Bahnhof Seitschen. Bahnhofsansicht auf einer vier­feldrigen Ansichts­karte, vermut­lich 1920er Jahre. Verlag Oswald Schäbitz, Dresden.

Die Straßenbahn in Antalya

Aufnahmen von 2006

Antalya ist aus einer hellenistischen Gründung des 2. Jahrhunderts vor unserer Zeitrechnung hervorgegangen. Es gehört zu den wenigen türkischen Städten mit einer eigenen Straßenbahn.


Ein Kuriosum der besonderen Art ist eine parallel zur gebogenen Küstenlinie verlaufende Straßenbahn­linie in Antalya. Sie wurde 1999 eröffnet, ist etwas mehr als fünf Kilometer lang und hat zehn Haltestellen. Diese eingleisige Strecke wird von drei Triebwagen mit Anhänger im Halbstundentakt befahren. Drei Ausweichstellen sorgen für einen reibungslosen Betrieb. Den Fahrplan sollten wir jedoch eher als eine Art Anhaltspunkt betrachten, denn fahrplan­mäßig müßten zwei Straßenbahn­züge zwischen zwei Haltestellen zusammen­stoßen. Die bei der Haltestelle Işıklar fotografierte Straßenbahn kam sogar eindeutig etwa fünf Minuten zu früh. Die Bahn fährt aber ohnehin relativ langsam und scheint keine Vorrangschaltung zu nutzen. Antalyas Verkehrsplanung sieht weiterhin die großflächige Einführung autogerechter grüner Wellen vor. Dies spricht für die untergeordnete Rolle des Verkehrsmittels Tram in der Anderthalb-Millionenstadt (offiziell rund 700.000). Dieser Straßenbahnlinie scheint somit kein bedeutender verkehrs­politischer Sinn zugrunde zu liegen. 2001 scheint das Boomjahr dieser Straßenbahnlinie gewesen zu sein. Nach einer Mitteilung vom 8. Juni 2005 fuhren damals 1.363.200 Personen mit der Tram. Umgerechnet auf jede einzelne Fahrt (vorausgesetzt es lief alles planmäßig) bedeutet dies, daß pro Fahrt gerade einmal 67 Personen befördert wurden. Dies mag die (relative) Leere in den Wagen erklären, der ich beim Fotografieren begegnet bin.

In einer Mitteilung vom 20. Februar 2008 wird für das Jahr 2007 eine Beförderungsleistung von 1.080.143 Personen angegeben.

Vielleicht soll die westliche Endhaltestelle Müze die Touristinnen und Touristen dazu verleiten, sich mit einem ihnen vertrauten Gefährt ins Archäologische Museum der Stadt zu begeben, das sich etwas außerhalb der Innenstadt befindet. Ob die andere Endhaltestelle Zerdalilik im Süden einen ähnlichen Hintergrund hat? Die Wagen verfügen über eine einheitliche Holzbankklasse und sind ein Geschenk aus Nürnberg aus dem Jahr 1997. Die Fahrzeuge sind von 1 bis 6 durchnummeriert und zweckentfremden zu ihrer Kennzeichnung die Linientafeln an der Kopfseite des Triebwagens bzw. am Ende des Beiwagens:

Nummer 1 = ex Nürnberg Nummer 213
Nummer 2 = ex Nürnberg Nummer 1553
Nummer 3 = ex Nürnberg Nummer 255
Nummer 4 = ex Nürnberg Nummer 1534
Nummer 5 = ex Nürnberg Nummer 212
Nummer 6 = ex Nürnberg Nummer 1586

Zur leichteren Identifizierung wurden die Anzeigen der Nürnberger Liniennummern als Fahrzeug­nummern umgewidmet.

Hinweisschild.

Bild 1: Hinweisschild mit den üblichen Ermahnungen.

Gleisverlauf.

Bild 2: Gleisverlauf entlang der Küstenstraße.

Haltestelle.

Bild 3: Haltestelle Cender im Süden.

Haltestelle.

Bild 4: Abfahrtszeiten an der Haltestelle Cender in die Innenstadt.

Haltestelle.

Bild 5: Abfahrtszeiten an der Haltestelle Işıklar in die Gegenrichtung.

Straßenbahn.

Bild 6: Eine Straßenbahn nähert sich der Haltestelle Işıklar.

Straßenbahn.

Bild 7: Beim Halt wurde auch der Beiwagen abgelichtet.

Ausweiche.

Bild 8: Eine der Ausweichen, hier Belediye.

Ausweiche.

Bild 9: Ausweichstelle Kalekapısı an der Alaeddin Moschee.

Straßenbahn.

Bild 10: Ein Straßenbahnzug fährt in die Haltestelle Kalekapısı ein.

Straßenbahn.

Bild 11: Und der zugehörige Beiwagen Nummer 4.

Straßenbahn.

Bild 12: Warten auf den Gegenzug, und das kann dauern. Erst einmal müssen die Fahrzeuge aller einmündenden Straßen bevorzugt abgefertigt werden.

Straßenbahn.

Bild 13: Nach einer gefühlten Ewigkeit fährt die Straßenbahn ein. Offensichtlich hatte ich nicht das Glück, alle sechs Exemplare antreffen zu können.

Straßenbahn.

Bild 14: Noch einmal Wagen Nummer 4.


 
 
 
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