiht oder (eher unwahrscheinlich) es handelt sich um einen Akt des passiven Widerstandes, denn hier erscheint der Nachname als Eckert. Da die benachbarte Schuknecht­straße gleich in zwei Variationen eines Namens auftaucht, ist eher an Nachlässigkeit des Kartenmachers zu denken.


Linienplan Darmstadt 1933.

 
 
 
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